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Kostenloser Anwalt als Hartzer ?

Status
Nicht offen für weitere Antworten.

Schorsch

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#1
Hallo,
ich habe gehört,daß man als Hartzer kostenlos einen Anwalt bekommt. Stimmt das ? Oder nur unter bestimmten Voraussetzungen ? Oder nur für bestimmte Fälle ?
Konkret geht es um eine Beleidigung, die Staatsanwaltschaft macht nichts, weil kein öffentliches Interesse vorliegt. Würde mir gerne einen Anwalt nehmen.
DANKE !!
 

Arania

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#2
Wenn Deine Anzeige nicht angenommen wurde, wird das Gründe haben die Dir mitgeteilt wurden, eine Anzeige wegen Beleidigung hat nichts mit öffentlichem Interesse zu tun, sondern ob Du dies beweisen kannst

Dazu wird Dir kein kostenloser Anwalt gestellt
 

Rounddancer

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#3
Nun, wenn Du den Täter anzeigst bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft,-
und letztere kein Verfahten eröffnet, oder es einstellt, dann kannst Du Widerspruch gegen die Einstellung erheben.
Aber: Beleidigungen, so sie nicht gegenüber Beamten geschehen, haben heute kaum Chancen zum Verfahren zu werden.

Da nutzt dann meiner Erfahrung nach auch kein Anwalt was.

Was den kostenlosen Anwalt angeht:
Es gibt das Beratungshilfegesetz, demzufolge kannst Du, wenn Du ein Rechtsproblem hast, und wenig oder nix verdienst, mit Deinem Einkommensbescheid zum Rechtspfleger am Amtsgericht gehen und den um Rat bitten.
Das kostet nix.

Oder Du kannst bei diesem Rechtspfleger einen Beratungshilfeschein erbitten,- dann einen Anwalt finden, der den Schein annimmt. Dem zahlste dann 10 EUR und der berät Dich.

Das kann Sinn machen, wenn z.B. Dein Alg II-Widerspruch abgelehnt worden wäre, etc.
Aber bei einer Beleidigung? Das ist Amtsgericht, Strafverfahren, Einzelrichter, da braucht niemand einen Anwalt, nicht mal der Beschuldigte. Und Du als Zeuge und Opfer erst recht nicht.

Das bedeutet schon den Beratungshilfeschein wirst m.E. da nicht bekommen, Prozeßkostenhilfe auch nicht, weil vermutlich gibts gar kein Verfahren wegen Geringfügigkeit. Zumal Du nur dann Kosten hättest, wenn Du als Nebenkläger aufträtest. Aber das macht bei ner Beileidigung kaum ein Mensch.

An Deiner Stelle würde ich den beleidiger entweder auch einen schietigen Hund heißen,- oder ihn fürderhin ignorieren.
 

Muzel

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#4
Du wirst zum Schiedsmann im Rahmen der freiwilligen Gerichtsbarkeit müssen.
 

Muzel

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#6
Beleidigung ist ein Privatklagedelikt nach § 374 Abs. 1 Nr. 2. StPO.
 

Arania

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#7
ach ja?

Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
 

Muzel

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#8
Sinn und Zweck des ganzen ist, dass der Staat sich aus privaten Streitereien heraus halten will.
 
E

ExitUser

Gast
#10
Erst geht es zum Schiedsmann. Wenn dort kein Frieden wieder hergestellt werden kann hast du die Möglichkeit vor Gericht zu gehen. Ob da der Anwalt dann nichts kostet wage ich aber zu bezweifeln.
 

Muzel

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#11
Bei mir hat der Schiedsmann ausgereicht. Und die 50 DM, die ich damals vorstrecken musste, habe ich auch wieder bekommen.
 

Schorsch

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#12
Alles sehr interessant, besten Dank !
Nur ist es so: bei Beleidigungen wird eben oft auf den Privatklageweg verwiesen. Deswegen der Anwalt.
Ganz klar sind mir die Antworten nicht.
Ich habe z.B. auch Ärger mit meiner Wohnung und bräuchte einen Fachanwalt. Kriege ich "Prozesskostenhilfe" oder nicht ?
Wie ist das ?
Kennt jemand verlässliche Quellen, wo das steht ?
 

Martin Behrsing

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#13
Es gibt darauf keine eindeutige Antwort. Geh zum Amtsgericht und beantrage einen Beratungsschein für einen Anwalt. Du musst allerdings das Problem schon gut vortragen müssen.
Seit ca. 1 1/2 Jahren ist allerdings in den Bundesländern, wo die CDU regiert der Zugang zu den Beratungssche9inen erheblich erschwert und wird kaum noch ausgestellt.
Also viel Glück
Alles sehr interessant, besten Dank !
Nur ist es so: bei Beleidigungen wird eben oft auf den Privatklageweg verwiesen. Deswegen der Anwalt.
Ganz klar sind mir die Antworten nicht.
Ich habe z.B. auch Ärger mit meiner Wohnung und bräuchte einen Fachanwalt. Kriege ich "Prozesskostenhilfe" oder nicht ?
Wie ist das ?
Kennt jemand verlässliche Quellen, wo das steht ?
 
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#15
@Martin
ich komm aus Bayern, du weißt, was das heißt :icon_twisted:
Denen genügt es, wenn man nachweist, dass man alleine nicht weiterkommt. Für nen Widerspruch kriegste sowas klar nicht, aber wenns dann ans gerichtliche geht, schon.
Ich frag mich, warum soviele keine Rechtschutzversicherung haben? Die kostet nicht wirklich soooviel und das ist es einfach wert!
Ich jedenfalls hatte noch nie Probleme, hatte nur einmal einen Beratungsschein gebraucht und selbst das wäre umsonst gewesen, da sie dann doch noch zugestimmt hatten (Klage wegen 15€ Fahrkostenerstattung).

@Rounddancer
Es gibt keine Beamtenbeleidigung!! Glauben nur viele. :icon_evil:
 
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