Köln: Caritas-Party gestört (1 Betrachter)

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Unter dem Motto „Armut hat viele Gesichter“ lud der Caritas-Verband Köln Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kirche zum Frühjahrsempfang. Erwerbslose wurden freilich nicht eingeladen, aber der Geruch des feinen Buffets mit Sekt und Häppchen lockte dennoch knapp 30 Engagierte aus dem Spektrum der 'Zahltag!'-Kampagne zum Fest.

Hier: de.indymedia.org

s.a.: KEAs - Kölner Erwerbslose in Aktion
 
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Man stelle sich mal vor, Gott persönlich würde sich mal zu all den Sachen zu Wort melden, die in seinem Namen getan werden, zu seinen Kirchen, zu den Kriegen in seinem Namen etc.......
Ich erinnere mal nur an Jesus der im Tempel die Verkaufstische umgeworfen hat, und an die Sinnflut und Sodom und Gomorra etc.....
Schätze mal dass seine Antwort auf die ganzen christlichen Vereine nicht sehr positiv sein würde......
Aber wen scherts, Gott meldet sich ja zum Glück nicht (mehr) zu Wort, so kann man weiter in seinem Namen Verbrechen begehen......LG
Minuette
 
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Nicht auf dem Menüplan: Arme schlucken

Protest und Polizei beim "Frühjahrsempfang der Caritas"

Nicht auf dem Menüplan: Arme schlucken

Von Hans-Detlev v. Kirchbach

„In den Mittelpunkt des Frühjahrsempfangs der Caritas stellen wir in diesem Jahr die Menschen am Rande... Es sind Betroffene von Armut, auch diese Menschen brauchen Ihr Wort und brauchen Ihre Stimme, wir bitten diese Menschen aber auch, den Rahmen dieser geschlossenen Gesell– dieser Veranstaltung zu wahren ..." So wohlgesetzt, wenn auch am Rande eines vieldeutigen Versprechers, kann man auch ungeladene Arme begrüßen, wenn man nicht selbst zu den Armen, sondern eher zu den Wohlgesetzten gehört.
Weiter: www.nrhz.de
 

Klara Geist

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Sehr schöne und gelungene Aktion ! Weiter so !!!!

Solidarische Grüße aus Duisburg ;)
 
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Debra

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Sehr gute Aktion!
Was passiert mit Leuten, die an solchen Aktionen und ED behandelt werden?
 

Rio

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Hallo Debra,
um Deine Frage zu beantworten.

In der Regel geschieht über Monate nichts. Dann kommt ggf. ein Schreiben der Staatsanwaltschaft, dass gegen 'dich' ein Ermittlungsverfahren wegen z.B. "Hausfriedensbruch" eingeleitet wurde oder 'du' diesbezüglich als Zeuge interessant bist, verbunden mit einer polizeilichen Vorladung.

Nach dem Grundsatz i.S. von 'Anna und Arthur halten's Maul' ( Die Geschichte von Anna & Arthur ) ist dringend zu empfehlen, die nette Einladung tunlichst auszuschlagen. Erst eine gerichtliche Vorladung ist ggf. verpflichtend.

Parallel sollte man innerhalb einer Gruppe und mit Unterstützung eines Rechtsanwaltes darüber beraten, wie man einem drohenden Gerichtsverfahren strategisch begegnen kann. (Wäre ja im oben beschriebenen Fall nicht uninteressant, die handelnden Polizisten als Zeuge vorladen zu lassen oder aber die Caritas-Chefetage oder was weiß ich. Das geht! Verbunden mit einem politischen Statement zur Sache und Sachlage, können solche Verfahren auch durchaus positive Nebenwirkungen haben.)

Im Falle von Strafbescheiden o.a. Geldbußen, gibt es die Möglichkeit, eine Förderung bei der "Bunten Hilfe" anzufragen.

In jedem Fall sollte man sich immer solidarisch gegenüber den einzelnen Angeklagten zeigen, sofern ihr vermeintliches "Vergehen" ebenfalls als solidarischer Akt zu werten ist! Insofern erwarten wir in Köln mit großer Spannung einen Prozess gegen zwei Menschen, wobei es um Geschehnisse vom ersten großen 'Zahltag!' in 2007(!) gehen wird.

Vorausichtlicher Termin ist der 15.06.2009, 11:30 Uhr, am Landgericht Köln, Luxemburger Straße (direkt neben ARGE Mitte). Der große Saal ist bereits gebucht.

Liebe Grüße, ... Rio
 

ro2967

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tja, als hsa4 kommt man viel umher und lernt viele leute kennen. mit guten willen an gottes tut man das was ein aufgetragen wird.bis man leute kennenlernt die dort gearbeitet hatten und dann fragt man sich schon ob das richtig ist was man gerade tut wenn jemand dein job gemacht hat der davon gelebt hatte:cool:
 

Irisanna

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Ich bin bei der Caritas beschäftigt. In unserer Dienststelle gibt es keine 1€-Jobber und diese sog. Beschäftigungs-Maßnahme wird von unserer gesamten Dienststelle sehr kritisch gesehen. Uns MitarbeiterInnen ist vollkommen bewusst, dass Hartz IV menschenverachtende Armut bedeutet und wir arbeiten täglich mit und für Betroffene/n (und ich war einst selbst betroffen!).

Es sollte nicht aus dem Blick verloren gehen, dass die Caritas kostenfreie Hilfe anbietet: Sei es gegen ALGII-Bescheide, Wohnungslosigkeit, Kindeswohlgefährdung, persönlicher Schwierigkeiten usw. Wir kämpfen durchaus gegen Behörden, stellen Anträge für Familien bei diversen Stiftungen für Gelder und wir helfen Familien, dass ihre Kinder bei ihnen bleiben können, wenn es denn Sinn macht und zum Vorteil der Kinder ist.

Armut HAT viele Gesichter, ich sehe sie jeden Tag in meiner Arbeit, aber auch in meinem Umfeld. Die Caritas ermöglicht mir da zu helfen, wo Not und Armut zugeschlagen haben. Die Gesetzte, die SGBs kann ich nicht ändern. Ich möchte jedoch nicht für meine Arbeit, für die ich mühselig als Erwachsene knapp 7 Jahre die Schulbank gedrückt und in Armut gelebt habe, schlecht geredet wissen, weil mein AG Caritas heißt.

Die Caritas hat mehr als eine Seite ....
 
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Armut hat viele Gesichter – aber keine Stimme!

Und versucht die Armut, sich Gehör zu verschaffen, ruft die Caritas die Polizei!
Dies war am Freitag, dem 27.03.2009, beim alljährlich stattfindenden Sektempfang der Caritas zu erleben, der unter dem Namen „Armut hat viele Gesichter“ stattfand.
Eine kleine Gruppe von Demonstranten sollte mit einem übermächtigen Polizeiaufgebot daran gehindert werden, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrzunehmen.
Alle reden über uns, jedoch traut man sich nicht, uns mitreden zu lassen“, so die Sprecherin der Partei DIE LINKE Köln, Elisabeth Sachse.
Unter dem Deckmantel der Mildtätigkeit und des Altruismus präsentierte die Caritas ihre Vorstellungen zur Umsetzung des Konzeptes „Fördern und Fordern“, um somit finanzielle Unterstützung einzuwerben.
Dafür wurden die gutbürgerlichen Klischees der selbstverschuldeten Armut und des Elends bedient: Allein Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie unglückliche familiäre Umstände würden zu persönlichem Versagen und Elend führen.
Unter der Voraussetzung, dass die Betroffenen selbst die Verantwortung für ihre persönliche Problemlage übernehmen, ist die Caritas bereit, helfend einzugreifen, z. B. mittels ‚Integrationsmaßnahmen‘ wie Ein-Euro-Jobs. Diese Ein-Euro-Jobs sind keine regulären, sondern disziplinierende und mit Sanktionen flankierte Beschäftigungsverhältnisse.
Mit der Umsetzung solcher Maßnahmen wird die Caritas sogar zum finanziellen Nutznießer der Hartz-Reformen: Denn jeder ‚Betreuungsfall‘ in einem Ein-Euro-Job wird mit mindestens 300 Euro aus Steuermitteln vergütet.
Um die Armut in unserem Land zu bekämpfen, bedarf es jedoch ganz anderer Maßnahmen. Die Projektgruppe „Für soziale Gerechtigkeit – Jetzt Aufstehen gegen Hartz IV!“ der Partei DIE LINKE Köln fordert:

die Abschaffung der Hartz-Gesetze;

die Umwandlung der Ein-Euro-Jobs in existenzsichernde, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

Siehe: www.die-linke-koeln.de
 

rtfm

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@Irisanna: Besser als das Ignorieren von 1Euro-Shice ist - gerade wenn du in einer sozialen Einrichtung arbeitest - denjenigen, welche gezwungenermassen ebendiese Art von Taetigkeit annehmen muessen ein entsprechend positives Umfeld zu bieten. Ich moechte jetzt nicht darauf eingehen, warum, wie und weshalb, aber als Massnahmentraeger konnten wir, bzw. mir nahestehende NGOs vielen gezwungenermassenen 1EURO-Jobbern ein ruhiges halbes Jahr ohne den Terror der #@*!8&%-Sachbearbeiter(innen) der ARGE verschaffen. Dass dies keine dauerhafte Loesung ist, ist mir auch klar. Aber wenn man als bspw. gemeinnuetzige Organisation die Moeglichkeit hat, sollte man Arbeitslose (egal wie qualifiziert oder unqualifiziert) unterstuetzen. Wenn eine Caritas-Filiale das nicht tut, finde ich das eher beschaemend. MfG RTFM
 
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AW: Armut hat viele Gesichter – aber keine Stimme!

... und diese deine aussage genügt um mein persönlicher freund zu sein (zu werden), lieber @Mambo.


ps
... und sssschwubs isser wieder wech, der pöse pöse verschwörungs-benny...:biggrin:
Es muss wirklich schwierig sein seine verschiedenen Identitäten unter einen Hut zu bekommen.
Bleibt doch mal bei einer Person, benny.
 
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