Können die mich einfach so kündigen? (450€-Job)

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Stabilo Boss

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Hallo, habe ein ernstes Anliegen:

Habe jetzt seit November 2018 einen 450€-Job im Lager eines Onlinehändlers.

Heute gehe ich mir nichts dir nichts an den Briefkasten und hole dort meine Kündigung zum 31.06.2019 raus!

War total geschockt, da ich am Vortag noch ganz normal gearbeitet habe und kein Mensch (auch nicht der Chef, der Abteilungsleiter oder die Personalfrau) was zu mir gesagt haben.

Also prompt mal bei besagter Dame angerufen um zu fragen, was das soll und ob ich irgendwas falsch gemacht habe und warum man mit mir nicht erst persönlich spricht!?

Sie sagte einfach nur, das in Moment einfach nicht so viel zu tun wäre und man schon schauen muss, das man die Vollzeitkräfte beschäftigt bekommt und ich war dann halt jetzt der letzte in der Nahrungskette quasi.
Es täte ihr leid, aber man sähe sich ja immer zwei mal im Leben und das nächste Weihnachtsgeschäft kommt bestimmt, da könnte ich mich mal wieder melden. Batz; aufgelegt!

War und bin total fassungslos, vor allem, da sich die Firma als "hippes" Startup sieht mit kurzer Leitung, flachen Hierachien, familiärer Atmo und "Dutz"-Kultur.
Wahrscheinlich auch alles nur Geschwaller, wie ich jetzt schmerzlich erfahren musste.

Das Ding ist aber: Die begründung macht überhaupt keinen Sinn! Die haben ständig Stellenauschreibungen (auch für meine Tätigkeit) online, haben in letzter Zeit ständig Vorstellungsgespräche, da laufen ständig Praktikanten und Probearbeiter rum und für die Sommerferien werden auch Schüleraushilfen gesucht. Aber für mich ist nichts mehr zu tun? Da ist doch irgendwas faul!? Werde auf jeden Fall mit denen noch ein Gespräch führen, vor allem wegen der Art und Weise!

Ich bin jetzt im einer blöden Situation: Hatte nur diesen Job und musste von diesem auch noch meine Krankenversicherung bezahlen (190€) und Kostgeld an die Eltern meiner Freundin (50€, wohne da jetzt) abdrücken.
Zum Amt kann/will ich nicht, da ich 1. bis zum 01.04 eh kein Anrecht auch Hartz IV hatte (da 24 und da noch offiziell wohnhaft bei den Eltern) und 2. Meiner Freundin keine Bedarfsgemeinschaft zumuten will und ich auf Amtschickane mit MAGs und Gammelmaßnahmen keine Lust habe.
Da ich dazu auch noch keinen Führerschein habe und ich aufgrund psychischer Probleme nicht voll belastbar bin und dadurch schon so einige Stellen in den Sand gesetzt habe, macht die Sache auch nicht einfacher.....

Was kann ich jetzt machen bzw. sollte ich jetzt tun? Will nämlich nicht wieder in ein Loch fallen und dadurch vllt. sogar meine Beziehung gefährden und alles verlieren.
 

atasteofbunny

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Wenn du seit November dort arbeitest, dürfte die Probezeit ja vorbei sein, also können die nicht einfach so kündigen. Oder ist es ein Kleinbetrieb (weniger als 10 Vollzeitmitarbeiter)?

Würde im Kündigungsschreiben kein Grund genannt?

Du könntest (falls es kein Kleinbetrieb ist) Kündigungsschutzklage einreichen. Ob es dir etwas bringt, ist eine andere Frage.

Bist du mittlerweile denn 25 Jahre alt? Dann könntest du doch ALG II beantragen.

Aber am besten wäre in deinem Alter natürlich, du findest noch einen passenden Ausbildungsplatz.
 

erwerbsuchend

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War und bin total fassungslos, vor allem, da sich die Firma als "hippes" Startup sieht mit kurzer Leitung, flachen Hierachien, familiärer Atmo und "Dutz"-Kultur.
Wahrscheinlich auch alles nur Geschwaller, wie ich jetzt schmerzlich erfahren musste.

Auch Start Ups kochen nur mit Wasser. Sie sind nicht anders als andere Unternehmen, die schon länger am Markt tätig sind.

Das Ding ist aber: Die begründung macht überhaupt keinen Sinn! Die haben ständig Stellenauschreibungen (auch für meine Tätigkeit) online, haben in letzter Zeit ständig Vorstellungsgespräche, da laufen ständig Praktikanten und Probearbeiter rum und für die Sommerferien werden auch Schüleraushilfen gesucht. Aber für mich ist nichts mehr zu tun? Da ist doch irgendwas faul!? Werde auf jeden Fall mit denen noch ein Gespräch führen, vor allem wegen der Art und Weise!

Vielleicht suchen sie einfach nur nach günstigeren Arbeitskräften, die deinen Job für eine geringere Vergütung machen.
 

eloole

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Wenn du die Probezeit hinter dir hast und arbeitsvertraglich nichts anderes geregelt ist, dürfte die Kündigungsfrist 4 Wochen (28 Tage) zum 15. bzw. zum 30. des Monats betragen.
Heißt, wenn du das Kündigungsschreiben erst heute (am 5.6.) erhalten hast, wurde die Kündigungsfrist nicht eingehalten.
Gilt aber nur bei mehr als 10 Mitarbeitern im Unternehmen (Kündigungsschutzgesetz).
Ansonsten liegt offensichtlich mindestens ein formeller Fehler vor, den 31.06. gibt es nicht, der Monat Juni hat nur 30 Tage.
 

apfelkuchen

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Auch wenn die Kündigung aus formellen Gründen unwirksam sein könnte (was der TE unbedingt rausfinden sollte) wird er wohl bis zu einer eventuellen gerichtlichen Klärung kein Geld sehen. Außerdem muss im Arbeitsgerichtsverfahren in der ersten Instanz jede Partei ihre Kosten selbst tragen, daher lohnt sich das im Zweifelsfall auch nur, wenn eine Rechtsschutzversicherung das übernimmt (z.B. bei Gewerkschaftsmitgliedschaft oder so).
 

eloole

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In erster Instanz besteht doch meines Wissens kein Anwaltzwang, also welche Kosten ?
Vielleicht besteht auch die Chance auf einen Beratungsschein/-hilfe, um zumindest vorab einen Anwalt zu befragen.
 

apfelkuchen

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Ja, kein Anwaltszwang. Solange die Sachlage einfach ist und der TE sich das zutraut, gehts auch so. Aber du hast recht - bei dem geringen Einkommen ist auf jeden Fall Beratungshilfe drin.
 

Stabilo Boss

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So, kleines Update von mir:

Muss jetzt nur noch zweimal in meine alte Firma zum arbeiten (hab ich ne Lust) und dann können die mir mal den Buckel runterrutschen, habe eh ab dem 01.07 was neues ;D

Hier übrigens noch mal der genaue Wortlaut der Kündigung (und ja der Datumsformfehler ist mir bewusst :D ) :

Kündigung des am 19.11.2018 geschlossenen Arbeitsvertrages

"Hiermit kündigen wir ihnen das o.g. Arbeitsverhältnis unter berücksichtigung der vertraglich vereinbarten Frist zum 31.06.2019.

Wir bedauern diese Entscheidung sehr und wünschen Ihnen auf Ihrem weiteren Weg und für Ihre berufliche Zukunft alles Gute"


Darunter nur noch die obligatorische Belehrung bezüglich Amt.

Keine richtige Begründung.
Klar, ärgerlich und auch feige von denen und ich werde ihnen mit Garantie noch ein paar takte dazu sagen, aber groß machen werde ich daran nichts mehr.
Ich will auch gar nicht mehr bei wem arbeiten, der mich so behandelt.

Noch ein paar Infos, wie es bei der neuen Firma gelaufen ist.

Ist übrigens ein größerer Paketdienstleister, der parktischerweise direkt gegenüber meiner alten Firma sitzt :D

War wohl mit das unkomplizierteste Vorstellungsgespräch für mich überhaupt bisher:
Die Personalfrau hatte wohl nur ne Meldung von der Zentrale, DAS ich mich beworben hatte, aber meine Unterlagen hatte sie gar nicht.
War aber auch gar nicht schlimm; es wurde einfach nur gefragt, wo ich vorher war, was ich dort gemacht habe und ob ich körperlich fit bin.
Keine Fragen nach Schulabschluss, warum ich nach der Lehre nicht übernommen wurde oder nach nem Führerschein.
Und vor allem kein "Warum sollten wir SIE einstellen"/ "Wo sehen Sie sich in Fünf Jahren" usw.

Wirklich wohltuend, das man nicht immer mit solchen Phrasen gelöchert wird.

Und schon klar, die nehmen wohl fast jeden, der sich da vorstellt und ja, das macht einen natürlich auch leichter ersetzbar, aber das ist ja auch jetzt nichts für ewig.
Gibt es das überhaupt noch?

Dann wollte sie nur noch meine Handynummer haben und hat gesagt, das man in den nächsten Tagen den Vertrag fertig machen wird und ich dazu nur noch ein paar Unterlagen mitbringen müsste.

Wäre in der Mittagsschicht von 14:00/15:00 Uhr - 20:00 Uhr, Montag - Freitag für 9,50€ die Stunde.

Klar, nicht die Welt, aber mehr als ich vorher bekommen habe. Aber wahrscheinlich werden mich die Kollegen mit großen Augen angucken, wenn ich sage, das ich Fachabi und ne abgeschlossene Ausbildung habe (wie bei der anderen Firma auch schon).

Natürlich verkaufe ich mich unter Wert, aber was soll ich machen?
Im Bürobereich hat sich nach meiner Lehre halt nichts ergeben und irgendwo muss das Geld ja herkommen. Auf ne weitere Lehre habe ich keine Lust, ein Studium traue ich mir nicht zu (und dürfte ich eh nur im Wirtschaftsbereich machen) und ne Umschulung kriege ich nicht bewilligt, da (O-Ton Amt) "es doch genug Kaufmannsstellen gibt".

Naja, freue mich über die neue Herrausforderung und hoffe vor allem erst mal, das ich die ersten Tage überstehe
;)
 
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