Kostenloses Probearbeiten im ALG 1 Bezug (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Species8472

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Guten Morgen!

Mein Sohn hat im Juli d. J. seine Schreinerlehre abgeschlossen und
wurde leider nicht übernommen, weil der Meister in 2018 den Betrieb
schliessen will. Kurz nachdem Sohnemann ALG. I beantragt hat, hatte
er einhen Unfall (Knie-op) und war bis Mitte Dezember AU.

Jetzt hat er sich erneut bei der afa gemeldet. ALG I läuft. Bei seiner
persönlichen Arbeitssuuche ist er auf ein Stellenangebot gestoßen,
hat sich dort beworben. Beim Vorstellungsgespräch wurde er mit
dem Thema Probearbeit konfrontiert. Er hat das Ansinnen des AG
nicht abgelehnt und bei der AFA angefragt, ob er das tun kann.
Die hat ihm die Probearbeit genehmigt, indem sie diese in eine
Maßnahme umgewandelt hat, mit Rechtsfolgebelehrung.
Nun hat der AG auf Nachfrage meines Sohnes heraus gelassen,
dass der AG keine Entlohnung für die Arbeit plant. Man müsse
doch zuerst prüfen, ob er den Lohn wert ist. Auch hat das mit
Schreiner nichts zu tun. Er ist eher eine Art menschliche
Abrissbirne, also handelt es sich eher um einen Hilfsarbeiterjob.
Im Gespräch mit Mitarbeitern ist heraus gekommen,
dass Probearbeiten in dieser Firma an der Tagesordnung ist.
Die Drecksarbeit wird von Probearbeitern erledigt, die dann
für Mindestlohn übernommen werden und meist in der Probezeit
wieder entlassen werden.

Mein Sohn möchte auf keinen Fall dort arbeiten und am liebsten
die “Maßnahme“ abbrechen. Wie ist eure Einschätzung dazu?
Was kann ihm seitens der AFA blühen?

Zu erwähnen ist noch, dass er im Sommer für ein Jahr
Travel&Work in Neuseeland machen möchte. Er will und muss
also arbeiten, um Geld zu verdienen. Vor allem weil er durch seine
OP schon vier Monate verloren hat.

Vielen Dank im voraus und liebe Grüße
Thomas
 

armwieinekirchenmaus

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Hallo Thomas,
zu der Thematik gibt es bereits mehrere Beiträge im Forum. Schau mal über die Suchfunktion.

Es ist sinnvoll alles schriftliche wie bspw. die Maßnahmezuweisung anonymisiert hier hochzuladen. Dann kann zielgerichtet geholfen werden und eventuel kann gegen die Probearbeit vorgegangen werden.

Gerne sind Zuweisungen mit einer RFB versehen, allerdings nicht mit einer Widerrufsbelehrung. Ggf. solltest Du/Ihr dennoch Widerspruch gegen die Zuweisung einlegen. Zwar wird der Widerspruch mit hoher Wahrscheinlichkeit abgeschmettert werden mit der Begründung, dass es sich um keinen Verwaltungsakt handele, sondern lediglich um eine vorbereitende Tätigkeit für einen Verwaltungsakt. Wenns gut läuft aber geht er durch.

Das Posotive: Diesbezüglich hat der Widerspruch im (ALG1) SGB III automatisch aufschiebende Wirkung, heiß konkret die Maßnahme wird ausgesetzt bis über den Widerspruch entschieden ist.

Leider missbrauchen einige AG das unentgeltliche (Probe)Arbeiten. Die Gründe dafür sind nachvollziehbar auch wenn es eine Sauerrei ist, denn dafür sollte ja bekanntlich die Probezeit dienen.

Dein Sohn hätte die Entlohnung direkt im Vorstellungsgespräch ansprechen müssen und dann den schlafenden Hund bei der AfA nicht wecken sollen.

Als was hat sich dein Sohn beworben?
Als was war die Stelle ausgeschrieben?
Nach meinem Gefühl her sollte diese ausgeschriebene Tätigkeit mit der Tätigkeit der Maßnahme zwingend übereinstimmen. Hilfsarbeiten sollten wohl nur bedingt darunter fallen.

Dein Sohn hat sich eigeninitiativ dort beworben. Möglicherweise könnte das der "Knackpunkt" sein und als Gegenargument dienen.

Eventuell könntet Ihr den AG telefonisch mal auf das Thema Mindestlohn ansprechen oder aber schriftlich. Aber Achtung: Petzt der AG das der AfA kann es zu einer Anhörung und Versuch eine Sperre auszusprechen wegen Ablehnung einer Maßnahme oder auch Arbeitsaufnahme.

Wie schnell soll den die Maßnahme beginnen bzw. wie viel Zeit ist noch?

//edit
Sollte die Maßnahme bereits laufen, ist ihm vielleicht etwas auf sein operiertes Knie gefallen und er sollte zum Arzt gehen?

Dabei fällt mir ein, auch unentgeltliche Probearbeiter müssen der Berufsgenossenschaft des AG gemeldet werden. Die meisten machen das wohl nicht :)
 
Zuletzt bearbeitet:

2wie Pech u Schwefel

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Man kann das Probearbeiten durchziehen und anschließend den Branchen üblichen Lohn vorm Arbeitsgericht einklagen.
Dies würde ich dem AG und dem Amt auch so mitteilen.

Wer sich der weisungsbefügnis eines AG unterwirft und Arbeitsleistung erbringen soll, weil sonst macht ein Probearbeit keinen Sinn der muss auch für sein Leistung entlohnt werden.
Der Zoll und die Krankenkasse interessieren sich bestimmt auch dafür.
 

Zeitkind

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Mein Sohn möchte auf keinen Fall dort arbeiten und am liebsten die “Maßnahme“ abbrechen. Wie ist eure Einschätzung dazu?
Es ließe sich gezielter einschätzen, wenn mehr Fakten auf dem Tisch liegen.
Wenn ja, welche schriftlichen Vereinbarungen wurden bereits mit dem AG getroffen?
Ggf. lassen sich in Formulierungen der Zuweisung noch Ansatzpunkte finden.

Hinweise zum ► Anonymisieren und ► Hochladen von Dokumenten.

Wichtig für den Einzelfall ist auch die Zeitspanne der vorgesehenen Probearbeit.
Alles, was über drei Tage hinausgeht, kann nicht mehr Einfühlungsverhältnis sein.

Wurde die Probearbeit noch nicht begonnen, kann gegenüber dem AG noch vor Antritt
ein Entgeltanspruch als Voraussetzung für zu erbringende Leistung geltend gemacht werden.
Dazu sollte man den AG möglichst nachweisbar um schriftliche Vereinbarung bitten.
Lehnt der AG ab, ist das ein wichtiger Grund, die Probearbeit nicht anzutreten.

Wurde die Probearbeit bereits begonnen, so sollte zwingend der gesamte Ablauf
sowie die geleistete Arbeit schriftlich dokumentiert werden,
um den Entgeltanspruch nach Ende der Probezeit gerichtlich durchzusetzen.
Auch hier kommt es auf den Einzelfall an:
Ratgeber DGB-Rechtsschutz meinte:
Unter Umständen kann bei mehrwöchiger Probearbeit sogar ein Beschäftigungsverhältnis entstanden sein.
Dieses endet dann erst, wenn der Arbeitgeber schriftlich mit einer zweiwöchigen Frist kündigt.
(Quelle:dgbrechtsschutz.de)
 

Species8472

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Vielen Dank für die Antworten!

Wir haben uns zwischenzeitich mit dem Amt geeinigt. Die Maßnahme wurde nach Rücksprache abgebrochen. Es wurde
auf eine Sperrzeit verzichtet. Entscheidend war hierfür der
"Bekanntheitsgrad" des Unternehmens bei der Afa!

:cheer2::peace:

Allen noch ein gutes neues Jahr 2018 und VIELEN DANK!!!

Gruß
Thomas
 

doppelhexe

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Bekanntheitsgrad des Unternehmens?
wahrscheinlich in der richtung, das die "maßnahmen" der AfA (im grunde unbezahlte praktika) generell nicht zur einstellung des LE führen, sondern in dauerschleife von der firma "eingefordert" werden...

es soll wirklich behörden (AfA/JC) geben, die dann keine staatl. finanzierten praktikanten mehr in entsprechende maßnahmen pressen...
 
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