Klage SG wg. GdB. Landkreis will Vergleich. Was tun? (1 Betrachter)

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Kasalis

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Hallo ihr Lieben,

ich habe 2013 einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt, ebenso auf Erwerbsminderungsrente. Die Rentenversicherung hat dann 2016 volle Erwerbsminderung bis zur Altersrente festgestellt.

Die Antwort des Versorgungsamtes auf meinen Antrag auf GdB dagegen war eine Frechheit und ist seit dem ein stĂ€ndiges Ärgernis.

Ein GdB von 30 wurde mir damals zugstanden, worauf ich widersprach und Klage beim SG einreichte. Es gab keinerlei Regung vom Versorgungsamt. Gutachten die ich einreichte, wurden ignoriert und letztlich war das Versorgungsamt der Meinung, dass ich mich glĂŒcklich schĂ€tzen soll, ĂŒberhaupt GdB 30 bekommen zu haben.

Ich sah das aber ganz und gar nicht so. Aus welchem Grund sollte die Rentenversicherung mir direkt beim Erstantrag volle Erwerbsminderung unbegrenzt zugestehen, wenn mir nichts fehlen wĂŒrde? Also schickte ich den Rentenbescheid mit dieser Frage an das Gericht.

Nun bekam ich Post vom Versorgungsamt:

Was soll ich damit anfangen? Erst jahrelang nix und nun wollen sie einen Vergleich? Und dieser ist auch Unfug, weil ich mit GdB 50 nichts mehr anfangen kann, weil ich ja berentet bin.
Ebenso finde ich es eine Frechheit, das die 50 auch noch begrenzt sind und ich dann nochmal ĂŒberprĂŒft werden soll. Von meinen Merkzeichen fehlt auch jede Spur.

Ich bin gerade ĂŒberfordert.

Was meint ihr denn dazu?
Was mach ich denn nun?
Bin mal wieder auf euren Rat angewiesen.

Was mich auch noch interessiert: Darf das Versorgungsamt zur ÜberprĂŒfung ĂŒberhaupt ein neues Rentengutachten verlangen?

Warum sollte ich mich freiwillig von der Rentenversicherung neu begutachten lassen, wenn ich eine unbegrenzte EM Rente habe. Da wÀre ich ja schön blöd, oder verstehe ich da was falsch?

GrĂŒĂŸe von der auf dem Schlauch stehenden Kasalis
 

AnhÀnge

P

Pichilemu

Gast
Dieser Vergleich ist m. E. unzulĂ€ssig, da er eine Rechtspflicht gegenĂŒber einem Dritten (nĂ€mlich der DRV) begrĂŒnden soll. Die sind nĂ€mlich bei einer unbefristeten EM-Rente in keinster Weise verpflichtet dich erneut zu begutachten nur weil es das Versorgungsamt so will.
 

Flodder

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Einem Vergleich musst du nicht zustimmen. Dann wird halt ein Richter am Sozialgericht entscheiden mĂŒssen
 

Doppeloma

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Hallo Kasalis,

ich habe 2013 einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt, ebenso auf Erwerbsminderungsrente. Die Rentenversicherung hat dann 2016 volle Erwerbsminderung bis zur Altersrente festgestellt.
Dir ist aber bekannt, dass die Entscheidungen der Rentenkasse (Feststellungen zur ErwerbsfÀhigkeit) ganz anderen GrundsÀtzen folgen als die Entscheidungen des Versorgungsamtes zum Grad der Behinderung ???

Eine EM-Rente kann man durchaus auch bekommen, wenn man ĂŒberhaupt keinen Behinderten-Grad hat und arbeiten kann man (an einem geeigneten Arbeitsplatz) auch noch als Schwerstbehinderter mit GdB 100.

Die Antwort des Versorgungsamtes auf meinen Antrag auf GdB dagegen war eine Frechheit und ist seit dem ein stĂ€ndiges Ärgernis.
Das Eine hat also mit dem Anderen wenig bis gar nichts zu tun, ein hoher GdB besagt also umgekehrt auch nicht, dass man EM sein muss und eine EM-Rente bekommen wird ... diesem "Irrglauben" unterliegen auch Einige Antragsteller, denen die EM-Rente streitig gemacht wird.

Ein GdB von 30 wurde mir damals zugstanden, worauf ich widersprach und Klage beim SG einreichte. Es gab keinerlei Regung vom Versorgungsamt. Gutachten die ich einreichte, wurden ignoriert und letztlich war das Versorgungsamt der Meinung, dass ich mich glĂŒcklich schĂ€tzen soll, ĂŒberhaupt GdB 30 bekommen zu haben.
Aus verstĂ€ndlichen GrĂŒnden hast du den Teil abgedeckt wo die gesundheitliche Ursache dafĂŒr genannt wird ... zum Vergleich wurde ich am Herzen operiert und habe seit knapp 10 Jahren eine mechanische Herzklappe ... dafĂŒr gibt es lt. GdB - Liste einen GdB von 30 und den bekam ich auch direkt bewilligt ...

Mein Partner hatte nach 2 großen Bandscheiben-OP auch immer noch GdB 30, das soll dir nur gewisse Relationen verstĂ€ndlich machen, denn fĂŒr meine psychischen EinschrĂ€nkungen (zusĂ€tzlich zur Herzklappe und damit verbundenen weiteren Beschwerden) haben bisher auch nicht fĂŒr GdB 50 "gereicht" ... :icon_evil:

Ich war fast 4 Jahre wegen der psychischen Probleme AU geschrieben und bekam letztlich die EM-Rente auch deswegen bewilligt (allerdings erst am SG), hatte meine EinschrĂ€nkungen und besonders eben auch den Verlust der ErwerbsfĂ€higkeit ausfĂŒhrlich beschrieben fĂŒr das Versorgungs-Amt ...

Was bekam ich zur Antwort, dass es unwichtig sei fĂŒr die Feststellung eines (höheren) GdB ob ich noch beruflich tĂ€tig sein könne oder nicht, das habe dort fĂŒr die Entscheidungen KEINE Relevanz, mein GdB wurde nicht mal von 40 auf die Schwerbehinderung angehoben.

Meine psychischen BeeintrĂ€chtigungen wurden in den "leichten Bereich" der Liste eingeordnet und mit GdB 20 bewertet /anerkannt, was aber keine Erhöhung des Gesamt-GdB erfordert ... es ist also EGAL ob man deswegen nicht mehr ErwerbsfĂ€hig ist, dafĂŒr zahlt ja die DRV die EM-Rente ...

Persönlich habe ich kein Interesse mehr daran das Versorgungsamt vom Gegenteil zu ĂŒberzeugen, denn wie du selbst schon festgestellt hast bringt ein Schwerbehinderten-Ausweis fĂŒr einen Voll-EM-Rentner kaum noch irgendwelche "Vorteile" ...

Dir wird ja nicht mal die "dauernde Einbuße der körperlichen Beweglichkeit" anerkannt, das wurde mir schon mit dem GdB 30 zusĂ€tzlich bestĂ€tigt, aber das hat wohl mit der Herz-Geschichte zu tun, so bekommst du nicht mal die Steuer-Erleichterungen sofern du mal Steuern zahlen musst auf deine Rente oder ein Ehepartner von dir Steuern zahlt.

Ansonsten hast du davon auch NIX ... was also erwartest du als Ergebnis wenn du diesen Kampf weiter fĂŒhren willst und das Angebot ablehnst ...

Ich selbst hĂ€tte wegen GdB niemals ein Gerichtsverfahren auf mich genommen, ich bin froh vor solchen Verfahren endlich meine Ruhe zu haben ... ich reiche fĂŒr mich auch keine Verschlimmerungs-AntrĂ€ge mehr ein, es sei denn es wĂ€re wirklich mal was klar (zusĂ€tzlich) Relevantes noch aufzunehmen, darauf kann ich aber auch gut verzichten.

Ich sah das aber ganz und gar nicht so. Aus welchem Grund sollte die Rentenversicherung mir direkt beim Erstantrag volle Erwerbsminderung unbegrenzt zugestehen, wenn mir nichts fehlen wĂŒrde? Also schickte ich den Rentenbescheid mit dieser Frage an das Gericht.
Es behauptet ja Niemand, dass dir nichts fehlen wĂŒrde, den GdB gibt es fĂŒr EinschrĂ€nkungen im tĂ€glichen Leben (nicht nur bei der Arbeit) und diese EinschrĂ€nkungen mĂŒssen ĂŒberwiegend/ dauerhaft und abweichend vom aktuellen Lebensalter, dein gesamtes Leben schwer bis sehr schwer belasten ...

Die gesundheitlichen Beurteilungen zum GdB haben mit den Kriterien bei der DRV zur Erwerbsminderung nicht viel zu tun, wie ich es oben schon beschrieben habe begrĂŒndet eine bewilligte EM-Vollrente keinen "automatischen" Anspruch auf einen hohen Behinderten-Grad plus diverser Merkzeichen ... :icon_evil:

Die EM-Rente besagt nur, dass du insgesamt nicht mehr in der Lage bist deinen Lebensunterhalt mit regelmĂ€ĂŸiger Berufsarbeit zu verdienen, das sagt eigentlich gar nichts dazu aus, wie du dein sonstiges privates Leben noch gestalten kannst ...

Ich weiß das ist schwer zu verstehen aber man muss das wirklich trennen (können), ob du nach der Arbeit zu Hause noch was zu Wege bringst ist der DRV eigentlich dabei völlig EGAL ...

Persönlich haben sich auch langfristig die psychischen Probleme relativiert, als ich nicht mehr dem stĂ€ndigen Druck ausgesetzt war arbeiten gehen zu sollen /mĂŒssen, um eine Existenzberechtigung fĂŒr die "Umwelt und die DRV" zu haben ...

Ich kann jetzt manche Dinge entspannter angehen und wieder bewÀltigen, seit ich mir selbst einteilen kann wann ich was machen möchte und schaffe das dann auch wenn ich einen "guten Tag" habe, wieder (jeden Tag) arbeiten gehen ist trotzdem NICHT mehr möglich, das geht eben nur deswegen weil ich jetzt NICHT mehr zur Arbeit gehen MUSS und trotzdem keine Existenzangst mehr habe ... :icon_evil:

Bin ich nun alleine deswegen auch schwer behindert, wo es mir doch eigentlich insgesamt damit wieder deutlich besser geht als in der Zeit des EM-Renten-Kampfes (was mich psychisch zusĂ€tzlich schwer belastet hat) ... wofĂŒr sollte mir also das Versorgungs-AMT einen höheren GdB geben mĂŒssen ... die EM-Rente alleine ist KEIN Grund dafĂŒr ... der Bescheid ist keine Entscheidungsgrundlage zum GdB ... :icon_evil:

Denn kennt unser Versorgungsamt gar nicht, denn das hÀtte ohnehin keine Auswirkungen auf die Entscheidungen dort ...

Mein MÀnne hat inzwischen GdB 90 und das Merkzeichen "G" ... aber nicht wegen seiner EM-Rente sondern weil man ihm letztes Jahr einen Defibrillator einsetzen musste, um permanent den drohenden "plötzlichen Herztod" (hoffentlich noch lange) zu verhindern ...

Ich weiß nicht ob man sich so was "wĂŒnscht", um einen hohen GdB und ein Merkzeichen zu bekommen (ich glaube er hĂ€tte gerne darauf verzichtet), wegen seiner ganzen RĂŒcken- und Knochenprobleme hatte er das jahrelang vergeblich beantragt, trotz EM-Rente wegen der gleichen Gesundheitsprobleme.

Was soll ich damit anfangen? Erst jahrelang nix und nun wollen sie einen Vergleich? Und dieser ist auch Unfug, weil ich mit GdB 50 nichts mehr anfangen kann, weil ich ja berentet bin.
Behörden verlieren nun mal nicht gerne Prozesse am SG und wollen solche Sachen auch mal zum Ende bringen, was die dazu schreiben klingt nicht als wĂŒrden sie es aus irgendeinem anderen Grund machen ... was willst du mit mehr GdB anfangen, wozu hast du das ganze Verfahren ĂŒberhaupt betrieben, wenn du den Ausweis nun eigentlich gar nicht haben willst ...

Sorry aber das verstehe ich nicht ...

Ebenso finde ich es eine Frechheit, das die 50 auch noch begrenzt sind und ich dann nochmal ĂŒberprĂŒft werden soll. Von meinen Merkzeichen fehlt auch jede Spur.
Warum das begrenzt wurde weiß ich auch nicht (ich nehme an die wollten jetzt einfach erst mal Ruhe reinbringen, damit das Verfahren beendet werden kann) und welche Merkzeichen bitte erwartest du zu bekommen ??? :icon_kinn:


Was mach ich denn nun?
Nimm den Vergleich an und zieh die Klage dann zurĂŒck, es sei denn du möchtest noch lĂ€nger am Gericht herum hĂ€ngen fĂŒr eigentlich NIX ...
Wenn du ablehnst wird man die Klage abweisen und es bleibt bei GdB 30 ...

Was mich auch noch interessiert: Darf das Versorgungsamt zur ÜberprĂŒfung ĂŒberhaupt ein neues Rentengutachten verlangen?
Nein, denn die Rentenkasse begutachtet nicht wegen GdB ... da haben die sich wohl "blöde" ausgedrĂŒckt ...
Ich nehme an du bist noch relativ jung und da werden (in der Regel) auch EM-Renten ohne Befristung regelmĂ€ĂŸig ĂŒberprĂŒft (mit einem Fragebogen), dann werden die nur wissen wollen (von dir) ob sich an der Entscheidung der DRV irgendwas geĂ€ndert hat.

Alles nur Vermutungen muss ich zugeben, denn einen solchen "Aufriss" hĂ€tte ich wegen GdB nie veranstaltet, da kann man doch viel leichter immer wieder mal einen Verschlimmerungs-Antrag stellen anstatt sich jahrelang fĂŒr so ein Ergebnis am Gericht herum zu schlagen ...

Warum sollte ich mich freiwillig von der Rentenversicherung neu begutachten lassen, wenn ich eine unbegrenzte EM Rente habe. Da wÀre ich ja schön blöd, oder verstehe ich da was falsch?
Da verstehst du sicher was ganz falsch, die DRV begutachtet dich nicht "auf deinen Wunsch" nach den Kriterien des Versorgungsamtes, das ist gar nicht deren Aufgabe und wenn die wen begutachten wollen (wegen der EM-Rente) dann entscheiden die das immer noch selber.

Auch eine (angeblich) unbegrenzte EM-Rente kann von der DRV ĂŒberprĂŒft werden, das erfolgt aber in der Regel nur durch einen Fragebogen, der so alle 2 - 3 Jahre zugeschickt wird ..., das steht auch klar in deinem Bescheid drin, dass es "ÜberprĂŒfungen" geben kann...

Man soll sich nie "zu sicher fĂŒhlen" auch nicht mit EM-Rente auf "unbestimmte Zeit" bis zur Altersrente ... :icon_evil:

Wir sind schon zu alt, da haben die nun endgĂŒltig aufgegeben, noch irgendwas "prĂŒfen" zu wollen, bei der DRV und auch beim Versorgungsamt. :icon_hihi:

MfG Doppeloma
 

Kasalis

Elo-User*in
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Hallo Doppeloma,

vielen Dank fĂŒr deine MĂŒhe.

Ich habe beim Lesen gemerkt, dass ich es wohl besser anders geschrieben hÀtte, damit keine MissverstÀndnisse aufkommen.

Den Antrag auf Schwerbehinderung habe ich gestellt, als ich noch gearbeitet habe, auf Anraten meiner behandelnden Ärzte. Damals hĂ€tte mir das noch sehr nĂŒtzlich sein können. Die Klage habe ich damals eingereicht, als von Rente noch gar keine Rede war.

EM Rentenantrag habe ich erst spÀter gestellt, weil ich irgendwann einsehen musste, dass ich so nicht mehr arbeiten kann.

Es Ă€rgert mich halt sehr, dass die VersorgungsĂ€mter einen auf diese Weise abfertigen. Wozu gibt es GdB, wenn das Amt eh nichts unversucht lĂ€sst, um einem nichts anerkennen zu mĂŒssen. Es Ă€rgert mich auch nicht nur auf mich bezogen, sondern allgemein.

Mich hat es halt sehr irritiert, dass das Versorgungsamt eine erneute Rentenbegutachtung fordert. Hatte ich noch nie gehört.

Es hört sich vielleicht blöd an, aber mir zittern direkt die Beine, wenn ich solch Post bekomme, vor lauter Angst, dass man mir nun auch die Rente wieder aberkennt.
 
P

Pichilemu

Gast
Es gibt auch die Möglichkeit, die Klage komplett zurĂŒckzuziehen. Daraus dĂŒrfen dir m. E. fĂŒr die Rente keine Nachteile erwachsen.

Ich hatte meine GdB 50 auch erst im Widerspruchsverfahren bekommen, mir bringt der GdB aber auch ohne Arbeit etwas, weil das Kindergeld und die Familienversicherung am GdB hĂ€ngen. Wenn du meinst, du wirst damit nichts mehr anfangen können, brauchst du die Klage eigentlich nicht mehr fortzufĂŒhren. Auf keinen Fall wĂŒrde ich aber den Vergleich so unterschreiben.
 
E

ExitUser

Gast
Ich habe damals den Vergleich unterschrieben, um gleichgestellt werden zu können.

Mit 50 GdB hast du einen höheren Steuerfreibetrag, falls sich das bei dir ĂŒberhaupt auswirkt.
Du könntest ein Gegenangebot machen, in dem du die unpassenden Punkte rausnimmst.
 

Doppeloma

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Hallo Kasalis,

Ich habe beim Lesen gemerkt, dass ich es wohl besser anders geschrieben hÀtte,
damit keine MissverstÀndnisse aufkommen.
Deine Antwort macht es aber auch nicht verstĂ€ndlicher, warum du das so weit weiter verfolgt hast, wenn dir selbst inzwischen klar ist, dass dir ein Schwerbehinderten-Ausweis mit EM-Vollrente bis ins regulĂ€re Renten-Alter gar nichts mehr groß bringen kann. :icon_evil:

Den Antrag auf Schwerbehinderung habe ich gestellt, als ich noch gearbeitet habe, auf Anraten meiner behandelnden Ärzte. Damals hĂ€tte mir das noch sehr nĂŒtzlich sein können. Die Klage habe ich damals eingereicht, als von Rente noch gar keine Rede war.
Die Ärzte raten viel wenn der Tag lang ist und wenn sich die Notwendigkeit (vorhandenen Arbeitsplatz sichert man auch mit der Gleichstellung ab GdB 30) eigentlich erledigt hat (durch die EM-Rente), dann "vergessen" sie den Rat zu geben, dass man um den Schwerbehinderten-Ausweis nun auch nicht mehr weiter kĂ€mpfen braucht.

Es hĂ€tte doch genĂŒgt bei der AfA die Gleichstellung zu beantragen, mit vorhandenem Arbeitsplatz bekommt man die in der Regel problemlos und hat auch den erhöhten KĂŒndigungsschutz, so ist das damals bei mir gelaufen mit GdB 30, ich war ja auch noch fest angestellt.

EM Rentenantrag habe ich erst spÀter gestellt, weil ich irgendwann einsehen musste, dass ich so nicht mehr arbeiten kann.
Du hattest offenbar insgesamt keine "guten Berater" dabei, mir hat die Schwerbehinderten-Vertretung bei meinem AG da sehr geholfen, zu der Zeit hatte ich auch noch keinen Antrag auf EM-Rente gestellt, deine Klage wegen dem GdB 50 wÀre gar nicht nötig gewesen, um deinen Arbeitsplatz abzusichern gibt es einfachere Wege.

Noch im Erwerbsleben stehend bekommt man eher selten einen Schwerbehinderten-Ausweis wegen psychischer Probleme, da war man mit GdB 30 schon sehr "großzĂŒgig" im Erstantrag ... auch wenn du das anders siehst ... und Merkzeichen gibt es noch seltener, welche hattest du denn beantragt ???

Es Ă€rgert mich halt sehr, dass die VersorgungsĂ€mter einen auf diese Weise abfertigen. Wozu gibt es GdB, wenn das Amt eh nichts unversucht lĂ€sst, um einem nichts anerkennen zu mĂŒssen. Es Ă€rgert mich auch nicht nur auf mich bezogen, sondern allgemein.
Das ist doch kein ernsthafter Grund ein jahrelanges Gerichts-Verfahren zu betreiben, "weil es dich Àrgert und du dich und alle anderen ungerecht behandelt siehst" ...

Die Ämter prĂŒfen und entscheiden den konkreten Fall und Antrag, wie hast du denn begrĂŒndet (auch spĂ€ter am Gericht), dass du unbedingt MEHR GdB bekommen musst ... ich habe noch immer nicht verstanden welche konkreten "Vorteile" du fĂŒr dich persönlich daraus erwartest ... die dein weiteres Leben / den Alltag irgendwie positiver gestalten könnten ???

Wozu ist der GdB da ?, dafĂŒr besondere Nachteile zu erleichtern etwas "auszugleichen", die sich aus verschiedenen gesundheitlichen EinschrĂ€nkungen im alltĂ€glichen Leben ergeben und bei anderen Menschen im gleichen Alter noch nicht "ĂŒblich" sind ...

Mich hat es halt sehr irritiert, dass das Versorgungsamt eine erneute Rentenbegutachtung fordert. Hatte ich noch nie gehört.
Dazu habe ich dir oben schon geschrieben wie ich das sehe, das aktuelle "Angebot" berĂŒcksichtigt offenbar (zumindest vorerst) deine besondere psychische Lage, es ist aber (wie ich auch oben schon beschrieben habe) kein unverĂ€nderlicher Zustand, jedenfalls nicht wenn man sich auch selbst die Chance dafĂŒr gibt und sich nicht noch unnötigen Stress verschafft.

So schÀtzt das offenbar auch das Versorgungsamt im Moment ein, dass es dir psychisch in 2 Jahren durchaus wieder besser gehen könnte, mit gebesserten Beschwerden wird auch der GdB dann abgesenkt ... mit deiner EM-Rente hat das nichts zu tun. :icon_evil:

Auch mit leicht "gebesserter Psyche" bist du nicht sofort wieder ErwerbsfĂ€hig nach Rentenrecht ... aber du hast keinen Anspruch mehr auf den höheren GdB (nach dem Schwerbehinderten-Recht) ... der bleibt nur fĂŒr dauerhafte EinschrĂ€nkungen bestehen (meine Kunstklappe behalte ich bis zum Lebensende, mein MĂ€nne seinen Defi auch), es gibt viele EinschrĂ€nkungen wo das mal ĂŒberprĂŒft wird ...

Es geht nicht darum, ob du das "besonders gerecht" findest und einen wirklichen "Sinn" ergibt fĂŒr dich aktuell weder GdB 30 noch GdB 50, eben weil du ja gar nicht mehr arbeiten gehen musst /wirst, mit GdB 100 könntest du auch nicht mehr anfangen.

Es hört sich vielleicht blöd an, aber mir zittern direkt die Beine, wenn ich solch Post bekomme, vor lauter Angst, dass man mir nun auch die Rente
Das liegt doch ganz alleine in deiner Hand das zu beenden, das hĂ€ttest du schon lange tun können und sollen, man KANN in jedem Stadium eines solchen Verfahrens (schriftlich und nachweislich bitte) erklĂ€ren, dass man das Verfahren nicht mehr weiter fĂŒhren möchte, dann bekommt man solche Post nicht mehr ... :icon_evil:

Es ist fĂŒr die EM-Rente (und die DRV) völlig unerheblich was beim Versorgungs-Amt beantragt/geprĂŒft und bewilligt wird, wenn die DRV deine EM-Rente ĂŒberprĂŒfen will, dann macht sie das NUR direkt bei dir und nicht ĂŒber das Versorgungsamt, den Rentenbescheid hast du doch selber dort "ins Spiel" gebracht.

Kennst du das Gedicht "Der Zauberlehrling", so ungefÀhr kommst du mir gerade vor ... ("die Geister die ich rief, wie werde ich die wieder los") ... du steigerst dich erfolgreich in eine Panik rein, obwohl du dir diese "Suppe" selber eingebrockt hast und noch immer nicht verstehst (verstehen willst ?) wie du das auch NUR selber beenden kannst ...

Das Versorgungsamt wird mit dir nicht "verhandeln" wollen, dem Vorschlag kann ich mich nicht anschließen, du kannst das "Angebot" annehmen und bekommst den Schwerbehinderten-Ausweis bis 2018 zumindest befristet ... oder du lehnst ab und es bleibt bei GdB 30, der Richter wird dann die Klage (vermutlich) abweisen.

Mit der Annahme des Vergleiches wird das Verfahren auch beendet, damit nimmst du die Klage dann zurĂŒck und es kommt keine Post mehr vom Gericht ... :icon_evil:

Du bekommst deinen neuen Bescheid und den Ausweis = FERTIG ... 2018 wird man weiter sehen, vielleicht gibt es ja dann (leider) andere /weitere (nachweisbare) medizinische GrĂŒnde, die das Versorgungsamt ĂŒberzeugen könnten, den GdB nicht zurĂŒck zu stufen, das kannst selbst du aktuell noch gar nicht wissen.

Mein MÀnne hat auch letzten Sommer nicht damit gerechnet, dass er bald "sterben könnte" ohne Defi ... bis dahin hatte er GdB -50 OHNE Merkzeichen.

Beschreibe ab ca. 6 - 7 Monate vorher (als eine Art Tagebuch), wie es dir (fast) TÄGLICH geht und welche (psychischen) Probleme dich hindern am "normalen" Leben teilzunehmen, wie du es frĂŒher konntest (Treffen mit Freunden/ Reisen/ Hobbys/Einkaufen/ Menschen-Massen/HaushaltsfĂŒhrung/Körperpflege usw.), gib das bei der ÜberprĂŒfung mit ab (behalte eine Kopie fĂŒr dich) ...

Wir nennen das "Jammerlappen", denn die SB vom Versorgungsamt wissen NICHT wie es dir konkret tĂ€glich geht mit deinen psychischen Problemen, das steht auch nicht in deinen Arztberichten ... NUR dafĂŒr gibt es den GdB und nicht fĂŒr "Gerechtigkeit" ... nur von der Zahl auf einem Ausweis wird es dir aber auch nicht "besser" gehen ...

Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen und zu schreiben ...

MfG Doppeloma
 
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