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Kostenfrage bei Unterbringung im Pflegeheim

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ladydi12

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#1
Hallo zusammen,

im Zusammenhang mit diesem Thema hier ergeben sich für mich noch weitere Fragen und zwar wegen der Kosten für eine dauerhafte Unterbringung im Pflegeheim.

Vorrausgesetzt, daß meine alte Dame eine Pflegestufe erhält, und wir sie dennoch in ein Pflegeheim geben müssen, möchte ich von euch gerne wissen, was für Kosten für mich und meine Schwester im Monat auf mich zukommen, könnten in welcher Kostenhöhe sich die Krankenkasse zu beteiligen hat und ab wann sich das Grundsicherungsamt "einschaltet". Meine alte Dame hat eine Rente von maximal knapp unter 1000€ (genauer sind es ca 950€ monatlich an Rente), Ersparnisse liegen bei ihr weit unter 2500€, ich bin selber Hartz4 (Höhe ca. 670€ all inclusive) und Schulden, einziges geregeltes Monatseinkommen haben meine Schwester und mein Schwager (Höhe unbekannt plus Belastungen für eigenes Haus, Höhe auch hier unbekannt, Kindergeld und Hauszuschüsse ebenfalls keine Ahnung ob sie die erhalten). Ich hoffe, daß diese Angaben für eine ungefähre Berechnung reichen und ihr mir hier helfen könnt.

Ich sage, wie immer, vorab schonmal ganz lieb danke schön und
liebe Grüße

ladydi12
 

alvis123

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#2
Hi...
Im Normalfall zahlt die Dame selbst. Wenn das Geld nicht reicht, müssen die Kinder ran. Für die Kinder gibt es aber Freibeträge, die ein ALGII-Bezieher nie erreicht.
Je höher die Pflegestufe, desto teurer wird der Heimaufenthalt, da das Heim ja die Pflegeleistungen erbringt.
Also wird der Fehlbetrag vom Sozialamt übernommen werden müssen.
MfG
 

ladydi12

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#3
Hallo alvis,

so ähnlich habe ich es mir schon gedacht, nur wollte ich allerdings gerne einigermaßen konkrete Zahlen haben (oder www-Links dazu) dennoch danke schön.

meint ladydi12
 
E

ExitUser

Gast
#4
hallo ladydi12,

selbst die freibeträge für deine schwester sind in diesem falle sehr hoch. haus ist geschützt, vermögen ebenfalls weit über der höhe von alg2.

das sozialamt würd zwar prüfen, würde mir ber keine all zu großen sorgen machen. übrigens bekommen pflegeheime viel schneller und besser eine pflegestufe durch, weiß der teufel warum.

was ein weg wäre, wenn du deine alte dame selbst versorgen möchtest, wäre: zeitweilige unterbringung im pflegeheim (glaub mir die bekommen die Pflegestufe durch) und dann wieder nach hause holen. die häusliche pflege kann der MDK ja dann nur schwerlich versagen. ist zwar ein holperiger weg, aber wenn du ihr unbedingt die würde geben willst zuhaus zu sein, und du es dir zutraust, wäre das ein weg. auch für die pflegekasse gilt, häusliche und ambulante pflege vor unterbringung!

es ist schwer, ich würd es immer wieder tun, hab mich auch für diesen weg entschieden, ob ich einen nervenzusammenbruch hab merk ich schon gar nicht mehr. ich weiß nur eines: jeder tag ist etwas besonderes. ausserdem hab ich seit ich kind war, nie mehr soviel spaß beim "mensch ärger dich nicht" spielen gehabt. ist eine erfahrung für sich. für beide seiten ein gewinn.

liebe grüße von barbara
 

alvis123

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#5
Hi, Ladydi...
mit aktuellen Zahlen kann ich leider nicht dienen, weil es bei Vater und Mutter schon ein paar Jahre her ist. Auch kosten die Pflegeheime unterschiedlich.
Die Freibeträge erfährst Du beim Sozialamt.
MfG
 

Muzel

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#6
Frettchen, dass Pflegeheime einfacher ihre gewünschte Pflegestufe genehmigt bekommen, liegt an der besseren Dokumentation. Die Heime kennen sich halt besser aus, was die Kasse bezahlt und deshalb sind sie einer Privatperson deutlich überlegen. Wenn das Heim aufschreibt, 5 mal Toilettentraining, geht der Gutachter eben davon aus, dass der Patient in Begleitung einer Schwester 5 mal an dem Örtchen war. Solche Verordnungen kann der Privatmann schon gar nicht aufschreiben.
 

Rounddancer

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#7
Also ich hab, bzw. hatte das Problem gerade, bzw. kürzlich.
Und da kam heraus, daß da das Sozialamt einspringt,- einspringen muß, wenn Rente, bzw. Grundsicherung nicht reicht.

Eigenes Vermögen des Pflegebedürftigen wird herangezogen. Aber Kinder haben jeweils einen Freibetrag von 100.000 EUR/Jahr, soviel dürfen sie jährlich verdienen, bevor sie zur den Pflegeheimkosten herangezogen werden.

Übrigens, ein Tip von Betroffenem zu Betroffener:
NICHT alles versuchen, um, wenn der Übergang ins Pflegeheim eh unvermeidbar ist, vorher die Pflegestufe noch so hoch wie möglich zu bekommen. Nein, mit der niedrigstmöglichen Pflegestufe ins Heim geben,- dann ist auch der Eigenanteil des Pflegepatienten niedriger.
Wenn dann das Pflegeheim meint, es bräuchte unbedingt eine höhere Einstufung, weil der Pflegebedarf höher ist, dann holen die sie sich schon selbst.

Was die Pflegesätze betrifft, so hat die fast jedes Pflegeheim mittlerweile in nem Flyer, und sehr oft auch auf deren Webseite.
Noch etwas: Seit einiger Zeit ist ja der Europäische Standard das Einzelzimmer,- aktuell ist jedoch unter Selbstzahlern -aus wirtschaftlichen Gründen- Sparmaßnahme angesagt. Das heißt, es gibt viele Selbstzahler in den Pflegeheimen, die -um die rund 3,50 Euro pro Tag, die ein Einzelzimmer mehr kostet, als ein Bett im Doppelzimmer zu sparen - einen Platz im Doppelzimmer nehmen. Da aber neugebaute Heime fast nur noch Einzelzimmer haben,- sind bei älteren Heimen nun oft die Betten in den Doppelzimmern, die eigentlich für Sozialfälle gedacht waren, von Selbstzahlern belegt. Das steigert die Chancen für Patienten, die ins Pflegeheim kommen, und deren Rente nicht zur Deckung des Eigenanteils ausreicht, ein Einzelzimmer zu bekommen.

Krankenhäuser und Pflegeheime können die "Schnelleinstufung" nutzen, wenn es darum geht, eine Pflegestufe zu bekommen, bzw. zu erhöhen.
 

Logan

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#8
Wie es den der Fall bei Geschwistern? Werden die Brüder oder Schwestern auch heran gezogen?
 

Muzel

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#9
Nach § 1601 BGB sind nur Angehörige in der geraden Linie untereinander verpflichtet sich untereinander Unterhalt zu gewähren.
Hallo Rounddancer, mit deinen Betrag hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Heime wollen das Knopfdrücken der Fernbedienung am Fernseher noch bezahlt wissen und da hilft die Pflegestufe 1 wenig.
 

ladydi12

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#10
Hallo zusammen,

da es bei meiner alten Dame inzwischen leider traurige Neuigkeiten gibt, hole ich das Thema hiermit nochmal hoch.
Meine alte dame hat ja, wie ihr wißt, das ganze alphabet an Krankheiten und ich hatte ja auch eine Klage beim Sozialgericht auf Zuerkennung einer Pflegestufe leider verloren, da sich der Richter immer noch auf die Gerichtsgutachterin, die uns ja leider nur 42 minuten/Tag für die Grundpflege zuerkannte und meine Einwendungen auch ignoriert wurden beruft. Da meine Mum allerdings vor der Gerichtsverhandlung, die Ende Oktober stattfand, einige Tage stationär im Krankenhaus war (und ich dem dortigen Sozialdienst und den ärzten mein leid klagte, sie wurde daraufhin fast auf Herz und nieren untersucht, u.a. wegen rapidem Gewichtsverlust) erhielt sie dann von der Krankenkasse "gnädigerweise" Pflegestufe 1 nach dem landespflegegesetz vorübergehend, bis neue begutachtung stattfindet. Diese hat sie bis jetzt noch und sie war auch zwischenzeitlich wieder einige Tage zuhause.

Nun kam aber am 03.11.09 der absolute Oberhammer in Form eines sehr heftigen Schlaganfalles (der Schlaganfall ging in die linke Gehrinhälfte rein, sie kann nicht mehr sprechen, ebenfalls nicht mehr schlucken und auch nicht mehr laufen) und ich mußte sie per Haus- und sogar Notarzt (Hausarzt war erst da und als ich meinen Verdacht auf Schlaganfall äußerte, schrieb er mir auch sehr zügig eine Einweisung, danach rief ich dann den Notarzt über 112) erneut allerdings in ein anderes Krankenhaus geben, in dem sie bis jetzt noch liegt. erneute vorläufige Anerkennung auf Pflegestufe ist auch wieder durch die Krankenkasse gewährt worden, diesmal sogar für einen Heimpflegeplatz, denn so wie es nach meinung der Ärzte aussieht, wird sie auf lange Sicht gesehen in ein Pflegeheim müssen, da ich alleine die pflege nicht mehr stemmen kann und sie rund um die Uhr jemanden braucht, der für sie da ist, ich kann sie also nicht mehr groß alleine lassen.

Nun habe ich noch einige weitere Fragen dazu.
Sie bezieht ca 970€ Rente, ist per Erbengemeinschaft an einem Grundstück mitbeteiligt, auf dem allerdings ca mindestens 50000€ Anwaltskosten und Steuern drauf sind bzw. bei Verkauf anfallen werden. Ich selber habe den Hartz4- Satz von ca 670€ monatlich, sowie ebenfalls Verbindlichkeiten von ca 20000€ und eine Kontenpfändung einschließlich eines Offenbarungseides laufen. Bei meiner Verwandschaft sieht es in etwa ähnlich aus (eigenes Haus, bis unter den Dachgiebel verschuldet).
Meine Fragen dazu: Muß das Grundstück angegeben werden, wenn für sie die Kostenübernahme beim Grundsicherungsamt (Pflegewohngeld etc.pp.) beantragt werden muß (wie ihr euch sicher denken könnt, habe ich vor diesem Schritt regelrechte Angst, da auch ich in der Erbengemeinschaft mitdrinhänge und ich nicht weiß ob und wie sich das Hartz4- Amt und das Grundsicherungsamt miteinander austauschen).
Wie sieht das weiterhin mit dem Einnahmen und Ausgaben meiner Verwandschaft aus? Muß mein Schwager dazu (obwohl er nicht in direkter Linie mit ihr verwandt ist) Angaben zu seinem Einkommen machen?

Lieben dank vorab sagt

ladydi12
 

Rounddancer

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#11
Im Leitfaden Alg II/Sozialhilfe steht, daß, im Gegensatz zum Sozialamt das Grundsicherungsamt nichts an Elternunterhalt von den Kindern kassieren könne.

Also brauchst Dir erstmal keine Sorgen zu machen denke ich.

Guck ruhig, daß Deine Mutter in ein Pflegeheim kommt,- und Du wieder etwas Luft bekommst,- sonst bist Du noch pflegebedürftiger als Deine Mutter.
Alle Fragen kann Dir der Sozialdienst des Krankenhauses beantworten, oder die nötigen Kontakte zu denen herstellen, die das tun können.

Das Pflegeheim für meinen Vater (zum Sterben) hat der Krankenhaus-Sozialdienst herausgesucht,-
und bei der Suche nach dem Kurzzeitpflegeplatz für meine Mutter (die derzeit nach einem Sturz mit kompliziertem Kniescheibenbruch einen Monat in Kurzzeitpflege (ohne Pflegestufe, also Selbstzahlerin) "parken" muß, bis sie am 26.11. zur Reha abgeholt wird) half mir die städtische Stelle, die hier in Stuttgart für das Leben n Stuttgart im Alter zuständig ist,- die kriegen alle (normale, wie Kurzzeit-Pflegeplätze von den Heimen gemeldet, und haben noch besonderen Zugrif auf Plätze in Heimen, die einen städtischen Zuschuß bekommen.
Ging problemlos und freundlich.

Ach ja: Habt Ihr rechtzeitig daran gedacht, eine Patientenverfügung plus -vollmacht und Betreuungsverfügung mit Deiner Mutter zu machen?
Wenn ja, dann brauchen sowohl Krankenhaus, wie Arzt und Pflegeheim eine Kopie von allen drei Dokumenten.
 

ladydi12

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#12
Hallo Heinz,

erst einmal danke für deine Antwort. Eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht hat meine Mum (allerdings nach längerem verbalem indenA**-Treten u.a. seitens unserer Verwandschaft) nichtnotariell gemacht. Ich bin da als als ihre Bevollmächtige eingetragen und seit letzter Woche bin ich bzw. meine Schwester (muß das beim Amtsgericht allerdings nochmal erfragen, ich habe die Bestallungsurkunde noch nicht, brauche diese aber, um ihre Rechte gegenüber Ämtern und Behörden wahrnehmen zu können) als ihr Vormund bestellt. Letzeres geschah durch Eilantrag beim Amtsgericht u.a. auch deswegen, weil die Ärzte u.a. verschiedene Einwilligungen brauchen, die meine Mum aber explizit ausgeschlossen hat und die jetzt aber von Nöten sind.

meint ladydi12
 

ladydi12

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#13
Hallo Heinz,

ich vergaß noch zu erwähnen, daß meine Mum die Vorsorgevollmacht als auch die Patientenverfügung Mitte diesen Jahres gemacht hat und ich diese somit beiden Kliniken vorgelegt habe. Das derzeitige Krankenhaus hat also Kenntnis von deren Inhalt und daher, da sich die Situation geändert hat, auch per Eilantrag die Bestellung als Vormund durch das Gericht.

meint ladydi12
 
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