Kontopfändung wg. titulierter Forderung, Umwandlung in P-Konto beabsichtigt aber Freibetrag schon verbraucht ...

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meow305

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Hallo zusammen,

habe mich schon durch Beiträge geklickt, allerdings finde ich derzeit keine Lösung für mein Problem.

Es sieht so aus, dass ich heute einen Anruf von meiner Bank erhalten habe, dass mein Konto gesperrt sei, da ich eine Kontopfändung erhalten habe.

Es gibt eine titulierte Forderung in Höhe von ca. 225 Euro. Laut Gläubiger soll sich die Forderung jedoch auf ca. 350 Euro belaufen. Auf Nachfrage wie die Differenz zusammen käme, teilte man mir mit, dass der Gerichtsvollzieher auch Geld haben möchte.
Dieser GV soll im März 2018 beauftragt worden sein, bis dato hatte ich jedoch keinen Kontakt zu diesem.

Die eigentliche Forderung in Höhe von 225 Euro würde ich sofort zahlen, keine Frage, allerdings möchte ich vorab wissen, welche weiteren Kosten mir dieses Inkassounternehmen aufbrummen möchte.
Eine Forderungsaufstellung wird mir im Laufe der nächsten Woche zugeschickt.

Dennoch ist mein Konto derzeit gesperrt - Guthaben ist vorhanden. Meine Frage, wenn ich nun zu meiner Hausbank fahre und mein Konto in ein P-Konto umwandeln lasse, wann genau wird das Geld an den Gläubiger geschickt? Ich lese immer etwas von 4 Wochen. Hieße es, dass wenn ich nichts unternehmen würde, ich 4 Wochen nicht an mein Geld käme oder wird nur die Summe X "eingefroren"?

Weiterhin teilte ich meiner Bank mit, dass sich die Summen der titulierten Forderung und der Summe der Kontopfändung erheblich unterscheiden, leider erwiderte meine Bank nur, dass sie nichts machen könne.

Der Pfändungsbeschluss wurde der Bank heute zugestellt. Derzeit hat mein Girokonto ein Guthaben, allerdings habe ich diesen Monat bereits über die Freigrenze von etwa 1100 Euro verfügt.
Meine Bank sagte mir, dass es wenig Sinn macht, dass ich mein Konto jetzt in ein P Konto umwandeln würde, da ich schon über die Freigrenze verfügt habe.
Ich bin davon ausgegangen, dass die Freigrenze ab dem tag der Zustellung des PfÜB gilt...

Kann mir vielleicht einen Rat geben?

Vielen Dank und einen lieben Gruß
 

Doppeloma

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Hallo meow305,

habe mich schon durch Beiträge geklickt, allerdings finde ich derzeit keine Lösung für mein Problem.

Na-Ja, insbesondere zum P-Konto gibt es schon reichlich Beiträge und Übersichten, du bist ja nicht erst seit "gestern" hier angemeldet ... :idea:

https://www.elo-forum.org/schulden/86604-konto.html

Schau dir mal die weiteren "roten" Einträge besonders hier im Schulden-Bereich an, da wirst du sicher schnell weitere Informationen finden können ...

Es sieht so aus, dass ich heute einen Anruf von meiner Bank erhalten habe, dass mein Konto gesperrt sei, da ich eine Kontopfändung erhalten habe.

Das hat ja in der Regel eine Vorgeschichte (meist eine ziemlich lange), schwer vorstellbar, dass dich eine Konto-Pfändung da nocht besonders "überraschen" konnte ...

Nicht übel nehmen aber ich war auch mal verschuldet, mit Gang in die Privat-Insolvenz, bis dahin gab es nie eine Kontopfändung oder die leise "Ahnung" bei mir, dass die mal kommen könnte ... es gab aber auch keine Anstrengungen meines Gläubigers dazu solche Schritte einzuleiten ... das wäre mir sicher nicht entgangen.

Es gibt eine titulierte Forderung in Höhe von ca. 225 Euro. Laut Gläubiger soll sich die Forderung jedoch auf ca. 350 Euro belaufen. Auf Nachfrage wie die Differenz zusammen käme, teilte man mir mit, dass der Gerichtsvollzieher auch Geld haben möchte.

Zu einer inzwischen titulierten Forderung sollte es ja bereits mehrfach Post gegeben haben UND dir scheint ja der konkrete Grund und Gläubiger für diese Forderung durchaus bekannt zu sein.

Wie hast du denn deine Nachfrage gestellt, wie wurde dir diese Steigerung nachgewiesen, wenn du dich selbst an einen GV gar nicht erinnern kannst, würde ich das schon genauer wissen wollen ... dazu gibt es schließlich Unterlagen beim "Auftraggeber" ...

Klar entstehen dann auch Kosten die letztlich vom Schuldner zu tragen sind, auch für Adress-Ermittlungen oder das herausfinden deiner Konto-Verbindung, sonst kann ja ein Konto nicht gepfändet werden wenn es dem Gläubiger (noch) nicht bekannt sein sollte.

Bei so "passend runden Summen" werde ich aber immer etwas "hellhörig" und du hast natürlich auch das Recht eine Einzel-Aufstellung zu verlangen, über die Kosten die "man" so hatte (wer ist "man", ein Inkasso-Unternehmen ???)

Dieser GV soll im März 2018 beauftragt worden sein, bis dato hatte ich jedoch keinen Kontakt zu diesem.

Normal nimmt der dann Kontakt zu dir auf (schriftlich) wenn er beauftragt wurde Schulden einzutreiben oder eine EV abzunehmen wenn sein Besuch (in deiner Wohnung) "fruchtlos war" ... der soll ja dann prüfen ob du "Wertsachen" in deiner Wohnung hast, die er pfänden könnte, um daraus dann (beim Verkauf) den nötigen Erlös zu erzielen.

Das geht also in der Regel NICHT an einem Schuldner ganz "unbemerkt" vorbei wenn ein GV beauftragt wurde ... :icon_evil:

Die eigentliche Forderung in Höhe von 225 Euro würde ich sofort zahlen, keine Frage, allerdings möchte ich vorab wissen, welche weiteren Kosten mir dieses Inkassounternehmen aufbrummen möchte.

Dann frage ich mich doch warum du es nicht längst getan hast, wenn dir der Betrag (und die Überfälligkeit) bekannt ist und du die Berechtigung anerkennst. :icon_kinn:

Dann zahlt man DIREKT an den Gläubiger zunächst mal mit konkretem Verweis zur Verrechnung auf die berechtigte Hauptforderung und wenn noch mehr verlangt wird (für Auslagen und sonstige Kosten), muss erst mal nachgewiesen werden, wofür genau weitere Kosten entstanden sein sollen.

Warum hast du denn die Forderung bisher noch nicht ausgeglichen wenn sie offenbar berechtigt ist und lässt es auf eine Kontopfändung ankommen ???

Eine Forderungsaufstellung wird mir im Laufe der nächsten Woche zugeschickt.

Bischen spät, oder ?

Dennoch ist mein Konto derzeit gesperrt - Guthaben ist vorhanden. Meine Frage, wenn ich nun zu meiner Hausbank fahre und mein Konto in ein P-Konto umwandeln lasse, wann genau wird das Geld an den Gläubiger geschickt?

Wer soll dir sagen können wann die Bank das "überschüssige" Geld an den Gläubiger schickt, ein P-Konto schützt ja NUR den Betrag bis zur Pfändungs-Freigrenze und NICHT das gesamte Guthaben ... das ist ja der Trick dabei.

Was (monatlich) darüber liegt kann / muss die Bank an die Gläubiger herausgeben, die eine Kontopfändung wirksam veranlasst haben.

Ich lese immer etwas von 4 Wochen. Hieße es, dass wenn ich nichts unternehmen würde, ich 4 Wochen nicht an mein Geld käme oder wird nur die Summe X "eingefroren"?

Was genau und wann passieren wird wirst du wohl nur DIREKT mit deiner Bank klären können, diese 4 Wochen haben meiner Kenntnis nach damit zu tun, dass ein P-Konto auch noch rückwirkend eingerichtet werden kann.

Dazu meldet sich wahrscheinlich noch Jemand der besser Bescheid weiß, ich hatte nie ein P-Konto , das war wegen der PI nicht erforderlich.

Weiterhin teilte ich meiner Bank mit, dass sich die Summen der titulierten Forderung und der Summe der Kontopfändung erheblich unterscheiden, leider erwiderte meine Bank nur, dass sie nichts machen könne.

Da hat die Bank wohl Recht, sie muss das so akzeptieren wie eine Forderung hereinkommt, es ist NICHT Aufgabe der Bank die Berechtigung und / oder den Betrag zu prüfen wenn ein Pfändungsbeschluss eingeht. :icon_evil:

Der Pfändungsbeschluss wurde der Bank heute zugestellt. Derzeit hat mein Girokonto ein Guthaben, allerdings habe ich diesen Monat bereits über die Freigrenze von etwa 1100 Euro verfügt.

Hier findest du noch weitere, aktuelle Informationen zum P-Konto ...

https://www.p-konto-info.de/

Meine Bank sagte mir, dass es wenig Sinn macht, dass ich mein Konto jetzt in ein P Konto umwandeln würde, da ich schon über die Freigrenze verfügt habe.
Ich bin davon ausgegangen, dass die Freigrenze ab dem tag der Zustellung des PfÜB gilt...

Der Pfändungsfreibetrag gilt IMMER für den kompletten Kalender-Monat, wie kommst du darauf, dass es erst ab Tag der Pfändung zählen soll ?

MfG Doppeloma
 

axellino

Super-Moderation
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Die eigentliche Forderung in Höhe von 225 Euro würde ich sofort zahlen, keine Frage, allerdings möchte ich vorab wissen, welche weiteren Kosten mir dieses Inkassounternehmen aufbrummen möchte.
Eine Forderungsaufstellung wird mir im Laufe der nächsten Woche zugeschickt.

Vollstreckungsmassnahmen Kosten nunmal Geld und dazu zählt auch die Beantragung eines Pfändungs- und Überweisungsbeschluss bei Gericht und dessen Zustellung an den Drittschuldner und diese Zustellung erfolgt auch desöfteren durch einen Gerichtsvollzieher ( § 121 GVGA) und diese vorab vom Gläubiger ausgelegten Kosten, will er natürlich auch von Dir wieder haben.
Hast Du die Forderungsaufstellung erhalten, dann stelle sie doch anonymisiert hier mal rein und wir können gerne mal einen Blick drauf werfen.

Dennoch ist mein Konto derzeit gesperrt - Guthaben ist vorhanden. Meine Frage, wenn ich nun zu meiner Hausbank fahre und mein Konto in ein P-Konto umwandeln lasse, wann genau wird das Geld an den Gläubiger geschickt? Ich lese immer etwas von 4 Wochen. Hieße es, dass wenn ich nichts unternehmen würde, ich 4 Wochen nicht an mein Geld käme oder wird nur die Summe X "eingefroren"?

Du hast 4 Wochen Zeit, ab Eintreffen des Pfändungs- und Überweisungsbeschluss bei der Bank, um dein Konto in ein P-Konto umzuwandeln (§ 850k Abs.1 S.4 ZPO) um darauf befindliches Guthaben und evtl. noch eingehendes Guthaben, vor den Zugriff des Pfändungsgläubigers zu schützen.
Wird diese Frist verpasst, dann ist die Kohle definitiv verloren und wird an den Pfändungsgläubiger ausgekehrt.

Der Pfändungsbeschluss wurde der Bank heute zugestellt. Derzeit hat mein Girokonto ein Guthaben, allerdings habe ich diesen Monat bereits über die Freigrenze von etwa 1100 Euro verfügt.
Meine Bank sagte mir, dass es wenig Sinn macht, dass ich mein Konto jetzt in ein P Konto umwandeln würde, da ich schon über die Freigrenze verfügt habe.
Ich bin davon ausgegangen, dass die Freigrenze ab dem tag der Zustellung des PfÜB gilt...

Was vor Eintreffen des Pfändungsbeschluss bei der Bank auf den Konto passierte, Zahlungseingänge und Vefügungen deinerseits, spielt absolut keine rolle. Wandelst Du dein Konto in ein P-Konto um, dann kannst Du ab Zeitpunkt der Pfändung (23.05.) noch im Mai, über deinen vollen Dir zustehenden individuellen monatl. Freibetrag verfügen, weil bestandenes Guthaben vor der Pfändung nach § 833a ZPO nicht der Pfändung unterliegen kann und es auch keinen anteiligen Freibetrag gibt.

Nochmals, die Pfändung greift mit den Tag des eintreffens des Pfändungs- und Überweisungsbeschluss bei der Bank und danach und was vorher auf dem Konto passierte, ist absolut irrelevant, Eingänge/Guthaben und dessen Verfügungen.

§ 833a ZPO Pfändungsumfang bei Kontoguthaben

Die Pfändung des Guthabens eines Kontos bei einem Kreditinstitut umfasst das am Tag der Zustellung des Pfändungsbeschlusses bei dem Kreditinstitut bestehende Guthaben sowie die Tagesguthaben der auf die Pfändung folgenden Tage.

§ 829 Abs.3 ZPO Pfändung einer Geldforderung

(3) Mit der Zustellung des Beschlusses an den Drittschuldner ist die Pfändung als bewirkt anzusehen.

Hoffe habe mich verständlich ausgedrückt, aufjedenfall ist deine Aussage absolut korrekt und das mündliche Geblubber des SB der Bank, kannst in die Tonne kloppen.
 
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