"Kontoführungsgebühren für Basiskonten zu hoch" => Klage der Verbraucherzentrale => Urteil des Bundesgerichtshof => Nun neues Kontomodell der Deutschen Bank

JobcenterAffe

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Mai 2017
Beiträge
684
Bewertungen
882
Wie bekannt, gab es Ende Juni eine von einer Verbraucherzentrale eingereichte Klage, daß die Kontoführungsgebühren der Deutschen Bank für Basiskonten zu hoch seien. Sie verlangte 8,99 € monatlich als Gebühr. Daraufhin gab der BGH (Bundesgerichtshof) der Klage statt, äußerte sich jedoch im Urteil nicht konkret über die maximal mögliche Höhe der Kontoführungsgebühr.

Die Deutsche Bank hat mittlerweile ihr Kontomodell geändert, und die Kontoführungsgebühr zum 01.07.20 auf 5,90 €/Monat gesenkt. Dies entspricht zwar einer prozentualen Senkung von mehr als einem Drittel (34,4 %), aber es fallen trotzdem immerhin noch mehr als 70 € jährlich an Gebühren an, die umgerechnet etlichen vollen Supermarkt-Einkaufswägen von Nahrungsmitteln entsprächen.

In meinen Augen ist das auch immer noch viel zu viel für Millionen finanzschwacher Bürger, die auf ein billiges (am besten gebührenfreies) Bankkonto angewiesen sind. Immerhin fressen diese knapp 6 € schon fast 1,5 % der Hartz-IV-Grundleistung. - Und das "für nichts". Denn in früheren Zeiten, als es noch keinen elektronischen Zahlungsverkehr gab, mußte ein Arbeiter genau 0,00 € für diesen Haushaltsposten monatlich ausgeben.

Hier ist der Gesetzgeber gefordert, konkrete Werte zu nennen. 2 € monatliche KF-Gebühr (bei der alle Nebenkosten incl. Debitkarte mit drin sein müssen) würde ich für gerade noch tragbar und angemessen ansehen für die finanzschwache Schicht der Bevölkerung.

Leider hat meine Bank ("Evang. Bank") ihre KF-Gebühr zum 01.07. nun auch auf 3,70 € monatlich angehoben. Bis dahin war die Kontoführung auch für Basiskonten gebührenfrei. Nur für die Debitkarte ("EC-Karte") wurden 6 € jährlich berechnet, was dann eine Kontoführungsgebühr von nur 0,50 €/Monat ergab. Für mich gerade noch so finanziell tragbar. ;) - Tja, "Geschichte"....
 

Anhänge

  • Deutsche Bank Entgeltinformation Basiskonto (15-05-2020).pdf
    88,8 KB · Aufrufe: 12
  • Deutsche Bank Entgeltinformation Basiskonto (01-07-2020).pdf
    87,1 KB · Aufrufe: 10
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 63552

Gast
Die Banken haben derzeit das Problem dass die Zinsen so niedrig sind. Deshalb haben viele Banken die Gebühren erhöht um das etwas auszugleichen.
 

Woodruff

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
25 Juni 2006
Beiträge
3.115
Bewertungen
2.157
Die Banken haben derzeit das Problem dass die Zinsen so niedrig sind. Deshalb haben viele Banken die Gebühren erhöht um das etwas auszugleichen.

Es gibt ja schon seit Jahren praktisch keine Zinsen mehr.

Hier in dieser Gegend erstaunt es mich immer wieder, dass Volksbanken und Sparkassen in den letzten paar Jahren so einige Luxus- Paläste errichten ließen.
 

iSlave

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
13 Februar 2015
Beiträge
791
Bewertungen
458
Kontoführungsgebühren senken bzw abschaffen ist ein guter Anfang, die Verstaatlichung des Bankenwesens der nächste logische Schritt.
 

JobcenterAffe

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Mai 2017
Beiträge
684
Bewertungen
882
Zumindest für die Einkommensschwachen (sagen wir bis 24.000 € Brutto für Ledige/36.000 für Verheiratete) wäre kostenlose Kontoführung mehr als gerecht.
 

TazD

Super-Moderation
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
7.237
Bewertungen
18.377
Zumindest für die Einkommensschwachen (sagen wir bis 24.000 € Brutto für Ledige/....
Was ungefähr 1.400,- € netto ergibt. Mit diesem monatlichen Gehaltseingang bekomme ich bei einem bekannten Vergleichsportal direkt 7 kostenfreie Konten angezeigt, teilweise sogar schon dann kostenfrei, wenn das Konto ausschließlich online geführt wird. Dann brauchts noch nicht mal einen Mindesteingang.
 

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
3.122
Bewertungen
7.717
Tja, es kostet eben fast immer. Früher bedeutete mehr Arbeit für die Bankmitarbeiter gleichzeitig kostenloses Konto. Heute, wo die Automaten und das Internet viel machen, kostet das Konto selbstverständlich Geld. Wie kommt sowas zustande?

Außerdem: Solch Recherchen kosten Geld, genauso wie (bezogen auf Onlinebanking) das Vorhalten der Gerätschaften und Software.
Meines Wissens sind weder Kontoführungsgebühren noch EDV im Regelbedarf enthalten. Oder hat sich das schon geändert?
 

TazD

Super-Moderation
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
7.237
Bewertungen
18.377
Heute, wo die Automaten und das Internet viel machen, kostet das Konto selbstverständlich Geld. Wie kommt sowas zustande?
Meine Erfahrung ist genau die gegenteilige. Ein "analog" geführtes Konto hat mich früher immer Geld gekostet und das trotz Einkommen. Schon seit einigen Jahren zahle ich überhaupt keine Kontoführungsgebühren mehr, gerade weil ich auch dazu bereit bin, ein rein "digitales" Konto zu führen.
 

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
3.122
Bewertungen
7.717
Was ich Anfang der 90er Jahre bei der Sparkasse bezahlt habe und ob überhaupt, weiß ich leider nicht mehr. Danach verlangte die Volksbank immer etwas Geld. Solange ich auch nur einen Hilfsarbeiterlohn bei einer gut bezahlten Branche verdiente, oder unwesentlich mehr, fiel das nicht ins Gewicht.
Jetzt im SGB XII-Dauerbezug schon.
Und ich habe das Gefühl, dass das tatsächlich immer mehr an Gebühren wird.

Vor Ort habe ich nur die Sparkasse und die Volksbank.
Auf reines Onlinekonto kann ich nicht umsteigen. Was passiert mit dem Konto, wenn es mir mit dauernd gebrauchten EDV-Geräten diese mal kaputt gehen und mangels Kohle nicht ersetzt werden können?
Dauernde Wechsel würde ich auch nicht verkraften.
 

iSlave

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
13 Februar 2015
Beiträge
791
Bewertungen
458
1) Banking kannst du vermutlich auch per Smartphone erledigen
2) Uralte PCs bekommst du zur Not auf Ibäh kleinanzeigen für 20-30€
3) Manche Banken gehören diversen Gruppen an, die die Mitbenutzung der Geldautomaten durch andere Geldinstitute zulassen. Ist dies bei der Volksbank evtl. der Fall, sodass du nicht bei der Volksbank Kunde sein musst, um deren Automaten nutzen zu können?
 

Archibald

Super-Moderation
Mitglied seit
8 August 2008
Beiträge
1.182
Bewertungen
1.662
1) Banking kannst du vermutlich auch per Smartphone erledigen
2) Uralte PCs bekommst du zur Not auf Ibäh kleinanzeigen für 20-30€
3) Manche Banken gehören diversen Gruppen an, die die Mitbenutzung der Geldautomaten durch andere Geldinstitute zulassen. Ist dies bei der Volksbank evtl. der Fall, sodass du nicht bei der Volksbank Kunde sein musst, um deren Automaten nutzen zu können?
1) ist banking mit smartphones imho grob fahrlässig.
2) laufen auf solchen pcs nicht mehr jene softwareversionen die banken für homebanking erwarten.
3) ...
 

faalk

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Dezember 2014
Beiträge
1.593
Bewertungen
2.066
Banking über Smartphone ist mittlerweile nicht unsicherer als Homebanking über PC

Wenn auf alten PCs ein Internetbrowser läuft, funktioniert es auch mit dem Homebanking. Da braucht es keine Softwareversionen. PC > Internet = Homebanking
 

JaxTeller

Neu hier...
Mitglied seit
2 Juli 2020
Beiträge
171
Bewertungen
203
1) ist banking mit smartphones imho grob fahrlässig.

Was ist denn daran fahrlässig?

Ich mache das auf einem iPhone und einem iPad. Um das Gerät zu entsperren braucht es einen 6 stelligen Code oder die Gesuchtserkennung muss passen. Um in die Apps, also die Banking App und die Freigabe App zu kommen, braucht es nochmal jeweils einen Code oder die Entsperrung per Gesichtserkennung.

Also, dass Gerät selbst und die Apps würde ich mal als sehr sicher betrachten. Einen 6stelligen Code hackt niemand mal so im Vorbeigehen. Zumal es auch nicht allzuviele erfolglose Versuche ermöglicht. Die Gesichtserkennung basiert auf mehreren mehrdeminsionalen Aufnahmen meines Gesichtes.

Bliebe noch der „Funkverkehr“. Also sein WLAN sollte man schon entsprechend sichern und wenn ich davor Sorge hätte, würde ich es halt direkt übers Mobilfunknetz ( LTE) machen.

Ich denke mal, die Sicherung der eigenen Wohnungstüre lediglich mit einem Schloss, ist um einiges unsicher als Banking mit einem Smartphone.
 

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
3.122
Bewertungen
7.717
Ihr scheint ja alle davon auszugehen, das jeder ein Smartphone hat und/oder neuere PC/Laptop-Ausstattung und/oder fast ohne Vorkenntnisse Rechner neu aufsetzen mit ganz anderem Betriebssystem, obwohl noch nie damit zu tun gehabt.
Und das alles dann auch noch mit lediglich dem Regelbedarf.
Toll!
Ich frag nochmal: Wo im Regelbedarf sind PC, Laptop, Software, Smartphone, IPhone?
Oder als Ausgleich dafür: Wo sind die Kontoführungsgebühren?

(woher man Geld bekommt wo man Geld abheben kann, ist fast irrelevant, das ist nicht das Problem).
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 63552

Gast
Internetbanking über die Webseite der Bank ist definitiv nicht sicher. Nutzt man das Handy ist es noch viel unsicherer.
Ein bißchen sicherer wird es wenn man ein Onlinebankingprogramm nutzt mit wirklich guter Verschlüsselung aber auch das bietet keinen 100% Schutz.
Und ist das Smartphone/Browser/PC von Malware befallen wars das.

Wirkliche Sicherheit gibt es im IT-Bereich nicht. Man kann es Angreifern allerdings so schwer machen dass sich der Aufwand ein System zu knacken nicht lohnt im Vergleich zum möglichen Gewinn. Schützt aber auch nur solange wie keine neue Sicherheitslücke auftaucht die exploitet werden kann.
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
18.618
Bewertungen
25.462
Wo im Regelbedarf sind PC, Laptop, Software, Smartphone, IPhone?
Gucksdu :biggrin:
Hartz-IV-Regelsatz: Handy-Rechnungen werden berücksichtigt
Die wichtigste Neuerung: Künftig werden auch Handy-Kosten bei der Berechnung des Hartz-IV-Regelsatzes berücksichtigt. Bislang sieht der Bedarf an Kommunikationsdienstleistungen nur die Kosten einer Doppelflatrate für Festnetztelefon und Internet vor.
wo man Geld abheben kann, ist fast irrelevant, das ist nicht das Problem).
Was brauchst du denn noch von der Bank? Kaffee und Kuchen? Hat die Haspa auch gedacht und ihre Filialen in Nachbarschaftstreffs umgewandelt, nutzt aber keiner.


Ausserdem muss man bei den meisten Banken gar keinen PC oder Smartphone habe, die machen Telefonbanking....

Aber wer gerne 40-50€ im Jahr zum Fenster rauswirft.... jedem das seine.
Online-Einkaufen machen viele ja gerne, dabei findet dort viel mehr Betrug statt als beim Online-Banking.
 
Oben Unten