Kostenfreie Familienversicherung wurde abgelehnt. Was nun?

Lars1213

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Ich brauche dringend Hilfe.

Ich hatte vor meinem 23. Geburtstag einen Antrag auf kostenfreie Familienversicherung ohne Altersgrenze bei der AOK beantragt weil ich aufgrund meiner schweren Sozialen Phobien praktisch nicht mit und unter Menschen arbeiten kann. In der Tagesklinik wurde bei mir sowohl die Sozial Phobie, also auch eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Ich sollte sÀmtliche Unterlagen bei der AOK abgeben. Ich hatte zu der Zeit nur ein FachÀrtzliches Attest von meiner Psychologen (wo drin stand das ich aufgrund der aktuellen schweren Psychischen Verfassung nicht arbeiten kann) und zum Schluss ein Entlassungsbrief abgegeben. Das komplette Bericht der Tagesklinik soll erst spÀter bei mir eintreffen.

Die Tagesklinik hatte mir eine medizinische Reha vorgeschlagen in der ich in einer WG mit anderen Leuten fĂŒr 6-12 Monate leben soll! Was fĂŒr mich quasi unmöglich ist. Da ist 8 std unter Menschen zu arbeiten realistischer. Was ich nicht verstehe ist, die Therapeuten sagte, die sieht mich aktuell nicht in der Lage zu arbeiten weil ich schwere Soziale Phobien habe aber in einer WG mit anderen 24/7 fĂŒr 6 mind. Monate zu leben soll besser sein? Selbst in meiner Aufenthalt in der Tagesklinik war ich fast den ganzen Tag im Ruheraum oder wenn da besetzt war auf der Toilette eingesperrt. Weil ich es Psychisch unter Menschen nicht auf Dauer aushalten kann.

Ich habe aber heute schon den Schreiben von der AOK bekommen in dem unter anderem folgendes steht:
Sie haben die kostenfreie Familienversicherung ohne Altersgrenze aufgrund einer Behinderung beantragt. Diese können wir gemĂ€ĂŸ § 10 Abs. 2 Nr. 4 SGB V nur durchfĂŒhren, wenn die Behinderung dazu fĂŒhrt, dass Sie sich aufgrund der Behinderung nicht selbst unterhalten können und die Behinderung zum Zeitpunkt einer Familienversicherung bestand oder die Familienversicherung nur aufgrund einer Vorrangversicherung nicht durchgefĂŒhrt wurde.
Um prĂŒfen zu können, ob bei Ihnen die Voraussetzungen vorliegen, haben wir Unterlagen wie z.B. amtsĂ€rztliche oder fachĂ€rztliche Gutachten, Pflegegutachten, Gutachten ĂŒber eine erforderliche Betreuung, Feststellungsbescheide ĂŒber eine Schwerbehinderung, Entlassungsberichte von KrankenhĂ€usern oder Rehabilitationseinrichtungen und den Bescheid der deutschen Rentenversicherung ĂŒber die volle Erwerbsminderung angefordert.

Eingereicht wurde bei uns Ihr vorlÀufiger Entlassungsbericht und eine Àrztliche Bescheinigung der Tagesklinik. Am ... haben Sie uns mitgeteilt, dass sonst keine weiteren Unterlagen vorliegen.

IN DEM ENTLASSUNGSBERICHT VOM ... WIRD EINE MEDIZINISCHE REHA EMPFOHLEN. DIES IST EIN INDIZ DAFÜR, DASS EINE ERWERBSMINDERUNG VORLIEGT.
DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE FAMILIENVERSICHERUNG OHNE ALTERSGRENZE LIEGEN SOMIT LEIDER NIGHT VOR.

Wie zum Teufel ist die Empfehlung von der Tagesklinik zu einer medizinischen Reha, ein Indiz darauf das eine ErwerbsfĂ€higkeit vorliegt? Genau das ist eben mein Problem. Die Diagnose... SOZIAL PHOBIE! Wie soll ich Reha in einer WG mit 5-6 anderen Menschen fĂŒr ein halbes Jahr leben? Dann ist es realistischer fĂŒr mich arbeiten zu gehen. Da bin ich nur 8 Stunden am Tag unter Menschen. Aber das kann ich ja eben nicht. Ich muss mich dann in der Toilette verstecken. Das haben die Therapeuten der Tagesklinik auch anerkannt und hingeschrieben aber warum zum teufel empfehlen die mir etwas, dass fĂŒr mich ja eigentlich schon rein physikalisch nicht möglich ist?

Ich haben doch recht auf Widerspruch nicht war? Wie kann ich da genau widersprechen, damit ich erfolg haben kann? Ich brauche dringend RatschlÀge. Bitte.

Ich ĂŒberlege ernsthaft ein sehr freches Widerspruch zu schreiben. Mit Beispielen wie "Das ist so als wĂŒrde man jemanden der im Rollstuhl sitzt befehlen, aufzustehen und zu Fuß zu laufen, hat ja schließlich zwei Beine"
Behinderten Ausweis hin oder her. Man braucht fĂŒr die kostenfreie Familienversicherung o. Altersgrenze laut Gesetzt kein Behindertenausweis.
 

Kerstin_K

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Ich verstehe nicht, warum du meinst, in der Reha den ganzen Tag unter Menschen sein zu mĂŒssen. Auch in einer WG hat in der Regel jeder ein eigenes Zimmer, wohin er sich zurĂŒckziehen kann.
 

Liska

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Weshalb ist die Familienversicherung denn relevant?
Wenn du nicht studierst, besteht in der Regel ja Anspruch auf ALG II, da wird die Krankenversicherung ĂŒbernommen. Oder wohnst du bei deinen Eltern?

Und denk dran - wenn eine Behinderung vorliegt und diese die ErwerbsfÀhigkeit signifikant beeintrÀchtigt, gibt es relativ einfach auch Kindergeld. Wenn Familienversicherung, dann fast sicher Kindergeld - andersrum ists nicht ganz so einfach.
 

Buchfan

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Eine psychische Erkrankung ist kein Freifahrtschein sich auf unbestimmte Zeit zurĂŒckzuziehen, sondern die dezente Aufforderung der Natur, an Dir zu arbeiten, damit Du Sie ĂŒberwindet.. Weil Menschen Herdentiere sind, braucht es dazu Mitmenschen, wo Du Dich im Kontakt erfahren kannst.

Das haben die Therapeuten wohl auch erkannt und Dir deswegen den Vorschlag mit der WG gemacht. Also, ich finde die Idee gar nicht schlecht. Vielleicht mĂŒsste der Kontakt zu kĂŒnftigen Mitbewohnern schrittweise erfolgen. Einzug erst nach ausgiebiger Schnupperphase und Probewohnen, mag sein. Aber sich nur abkapseln macht unglĂŒcklich auf Dauer.

Wo die Angst ist geht es lang...
 

Lars1213

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Ihr habt ja recht. Nur so wie ich mich kenne, weiß ich das es nichts bringen wird und die Erfahrung mich sogar weiter einschrĂ€nken wird.
Die Schule hat damals auch dazu gefĂŒhrt das meine Lage immer schlechter wurde. Ich war im Grunde schon immer ein EinzelgĂ€nger auch im Kindergarten. Ich war aber viel Lebendiger und hatte am Anfang nicht so schwere Probleme unter Menschen zu sein obwohl ich nie Freunde hatte. je Ă€lter ich wurde und je lĂ€nger die Schule anhielt desto schlimmer wurde es. Dazu kamen auch Mobbing etc. etc. Ich habe mich nie daran gewöhnt mit den anderen Menschen zusammen zu kommen (auch nicht nach 11 Jahren Schule) sondern ganz im Gegenteil, ich habe diese Art und Weiße zu Leben immer mehr und mehr gehasst, je lĂ€nger es ging desto unertrĂ€glicher wurde es fĂŒr mich.
Allein wenn ich nur ein einfaches Artzt Termin habe, kann ich Nachts nicht wirklich schlafen. Weil ich dann wieder mit andern Menschen zusammen bin. Oder wenn ich ganz "einfach" irgendwo anrufen und reden muss.

Ich habe die Erfahrung gemacht: Die Sachen immer wieder zu tun um zu hoffen sich irgendwann mal daran zu gewöhnen, bewirkt ganz genau das Gegenteil bei mir. Ich schrÀnke mich immer mehr ein als mich zu öffnen.
In der Schule war ich auch immer unter Menschen. Und man hat gesagt nur wenn du unter Menschen bist wirst du dich daran gewöhnen und dir wird es nichts mehr ausmachen. Aber was ist passiert? Ich habe mich nicht langsam daran gewöhnt, sondern das Gegenteil ist passiert. Mir ging es am Anfang besser und die Schule hat mein Problem immer verschlimmert.

Das ist so als ob man jemanden, der ein Erdnuss Allergie hat, sagt: "Iss immer mehr ErdnĂŒsse, nur so wirst du dich schon irgendwann daran gewöhnen".

So in etwa sehe ich das auch bei mir mit meinem Sozial Phobie Problem. Aber alle Therapien zielen dazu, mich an die "ErdnĂŒsse" zu gewöhnen. Selbst Tagesklinik sollte dazu dienen, mich an die Menschen dort zu gewöhnen. Ich habe es versucht aber nicht geschaft es hat mir unterm Strich mehr geschadet. Ich habe es gehasst mich wieder in Toiletten zu verstecken. Aber ich konnte nicht anders. Ich habe sogar einmal versucht, einen ganzen Tag unten mit den anderen Mitpatienten zu sitzen... das war Psychisch die absolute Hölle fĂŒr mich!

Ich hoffe ich konnte meine persönliche Ansicht fĂŒr euch verstĂ€ndlich machen.

Wieder zum eigentlichen Thema:

Soll ich es mit dem Widerspruch zu dem AOK Brief erst gar nicht wagen?
Wie aber Bitteschön kommt die ZustĂ€ndige Person welches das Schrieben geschickt hat zu dem Kenntnis, dass wenn eine reha Vorschlag vorliegt, es ein Indiz dafĂŒr ist, dass ich ErwerbsfĂ€hig bin?
Wie zur Hölle ist sowas ein Indiz dafĂŒr, dass ich ErwerbsfĂ€hig bin? Gibt es dazu ein Gesetzliches Paragraph o.Ă€. ansonsten akzeptiere ich die Ablehnung des Antrages mit so einer Formulierung nicht.
 
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grĂŒn_fink

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Aus dem Zitat in deinem Ausgangsposting:
IN DEM ENTLASSUNGSBERICHT VOM ... WIRD EINE MEDIZINISCHE REHA EMPFOHLEN. DIES IST EIN INDIZ DAFÜR, DASS EINE ERWERBSMINDERUNG VORLIEGT.
DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE FAMILIENVERSICHERUNG OHNE ALTERSGRENZE LIEGEN SOMIT LEIDER NIGHT VOR.
Hervorhebung durch mich.

Im Text davor weist diene KK darauf hin, dass du lediglich einen Entlassbericht und eine Àrztliche Bescheinigung vorgelegt hast, um zu untermauern, dass du dich nicht selbst unterhalten kannst. Die KK wollte viel mehr Unterlagen haben, die du leider nicht hast.

FĂŒr mich selber stimmt das nicht, dass bei Vorliegen einer Empfehlung zur med. Reha ein Indiz fĂŒr eine Erwerbsminderung vorliegt, bestenfalls liegt hier eine GefĂ€hrdung derselben vor.
Die zweite Aussage, nĂ€mlich dass die Voraussetzung fĂŒr eine Familienversicherung ohne Altersgrenze nicht vorliegen, kann somit angezweifelt werden, weil die erste Aussage angezweifelt werden kann.
Das hilft dir allerdings ĂŒberhaupt nicht weiter.

Ich sehe hier den Versuch der KK, irgend etwas zu schreiben, damit etwas gemacht wurde mit deinem Antrag. Vielleicht soll das auch eine indirekte Aufforderung zur Rentenantragstellung sein, denn mit Rente bekÀmst du eventuell die KrankenkassenbeitrÀge bezahlt, wobei ich mir da bei deinem Alter nicht so ganz sicher bin, das wissen andere besser.

Nochmal die Frage: Mit welchem Erfolg wurde denn die Tagesklinik-Therapie abgeschlossen? Wieso die Empfehlung zur medizinischen Reha?
Scheint, dass du davor sehr viel Angst hast (genauso wie vor einer WG) und das nicht merkst, und dein Denken dadurch beherrscht wird. Nein, nix kann helfen..... garnix....
Jo, das kenn ich hier auch ganz gut, zumindest zeitweise. Aber genau da geht's lang, sonst kommt man nie vorwĂ€rts im Leben. (Hab deinen alten Thread noch vage im Kopf). Da wurde dir außerdem schon der Vorschlag gemacht, mal in dich zu gehen und zu schauen, ob eine VerselbsststĂ€ngigung deinen Krankheits- und auch Lebensverlauf eher gĂŒnstig beeinflussen könnte. Ganz nebenbei wĂ€re da bei dir ALG II möglich (was ja derzeit eher nicht möglich ist), und damit der KK-Beitrag in der TĂŒte.

In diesem Sinne, geh ich jetzt mal in meine KĂŒche meine Sachen erledigen und dann etwas zwischen die Kiemen zu bekommen.
 

Lars1213

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Ganz nebenbei wĂ€re da bei dir ALG II möglich (was ja derzeit eher nicht möglich ist), und damit der KK-Beitrag in der TĂŒte.
ALG II wĂ€re aufgrund meines alters (23) in meiner jetzigen Phase nicht möglich, erst wenn ich 25 bin, bilde ich eine eigene Bedarfsgemeinschaft wenn ich im Haus meiner Eltern lebe. Damit wenigstens dann die KK kosten kein Problem mehr darstellen. Ich hoffe ich verbessere mich bevor es so weit kommt. Aber fĂŒr den Fall der FĂ€lle wĂ€re das doch eine Möglichkeit nicht war?

Da muss ich mich korregieren. Mir ist beim abschreiben vom Brief ein Fehler unterlaufen. In dem Brief steht ErwerbsfÀhigkeit und nicht Erwerbsminderung.
Zitat: "
IN DEM ENTLASSUNGSBERICHT VOM ... WIRD EINE MEDIZINISCHE REHA EMPFOHLEN. DIES IST EIN INDIZ DAFÜR, DASS EINE ERWERBSFÄHIGKEIT VORLIEGT.
DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE FAMILIENVERSICHERUNG OHNE ALTERSGRENZE LIEGEN SOMIT LEIDER NIGHT VOR."

Und meine Frage ist, wie zum Teufel ist die Empfehlung zu einer med. reha ein Indiz dafĂŒr, dass eine ErwerbsfĂ€higkeit vorliegt?
 

Kerstin_K

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Und meine Frage ist, wie zum Teufel ist die Empfehlung zu einer med. reha ein Indiz dafĂŒr, dass eine ErwerbsfĂ€higkeit vorliegt?
Ganz einfach: Wenn Du (unbehebbar) erwerbsunfĂ€hig wĂ€rst, wĂŒrde man keine Reha vorschlagen, denn das wĂ€re rausgeschmissenes Geld.

Eine Reha dient der Wierherstellung oder dem Erhalt der ErwerbsfÀhigkeit.

Die KK meint, due sollst die Reha machen, dann kannst du arbeiten.
 

Lars1213

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Eine Reha dient der Wierherstellung oder dem Erhalt der ErwerbsfÀhigkeit.

Die KK meint, due sollst die Reha machen, dann kannst du arbeiten.

Ich wĂŒrde dieses med. Reha ja antreten WENN es keine WG wĂ€re in der ich da fĂŒr fast ein Jahr mit anderen wohnen muss.
Das ist das absolute Horror Szenario von allen Horror Szenarien.
Ich habe gefragt, ob ich da ein eigenes Wohnraum bekommen kann ohne andere Menschen die mit mir wohnen, aber das wĂ€re nicht nicht möglich. Deshalb habe ich diese WG Reha Vorschlag abgelehnt, weil ich es nicht fĂŒr mich persönlich als machbar gehalten habe. Ich wĂŒrde es da beim besten Willen einfach nicht aushalten können! Das ist genau diese "Erdnussallergiker mit ErdnĂŒssen verfĂŒttern um ein Gewohnheits Effekt zu erreichen" Methode. Es funktioniert nicht, dass kann ich aus meiner Schulerfahrung berichten. Ich musste genau deswegen die Schule und meine Ausbildung abbrechen, weil ich es nicht ausgehalten habe. Und das war nicht 24/7 wie es bei einer WG der Fall wĂ€re. Da wĂŒrde ich mir gleich selbst den Strick geben.

Ich habe eine Psychische Behinderung und bin deshalb nicht ErwerbsfĂ€hig, deshalb brauche ich UnterstĂŒtzung damit meine gesetzliche verpflichtende Krankenversicherung gezahlt wird.
Was kann ich jetzt machen? Soll ich dem Bescheid vom AOK mit der oben genannten BegrĂŒndung widersprechen? Das ich die Reha eben aus diesem Grund nicht antreten kann?

Wie soll ich vorgehen?
 

Buchfan

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Ich wĂŒrde das tun, aber gleichzeitig solltest Du eigene VorschĂ€ge/ Ideen unterbreiten. Vielleicht fĂŒhrt das ja dazu, dass man Deine WĂŒnsche respektiert. Ausserdem gibt es ein gutes GefĂŒhl, in die Offensive zu gehen statt Ă€ngstlich darauf zu warten, was jetzt schon wieder kommt.
 

grĂŒn_fink

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Ach so, da war ich wieder mal die Letzte, die den Schreibfehler nicht bemerkt hat.....

Mal blöd gefragt: Der Vorschlag von der Klinik, geht es da um eine therapeutische WG?
(Ich kenne als medizinische Reha nur stationÀre Therapien in den Rehakliniken der DRV)
Ich erinnere mich, dass das Thema betreute oder therapeutische WG mal im Raum stand, damit du ALG II bekommen kannst und damit weiter krankenversichert bist. Von dort aus könnte man verschiedene Sachen anleiern wie Reha, Rente, eigene Wohnung und so. Das war ein Vorschlag und kein Muss.

Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, bei der Krankenkasse darauf zu bestehen, weiterhin kostenlos famielienversichert zu sein, wenn die schon davon ausgeht, dass dir nicht einmal eine Rente zusteht (Stand momentan). Wohl eher nicht.
Ob deine Familie begeistert davon ist, fĂŒr dich den Beitrag abzudrĂŒcken, bezweifle ich ebenfalls, besonders jetzt in dieser Lage.
Seit diesem Jahr hat sich allerdings geĂ€ndert, dass das Elterneinkommen bei Sozialhilfe meistens unberĂŒcksichtigt bleibt. So kĂ€mst du auch zur Krankenkasse. Voraussetzung wĂ€re eine Begutachtung.
Welche Möglichkeiten siehst du denn selber noch, damit die Krankenkasse an ihr Geld kommt? Was könnte realistisch sein?

Selbsthilfegruppenbesuch gestaltet sich derzeit schwierig, die meisten treffen sich wegen Corona nicht.

Nicht dass jetzt etwas falsch ankommt:
Das Thema Ärzte, Therapien und psychsiche Krankheit ist bei mir eher ein sehr unglĂŒckliches.
Krebserkrankung des Vaters kenne ich ebenfalls mit Anfang 20.
Nur war ich damals sowohl lebenstechnisch als auch krankentechnisch in einer anderen Lage, und es war noch eine einfachre Zeit.
 

Lars1213

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Mal blöd gefragt: Der Vorschlag von der Klinik, geht es da um eine therapeutische WG?
(Ich kenne als medizinische Reha nur stationÀre Therapien in den Rehakliniken der DRV)
Ich erinnere mich, dass das Thema betreute oder therapeutische WG mal im Raum stand, damit du ALG II bekommen kannst und damit weiter krankenversichert bist. Von dort aus könnte man verschiedene Sachen anleiern wie Reha, Rente, eigene Wohnung und so. Das war ein Vorschlag und kein Muss.

Es ist eine Einrichtung, in dem man nicht wie bei einem ĂŒblichen Reha Klinik in so einem Art "Krankenhaus Zimmer" alleine ist und neben an eine Dusche und Toilette hat. Das wĂŒrde ich sofort akzeptieren. Aber leider ist es eben nicht so. Man muss in einem Haus mit anderen Mitpatienten wohnen. Wie in einet richtigen WG. Man hat da ein Bezugsperson und man bekommt einen Stundenplan und macht mal Sport und dann mal dies mal das zusammen. Also so Ă€hnlich wie die Tagesklinik nur noch viel schlimmer fĂŒr mich, weil man da ca. 1 Jahr lang leben muss in einem Haus mit anderen Menschen.
Das halte ich niemals aus. Ich glaube da wĂŒrde ich sogar auf Selbstmordgedanken kommen.
Aber da die Tagesklinik dieses Vorschlag mit der med. Reha in meinem Entlassungsbrief geschrieben hat, wars das wohl mit meiner Chance auf die kostenfreie Familienverischerung fĂŒr Behinderte.
Dieses Vorschlag allein hat der AOK ausgreicht, mich als ErwerbsfÀhig einzustufen.
Ich versuche dennoch mal verzweifelt zu widersprechen.


Hast du eien Arzt, der BestÀtigen kann, dass du diese Reha nicht machen kannst?

Wenn mein Hausarzt es bestÀtigen kann, dass ich Aufgrund meines Problems nicht dieses "WG Reha" machen kann. Wird das dann von der AOK akzeptiert und ich habe dann doch noch einen Anspruch?
 

liriel

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Hej Lars1213,
hast du denn zwischenzeitlich endlich einen Antrag auf Feststellung eines GdB gestellt?

Wir hatten dir in einem deiner letzten Threads schon deutlich dargelegt, dass das vermutlich der einzige Weg sein kann, die Familienversicherung aufrecht zu erhalten.
 

grĂŒn_fink

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Das ist also so eine stationÀre Langzeittherapie, von vornherein auf 1 Jahr ausgelegt.
Hm wenn das nix fĂŒr dich ist, muss man weiter schauen.
Ich persönlich habe gerade den Eindruck, dass es zuhause in dieser Situation fĂŒr dich zu belastend werden könnte und zu schwer.

Wann wurden denn zuletzt deine KK-BeitrÀge gezahlt und von wem?
Man kann versuchen, bei der KK Widerspruch einzulegen. Dann hat man Luft fĂŒr weitere Planungen.

Mir fÀllt gerade der alte Spruch ein:
Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.
 

Aras

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Solange du jede halbwegs sinnvolle Therapie mit den Worten "So wie ich mich kenne... " ablehnst, wird sich gar nix Àndern.

Therapie tut weh, man muss seine Comfortzone verlassen, um was zu erreichen.

Mit einer psychischen Erkrankung hat man das meiste selbst in der Hand. Sei froh, dass du kein Krebs hast oder ne neurologische Erkrankung. Soziale Phobie und die ganzen Sachen, die da dran hĂ€ngen, kriegt man durch Übung in den Griff. Und das ziemlich gut. Aber man muss es wollen. Vermutlich gibt's auch Ursachen, du schreibst Mobbing (was ich auch kenne), da muss man hinschauen und einen Umgang mit finden.

Du kannst natĂŒrlich auch auf dem Sofa hocken bleiben und in Selbstmitleid zergehen. Dann wirst Du mit 70 auf ein Leben zurĂŒckblicken, in dem du nichts zustande gebracht hast.

Und ja, ich weiß, wovon ich rede.

Als Teenager war mir klar, dass ich zum Überleben zu Hause weg muss und dort keine Hilfe zu erwarten habe, im Gegenteil. Mein ganzes Leben bestand aus Therapie, ich habe einen gdb wegen psychischer Erkrankung, hab viel Zeit in der Psychiatrie verbracht und noch viel mehr in ambulanten Settings. Es gab Fortschritte, es gab RĂŒckschritte, es wird nie ein Leben sein, das jemand mit anderen Startbedingungen hat. Aber ich habe immer gewollt und nie aufgegeben, auch wenn ich zwischendurch auf der BalkonbrĂŒstung im 9. Stock meiner Wohnung stand. Und die Arbeit endet auch nie.

Ich habe zwei Ausbildungen und bin inzwischen unbefristet bei einer Behörde beschÀftigt. In der Leistungsabteilung des JC, wo ich selbst mal "Kunde" war.(*) Das ist das Zwischenergebnis eines Prozesses, der zwischen der ersten Therapiestunde und dem heutigen Tag 20 Jahre andauert.

Also beiß die ZĂ€hne zusammen und geh durch die Scheiße durch. Es geht. Und es lohnt sich. Das Leben ist nĂ€mlich irgendwie doch ziemlich schön.




(*) Bitte nicht hauen, ich bin eigentlich ganz nett.
 

Lars1213

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Ich hoffe ich bin hier richtig. Ich suche verzweifelt nach Hilfe.

Ich arbeite seit ca. 1 Woche im AEMP und habe seit dem ersten Tag an unertrĂ€glich starke RĂŒckenschmerzen. (Das ist mein erster richtiger Job) Das ist bei mir schon immer so gewesen, wenn ich lange stehen und auch lange sitzen muss. Deshalb liege ich die meiste Zeit wenn ich zuhause bin.

Ich kann dieses Job jetzt auch nicht einfach hinschmeißen, weil auf der einen Seite meine Eltern mit mir ein kurzes Prozess machen wĂŒrden und mich einfach vor die TĂŒr setzten wĂŒrden und ich da draußen keinen einzigen Menschen kenne außer meinen Eltern. Und auf der anderen Seite wĂŒrde sowieso das Arbeitsamt und die AOK druck machen (mĂŒsste mich selber wieder mit 200€ im Monat verischern obwohl ich das Geld einfach nicht habe) Mein Vater hat das ein paar Monate lang geduldet aber auch er ist Arbeitslos geworden (Firma Pleite)

Mir wird ĂŒbel von den ganzen Schmerzmittel, ich kann nicht stĂ€ndig Schmerzmittel schlucken. Ich bekomme davon Herzrasen und Magenbeschwerden. Anderseits kann ich diese höllischen RĂŒckenschmerzen nicht lĂ€nger ertragen. Ich werde langsam depressiv und ĂŒberlege mir das Leben zu nehmen wenn ich einfach kein Hilfe erhalte.
Ich war Anfang dieses Jahres in der Tagesklinik fĂŒr 3 Monaten aber gebracht hat das mir gar nichts.
FĂŒr die ist das einzig wichtige, dass man einfach wieder arbeiten gehen muss. Anstatt das Problem an sich zu lösen. Mir fĂ€llt auch kein Beruf ein, wo man die meisten Zeit flach auf dem RĂŒcken liegend arbeitet. Nach 3 Stunden stehen oder sitzen treten diese schmerzen wieder auf.

Wenn ich kĂŒndige, dann habe ich kein Geld meine Krankenversicherung zu bezahlen und wenn ich so weiter arbeiten muss, bringe ich mich irgendwann selber um weil ich diese Schmerzen einfach nicht mehr ertragen kann.
Ich habe noch das GlĂŒck das ich bei diesem Job nichts schweres Tragen muss, nur das stehen an sich verursacht das Problem.

Kann ich nicht aufgrund dieses Problems irgendwie einen dauerhaften ArbeitsunfÀhigkeitsbescheinigung bekommen oder sowas Àhnliches? Wie und wo soll ich so arbeiten können?
 

ZynHH

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Wie alt bist du, das du kein ALG 2 beantragen kannst und damit Krankenversicherung hÀttest?
Bist du ĂŒber 23 aber unter 25? Warum greift die Familienversicherung nicht mehr?

Was ist mit deinem RĂŒcken los? Hast du auch psychische Erkrankungen? Bei was fĂŒr Ärzten bist du in Behandlung?


weil auf der einen Seite meine Eltern mit mir ein kurzes Prozess machen wĂŒrden und mich einfach vor die TĂŒr setzten wĂŒrden
Dann könntest du aber ALG 2 beantragen und dir eine eigene Wohnhng suchen.
 

Woodruff

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Hallo ZynHH,

es gibt eine Vorgeschichte (bzw. mehrere Vorgeschichten)!

 
Zuletzt bearbeitet:

grĂŒn_fink

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Du solltest mal zum Hausarzt gehen, dass der den RĂŒcken mal anschaut. Bei unertrĂ€glichen Schmerzen spielt die Psyche beim Schmerzempfinden mit herein, oder es hat sich etwas verklemmt, was wieder eingerenkt gehört, jedenfalls meistens. Manchmal ist man da paar Tage nicht arbeitsfĂ€hig, wegen RĂŒcken.
Bei mir war mal die Lösung: eine Spritze, einmal einrenken und paar Tage viele Tabletten, dann wars fast wieder gut. Der Rest wurde von alleine wieder.

Mein Rat ist außerdem, daheim auszuziehen, damit du dem Stress nicht mehr ausgesetzt bist. Du könntest betreutes Einzelwohnen beantragen, da hast du einen Ansprechpartner und Hilfestellung. Das machen einige Leute, und denen hilft das.
 
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