Kommt man mit einem 400 Euro Job aus einer Zwangsmaßnahme raus?

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Stroganoff

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Diese Diskussion hatten wir (also ich und andere Teilnehmer) heute in unserer Maßnahme.

Einer hatte die Möglichkeit auf einen Job auf 400 Euro Basis, aber sein Sachbearbeiter hat ihm erzählt, dass er diesen Job nicht machen darf, da er nun in dieser Maßnahme ist. Ansonsten würde das ja jeder so handhaben, um sich dieser Maßnahme zu entziehen meinte sein Sachbearbeiter zu ihm. Würde er den 400 Euro Job machen, dann bekäme er 30 % des Geldes gekürzt.

Ist das wirklich alles so rechtens?
 

Arania

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Was ist denn das für eine Massnahme? Wäre mir zumindest neu das man keinen 400 Euro Job mehr annehmen darf
 

Stroganoff

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Die Maßnahme geht 6 Monate. Während der 6 Monate macht man Praktika, die zusammengefasst nicht länger als 4 Wochen dauern dürfen.

Ansonsten sitzt man da blöd rum, langweilt sich und hat Unterricht wie in der Grundschule.

Ach ja und am ersten Tag der Maßnahme bekamen wir auch noch einen Bildungsgutschein, den wir unterschreiben mussten.
 

Zuckerkeks

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Hallo

Eine Antwort darauf würde mich auch sehr interessieren !!! Habe gerade mit einem guten Freund telefoniert und er hat fast das gleiche Problem . Er sitzt in einer Maßnahme und kann einen 400 Euro Job annehmen aber seine SB meinte, er dürfe das nicht sonst wird im das ganze Geld gestrichen.

Wo liegt denn da die Logik ? Ich meine, er steuert doch was zu seinem Lebensunterhalt bei und die Arge wäre entlastet. Warum legt man ihm dann Steine in den Weg ?

Lg Zuckerkeks
 

elemka

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Hallo

Eine Antwort darauf würde mich auch sehr interessieren !!! Habe gerade mit einem guten Freund telefoniert und er hat fast das gleiche Problem . Er sitzt in einer Maßnahme und kann einen 400 Euro Job annehmen aber seine SB meinte, er dürfe das nicht sonst wird im das ganze Geld gestrichen.

Wo liegt denn da die Logik ? Ich meine, er steuert doch was zu seinem Lebensunterhalt bei und die Arge wäre entlastet. Warum legt man ihm dann Steine in den Weg ?

Lg Zuckerkeks
Hallo Ihr Lieben,

das habe ich just gefunden:

1. In § 10 Abs. 2 SGB II wird ein Punkt aufgenommen, der es dem Amt konkret ermöglicht, einen ALG II Bezieher (Aufstocker) zu zwingen, seine bisherige Tätigkeit aufzugeben, dies war bislang nur durch sinngemäße Anwendung des § 2 Abs. 1 S. 1 SGB II möglich.
Die Gesetzesbegründung nennt hier folgerichtig allein die Verringerung der Hilfebedürftigkeit als Voraussetzung für die Anwendung dieses neuen Punktes:
"Der zuständige Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende kann einen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, der bereits eine abhängige Beschäftigung (z.B. Minijob) oder eine selbständige Erwerbstätigkeit ausübt, auf eine andere Tätigkeit verweisen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit zur Vermeidung der Hilfebedürftigkeit führt."
Die allgemeine Befürchtung: ALG II Aufstocker, insbesondere geringfügig Beschäftigte, könnten dann zur Aufgabe ihres Jobs zugunsten einer Maßnahme zur Eingliederung (u.a. 1€ Job) gezwungen werden, hat sich damit nicht bestätigt.

Mit anderen Worten, die ARGEN sollten vorsichtig sein, mit ihren SB's, die nach "Gutdünken" entscheiden !!! Und Maßnahmen sind eh meist "Alibi-Zwangsmaßnahmen" zugunsten ihrer Träger und Ungunsten der Betroffenen !!!:icon_evil:

LG elemka
 
E

ExitUser

Gast
Würde er den 400 Euro Job machen, dann bekäme er 30 % des Geldes gekürzt.

Ist das wirklich alles so rechtens?
Das gleiche Thema hatte ich erst kürzlich mit meiner Fallmanagerin. Die meinte,daß die Grenze hier nicht 400€,sondern 401€ ist,denn ab 401€ handelt es sich nicht mehr um einen Minijob,sondern um einen sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis...da hat die Arge dann gar nix mehr zu melden.
 
E

ExitUser

Gast
"Der zuständige Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende kann einen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, der bereits eine abhängige Beschäftigung (z.B. Minijob) oder eine selbständige Erwerbstätigkeit ausübt, auf eine andere Tätigkeit verweisen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit zur Vermeidung der Hilfebedürftigkeit führt."
Die allgemeine Befürchtung: ALG II Aufstocker, insbesondere geringfügig Beschäftigte, könnten dann zur Aufgabe ihres Jobs zugunsten einer Maßnahme zur Eingliederung (u.a. 1€ Job) gezwungen werden, hat sich damit nicht bestätigt.
Irgendwie hab ich den letzten Absatz nicht ganz verstanden...wer befürchtet das und wer sieht diese Befürchtung nicht bestätigt ? Meine Fallmanagerin hat mich für so eine Sinnlosmaßnahme vorgemerkt und wenn ich dazu verdonnert werde,wäre ich tatsächlich gezwungen,meinen Minijob aufzugeben,was empfindliche finanzielle Einbußen für mich bedeuten würde.Was heißt also diese Änderung für mich ?
 

Sumseline

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Ich habe auch einen Bekannten der seinen Minijob aufgeben mußte (ob berechtigt oder nicht, dass weiß ich nicht, weil nur weil es einem vorgeschrieben wird, ist es ja noch lange nicht berechtigt). Die Begründung war, dass die Maßnahme dazu führen soll, dass er auf dem Arbeitsmarkt wieder eingegliedert wird, dass würde der 400-EUR-Job nicht leisten, da dieser sich auf der Basis weiter halten wird und nicht in eine Vollbeschäftigung geändert wird. Die Maßnahme diene jedoch dem Zweck, dass er wieder voll dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stände.

Ich frage mich, wie es ist bei 400-EUR-Jobs die paralel ausführbar sind. Ich hatte einen 400-EUR-Job den ich flexibel in dem Zeitraum von 8 - 20 Uhr (für jeweils 3 Stunden, an den Tagen wo ich wollte) ausführen konnte. Bei so einer Flexibilität würde ein 400 EUR Job der Maßnahme ja nicht in den Weg kommen. Wäre er dann trotzdem verboten?!

Gruß
Sumse
 

elemka

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Irgendwie hab ich den letzten Absatz nicht ganz verstanden...wer befürchtet das und wer sieht diese Befürchtung nicht bestätigt ? Meine Fallmanagerin hat mich für so eine Sinnlosmaßnahme vorgemerkt und wenn ich dazu verdonnert werde,wäre ich tatsächlich gezwungen,meinen Minijob aufzugeben,was empfindliche finanzielle Einbußen für mich bedeuten würde.Was heißt also diese Änderung für mich ?
Die Änderung sieht einerseits vor, den ARGEN dieses Instrumentarium in die Hände zu geben, daß sie notfalls Maßnahmen "verordnen" kann, und somit der Minijob aufzugeben ist. ABER andererseits, und so habe ich es verstanden:
sie MUSS beweisen können, daß durch diese Maßnahme du wieder einen festen Arbeitsplatz erhalten wirst, Dich somit verbesserst. Und genau DAS bezweifle ich, eben WEIL fast alle Maßnahmen NICHT dazu führen.
In sofern rollt da hoffentlich eine "Prozess-Lawine" auf all die ARGEN zu, die meinen, sie müßten diese Problematik ignorieren, und dies auch nur, wenn Betroffene sich WEHREN !!!

LG elemka
 
E

ExitUser

Gast
Die Änderung sieht einerseits vor, den ARGEN dieses Instrumentarium in die Hände zu geben, daß sie notfalls Maßnahmen "verordnen" kann, und somit der Minijob aufzugeben ist. ABER andererseits, und so habe ich es verstanden: sie MUSS beweisen können, daß durch diese Maßnahme du wieder einen festen Arbeitsplatz erhalten wirst, Dich somit verbesserst. Und genau DAS bezweifle ich, eben WEIL fast alle Maßnahmen NICHT dazu führen.
LG elemka

Gerade habe ich nochmal nachgeschaut,wie der entsprechende Paragraph genau heißt: "Eine Arbeit ist nicht allein deshalb unzumutbar, weil....sie mit der Beendigung einer Erwerbstätigkeit verbunden ist, es sei denn, es liegen begründete Anhaltspunkte vor, dass durch die bisherige Tätigkeit künftig die Hilfebedürftigkeit beendet werden kann."
Bedeutet doch m.E. praktisch,daß das Amt mir beweisen muss,daß mein Minijob eben NICHT zu einem vollwertigen Job werden wird,egal wie lange ich den noch mache. Im Umkehrschluß bedeutet das,daß das Amt aber auch beweisen muss,daß aus so einer Maßnahme auf jeden Fall eine Anstellung werden kann. Ich stimme mit dir überein,wenn du sagst,daß praktisch wohl keine Maßnahme zu einer Einstellung führt...warum sollte ein AG das auch machen ? Praktikanten sind kostenlos, ein Angestellter nicht.
Ich durfte ja schon mehrere Maßnahmen machen und da unterhält man sich natürlich mit den anderen Teilnehmern über die gemachten Erfahrungen. Nicht ein Einziger konnte von sich sagen,daß aus einem Praktikum je eine Anstellung geworden ist...auch nicht,wenn die Leistungen hervorragend,die Angestellten überlastet und die Auftragsbücher voll waren.

Einerseits kann ich die Regelungen ja verstehen...von 400€ im Minijob kann man 160€ behalten,d.h. man bekommt im besten Fall den ALG2-Satz+KdU+160€...das ist in vielen Fällen mehr,als man (zumindest hier im Osten) bei manchen Firmen auf die Patschehand kriegt. Klar,daß dann die Motivation,sich dann nach einem "richtigen" Job umzuschauen, relativ gering ist. Andererseits kann ich aber auch die Situation der ALG2-Bezieher verstehen,denn dem ist es in der Regel egal, woher er sein Geld bezieht.Zudem "versichert" er sich auf diese Art gegen unpünktliche Lohnzahlungen des AG, denn ein Teil seines Einkommens kommt auf jeden Fall pünktlich (vom Amt). Es bleibt also alles beim Alten:Solange die Löhne zu niedrig sind, ist der Arbeitsanreiz gering. Der Staat hat nun zwei Möglichkeiten: entweder er legt sich mit den Arbeitgebern an,damit die höhere Löhne zahlen oder er drischt weiter auf diejenigen ein,die eh schon keine Lobby haben: uns ALG2-Bezieher,indem er die Regeln weiter verhärtet. Daß es nunmal nur für maximal 10% der Arbeitslosen auch tatsächlich freie Stellen gibt, wird dabei nicht ohen Absicht aus den Augen gelassen.Man will ja keine schlafenden Hunde wecken.
 

vidow

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Ich glaube der 400 Euro Job ist sowieso besser, und das kann sich auch noch entwickeln.
 
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