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ticco

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#1
Hallo,

mir kam gerade die Idee, ob es vielleicht sinnvoll wäre, wenn alle 1-Euro-Jobber mit einem Sticker, einer Armbinde oder ähnliches rumlaufen, einfach mit der Aufschrift: 1-Euro-Jobber.

So werden sie in der Öffentlichkeit sichtbar, jeder Kollege oder Aussenstehende sähe, wieviele EEJer wo eingesetzt werden.
Die Assoziationen, die dabei entstehen können, sprächen für sich selbst...

Wäre so eine Aktion illegal?
Dürfte der "Arbeitgeber" verbieten, dass man so einen Sticker trägt?
Es sollte ja schliesslich kein Gemeinnis sein.

Gruss - ticco
 

Arania

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#2
Ich glaube nicht das es illegal wäre, aber bring sie doch nicht auf Ideen, die sie noch nicht hatten :(
 

Bruno1st

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#3
Arania sagte :
Ich glaube nicht das es illegal wäre, aber bring sie doch nicht auf Ideen, die sie noch nicht hatten :(
Die Idee hatten die sicher schon - billige Overalls aus Fern Ost und schon kann man den Kleideranteil senken.

Ich würde andenken : Ich arbeite schon umsonst - wann kommst du dazu ?
 

Clou2

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#4
Ja grade dass ist die Idee und das was er will!


Ich bin ein 1€Jober und vernichte einen regulären Sozial-Versicherungspflichtigen Arbeitsplatz!
Vom Staat dazu verdonnert Jobs zu vernichten und mich als Sozial-Schmarotzer beschimpfen zulassen!
Ich nehme auch Dir deinen Arbeitsplatz weg wenn der Staat es will!

Einen schönen Gruss von den Hartz-4 machern.

:motz: ;)

clou2
 

ticco

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#5
Ich glaube nicht das es illegal wäre, aber bring sie doch nicht auf Ideen, die sie noch nicht hatten
Ich meinte natürlich keine Pflichtuniform für 1-Euro-Jobber, wie grauslig.

Für mich wäre so eine Armbinde ein Wink mit dem Zaunpfahl: Seht, ich bin ein Zwangsarbeiter. Erinnert euch das an was? Sich also nicht als 1-Euro-Jobber verstecken, sondern das Gegenteil.
Vielleicht erschreckt es dann doch ein paar Leute, wenn sie sehen wie viele es schon gibt.

Deutschland würde in den Augen des europäischen Auslandes ein schlechtes Bild abgeben. Oder T-shirts mit der Aufschrift: Heute ich, morgen Du.
Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Dienst nach Vorschrift kann auch stören.
 
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#6
Das dürfte besonders effektiv sein, wenn der 'markierte' 1€-Jobber eine Tätigkeit ausführt, die in keinster Weise gemeinnützig ist. Denn nur so könnte man die Ungläubigen endlich davon überzeugen das die Politiker das Volk nur verarschen :dampf:
 

Bulldog-BS

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#7
Sich also nicht als 1-Euro-Jobber verstecken, sondern das Gegenteil.

Yepp - das müßte der richtige Weg sein.

Hänge mir mal ein Schild an mein Fahrrad. Im Alltag Protest zu zeigen kann viel bewegen.
 

ticco

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#8
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Hänge mir mal ein Schild an mein Fahrrad. Im Alltag Protest zu zeigen kann viel bewegen.
Toll, das finde ich mutig, und ich glaube auch, dass das etwas bewegen kann. Könntest du uns ab und zu von Reaktionen berichten, die du so erfährst? Das fände ich super interessant.

Ich finde, das Sich-nicht-verstecken ist ein Signalisieren von Selbstbewusstsein. Die Regierung hätte ja gerne, dass sich jeder Arbeitslose als faul/Schmarotzer/minderwertiger Mensch fühlt, der duckend und still und leise die Zwangsarbeit leistet. So ein Schild dreht dann den Spiess um und sagt: Hier, ich bin ein 1-Euro-Jobber, es gibt mich und viele andere, seht hin. Wir verstecken uns nicht.
Und irgendwann, falls sich sowas verbreitet, werden die ersten Fotos in den Zeitungen erscheinen, dann werden auch die Medien darüber berichten, erst in Deutschland, dann im Ausland, usw.

Was ich auch gut finde ist, dass auf so einem Schild (1-Euro-Jobber) oder so nichtmal eine Wertung steht, es ist nur eine Feststellung von Tatsachen. Das Nachdenken darüber machen dann die Leute, die die Schilder/Sticker sehen.
Das dürfte noch nichtmal als "politische Äusserung" gewertet werden, die eventuell "unerwünscht" ist. Wenn ein Mensch auf seinem T-shirt "Mensch" stehen hat, dann ist das genausowenig eine politische Äusserung wie wenn ein 1-Euro-Jobber, der sich 1-Euro-Jobber nennt. :)

Ich stelle mir gerade die Folgen in Einrichtungen wie Altersheimen vor, wenn die Familie, die die Oma am Sonntag im Heim besucht, dann einige 1-Euro-Jobber rumlaufen sieht. Das diskreditiert dann auch das Altersheim (ich will nicht damit sagen, dass die EEJ keine gute Arbeit leisten), aber es heisst: unser Altersheim gibt kein Geld aus für ausgebildete Pfleger. Wir greifen auf EEJ zurück, was dann die Besucher oder die alten Leute selbst verunsichern kann.
Desgleichen in Krankenhäusern, Kindergärten usw.
Die Leute wollen doch meist, dass ausgebildete Fachkräfte den Job machen. Wenn man dann plötzlich sieht, wieviel der EEJ verwendet und missbraucht wird, dann rüttelt das das Bewusstsein wach.
(Ich komm jetzt ins Träumen.... :)
 

Bulldog-BS

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#9
Was schreibt man drauf ??
Vorschlag meinerseits: 1€ jobber - dein Arbeitsplatz gehört mir - Du weißt es nur nicht.

Auf alle Fälle frech und provokant.
 

ticco

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#10
Ich persönlich würde einfach "1-Euro-Jobber" oder "Ich bin ein 1-Euro-Jobber" schreiben. Aber das hat auch was mit meiner Persönlichkeit zu tun. Wenn Du mehr Bock auf Provokation hast, fände ich z.B. "Ich vernichte deinen Arbeitsplatz - für 1 Euro" auch nicht schlecht.

Ich habe übrigens in einem Forum über Recht folgendes zu dem Thema gelesen:

> Ein 1-Euro-Jobber läuft auf seinem EE-Arbeitsplatz mit einem Sticker an seinem Hemd rum,der die Aufschrift trägt "1-Euro-Jobber".

> Könnte der Arbeitgeber ihm das Tragen eines solchen Stickers verbieten?

Es gibt keinen Arbeitgeber. Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigungen sind öffentlich-rechtlicher Natur. Damit entfalten die Grundrechte des Gelegenheitsarbeiters ihre volle Wirkung, mithin auch sein Recht auf freie Meinungsäußerung. Rechtfertigungen für eine Einschränkung vermag ich nicht zu erkennen.
Also falls da gemeckert wird, man solle den Sticker/Aufnäher abnehmen, dann soll man erstmal ein ECHTES Arbeitsangebot machen, bevor man mit solchen Forderungen kommt. :)
 

Arania

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#11
Tatsache könnte aber sein das man dann nach Hause geschickt wird und die ARGE die Nachricht bekommt man will aufwiegeln und provozieren, damit muß man rechnen und umgehen können
 

ticco

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#12
Ok, deshalb würde ich persönlich provokante Aufnäher nicht nehmen.

Die einfache Information, dass man ein 1-Euro-Jobber ist, ist ja an sich keine Provokation, sondern nur eine Information.

Mit "1-Euro-Jobber" genau wie "Mensch" oder "Mann", "Frau" ist die Sichtweise der Provokation kaum nachvollziehbar.
 

Arania

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#13
Tja das ist auch Ansichtssache, ich habe ja nur aufgezählt was passieren könnte, entscheiden musst Du selber :hug:
 

ticco

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#14
Tja das ist auch Ansichtssache, ich habe ja nur aufgezählt was passieren könnte, entscheiden musst Du selber
Das war auch genau richtig, darauf hinzuweisen. Es ist immer besser, wenn man auf Widerstand vorbereitet ist. Je nachdem wie der Wind weht, sollte man sich vielleicht sogar im Vorfeld bei irgendwelchen Gruppierungen absichern (Gewerkschaft, politische Gruppierungen, Vereine), sie über die AKtion informieren und fragen, ob man mit ihrer Hilfe rechnen kann, falls es zu Druck, Drohungen, missbräuchlichen Meldungen bei der BA gibt. (Hilfe = Öffentlichkeitsarbeit, Rechtsberatung usw.), und sich mit EE-Kollegen absprechen.
Wenn unter 10 EEJ nur einer mit einem Sticker rumläuft, kann er leichter gemobbt werden, als wenn 10 Kollegen damit rumlaufen.

Ein EEJer, dem wegen des Tragens eines Stickers "1-Euro-Jobber" das Arbeitslosengeld gekürzt oder gestrichen wird, das könnte eine Schlagzeile werden, die das Image der BA schädigt. Es wird aber nur zu einer Schlagzeile kommen, wenn man die nötige Unterstützung hat.
 

Arania

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#15
Ich will Dir da sicher keine Illusionen rauben, aber eine politische Gruppierung die Dich da unterstützen würde, daran kann ich selber nicht glauben :(
 
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#17
ticco sagte :
Hallo,

mir kam gerade die Idee, ob es vielleicht sinnvoll wäre, wenn alle 1-Euro-Jobber mit einem Sticker, einer Armbinde oder ähnliches rumlaufen, einfach mit der Aufschrift: 1-Euro-Jobber.

So werden sie in der Öffentlichkeit sichtbar, jeder Kollege oder Aussenstehende sähe, wieviele EEJer wo eingesetzt werden.
Die Assoziationen, die dabei entstehen können, sprächen für sich selbst...

Wäre so eine Aktion illegal?
Dürfte der "Arbeitgeber" verbieten, dass man so einen Sticker trägt?
Es sollte ja schliesslich kein Gemeinnis sein.

Gruss - ticco
Eine solche Aktion ist bis jetzt noch nicht illegal obwohl solche "culture jamming"
Aktionen und Aubegehrlichkeiten nicht gerne gesehen sind. Auch muss natürlich von
Verunglimpfung etc. abgesehen werden wie wegen mir eine Hakenkreuzarmbinde
mit Bundesarbeitsdienst Aufschrift.

Ich persönlich würde mir dann ja aber auch ein orangenes Overall zulegen wie es
im US-Strafvollzug für Risikogefangene üblich ist. Natürlich statt üblicher Aufschrift
"Texas Department of Criminal Justice" oder "Department of Corrections" dann halt
"Zwangsarbeiter. Ab und zu gibt es da was auf Ebay wie z.B

http://cgi.ebay.com/US-Federal-Prison-Industry-FPI-White-House-t- shirt-XL_W0QQitemZ260021315668QQihZ016QQcategoryZ15687QQrdZ1QQcmd ZViewItem

Ein T-Shit das 60 Jahre Bundesgefängnisindustrie kommemoriert.

Wenn nicht lässt sich ein solcher orangener Jumpsuit bestimmt auch anders
auftreiben.

Nun... es gibt natürlich im Arbeitsrecht durchaus die Maßgabe man müsse sich so
kleiden wie es für die auszufüllende Stelle erforderlich ist, d.h. das ein Bankangestellter
sich keinen Irokesen Schnitt und "Rotfront!"-Anstecker leisten darf etc. Die Frage
stellt sich hier jedoch wieder da ein EEJ kein Arbeitsverhältnis ist. Natürlich kann nun
argumentiert werden, die EEJ diene ja gerade der Arbeitserprobung und als solche
sollten sowohl Grundsätze aus der Beschäftigung gegen Geld auch in der
Zwangsbeschäftigung gelten...

aber das würde ich doch dann mal darauf ankommnen lassen ob man mir verbieten
könne andere auf meine Situation bei der Arbeit hinzuweisen... auch mit einer
Hartz-IV Armbinde.

SIcherlich wird es Konsequenzen geben aber Widerstand ist nicht umsonst oder
leicht sonst würde es jeder tun.
 
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