Kinderzuschlag beantragen - ja/nein ? Fragen!

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Dantius

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Darf ich hier auch zum Thema Kinderzuschlag Fragen stellen?
 

farger4711

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AW: Kinderzuschlag beantrag - ja/nein ? Fragen!

Mir fällt kein Grund ein, warum nicht.
Falls es wirklich nicht passt, wird es von der Redaktion verschoben.

Welche Fragen hast Du denn?
 

Dantius

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AW: Kinderzuschlag beantrag - ja/nein ? Fragen!

Hier die FAKTEN:

2 Erwachsene, 1 Kind (5 Jahre).

Mietwohnung: 649.- Kaltmiete, 170.- Nebenkosten (davon ca. 70.-
Heizkosten inkl. Warmwasser)

Frau arbeitet, Mann arbeitslos.

Verdienst Frau:

2035,44 Brutto
Sozialversicherungspflichtiges Entgelt: 2076,43
Abzüge (Steuern, Pflichtbeiträge zur Sozialv., usw.): 474,10
Netto: 1561,34

Zum 30.11.11 dann Jahressonderzahlung von 1823 Brutto und 1022,94 Netto.

Sonst keine Einnahmen ausser 184.-Kindergeld.

Mann bezieht keine Leistungen (kein ALG II z.B.) nix.

Nun die Frage, kann mir wer was zum Kinderzuschlag sagen, ob es Sinn macht nen Antrag zu stellen?

Habe da nachgelesen, werde aber net so ganz schlau und einen funzenden Rechner find ich net.

Stichwörter: Einkommensgrenze? Mietstufe, bzw. wie wir was genau angerechnet!?

Ideen ?
 

farger4711

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AW: Kinderzuschlag beantrag - ja/nein ? Fragen!

Ich bin leider kein Experte in Sachen KiZu.
Hab' aber eine recht gute Seite gefunden.
Vielleicht kannst Du ja einfach beim passenden Beispiel eure Zahlen einsetzen.

Der Kinderzuschlag: Mehr Geld für Familien mit geringem Einkommen (und auch für selbstständige Eltern) - Online lernen bei akademie.de

Die Userin biddy ist in der Berechnung solcher Dinge superfit. Leider ist sie nicht on.

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen.
Wenn nicht frag' einfach weiter. Es wird sicher noch jemand antworten.
 

Dantius

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AW: Kinderzuschlag beantrag - ja/nein ? Fragen!

Danke.

Für mich wäre halt einfach interessant ob bereits zuviel Verdienst da ist und wieviel nun effektiv von der tatsächlichen Miete angerechnet wird bei der Berechnung.

Klar ist ja 83,20% Elternanteil wird berechnet von der Miete. Nun ist unsere bei 819.- Euro. Ist halt die Frage, wieviel Miete man effektiv hernehmen darf (Stadt Augsburg). Die Größe der Wohnung liegt bei ca. 78qm.

Vielleicht haben wir ja dann noch wen, der da genaueres weiss. Danke! :redface:
 

biddy

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AW: Kinderzuschlag beantrag - ja/nein ? Fragen!

Also Kinderzuschlagberechnung ist nicht wirklich mein Ding, weil mir auch die Erfahrung (rein themenbedingt) fehlt. :tongue:

Klar ist ja 83,20% Elternanteil wird berechnet von der Miete. Nun ist unsere bei 819.- Euro. Ist halt die Frage, wieviel Miete man effektiv hernehmen darf (Stadt Augsburg). Die Größe der Wohnung liegt bei ca. 78qm.
Die aktuelle örtliche, umfangreiche KdU-Richtlinie für Augsburg findest Du hier (Stand Juli 2011):
*klick* https://www.harald-thome.de/media/files/Kdu2/KdU--Augsburg-Stadt---18.07.2011.pdf

Anmessene Gesamtmiete: 503,10 €
Angemessene Heizkosten (nur Richtwert! - siehe Zitatkasten unten): 75,23 €
--> circa 578,33 € angemessene KdU nach dem SGB II, welche vermutlich auch beim Kinderzuschlag herangezogen werden.

Zu den Heizkostenobergrenzen heißt es aber auch:
Die Festlegung von Heizkostenobergrenzen (Angemessenheitsgrenzen) ist nicht möglich.
In Literatur und Rechtsprechung wird die Auffassung vertreten, es bestehe ein Verbot zur
Pauschalierung von Heizkosten. ... unwirtschaftliches [Heiz]verhalten ... Beweislast liegt beim Jobcenter [...]
Beim Bundessozialgericht ist übrigens ein Verfahren bzgl. Kinderzuschlag und KdU anhängig (es wird vermutl. noch lang dauern bis zu einer Entscheidung ...), also die Frage, ob auch nach 6 Monaten die tatsächlichen (höheren) Kosten zur Berechnung des Ki'zuschlags heranzuziehen sind:
B 14 KG 1/11 R
Vorinstanz: SG Trier, S 1 BK 1/09

Sind nach Ablauf von sechs Monaten bei der Bewilligung von Kinderzuschlag weiterhin die tatsächlichen Unterkunftskosten oder nur die als angemessen im Sinne des SGB 2 anzunehmenden Unterkunftskosten heranzuziehen?
Quelle: BSG - Anhängige Rechtsfragen


Du könntest die Berechnung einmal mit euren tatsächlichen und einmal mit den angemessenen Unterkunftskosten per Kinderzuschlag-Rechner durchführen. Verbindlich sind die Ergebnisse in meinen Augen eh nie, deshalb bliebe alternativ, "einfach" einen Antrag zu stellen - evtl. gibt's auch so etwas wie eine Vorabberechnung, also ohne, dass man direkt einen umfangreichen :s Antrag stellen muss. Aber vermutlich benötigen sie ja dazu die selben Daten wie für einen Antrag, also ... *seufz*

Beispielrechnung an denen Du Dich entlanghangeln kannst mit euren Daten findest Du hier (stehen leider noch die alten Regelbedarfe drin, 323 € statt 328 € und Mietanteil wird mit 83,11 % beziffert, Du schreibst ja 83,2 %):
*klick* https://www.arbeitsagentur.de/zentr...rkblatt-Sammlung/Merkblatt-Kinderzuschlag.pdf

Sehe gerade, das ist wohl aktueller:
Der Kinderzuschlag: Mehr Geld für Familien mit geringem Einkommen (und auch für selbstständige Eltern) - Online lernen bei akademie.de


Das anrechenbare Erwerbseinkommen errechnet sich folgendermaßen:

Freibeträge:

100 € Grundfreibetrag
+
20 % des Brutto von 100 bis 1.000 € = 20 % von 900 € = 180 € Freibetrag 1
+
10 % des Brutto von 1.000 bis 1.500 € = 10 % von 500 € = 50 € Freibetrag 2

Gesamtfreibetrag somit: 330 €

Der Gesamtfreibetrag kann sich durch erhöhte Auwendungen wie Fahrtkosten, KK-Zusatzbeitrag, Kfz-Haftpflichtvers.beitrag, Gewerkschaftsbeitrag, Riesterrentenbeitrag z.B. noch erhöhen.
Dazu addierst Du zu den pauschal gewährten 15,33 € für Werbungskosten und 30 € pauschal gewährten 30 € für priv. Versicherungen all diese Aufwendungen, wobei es 20 Cent je Entfernungskilometer (also einfache Strecke) x 19 Arbeitstage (bei 5-Tage-Woche) x 0,20 € für Fahrtkosten gibt.
Kommst Du beispielsweise auf einen Betrag von 145 €, so werden nicht nur die 100 € Grundfreibetrag, sondern die höheren 145 € berücksichtigt.
Der Gesamtfreibetrag steigt also auf:

+ 180 € Freibetrag 1
+ 50 € Freibetrag 2
+ 145 € tatsächliche Aufwendungen (statt 100 € GFB)
------------------
= 375 €

Bleibt's bei den 330 € Mindestgesamtfreibetrag, werden die vom Netto abgezogen (ansonsten der höhere Betrag):

1562,34 € netto
- 330,00 € frei
---------------
= 1232,34 € zu berücksichtigendes Erwerbseinkommen (evtl. weniger, wenn der Gesamtfreibetrag höher ist, s. o.)

Jetzt kann man erst mal prüfen, ob die KiZu-Höchsteinkommensgrenze nicht überschritten wird.

328 € Bedarf Vater
328 € Bedarf Mutter
681 € gerundeter Wohnbedarf Eltern inkl. Heizkosten / 83,2 % von 819 € "unangemessener" KdU
---------------
= 1.337 € Bemessungsgrenze (Bedarf der Eltern)

1.337 €
+ 140 € höchstmöglicher Kinderzuschlag
----------
= 1.477 € Höchsteinkommensgrenze

Euer Einkommen muss unter der Höchsteinkommensgrenze liegen, sonst gibt's ja eh keinen Kinderzuschlag.

Zu berücksichtigendes elterliches Einkommen: 1.232,34 €
Es liegt also unter der Höchsteinkommensgrenze (mit zu hoher KdU).

Mit "angemessener" KdU nach "Augsburg-Richtlinien" mit ungesetzl. gedeckelten Heizkosten würde sich eine Höchsteinkommensgrenze von 1.277 € ergeben.

Auch hierbei liegt das zu berücks. elterliche Einkommen (1.232,34 €) unter dieser Höchsteinkommensgrenze 1.277 €.

Langsam komme ich jetzt ins Schleudern, weil ich hier ja nur "Eventualitäten" durchrechne, was das anrechenbare Erwerbseinkommen und die KdU betrifft.

Auf jeden Fall geht's dann - siehe Merkblatt - mit der Berechnung noch weiter. Das (Erwerbs-)Einkommen kann nämlich zwar unter der Höchsteinkommengrenze liegen, aber auch höher als die Bemessungsgrenze (=Bedarf der Eltern) sein und dann mindert sich der Kinderzuschlag um bestimmte Stufen, siehe dazu Beispiele im Kinderzuschlag-Merkblatt.

Du sieht, das Thema ist sehr aufwändig - deshalb rate ich lieber zur Antragstellung und danach natürlich zur Überprüfung des - egal wie ausfallenden - Kinderzuschlag-Bescheids.

Das Weihnachtsgeld Deiner Frau würde im Übrigen voll angerechnet werden, da sie ihren 10-%-igen Freibetrag bis 1.500 € schon ausgeschöpft hat. Im SGB II erfolgt die Anrechnung dann über einige Monate hinweg, ich vermute, dass es beim Ki'zuschlag ähnlich läuft, weiß es aber nicht mit Sicherheit - pure Behauptung ;)

Du siehst: Umfangreiches Thema, welches eventuell in einem Kinderzuschlagforum (gibt's sowas? *grübel*) besser aufgehoben wäre. Und das ist jetzt NICHT böse gemeint, sondern ich denke einfach, dass euch an anderer Stelle kompetenter geholfen werden könnte. :icon_wink:
 

Dantius

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AW: Kinderzuschlag beantrag - ja/nein ? Fragen!

Ich kann das mit dem Höchsteinkommensgrenze einfach nicht verstehen.

Sie verdient ja 1561.- netto, d.h. wir sind sowieso schon über Allem drüber.

Oder missverstehe ich das jetzt?
 

biddy

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Es werden ja nicht die 1561 € herangezogen, sondern es werden Freibeträge und Aufwendungen abgezogen, darum steht ja auch im verlinkten Merkblatt immer "zu berücksichtigendes" Einkommen, welches geringer ist als das Netto. Was alles abgezogen wird vom Brutto (Sozialbgaben, Freibeträge, Aufwendungen usw.) steht weiter hinten im Merkblatt und Kapitel 3

Die Höchsteinkommensgrenze:

Bemessungsgrenze (= Bedarf der Eltern, also 2 x 328 € Regelleistung + prozentualer Wohnanteil)
+ 140 € (höchstmöglicher Kinderzuschlag)
------------------------
= Höchsteinkommensgrenze

Eure Höchsteinkommensgrenze beträgt 1.477 € bei "unangemessener" Kdu
und 1.277 € circa bei "angemessener" KdU laut Augsburg-Richtlinen zur KdU.

Die 1561 € netto liegen zwar darüber, aber tatsächlich werden nach Abzug von Freibeträgen (mind. 330 €) und eventuell noch weiteren Aufwendungen wie z.B. Fahrtkosten (die nachzuweisen wären) 1561-330= 1231 € als Erwerbseinkommen berücksichtigt.

Und diese 1231 € liegen unter der Höchsteinkommensgrenze von 1.477 bzw. 1.277 €, also ist Ki'zuschlag möglich.

Bei angemessener KdU liegt das anzurechende Einkommen (mind. 1231 €) allerdings über der Bemessungsgrenze von 1137 € (Bedarf der Eltern), so dass nicht der volle Kinderzuschlag von 140 € gewährt werden würde. Pro volle 10 € an Erwerbseinkommen über der Bemessungsgrenze verringert sich der Kinderzuschlag um je 5 €:

1231-1137=94 €
Neun volle Zehner liegt das Einkommen also über der Bemessungsgrenze

9 x 5 € = 45 €

140 € höchstmöglicher Kinderzuschlag
- 45 €
---------------------
= 95 € Kinderzuschlag

Das muss aber nicht so sein, denn wenn ihr höhere Aufwendungen, Fahrtkosten etc. habt, verringert sich das anzurechnende Erwerbseinkommen ja wieder, so dass ihr evtl. die Bemessungsgrenze (Bedarf der Eltern) nicht übersteigt.
 
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