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Kinderwohngeld, ALGII und 400€ Job

SanIker

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#1
Hallo,
ich bin neu hier und habe auch gleich ein paar Fragen.
Ich bin alleinerziehend, meine Kinder sind 12 und fast 14 Jahre alt.
ALGII bekomme ich von Anfang an. Seit einem Jahr bekommen meine Kinder das sogenannte Kinderwohngeld. Beide zusammen 188€uro, da sie "angeblich" ihren Bedarf selbst decken. Mit 368€ KiGe und 346€ U.halt (für beide zusammen).
Ich selbst bekomme 542€ ALGII, davon gehen 437€ Miete direkt zum Vermieter. 105€ auf´s Konto.
Nun habe ich seit 02.02. einen 400€uro Job erstmal für ein Jahr, allerdings nach den 3 Monaten Probe, soll das sozipflichtig werden. Bruttolohn wären dann ca. 840€uro, 7€ die Stunde. Erster Lohn 12.März.
Nun meine Fragen:
Wird der 400€ Job auf das Kinderwohngeld angerechnet?
Bekomme ich Fahrkosten erstattet, immerhin 96€ die Monatskarte, da ich fast täglich arbeite?
Bleibt mir überhaupt was über davon, oder hab ich im Schnitt noch weniger?
Wobei ich auch nicht genau weiss, wieviel ich jetzt genau von 400€ behalten darf.
Viele Fragen und ich bedanke mich bei allen die mir event. antworten möchten.

LG Jana
 

Mario Nette

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#2
Deine Kinder kriegen Kinderwohngeld, sind also raus aus der BG. Der 400-Euro-Job wird auf den Bedarf derer angerechnet, die in der Bedarfsgemeinschaft sind.

Bei einem Lohn von exakt 400 € sind 160 € frei, Rechnung geht so:

Es sind 100 € Grundfreibetrag abzuziehen, macht noch 300 €, die zu beachten sind. Davon sind 20 % Freibetrag abzuziehen, macht 240 €, die auf den Bedarf angerechnet werden. Fazit: Bei einem 400-Euro-Job mit exakt 400 € Lohn hast du 160 € mehr, als wenn du den Job nicht ausüben würdest.

Mario Nette
 

gast_

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#3
Und der Freibetrag geht für die Fahrtkosten drauf, sodaß du weitere Kosten absetzen kannst - sofern vorhanden.

Dein Job bringt dir also bisher so gut wie gar nichts extra...
 

gerda52

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#4
Kiwi sagte :
Und der Freibetrag geht für die Fahrtkosten drauf, sodaß du weitere Kosten absetzen kannst - sofern vorhanden.
Die Absetzung von den Grundfreibetrag übersteigenden Kosten ist beim 400 € Job leider ausgeschlossen.
 

gast_

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#5
Dann hätte sie ihn besser gar nicht erst angefangen - außer Ärger bringt er wirklich nichts...
 

biddy

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#6
Die Absetzung von den Grundfreibetrag übersteigenden Kosten ist beim 400 € Job leider ausgeschlossen.
Es sei denn, es wäre noch sonstiges Einkommen vorhanden - eventuell an das Elternteil übertragenes Kindergeld?

In dem Fall können auch bei einem Verdienst von unter 400 € den Grundfreibetrag übersteigende Absetzungen für Versicherungen und Altersvorsorgebeiträge (siehe § 11 Abs. 2 Nr. 3-4), aber z.B. keine Fahrtkosten (§ 11 Abs. 2 Nr. 5) von diesem anderen Einkommen abgesetzt werden:

Nicht ausgenutzte Beträge (Randziffer 30.13):

(2) Bei Erwerbseinkommen bis zu 400 EUR ist nur der Grundfreibetrag zu berücksichtigen. Sind die nachgewiesenen Gesamtaufwendungen nach § 11 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 bis 5 höher, kann der nicht ausgenutzte Teil der einkommensunabhängigen Absetzungen (§ 11 Abs. 2 Nr. 3 bis 4, nicht Werbungskosten!) bei sonstigem Einkommen berücksichtigt werden.

Beispiel
Ein Hilfebedürftiger bezieht Arbeitslosengeld. Aus einer geringfügigen Beschäftigung erzielt er monatlich ein Einkommen von 165 EUR. Folgende Werbungskosten bzw. einkommensunabhängige Absetzungen werden nachgewiesen:

- Fahrkosten: 25,20 EUR
- Werbungskostenpauschale 15,33 EUR
- Pauschale private Versicherungen 30,00 EUR
- Kfz-Haftpflichtversicherung 34,47 EUR

Die Aufwendungen übersteigen den Grundfreibetrag um 5 EUR. Diese können beim Arbeitslosengeld berücksichtigt werden, da es sich um Aufwendungen nach § 11 Abs. 2 Nr. 3 bis 4 handelt.
Quelle: http://www.arbeitsagentur.de/zentra...-30-SGB-II-Freibetraege-Erwerbstaetigkeit.pdf
 

gerda52

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#7
Es sei denn, es wäre noch sonstiges Einkommen vorhanden - eventuell an das Elternteil übertragenes Kindergeld?

Mit Sicherheit, sonst wäre der Zahlbetrag nämlich > 542 €.

In dem Fall können auch bei einem Verdienst von unter 400 € den Grundfreibetrag übersteigende Absetzungen für Versicherungen und Altersvorsorgebeiträge (siehe § 11 Abs. 2 Nr. 3-4), aber z.B. keine Fahrtkosten (§ 11 Abs. 2 Nr. 5) von diesem anderen Einkommen abgesetzt werden:

Quelle: http://www.arbeitsagentur.de/zentra...-30-SGB-II-Freibetraege-Erwerbstaetigkeit.pdf
Das bedeutet also, zum errechneten Freibetrag kommen dann mindestens noch mal 30 € Einkommensbereinigung dazu.
 

Erolena

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#8
Das bedeutet also, zum errechneten Freibetrag kommen dann mindestens noch mal 30 € Einkommensbereinigung dazu.
Nein, der Grundfreibetrag (GFB=100 Euro) enthält schon die 30 Euro für private Versicherungen. Das ist die Einkommensbereinigung. Diesen Betrag (30 Euro) gibt es nicht doppelt.
Nur durch weitere absetzbare Beträge kann über den Grundfreibetrag kommen und den übersteigenden Anteil von weiterem Einkommen absetzen. (siehe Biddys Zitat)
 

gerda52

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#10
Erolena sagte :
Nein, der Grundfreibetrag (GFB=100 Euro) enthält schon die 30 Euro für private Versicherungen. Das ist die Einkommensbereinigung. Diesen Betrag (30 Euro) gibt es nicht doppelt.

Von doppelt kann in diesem Fall keine Rede sein, da der Grundfreibetrag bereits durch mtl. Fahrtkosten von 96 € plus Werbungskostenpauschale mehr als voll aufgebraucht wird.

Nur durch weitere absetzbare Beträge kann über den Grundfreibetrag kommen und den übersteigenden Anteil von weiterem Einkommen absetzen. (siehe Biddys Zitat)
Die Versicherungspauschale dürfte deshalb hier beim sonstigen Einkommen voll absetzbar sein.
 

biddy

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#11
15,33 € Werbungskostenpauschale
+ 30,00 € Versicherungspauschale
+ 96 € Fahrtkosten
--------------------------
141,33 € Aufwendungen

Die Aufwendungen übersteigen den Grundfreibetrag um 41,33 EUR.

Jetzt wird's - für mich jedenfalls - etwas komplizierter:
Diese 41,33 € können beim Einkommen "Kindergeldübertrag" nur berücksichtigt werden, wenn es sich um Aufwendungen nach § 11 Abs. 2 Nr. 3 bis 4 handelt, also Versicherungen oder Altersvorsorgebeitrage, keine Werbungskosten, Fahrtkosten (letztere sind mit den 100 € Grundfreibetrag abgegolten). Altersvorsorgebeitrage sind nicht vorhanden (Riester), aber die 30,00 Versicherungspauschale gibt's ja immer, auch wenn keine Versicherungen vorhanden sind. Und deshalb hat m.M.n. gerda52 Recht, merke ich gerade ;) ... ich musste das auch für mich mal aufdröseln.
Mehr als noch mal zusätzlich 30 € - genau die Versicherungspauschale - geht nicht, denn die zusätzlichen 11,33 € bis 41,33 € wären keine Aufwendungen nach § 11 Abs. 2 Nr. 3 oder 4 mehr.
160 € Gesamtfreibetrag + 30 € zusätzliche Absetzungen = 190 € müssten berücksichtigt werden. :icon_kratz:
 

SanIker

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#12
Ich möchte mich bei allen bedanken, einen direkten Durchblick hab ich zwar noch nicht, aber bei euch kann man ja immer fragen.:icon_daumen:
Die Frau bei der ich den neuen WG Antrag gestellt hab, sagte es wird definitiv angerechnet, auch wenn die Kids nicht mehr in meiner BG sind. K.A. was nun stimmt.
Wie erreiche ich es am besten das meine höheren Werbungskosten berücksichtigt werden, was muss ich genau abgeben?
Und kann es passieren das ich im März ohne Geld dastehe, weil die Arge bei zu erwartetem Einkommen gleich nicht auszahlt, obwohl mein erster Lohn erst ca. am 12.-15.03. kommt? Davor hab ich am meisten Schiss, denn das Wohngeld lief ja jetzt auch aus. Und mein Kindergeld bekomme ich meistens am 5. des Monats.
Dann könnte ich auch nicht arbeiten, mangels Geld für Fahrkarte. :icon_sad:
Kann ich dem Gau vorbeugen?
Ich danke euch nochmal und sorry für die verspätete Meldung.
LG Jana
 
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