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Korruption

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redwitch

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#1

redwitch

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#2
Nur geriet die Moral ins Wanken, weil nun als sinn- und verdienstvoll galt, was immer privaten Gewinn brachte, gleich auf welche Weise. Korruption, kaufen und verkaufen, was eigentlich nicht käuflich sein soll, Betrug und Schwindel wurden zu alltäglichen Praktiken im Konkurrenzkampf der Bereicherungswütigen. Tradition, Reputation, Kaufmannsehre verloren jedes Ansehen. Bei Balzac und Flaubert kann man nachlesen, wie der Kapitalismus die bürgerliche Gesellschaft untergrub.

Korruption, Schmiergelder, schwarze Kassen, organisierter Betrug und Bilanzfälschungen sind gängige Geschäftspraktiken - nicht nur im Ausland, in Entwicklungs- und Schwellenländern, sondern auch in deutschen Großunternehmen. Gegen 18 der 30 Konzerne im Deutschen Aktienindex (Dax) wurde in den letzten zwei Jahren wegen Betrügereien und Manipulationen ermittelt. Die feinsten Adressen der deutschen Exportindustrie, Weltkonzerne wie VW, BMW und Siemens stehen im Verdacht der Korruption, ihre Manager vor Gericht.

Peter Hartz, Namens- und Ideengeber für die grandios gescheiterten "Hartz-Reformen" ist zurückgetreten - wegen dringenden Korruptionsverdachts. Er ist nur einer von vielen, die im Korruptionssumpf mitgemischt haben. Die Skandale häufen und wiederholen sich - in der Bundesrepublik wie im kapitalistischen Ausland. Es werden immer mehr, in allen Branchen, in allen Ländern. Von Einzelfällen und "schwarzen Schafen" kann keine Rede sein. Europäische Großunternehmen, darunter viele deutsche Konzerne, waren und sind eifrig in vorderster Linie dabei, wo es um Bestechung von RegierungsbeamtInnen und PolitikerInnen im Ausland geht.
http://www.linksnet.de/artikel.php?id=2834
 
E

ExitUser

Gast
#3
Robert Kurz
Moralische Abrüstung

SIEMENS UND HARTZ
Die neue Skandal-Kultur steht in voller Blüte

...

Es ist kein Zufall, dass mit Siemens und Volkswagen gerade die Ikonen des Wirtschaftswunders im Sumpf der Korruption versinken. Im Sog der Globalisierung wird offenkundig die Deutschland AG abgewickelt. Das ist auch das Ende einer Unternehmenskultur, in der die "Siemens-Familie" ebenso gedeihen konnte wie der VW-Korporatismus. Ohnehin war diese Kultur in der Volksgemeinschafts-Ideologie des Nationalsozialismus verwurzelt. Jetzt zerfällt die soziale Integration der fordistischen Epoche, ohne dass ein neues Paradigma an ihre Stelle treten kann.

Die Auflösung des institutionellen Gefüges geht mit einer um sich greifenden moralischen Verwahrlosung einher. Nichts Neues in der Geschichte. Und die Mafiotisierung der Verhältnisse ist auch keine Spezialität der ins Schleudern geratenen Deutschland AG. Ob in Japan, in der EU, in Osteuropa oder in den angelsächsischen Ländern, ganz zu schweigen vom neuen Weltwirtschaftsstar China: Überall wird die Aufschwung-, Sachlichkeits- und Gerechtigkeitsrhetorik der offiziellen Repräsentanzen und ihrer Galionsfiguren konterkariert durch eine Lawine von Affären. Zumindest in der Korruptions-Weltmeisterschaft ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die "harten Hunde" mit kantigem Durchsetzer-Kinn ebenso wie die coolen Karriere-Frauen in Management und politischer Klasse entpuppen sich als Attrappen einer nicht mehr vorhandenen Seriosität. Kein Wunder angesichts der Instabilität einer globalen Defizit-Konjunktur, in der es keine tragfähigen Strategien mehr gibt. Die Kurzatmigkeit von Quartalszahlen-Erfolgsdruck und simulativen Wahlkampagnen verführt dazu, nicht immer mit dem Gesetzbuch unter dem Arm herumzulaufen.

Es ist die gesellschaftliche Perspektivlosigkeit, in der die neue Skandal-Kultur blüht. Was in Wissenschaft und Medien an Bewältigungskonzepten verkauft wird, ist selber ein einziger intellektueller Gammelfleisch-Skandal. Und wenn es sachlich nichts mehr zu sagen gibt, wird es persönlich. Alle sägen am Stuhl der anderen und damit am eigenen. Die Affären werden begleitet von undurchsichtigen Machtrangeleien auf allen Ebenen, beim Spiegel genauso wie beim Suhrkamp-Verlag oder in der CSU. Jeder kann jedem etwas anhängen; Dreck am Stecken haben fast alle. Der Königsmord und das Guru-Legen werden zum Sport, weil niemand mehr weiter weiß. Und die Kronprätendenten sehen auch immer seltsamer aus.

Die Gesellschaft mutiert zu einem großen Gesamt-Intrigantenstadl. Die Gleichgültigkeit der Inhalte gebiert einen "mentalen Kapitalismus" mit seiner "Ökonomie der Aufmerksamkeit", in der es nur noch auf den kurzlebigen persönlichen Platz in den "Charts" ankommt, um für die berühmten fünf Minuten berühmt zu sein und schnell noch ein wenig Geltung samt Geldwert abzustauben. In dieser Situation wird das erlösende Wort einer neuen radikalen Gesellschaftskritik mit Sicherheit nicht vom moralisierenden Linkspopulismus gesprochen. Für die notwendige Umwälzung der Verhältnisse bedarf es einer anderen Perspektive, als bei der allgemeinen Personalisierung der Krisenprobleme mitzumischen, weil nur noch die nostalgische Sehnsucht nach einem integren Arbeitsplatz-Kapitalismus auf der Agenda steht.
http://www.freitag.de/2007/05/07050101.php
 
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