Kraftfahrer: Spesen als Einkommen?? (3 Betrachter)

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Uher

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Hallo,

eine Frage:
Ich fahre seit ein paar Wochen als Berufskraftfahrer im internationalen Fernverkehr. Festgehalt etwa 1200 Euro, dazu etwa 500 Euro Spesen. Vorher Hartz4-Bezieher. Meine Frau ist erwerbslos, ein Kind hab ich auch, daher dachte ich, bin ich jetzt eben Aufstocker.
Aber Pustekuchen! Arge sagt mir, die Spesen sind Einkommen, deshalb kein Anspruch mehr auf ergÀnzendes Hartz4.
Schau also im Netz nach, und finde verschiedene Urteile, manche sagen, Spesen sind Einkommen, manche sagen das Gegenteil.
Was soll denn nun gelten?
Mensch, ich bin mit meinen Laster auf Rastplatzfutter angewiesen, kann nicht mal eben mit dem Sattelzug am Supermarkt halten und billig einkaufen! Dazu noch ParkgebĂŒhren auf Autohöfen, Dusch- und ToilettengebĂŒhren und so weiter.
Was kann ich denn nun tun?
 

Porks

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hi

Das sieht jede Arge anders es gab mal ein Urteil vom Sozial Gericht Chemnitz (Az. L 2 B 342/07 AS ER) Das besagt das es nicht angerechnet werden darf . Aber das ist ein Einzelfall und es wurde auch Revision Eingereicht. Aber andere Sozialgerichte sehen das anders zB (SG Detmold / S 10 AS 151/06 ER)

Aber verbindlich ist das also nicht. Das ist wie mit der AU Bescheinigung jede ARGE macht so wie sie Denkt.

Wenn die es mit Einrechnen wollen Hilft leider nur Klagen!
 

Gute Miene799

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Hartz IV: Spesen sind kein Einkommen

Spesenzahlungen bei Hartz-IV-Aufstockern gelten nicht als Einkommen

18.06.2012

Erhalten Hartz-IV-Aufstocker von ihrem Arbeitgeber Spesen oder Verpflegungsmehraufwendungen, darf das Jobcenter diese grundsĂ€tzlich nicht als anrechenbares Einkommen werten und das Arbeitslosengeld II kĂŒrzen. Allerdings sollte der HilfebedĂŒrftige mit Belegen nachweisen, wofĂŒr er die Spesen verwendet hat, entschied das SĂ€chsische Landessozialgericht (LSG) in einem am Donnerstag, 14. Juni 2012, bekanntgegebenen Urteil (AZ: L 3 AS 820/10). Denn werde das Geld nicht entsprechend seines Zwecks verwendet, könne es dann doch noch als Einkommen gewertet werden, so die Chemnitzer Richter. In diesem Fall bleibe lediglich eine Pauschale von 6,00 € pro Arbeitstag berĂŒcksichtigungsfrei.

Im entschiedenen Rechtsstreit hatte ein Fernfahrer neben seinen monatlichen Bruttoentgelt von 1.390,00 € von seinem Arbeitgeber monatlich noch Spesen in Höhe von 450,00 € oder mehr erhalten. Wegen seines geringen Verdienstes hatten der aus dem Raum Leipzig stammende Lkw-Fahrer sowie seine Frau und sein Kind Hartz IV beantragt, um ihr Existenzminimum zu sichern.

Das zustĂ€ndige Jobcenter lehnte die Arbeitslosengeld-II-Zahlung jedoch wegen zu hoher EinkĂŒnfte ab. Dabei rechnete die Behörde die Spesen und Verpflegungsmehraufwendungen voll als Einkommen an. Die EinkĂŒnfte der Familie lĂ€gen damit deutlich ĂŒber dem, was sie tatsĂ€chlich brauchten.

Das LSG entschied in seinem Urteil vom 19. Januar 2012, dass Spesen oder VergĂŒtungen fĂŒr Verpflegungsmehraufwendungen zweckbestimmte Einnahmen und damit anrechnungsfrei sein können. Allerdings sollte der HilfebedĂŒrftige die Verwendung der Spesen durch entsprechende Quittungen nachweisen.

Denn ansonsten bestehe eine Missbrauchsgefahr. So könnten Arbeitgeber einen niedrigen Grundlohn und gleichzeitig ĂŒberhöhte Zusatzleistungen zahlen, so dass noch ein Arbeitslosengeld-II-Anspruch besteht. Liegen keine entsprechenden Belege fĂŒr die Verwendung der Spesen vor, werde lediglich ein Pauschbetrag in Höhe von sechs Euro pro Arbeitstag nicht als Einkommen angerechnet.

Im konkreten Fall scheiterte der KlĂ€ger vor Gericht. Der Fernfahrer konnte nicht ausreichend belegen, dass die Spesen fĂŒr seine beruflich bedingten Fahrten voll benötigt wurden. Stattdessen habe er Quittungen eingereicht, die eher auf FamilieneinkĂ€ufe hinwiesen. Auch wenn man dem KlĂ€ger die Tagespauschale von 6,00 € zugestehe, wĂŒrde er immer noch so viel verdienen, dass seine Familie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II habe, so das LSG. Gegen diese Entscheidung hat der Fernfahrer Revision beim Bundessozialgericht in Kassel eingelegt (AZ: B 4 AS 27/12 R) (Kanzlei Blaufelder, Ludwigsburg).
 

sonne26

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Ob da nicht wieder kĂŒnstlich die AG Kosten gedrĂŒckt werden??
Hoffentlich befindet sich die Firma nicht in der NĂ€he von KS
 

Uher

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Sieht also schlecht aus fĂŒr mich. :-(
Nein, die Firma ist in Niedersachsen.
1200 Euro sind erstmal ok, wenn man bedenkt, das ich AnfÀnger bin.
 

Solanus

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Sieht also schlecht aus fĂŒr mich. :-(
Nein, die Firma ist in Niedersachsen.
1200 Euro sind erstmal ok, wenn man bedenkt, das ich AnfÀnger bin.
Was sieht schlecht aus fĂŒr Dich?

Das Gehalt? Ja das ist sehr niedrig.

Spesen als Einkommen?

Jein.

FĂŒhre Buch und sammle Belege und du hast Chancen die Spesen nicht angerechnet zu bekommen. Wie hier im Threat schon geschrieben.

LESEN!!!!!!
 

Gute Miene799

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Du hast doch jetzt genug RatschlÀge bekommen.Nutze die doch einfach.
Und 1200€ das ist doch ein Witz.
Kopf einschalten,Angst ausschalten.
 

Uher

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Naja, versuchen kann ichs ja.
Ist natĂŒrlich bescheuert, die ganzen Belege sammeln und einreichen zu mĂŒssen. Da kommt ja ein riesen Papierwust zusammen!
Muß man das dann jeden Monat einreichen, fĂŒr immer? Oder muß man das Belegesammeln nur so 2-3 Monate lang machen, und das reicht dann als Beweis auch fĂŒr die Zukunft?
 

rechtspfleger

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Falls es hilft:

Zwangsvollstreckungsrechtlich gelten Spesen im ĂŒblichen Rahmen (= was der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer steuerfrei auszahlen kann) nicht als Einkommen bzw. sind unpfĂ€ndbar (§ 850a Nr. 3 ZPO).

Das kann man natĂŒrlich nicht unmittelbar mit dem SGB II vergleichen (und im Detail kenne ich mich damit auch nicht aus).

Was ich damit aber sagen will: Wenn Spesen schon im Steuerrecht und im Zwangsvollstreckungsrecht privilegiert sind, kann man doch evtl. damit argumentieren, dass dies auch im Bereich des SGB II angezeigt ist.

Vielleicht kann dazu jemand anders noch mehr sagen, war nur so ein spontaner Gedanke.
 
M

Minimina

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@ Uher

also statt "das sieht schlecht aus" wĂŒrde ich mich an Deiner Stelle ĂŒber die positive Möglichkeit freuen, die die vorgenannten Urteile fĂŒr Dich bedeuten können.

Die Arbeite Belege zu sammeln, naja...bei dem Geld das Du dadurch zusĂ€tzlich erhĂ€ltst kann man sich da schon mal die MĂŒhe machen.

Organisation ist alles. Einen FĂ€cherordner oder einfach eine kleine Kiste mit Deckel. Alle Belege rein. Deine Frau kann ja dann zu Hause nach jeder fahrt nach Datum sortieren und gleich nummerieren und am Ende des Zeitraums nur nach Nummern stapeln, kopieren und einreichen.

Wenn Du natĂŒrlich zweckentfemdest und anstatt die Spesen tatsĂ€chlich an den RaststĂ€tten o.Ă€. auszugeben fĂŒr anderweitige Zecke verwendest dann sieht es fĂŒr Dich tatsĂ€chlich "schlecht" aus

LG MM
 

Solanus

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Naja, versuchen kann ichs ja.
Ist natĂŒrlich bescheuert, die ganzen Belege sammeln und einreichen zu mĂŒssen. Da kommt ja ein riesen Papierwust zusammen!
Muß man das dann jeden Monat einreichen, fĂŒr immer? Oder muß man das Belegesammeln nur so 2-3 Monate lang machen, und das reicht dann als Beweis auch fĂŒr die Zukunft?
Ich weiß nicht, was du jammerst. Abends nach der Fahrt im Truck noch 5 Minuten zum Belege ablegen und Feierabend. Dazu kannst 'n Bier zischen und dann in die Koje krabbeln. Konsequent jeden Abend und am Monatsende sind ein paar EUR zusĂ€tzlich in der Kasse.

Wo ist jetzt das Problem? Lass es sein und jammere:icon_neutral:, aber dann nerv hier nicht rum oder pack es an:icon_klatsch: und nimm die Hinweise, die du hier kriegst.
 

Koelschejong

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Falls es hilft:

Zwangsvollstreckungsrechtlich gelten Spesen im ĂŒblichen Rahmen (= was der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer steuerfrei auszahlen kann) nicht als Einkommen bzw. sind unpfĂ€ndbar (§ 850a Nr. 3 ZPO).

Das kann man natĂŒrlich nicht unmittelbar mit dem SGB II vergleichen (und im Detail kenne ich mich damit auch nicht aus).

Was ich damit aber sagen will: Wenn Spesen schon im Steuerrecht und im Zwangsvollstreckungsrecht privilegiert sind, kann man doch evtl. damit argumentieren, dass dies auch im Bereich des SGB II angezeigt ist.

Vielleicht kann dazu jemand anders noch mehr sagen, war nur so ein spontaner Gedanke.
Auch hier gilt lesen, dazu wurde bereits viel gesagt.
 
E

ExitUser

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Hallo,

eine Frage:
Ich fahre seit ein paar Wochen als Berufskraftfahrer im internationalen Fernverkehr. Festgehalt etwa 1200 Euro, dazu etwa 500 Euro Spesen. Vorher Hartz4-Bezieher. Meine Frau ist erwerbslos, ein Kind hab ich auch, daher dachte ich, bin ich jetzt eben Aufstocker.
Aber Pustekuchen! Arge sagt mir, die Spesen sind Einkommen, deshalb kein Anspruch mehr auf ergÀnzendes Hartz4.
Schau also im Netz nach, und finde verschiedene Urteile, manche sagen, Spesen sind Einkommen, manche sagen das Gegenteil.
Was soll denn nun gelten?
Mensch, ich bin mit meinen Laster auf Rastplatzfutter angewiesen, kann nicht mal eben mit dem Sattelzug am Supermarkt halten und billig einkaufen! Dazu noch ParkgebĂŒhren auf Autohöfen, Dusch- und ToilettengebĂŒhren und so weiter.
Was kann ich denn nun tun?
Schonmal gut, dass ich hier das noch gesehen habe.

In keinem Fall darf das Jobcenter bei einem Fernfahrer im Fernverkehr die Spesen anrechnen, um Gottes Willen!


Spesen eines berufskraftfahrers im Fernverkehr gelten nicht als Einkommen. Das vorab!!!!!!
 
E

ExitUser

Gast
Ich weiß nicht, was du jammerst. Abends nach der Fahrt im Truck noch 5 Minuten zum Belege ablegen und Feierabend. Dazu kannst 'n Bier zischen und dann in die Koje krabbeln. Konsequent jeden Abend und am Monatsende sind ein paar EUR zusĂ€tzlich in der Kasse.

Wo ist jetzt das Problem? Lass es sein und jammere:icon_neutral:, aber dann nerv hier nicht rum oder pack es an:icon_klatsch: und nimm die Hinweise, die du hier kriegst.
Die Belege, die zu bekommen sind, die werden gesammelt. GrundsĂ€tzlich gilt aber, dass die Spesen nicht angerechnet werden vom JC. Am Monatsende ist auch kein zusĂ€tzliches Geld in der kasse. Ich bin echt geschockt, was hier fĂŒr eine Vorstellung vom Job eines Berufskraftfahrers herrscht. Und bitte, diesbezĂŒglich nicht mit mir streiten, wenn ich eine Sparte kennen, dann die Berufskraftfahrer-Branche. Mein eigener Mann ist BKFler im Fernverkehr!
Wirklich, ich zieh hier Links rein, damit ihr ĂŒberhaupt eine Vorstellung von einem BKFler bekommt.


Falls es hilft:

Zwangsvollstreckungsrechtlich gelten Spesen im ĂŒblichen Rahmen (= was der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer steuerfrei auszahlen kann) nicht als Einkommen bzw. sind unpfĂ€ndbar (§ 850a Nr. 3 ZPO).

Das kann man natĂŒrlich nicht unmittelbar mit dem SGB II vergleichen (und im Detail kenne ich mich damit auch nicht aus).

Was ich damit aber sagen will: Wenn Spesen schon im Steuerrecht und im Zwangsvollstreckungsrecht privilegiert sind, kann man doch evtl. damit argumentieren, dass dies auch im Bereich des SGB II angezeigt ist.

Vielleicht kann dazu jemand anders noch mehr sagen, war nur so ein spontaner Gedanke.
Das ist völlig richtig, Spesen sind beim einem Berufskraftfahrer priviligiert, weil sie gebraucht werden.
Die Fahrer sind teilweise eine, zwei Wochen draußen, mĂŒssen duschen, auf das WC, fĂŒr Rasthöfe sind GebĂŒhren fĂ€llig.
Selbst, wenn ein Fahrer fĂŒr die ersten Tage was zum Essen mitnimmt, muss er sich unterwegs Brot oder was auch immer holen.

1200 Euro Brutto, wer rechnet freiwillig nach, was Netto bleibt bei Klasse 3? Ich verrate es euch und ich ahne welche Firma das ist hier, 850-900 Euro. Die Arbeitsstunden im Fernverkehr sind im Monat 200 - 240 Stunden und mehr. Wer wußte es hier?


Hier mal Infos zum Berufskraftfahrer:
Ein Fernfahrer verbringt naturgemĂ€ĂŸ viel Zeit fern seines Heimatortes und ist oft auch am Wochenende von seiner Familie getrennt. Seine Touren werden oft nicht so geplant, dass der Fahrer vor Beginn des Sonntagfahrverbots wieder zu Hause ist. Er muss dann das Ende des Fahrverbots auf einem Parkplatz abwarten. Auch mĂŒssen die Fahrer vielfach bereits am Sonntag ab 22 Uhr wieder fahren, damit sie am Montag Morgen bei einem weit entfernten Kunden abladen können. Das bedeutet Nachtarbeit fĂŒr den Fernfahrer mit den damit verbundenen gesundheitlichen Problemen. Ein gestörter Tag-/Nachtrhythmus und ÜbermĂŒdung sind hĂ€ufige Ursachen von UnfĂ€llen, in die LKW verwickelt sind.
Mit der Entwicklung von Bord-Computern hielten ab etwa 1990 die elektronischen Errungenschaften in die LKW Einzug. Die Bundesregierung hatte damals einen Auftrag an Luft- und Raumfahrtindustrie fĂŒr das Nutzfahrzeug Überwachungssystem 2000 „NÜS 2000“ vergeben. Die Satelliten-Überwachung (GPS) eröffnet heute ganz neue Möglichkeiten im PC der Firma mit lĂŒckenloser Echtzeit-Kontrolle der LKW und der Fahrer.
Die einschlĂ€gigen Vorschriften[1] ĂŒber die Einhaltung bestimmter wöchentlicher zusammenhĂ€ngender Ruhezeiten (45 oder 24 Stunden) lassen offen, ob die Ruhezeiten an einem Wochenende oder unter der Woche gewĂ€hrt werden. Es ist oft nicht gewĂ€hrleistet, dass die 45-stĂŒndige Ruhezeit am Wochenende genommen werden kann. FĂŒr die Fahrer und ihre Familien ist es wichtig, dass die Ruhezeit am Heimatort und nicht an anderen Orten stattfindet. In § 10 Abs. 2 Bundesmanteltarifvertrag fĂŒr den GĂŒter- und Möbelfernverkehr (BMT Fern.) war geregelt, dass die Fahrer mindestens zwei Sonntage am Standort bzw. am Heimatort verbringen dĂŒrfen und Anspruch auf fĂŒnf zusĂ€tzliche Urlaubstage im Kalenderjahr haben. Die Geltung des Tarifvertrags ist jedoch bereits 1993 durch KĂŒndigung beendet worden. Er wirkt nur fĂŒr bestimmte, langjĂ€hrig beschĂ€ftigte Fernfahrer nach.
Wirtschaftliche ZwĂ€nge und ein harter Wettbewerb verleiten jedoch Transportunternehmer in der Praxis immer wieder dazu, Vorschriften ĂŒber Lenk- und Ruhezeiten zu missachten. Kosten- und Zeitdruck im Speditionsgewerbe werden nicht selten an die angestellten Fernfahrer weitergegeben, die sich wiederum aus Sorge um ihren Arbeitsplatz dagegen nicht zur Wehr setzen[2]. Aufgrund des stĂ€ndig zunehmenden Verkehrs ist die Parkplatzsuche auf Autobahn-ParkplĂ€tzen, -Rasthöfen und Autohöfen zunehmend schwierig geworden. Daraus ergibt sich eine erhöhte Unfallgefahr, wenn die Fahrer nach vergeblicher Parkplatzsuche trotz ÜbermĂŒdung zum Weiterfahren gezwungen sind[3]. Ein zunehmendes Problem ist auch der Diebstahl oder der Raub von Fahrzeug oder Ladung, wobei z.B. sog. „Planenschlitzer“ versuchen, Waren aus dem Laderaum zu stehlen[4]. Bewachte LKW-SicherheitsparkplĂ€tze sind kaum vorhanden und kosten ca. 25 Euro pro Nacht[5].

Reklame um Fernfahrer zu suchen


Der Beruf des Fernfahrers, KraftfahrzeugfĂŒhrers (Berufskraftfahrer) ist in der Entwicklung bei den sozialversicherungspflichtigen BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnissen (Berufsordnung 714) fĂŒr den Zeitraum von 1999 bis 2005 rĂŒcklĂ€ufig und im Jahr 2007 waren am 30. September 2007 ca. 792.000 Kraftfahrer angemeldet. Ein Drittel aller Berufskraftfahrer war 2007 Ă€lter als 50 Jahre und die HĂ€lfte war zwischen 35 und 49 Jahre alt[6]. WĂ€hrend im MĂ€rz 2007 von der Bundesagentur fĂŒr Arbeit noch 16.210 Kraftfahrer gesucht wurden, wurde ab Januar 2009 erstmals seit ca. drei Jahren wieder Fahrpersonal abgebaut.
Auf Grund der positiven konjunkturellen Entwicklungen in der Transportwirtschaft im Jahr 2008, gab es einen Zuwachs von rund 34.000 Kraftfahrern, so dass zum Stichtag 30. September 2008 knapp 803.000 Kraftfahrer beschĂ€ftigt waren. Infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise waren im Juni 2009 ca. 118.000 Kraftfahrer arbeitslos gemeldet, damit kamen gegenĂŒber dem Jahr 2008 nur rund 30.000 Kraftfahrer neu als Arbeitslose hinzu. Es gab 2009 ĂŒber 54.000 deutschen Transportunternehmer im GĂŒterkraftverkehr, davon 21 % bzw. 11.340 selbstfahrende Einzel-Unternehmer und 57 % Kleinstbetriebe[7]. BefĂŒrchtungen, das bis zu 5.000 Transportunternehmer insolvent wĂŒrden, hĂ€tte ein Verlust von ĂŒber 60.000 ArbeitsplĂ€tze bedeutet[8][9]. Nach der Erholung der Konjunktur ab Mitte 2010 wurden wieder verstĂ€rkt Fernfahrer gesucht. Fahrermangel verursacht grĂ¶ĂŸere Probleme als Maut oder Liberalisierung und als Hauptursache nannte Herr Hensel, Vorsitzender des Ausschusses fĂŒr Berufsbildung im BGL, die Überalterung des Fahrpersonals. „Wir rechnen daher auch bei verhaltener Konjunktur mit einem jĂ€hrlichen Bedarf von 25.000 bis 30.000 neuen Kraftfahrern alleine fĂŒr den gewerblichen GĂŒterverkehr“[10].


Fernfahrer



Wenn sie nicht wÀren, hÀttet ihr in den GeschÀften

weder Lebensmitteln, Tankstellen hĂ€tten kein Sprit, BauhĂ€user keine Verkaufsartikel, KrankenhĂ€user könnten nicht operieren, Verlage nicht drucken, die Liste lĂ€ĂŸt sich noch verlĂ€ngern.






 

sonne26

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Sieht also schlecht aus fĂŒr mich. :-(
Nein, die Firma ist in Niedersachsen.
1200 Euro sind erstmal ok, wenn man bedenkt, das ich AnfÀnger bin.
Ich muss nochmal etwas dazu schreiben.
1200 Euro Brutto Fernverkehr.

Auch ein AnfÀnger bekommt keine 1200 Euro Brutto.
Rechne dir doch mal die Stunden aus und ĂŒberlege dir mal,
was dir im Falle einer Arbeitslosigkeit noch zusteht.....
Der Arbeitgeber drĂŒckt bewusst seine Kosten und trĂ€gt es auf deinem
RĂŒcken aus. Ich wĂŒrde das dem Zoll melden.....
 
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sonne26 AW: Kraftfahrer: Spesen als Einkommen??
Zitat:
Zitat von Uher
Sieht also schlecht aus fĂŒr mich. :-(
Nein, die Firma ist in Niedersachsen.
1200 Euro sind erstmal ok, wenn man bedenkt, das ich AnfÀnger bin.


Ich muss nochmal etwas dazu schreiben.
1200 Euro Brutto Fernverkehr.

Auch ein AnfÀnger bekommt keine 1200 Euro Brutto.
Rechne dir doch mal die Stunden aus und ĂŒberlege dir mal,
was dir im Falle einer Arbeitslosigkeit noch zusteht.....
Der Arbeitgeber drĂŒckt bewusst seine Kosten und trĂ€gt es auf deinem
RĂŒcken aus. Ich wĂŒrde das dem Zoll melden.....
Wenn es die Firma ist, wie ich vermute, dann ist hier schon einiges im Gange. Leider findet sie immer noch Fahrer. Ich habe mit Uher Kontakt aufgenommen und kĂŒmmere mich drum.
 

ela1953

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Die Belege, die zu bekommen sind, die werden gesammelt. GrundsĂ€tzlich gilt aber, dass die Spesen nicht angerechnet werden vom JC. Am Monatsende ist auch kein zusĂ€tzliches Geld in der kasse. Ich bin echt geschockt, was hier fĂŒr eine Vorstellung vom Job eines Berufskraftfahrers herrscht. Und bitte, diesbezĂŒglich nicht mit mir streiten, wenn ich eine Sparte kennen, dann die Berufskraftfahrer-Branche. Mein eigener Mann ist BKFler im Fernverkehr!
Wirklich, ich zieh hier Links rein, damit ihr ĂŒberhaupt eine Vorstellung von einem BKFler bekommt.




Das ist völlig richtig, Spesen sind beim einem Berufskraftfahrer priviligiert, weil sie gebraucht werden.
Die Fahrer sind teilweise eine, zwei Wochen draußen, mĂŒssen duschen, auf das WC, fĂŒr Rasthöfe sind GebĂŒhren fĂ€llig.
Selbst, wenn ein Fahrer fĂŒr die ersten Tage was zum Essen mitnimmt, muss er sich unterwegs Brot oder was auch immer holen.

1200 Euro Brutto, wer rechnet freiwillig nach, was Netto bleibt bei Klasse 3? Ich verrate es euch und ich ahne welche Firma das ist hier, 850-900 Euro. Die Arbeitsstunden im Fernverkehr sind im Monat 200 - 240 Stunden und mehr. Wer wußte es hier?

Kraftfahrer werden nicht mehr so gut bezahlt, wie vor 30 Jahren. deshalb hat ein Bekannter auch aufgehört damit und fÀhrt jetzt Taxi. Einfach entspannter das Ganze, sagt er. Er war auch international unterwegs, vor einigen Jahren durfte ich ihn auch mal begleiten nach Spanien, England und durch ganz Deutschland. Schon damals hat er mich auf eine Firma hingewiesen, bei der die Fahrer immer zu zweit im Wagen waren, damit praktisch rund um die Uhr gefahren werden konnte. Die Fahrer kamen nicht aus Deutschland.

Der Vorschlag die Quittungen zu sammeln kann auch nur von Leuten kommen, die keine Ahnung haben vom Fernverkehr. Wer gibt mir ne Quittung, wenn ich in der Pampa von Spanien meine Klamotten in eine MĂŒnzwaschmaschine stecke? Wer gibt mir an der RaststĂ€tte in England eine Quittung fĂŒr einen Kaffee aus dem Automaten? Wobei in England das Duschen kostenlos war auf der RaststĂ€tte. Da konnte jeder duschen, auch der normale Mensch auf Urlaubsfahrt. (ALG II EmpfĂ€nger kön.ten da Geld sparen und duschen gehen) Ob das aber immer noch kostenfrei ist, weiß ich nicht.
In Deutschland war es vor 10 Jahren schon teuer und wurde noch angehoben. Zuletzt war acht Euro fĂŒr einmal Duschen schon normal.
Und kostenlose ParkplÀtze gibt es auf RaststÀtten gar nicht mehr.
Nur auf den ParkplÀtzen mit und ohne WC.
Sogar fĂŒrs Pinkeln muss bezahlt werden
Auch muss man erst mal verstehen, wie manche LĂ€nder die Kraftfahrer abzocken.
Der Bekannte hat in der Schweiz nach dem morgendlichen FrĂŒhstĂŒck an der Tankstelle auch sofort die Vignette gekauft. Kurz vor der Ausfahrt wurden alle Fahrzeuge angehalten. Der Bekannte und viele andere mussten Strafe zahlen wegen Nicht Einhalten der Ruhezeit. Er hat zwar das Fahrzeug nicht bewegt, aber er war fĂŒr den Arbeitgeber tĂ€tig als er die Vignette gekauft hat. Die Kauf-Zeit ist ja drauf vermerkt. Und das war arbeiten in der Ruhezeit.

Ach und noch was - hier wird sich oft darĂŒber beschwert, dass ein ALGII EmpfĂ€nger Ortsabwesenheit beantragen muss, dass er beobachtet wird usw.
Bei den Kraftfahrern ist das doch jetzt schon normal. Die Firma weiß immer, wo man gerade herfĂ€hrt. Da wird dann schon mal gesagt, dass man doch gerade drei Stunden Pause hatte und gefĂ€lligst weiter fahren soll.

Dass der LKW aber die ganze Zeit in Paris im Stau stand, u.a. weil dort gestreikt wurde, interessiert niemanden.
 
E

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Gast
Der Vorschlag die Quittungen zu sammeln kann auch nur von Leuten kommen, die keine Ahnung haben vom Fernverkehr. Wer gibt mir ne Quittung, wenn ich in der Pampa von Spanien meine Klamotten in eine MĂŒnzwaschmaschine stecke? Wer gibt mir an der RaststĂ€tte in England eine Quittung fĂŒr einen Kaffee aus dem Automaten? Wobei in England das Duschen kostenlos war auf der RaststĂ€tte. Da konnte jeder duschen, auch der normale Mensch auf Urlaubsfahrt. (ALG II EmpfĂ€nger kön.ten da Geld sparen und duschen gehen) Ob das aber immer noch kostenfrei ist, weiß ich nicht.
Das mit den Quittungen ist auch ein Witz. Sanifair 70 cent, MĂŒnzautomat, kommt dann ein 50 cent Bon raus, kann der Fahrer, wenn er sammelt, mal Kaffee trinken fĂŒr.
Duschen, MĂŒnzautomaten, zwischen 2.50 Euro - 4.50 Euro.
Autohöfe Standgeld, zwischen 10 und 15 Euro, manchmal als Verzehrgutschein.
Nirgendwo ist was kostenfrei!

Aber etwas VerstÀndnis habe ich ja hier. Wer mit dieser Branche nichts zu tun hat, hat falsche Vorstellungen hier von den Spesen. Hier wird gedacht, man könnte sie sparen.
Nein, das ist ausgeschlossen, die werden dringend gebraucht.
Folglich dĂŒrfen sie auch bei einem ALG II EmpfĂ€nger auf keinen Fall angerechnet werden . Gerade bei dem Verdienst von 1200 Euro Brutto dĂŒrfen sie nicht angerechnet werden. Sonst ist es im Endeffekt noch weniger als Exsistenzminimum.

Da hat hier wohl keiner nachgerechnet und das nicht bedacht.
 

WeeDeeWeeDee

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Nein, die Firma ist in Niedersachsen.
1200 Euro sind erstmal ok, wenn man bedenkt, das ich AnfÀnger bin.

@ Uher ...

Also selbst fĂŒr einen FahranfĂ€nger im Fernverkehr ist dieses Einkommen absolut nicht OK. Ich habe auch erst vor 4 Monaten angefangen und bekomme 1950 € plus 150 € PrĂ€mie und Spesen.

Höre dich mal um und versuche die Firma zu wechseln. Lasse dich aber nicht unter 1800 € drĂŒcken. Auch als AnfĂ€nger bekommst du mehr.

Nun zu den Spesen.

Spesen sind eine Freiwillige AufwandsentschÀdigung seitens des AGŽs. ZÀhlen somit nicht zum Einkommen.
Wie schon von anderen erwĂ€hnt, werden damit ParkplatzgebĂŒhren, ToilettengĂ€nge und sonstiges AUSGEGLICHEN.

Somit gehören Spesen NICHT zum Gehalt :icon_evil:


Greetz WeeDeeWeeDee
 
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