Kleiner Job 8-14 Std. Monatlich – wie berechnet das Jobcenter?

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Jariff

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Hallo, ich habe ab Juli einen netten kleinen Job, 8 – 14 Std. monatlich, 10.-€/Std.
Vielleicht können es auch ein paar Std. mehr werden. Mehr als 20 Std. monatlich aber nicht. Ich bekomme ALG II. Weitere Einkünfte gibt es nicht.

Reparaturen im Garten und Außenbereich sind die Aufgaben. Ich arbeite fast durchgehend mit Behinderten zusammen.

Ich habe dazu schon folgende Beiträge gelesen:

https://www.elo-forum.org/alg-ii/103379-berechnung-zuverdienst.html

und

https://www.elo-forum.org/euro-job-mini-job/40182-minijob-100euro-angerechnet.html


Daraus ergibt sich für mich nun folgendes Bild

Die einfache Rechnung wäre:
100 € sind frei
101-800 € = 20% frei
801-1200 € = 10% frei
zB bei 14Std. = 140 € Einkommen
100 € sind frei
+ 8 € (20 % von 40 €)
108 € Gesamtfreibetrag / ALG II wird um 32 € gekürzt
Wenn nun aber § 3 Nr. 26 EStG greift wäre es doch wie folgt:
200 € erhöhter Grundfreibetrag (ehm. 175 €)
+ 8 € (20 % von 40 €)
208 € Gesamtfreibetrag / ALG II wird nicht berührt
Oder findet § 3 Nr. 26 EStG nur Anwendung wenn es um Berechnung von Aufwendungen geht z.B. Fahrkosten und hat auf das ALG II direkt gar keinen Einfluss? So ganz blicke ich das noch nicht.

Hoffe jemand kann da helfen

LG Jariff
 
L

LMAARGE

Gast
ALG 2 berechnet sich immer nach dem Sozialgesetzbuch.:icon_mued:
und ist aus Steuersicht kein Einkommen oder ersatzweise auch
keine hauptberufliche Ersatzeinnahmequelle. Daher wird man hier auch
nicht von einem nebenberuflichen Einkommen ausgehen können
und dann greift vom Verständnis auch §3 EstG hier gar nicht.
Das Einkommensteuergesetz wird sowieso keine Anwendung finden
wenn man die Mindesteinkommensgrenze nicht überschritten hat,
so das Steuern fällig würden und wenn doch, dann kommt man
schnell in den Vollerwerbsbereich wo ALG2 dann erlischt.:wink:
Das sollte sich an den offiziellen Zahlen ablesen lassen.

Mir scheint, das die erste Rechnung/Überlegung richtig ist.:icon_klatsch:
Letztendlich hat die Arge das zu entscheiden, aber sich ausführlich zu
informieren, ist ja nicht schlecht, ganz im Gegenteil.:icon_daumen:

Natürlich alles ohne Gewähr.
 

Hartzeola

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ALG 2 berechnet sich immer nach dem Sozialgesetzbuch.:icon_mued:
und ist aus Steuersicht kein Einkommen oder ersatzweise auch
keine hauptberufliche Ersatzeinnahmequelle. Daher wird man hier auch
nicht von einem nebenberuflichen Einkommen ausgehen können
und dann greift vom Verständnis auch §3 EstG hier gar nicht.
Das Einkommensteuergesetz wird sowieso keine Anwendung finden
wenn man die Mindesteinkommensgrenze nicht überschritten hat,
so das Steuern fällig würden und wenn doch, dann kommt man
schnell in den Vollerwerbsbereich wo ALG2 dann erlischt.:wink:
Das sollte sich an den offiziellen Zahlen ablesen lassen.

§11b Abs. 2 SGB II

Erhält eine leistungsberechtigte Person mindestens aus einer Tätigkeit Bezüge oder Einnahmen, die nach § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b des Einkommensteuergesetzes steuerfrei sind, gelten die Sätze 1 und 2 mit den Maßgaben, dass jeweils an die Stelle des Betrages von 100 Euro monatlich der Betrag von 200 Euro monatlich und an die Stelle des Betrages von 400 Euro der Betrag von 200 Euro tritt. § 11a Absatz 3 bleibt unberührt.
 

biddy

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Wenn das ein Ehrenamt und eine Aufwandentschädigung ist, dann gilt das zweite Beispiel.

Es muss nicht explizit als "Aufwandsenschädigung" deklariert und auch keine Ehrenamt sein (ich bekomme z.B. Honorar und bin nicht ehrenamtlich tätig, aber eben im pädagogischen Bereich/Betreuung [Einnahme nach Nr. 26 im nachstehenden Zitat]). Wichtig ist, dass die Bedingungen des § 3 Nr. 26, 26 a oder 26 b EStG hier greifen:
§ 3 EStG

...

26. 1Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten, aus nebenberuflichen künstlerischen Tätigkeiten oder der nebenberuflichen Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen im Dienst oder im Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet, oder einer unter § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung) bis zur Höhe von insgesamt 2.400 Euro im Jahr. 2Überschreiten die Einnahmen für die in Satz 1 bezeichneten Tätigkeiten den steuerfreien Betrag, dürfen die mit den nebenberuflichen Tätigkeiten in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Ausgaben abweichend von § 3c nur insoweit als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen;

26a. 1Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten im Dienst oder Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet, oder einer unter § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung) bis zur Höhe von insgesamt 720 Euro im Jahr. 2Die Steuerbefreiung ist ausgeschlossen, wenn für die Einnahmen aus der Tätigkeit - ganz oder teilweise - eine Steuerbefreiung nach § 3 Nummer 12, 26 oder 26b gewährt wird. 3Überschreiten die Einnahmen für die in Satz 1 bezeichneten Tätigkeiten den steuerfreien Betrag, dürfen die mit den nebenberuflichen Tätigkeiten in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Ausgaben abweichend von § 3c nur insoweit als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen;

26b. 1Aufwandsentschädigungen nach § 1835a des Bürgerlichen Gesetzbuchs, soweit sie zusammen mit den steuerfreien Einnahmen im Sinne der Nummer 26 den Freibetrag nach Nummer 26 Satz 1 nicht überschreiten. 2Nummer 26 Satz 2 gilt entsprechend;
Quelle

Zur Info eine von vielen Seiten im Netz:
*klick* Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale: Steuerfreie Nebenverdienste | akademie.de
 

Jariff

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Besten Dank für die Infos.

Nun werde ich erstmal dem Augustbescheid vom Jobcenter widersprechen, dort haben sie mir 200€ Einahmen angerechnet und damit 80€ abgezogen. Gemeldet habe ich denen aber max. 14 Std. mit dem Hinweis - genaueres mit der 1. Abrechnung für Juli diese gibt es aber erst Anfang August -

Ist es üblich, dass das Jobcenter die zu erwartenden Einnahmen erst mal in blaue hinein hochrechnet? Obwohl man ganz klar max. 14 Std. á 10€ gemeldet hat.

Nicht nur rechtswidrig sondern auch willkürlich denke ich.

LG Jariff
 
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