Kindergeld aufgrund Schwerbehinderung und Studium über 25. Wie kann ich den Anspruch auf Kindergeld für Zeiten vor der Feststellung der Schwerbehinderung ermitteln lassen?

Liska

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Wie einige wissen, versuche ich seit einigen Jahren, Kindergeld zu erhalten, weil ich (schwer-)behindert bin und aufgrund der Behinderung langsamer studiere und meinen notwendigen Lebensbedarf nicht selber decken kann.

Meine Behinderung und deren Ursächlichkeit für meine Unfähigkeit zum Selbstunterhalt scheinen seitens der Familienkasse nun anerkannt worden zu sein, es werden nur noch ergänzende behinderungsunabhängige Unterlagen gefordert.

Leider ist der Anspruch für die 15 Monate zwischen Antragstellung und Schwerbehinderung weiterhin fraglich. Die Schwerbehinderung wurde ja nicht rückwirkend festgestellt. Es hieß, Kindergeld sei kein ausreichender Grund dafür. :rolleyes:

Wie genau kann dieser festgestellt werden? Nur mit einer Klage?

Soweit ich weiß, sind psychisch Schwerbehinderte als mehrfachanrechenbar anzuerkennen.
In der Zeit, für die der Anspruch fraglich ist, schrieb ich zudem mehrere hundert Bewerbungen, die zu einigen Jobs führten, die ausnahmslos in Kündigung, Mobbing oder Arbeitsunfall mündeten. In 2017 lebte ich von - nach Abzug aller berücksichtigungsfähigen Posten wie KV - 3600€, die sich aus Erwerbseinkommen aus fast zehn verschiedenen Jobs und Halbwaisenrente ergaben, unterschritt meinen Bedarf also um über 5000€. Notgedrungen nahm ich damals (horrend verzinste) Kredite auf, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Diese Kredite mündeten in eine Privatinsolvenz. Mein Vater ist nicht leistungsfähig, kann mir also keinen Unterhalt zahlen. Daher wurde ein Antrag auf Abzweigung des Kindergeldes gestellt.

Worüber - denkt ihr - ließe sich der Anspruch (vielleicht ohne Klage?) klären?
Anhand des Bestehens der Voraussetzungen für Mehrfachanrechenbarkeit?
Anhand der Mails, aus denen die Jobverluste und die vielen Bewerbungen hervorgehen?
Anhand des Schreibens des Krankenhauses, in dem ich nach meinem Arbeitsunfall behandelt wurde?
Anhand der Privatinsolvenz, die ja aus der Überschuldung für Lebenshaltungskosten resultierte?
Anhand der kontinuierlichen Ausübung des Studiums?
Anhand ärztlicher Nachweise?
Oder wäre das alles zwar relevant, aber nur vor Gericht?

Natürlich möchte ich eine Klage nicht deshalb umgehen, weil ich Angst habe, dass der Anspruch vom Gericht nicht anerkannt würde, sondern hauptsächlich wegen der vermutlich längeren Dauer des Verfahrens. Da ich weiterhin nicht sicher weiß, ob ich wieder Bafög er- und meinen Job langfristig behalten können werde, möchte ich auf dieses Geld nicht kampflos verzichten.

Jemand Ideen? Danke! :)

Ergänzung: Sollte der Titel nicht aussagekräftig genug wahrgenommen werden, bitte korrigieren, danke.
 

jordon

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Hallo,

es ist schon erstaunlich, wie sich manche Fälle gleichen, ich habe es schon in einem anderen Thema geschrieben, vor 2 Monaten habe ich für einen Studenten das Kindergeld erstritten, es ging aber nur über das Finanzgericht.
Das vorliegen der Behinderung vor der GdB Einstufung habe ich für Ihn mittels Arzt und Entlassungsberichten aus der Psychiatrie nachgewiesen.
Du schreibst, dass du mehrere Jobs hattest, warst du denn immer unter der Einkommensgrenze von (2019 - 9168 EUR, 2018 - 9000 EUR, 2017 - 8820 EUR)?
 

Liska

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Hallo,

es ist schon erstaunlich, wie sich manche Fälle gleichen, ich habe es schon in einem anderen Thema geschrieben, vor 2 Monaten habe ich für einen Studenten das Kindergeld erstritten, es ging aber nur über das Finanzgericht.
Das vorliegen der Behinderung vor der GdB Einstufung habe ich für Ihn mittels Arzt und Entlassungsberichten aus der Psychiatrie nachgewiesen.
Du schreibst, dass du mehrere Jobs hattest, warst du denn immer unter der Einkommensgrenze von (2019 - 9168 EUR, 2018 - 9000 EUR, 2017 - 8820 EUR)?

Interessant. Es ging da auch um psychi(atr)sche Erkrankungen?

Leider habe ich Angst, meinen Arzt mit dem Thema zu belämmern. Er hat mir schon einige Nachweise unentgeltlich ausgestellt, weshalb ich mich dreist fühlte, ihn erneut um Nachweise zu bitten. Er hatte der FK aber schon 2018 geschrieben, dass er das zuvor von meinem Therapeuten Geschriebene (was mangels medizinischer Ausbildung seinerseits nicht anerkannt worden war) "vollumfänglich in der Einschätzung teilt", meine Behinderung "bereits vor dem 25. Geburtstag bestand" und sich "deutlich ursächlich für das Fortdauern der Ausbildung zeigt" und ich bzw. "das Kind" darüberhinaus "aufgrund der krankheitsbedingten Einschränkungen derzeit und sehr wahrscheinlich auch dauerhaft unfähig sein wird, für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen zu können", ergänzt um "eine Unterstützung durch die Eltern erhält sie nicht". Das Schreiben war der FK schnurz und wurde keiner Reaktion gewürdigt.

Ja, ich lag in jedem Jahr meines Lebens unterhalb der Grenze, obwohl ich 2017 ganze neun Jobs hatte. Ich flog ja ständig, einmal bereits nach dem Probearbeiten, weil ich psychisch und physisch kaum belastbar und durchweg unkonzentriert oder tollpatschig war, meine sozialen Ängste die Kunden vergraulten etc.pp. Und hatte zudem einen Arbeitsunfall, als ich in der Gastronomie arbeiten musste. Mit Wochenend- und Feiertagszuschlägen und Wohngeld habe ich in den letzten beiden Jahren geschafft, "nur" ca. 3000€ drunterzuliegen. In 2017 und 2016 (dem Jahr, in dem ich 25 wurde) habe ich trotz permanenten Bewerbens und Annahme jedes gesundheitlich noch so ungeeigneten Jobs (+ natürlich erheblichen psychischen Stresses, der eigentlich vermeidbar gewesen wäre: Erst dadurch entwickelte ich psychosomatische Herzschmerzen, unter denen ich bei sozialem Stress bis heute leide) lächerlich geringe Einkommen erzielt, weshalb ich mich ja auch verschulden musste. Vor 2016 habe ich nie gearbeitet, bis auf einen ehrenamtlichen Nebenjob und einen Schülerjob (Zeitungen austragen) für ca. 100€ pro Monat. Und ich komme aus einer finanziell armen Familie, in der längerer bis dauerhafter Hartz IV-Bezug die Regel ist, d.h. Vermögen, Kapitaleinnahmen o.ä. gibts auch nicht. Insgesamt habe ich meinen "Bedarf" in keinem Jahr meines Erwachsenenlebens decken können.
Meine finanzielle Gesamtsituation ist auch der Hauptgrund dafür, dass das Verhalten der Familienkasse mich wurmt. Sie wissen, dass mein Vater und ich bedürftig sind und ich kontinuierlich außerstande zum Selbstunterhalt bin, als Studentin ja nicht mal Hartz IV beziehen kann und deshalb wirklich jeden Job annahm, und ziehen die Angelegenheit trotzdem bis Ultimo. Im Callcenter der Familienkasse riet man mir 2018 zum Studienabbruch, als ich mitteilte, dass ich auf das Kindergeld angewiesen sei.
Den Grund dafür, dass nun überhaupt binnen weniger Wochen (und nicht nur binnen der üblichen 2-3 Monate) reagiert wurde, vermute ich in meiner Kontaktaufnahme zur Direktion der Familienkasse in Nürnberg. Die Mail schrieb ich am 28.07. Dubioserweise wurde am gleichen Tag (!!!) der Brief der FK rausgeschickt. :unsure: Aber falls, so unwahrscheinlich das sein mag, jemand von der Familienkasse hier mitlesen sollte (bin etwas paranoid, weil ich mich gefühlt im halben deutschsprachigen Internet informiert und zu dem Thema geäußert habe), ich bedanke mich natürlich trotzdem für die schnelle Bearbeitung.

Sorry für den Exkurs. Das Thema triggert mich leider nach wie vor stark. :confused:
 

atasteofbunny

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Was sagt denn dein Anwalt dazu? Rät er dir zu einer Klage?

Liska, nimm es mir nicht übel, aber die Familienkasse ist nicht für deine finanzielle Situation verantwortlich. Wenn du dich verschuldest, ist das deine Entscheidung.

Für dich (und für viele andere auch) wäre das bedingungslose Grundeinkommen ideal. Ich finde es auch nicht okay, dass Studierende finanziell so schlecht abgesichert sind (BAFöG und Kindergeld stehen ja eben nicht jedem/r zu und sind ohnehin von der Höhe her unter dem Existenzminimum) und nicht jeder hat Eltern, die einem Geld geben können. Aber es ist wie es ist, wir können es derzeit nicht ändern.
Du musst dir m. E. einen passenden Nebenjob in deinem Studienfach suchen - oder das Studium unterbrechen. Ein Rechtsstreit kann sich lange hinziehen, wovon willst du bis dahin leben?
 

Liska

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Ich habe ja nicht behauptet, dass sie für meine finanzielle Situation verantwortlich seien. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz, wie der Eindruck, dass ich das annähme, entsteht. Sie sind allerdings verantwortlich dafür, ihren Job richtig zu machen. Und wenn man ein Verfahren Jahre in die Länge zieht, obwohl deren ärztlicher Dienst den Anspruch in 0,nix klären könnte, außerdem alle eingereichten fachärztlichen Unterlagen, denen die Anspruchsvoraussetzungen zu entnehmen sind, konsequent ignoriert, kann davon m.E. keine Rede sein.

Ja, ein Grundeinkommen wäre sehr hilfreich.
Ich habe doch einen halbwegs guten Nebenjob. Einen passenderen werde ich leider kaum finden, noch dazu zeitnah. Außerdem erhalte ich etwas Wohngeld und wohl auch bald laufend und zumindest anderthalb Jahre rückwirkend Kindergeld, mit viel Glück sogar Bafög.
Irgendwie verstehe ich nicht ganz, weshalb mir ständig zur Unterbrechung meines Studiums geraten wird. 🤔 Solange ich meinen Job behalten kann, mein Freund Student ist und ich nicht Vollwaise werde (so hart das klingt...), lebe ich von einem Mindestlohnjob, den ich knapp 20 Stunden pro Woche ausübe, Kindergeld und Wohngeld. Aber auf o.g. Kindergeldpuffer möchte ich wegen möglicher künftiger Notlagen nicht verzichten.
 

atasteofbunny

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Irgendwie verstehe ich nicht ganz, weshalb mir ständig zur Unterbrechung meines Studiums geraten wird. 🤔

Na ja, wenn ich mich an deine Posts vom letzten Jahr erinnere: Da ging es dir gesundheitlich sehr schlecht, und es kam (für mich jedenfalls) so herüber, dass dir der Uni-Alltag plus Job viel zu viel ist (das ist ja auch viel Arbeit, locker eine 60-Stunden Woche!) Logische Konsequenz wäre: Im Job die Stunden reduzieren. Geht aber nicht, weil dann das Geld nicht reicht.

Außerdem hattest/hast du große Bedenken, dir einen Nebenjob in deinem Studienfach zu suchen. Das finde ich problematisch. Ich sag mal direkt: Wie willst du dir nach Abschluss des Studiums eine "richtige" Arbeitsstelle suche, wenn du schon Angst vor Bewerbungen auf Studi-Jobs hast?

Meiner Meinung nach sollte man während des Studiums einigermaßen gesund und fit sein. Und auch die Geldprobleme sollten nicht allzu groß sein. Wenn man an zu vielen Fronten kämpfen muss (Leistungen an der Uni bringen, Leistung im Job bringen, Krankheit bewältigen, Finanzen im Griff haben), ist das zu belastend und kein guter Start in die Zukunft.

Ich hatte das Problem, dass sich während meines Studiums mein Gesundheitszustand sehr sehr verschlechtert hat. Ich habe es nicht unterbrochen, sondern wollte unbedingt schnell den Abschluss machen. Ja, ich habe ihn gemacht, auch mit ganz guten Noten. Aber danach wars vorbei. Ich wurde depressiv, war nicht in der Lage, mir eine Stelle zu suchen, war arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit deprimierte mich dann erst recht. Und auch die Jahre danach bin ich nicht wirklich "auf die Füße" gekommen. Mittlerweile (mein Abschluss war vor 13 Jahren) geht es mir aber zum Glück deutlich besser.
 

Liska

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Na ja, wenn ich mich an deine Posts vom letzten Jahr erinnere: Da ging es dir gesundheitlich sehr schlecht, und es kam (für mich jedenfalls) so herüber, dass dir der Uni-Alltag plus Job viel zu viel ist (das ist ja auch viel Arbeit, locker eine 60-Stunden Woche!) Logische Konsequenz wäre: Im Job die Stunden reduzieren. Geht aber nicht, weil dann das Geld nicht reicht.

Außerdem hattest/hast du große Bedenken, dir einen Nebenjob in deinem Studienfach zu suchen. Das finde ich problematisch. Ich sag mal direkt: Wie willst du dir nach Abschluss des Studiums eine "richtige" Arbeitsstelle suche, wenn du schon Angst vor Bewerbungen auf Studi-Jobs hast?

Meiner Meinung nach sollte man während des Studiums einigermaßen gesund und fit sein. Und auch die Geldprobleme sollten nicht allzu groß sein. Wenn man an zu vielen Fronten kämpfen muss (Leistungen an der Uni bringen, Leistung im Job bringen, Krankheit bewältigen, Finanzen im Griff haben), ist das zu belastend und kein guter Start in die Zukunft.

Ich hatte das Problem, dass sich während meines Studiums mein Gesundheitszustand sehr sehr verschlechtert hat. Ich habe es nicht unterbrochen, sondern wollte unbedingt schnell den Abschluss machen. Ja, ich habe ihn gemacht, auch mit ganz guten Noten. Aber danach wars vorbei. Ich wurde depressiv, war nicht in der Lage, mir eine Stelle zu suchen, war arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit deprimierte mich dann erst recht. Und auch die Jahre danach bin ich nicht wirklich "auf die Füße" gekommen. Mittlerweile (mein Abschluss war vor 13 Jahren) geht es mir aber zum Glück deutlich besser.

Gehe später noch genauer drauf ein 🙂

Aber vorab: Mithilfe meiner Medikation haben sich die Umstände ja stark gebessert, außerdem möchte ich in dem Bereich später nicht arbeiten. Höchstens mit Philosophie, aber ich plane ja ohnehin eine Umorientierung. Dieses Studium beende ich aus Interesse an den Fächern und einer Basis für das nächste Studium und zuguterletzt auch wegen der Finanzen.
 

Fox29

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Dieses Studium beende ich aus Interesse an den Fächern und einer Basis für das nächste Studium und zuguterletzt auch wegen der Finanzen.
Wobei mir sich dann die Frage der Finanzierung des zweiten Studiums stellt. Bafög im Zweitstudium ist eine komplizierte Sache. Und ob du nach einem Studienabschluss noch kindergeldberechtigt bist ist auch fraglich.
Aber dafür hast du sicherlich einen Plan. 😉
 

Liska

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Wobei mir sich dann die Frage der Finanzierung des zweiten Studiums stellt. Bafög im Zweitstudium ist eine komplizierte Sache. Und ob du nach einem Studienabschluss noch kindergeldberechtigt bist ist auch fraglich.
Aber dafür hast du sicherlich einen Plan. 😉

Ja, habe ich. Sogar mehrere geeignete.
 

jordon

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Interessant. Es ging da auch um psychi(atr)sche Erkrankungen?
Ja, erst auch Psychisch Erkrankt, er hat das Studium 2 Jahre unterbrochen, von den Semestergebüphren für Langzeit Studierende ist er aufgrund seiner Erkrankung auch befreit.

Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber bei Ihn war seiner Erkrankung gut dokumentiert, trotzdem hat es die Familienkasse auf eine Klage ankommen lassen.
Es ist also ein steiniger Weg, deine Eltern als Kindergeldberechtigte müssen diesen Weg mit dir gehen wollen.
 

Liska

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Ja, erst auch Psychisch Erkrankt, er hat das Studium 2 Jahre unterbrochen, von den Semestergebüphren für Langzeit Studierende ist er aufgrund seiner Erkrankung auch befreit.

Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber bei Ihn war seiner Erkrankung gut dokumentiert, trotzdem hat es die Familienkasse auf eine Klage ankommen lassen.
Es ist also ein steiniger Weg, deine Eltern als Kindergeldberechtigte müssen diesen Weg mit dir gehen wollen.
Mist...
Meine Eltern können den Weg leider nicht mit mir gehen... Mutter ist tot, Vater hat Krebs und ist kaum belastbar. Muss es alleine durchboxen.
 

Liska

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NAja, wenn du es dir leisten knnst, einfach erstmal so aus interesse was zu studieren, ohne darin später arbeiten zu wollen, dann aknn es dir eigentlich nict allzu schlecht gehen. Sowas muss man sich leisten können!

Ich möchte damit ja durchaus etwas machen, es ist zudem meine Erstausbildung.
Die Finanzierung des anderen Studiums ist - auch unabhängig von möglichen Erwerbstätigkeiten zur Studienfinanzierung - nur aufgrund des abgeschlossen Erststudiums finanzierbar.
 

jordon

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Mist...
Meine Eltern können den Weg leider nicht mit mir gehen... Mutter ist tot, Vater hat Krebs und ist kaum belastbar. Muss es alleine durchboxen.
Dein Vater ist doch aber der Kindergeldberechtigte, er muss doch den Antrag, den evtl. Widerspruch und eine evtl. anschließende Klage führen, nicht du als das Kind.
 

Liska

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Dein Vater ist doch aber der Kindergeldberechtigte, er muss doch den Antrag, den evtl. Widerspruch und eine evtl. anschließende Klage führen, nicht du als das Kind.
Ja, aber das Kindergeld wird ja abgezweigt. Fraglich ist nur, wie es mit der Zeit vor Beantragung der Abzweigung aussieht. Bevollmächtigt ist derzeit unser Anwalt. Mein Vater ist psychisch nicht in der Verfassung, die Klage zu führen. Dafür wird es vermutlich eine Lösung geben, selbst wenn die Abzweigung dahingehend nicht greifen können sollte.
 

jordon

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Trotz Abzweigung ist dein Vater der Berechtigte, er muss die ganzen Vorgänge unterschreiben, bzw. bevollmächtigen, wie er es mit dem Anwalt getan hat.
Wenn du das Kindergeld bekommen solltest, dann bekommt dein Vater einmal im Jahr einen Fragebogen zu deinen Einkommen, dein Vater haftet auch für evtl. Überzahlungen, auch wenn das Kindergeld direkt an dich abgezweigt wird.
 

Liska

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Trotz Abzweigung ist dein Vater der Berechtigte, er muss die ganzen Vorgänge unterschreiben, bzw. bevollmächtigen, wie er es mit dem Anwalt getan hat.
Wenn du das Kindergeld bekommen solltest, dann bekommt dein Vater einmal im Jahr einen Fragebogen zu deinen Einkommen, dein Vater haftet auch für evtl. Überzahlungen, auch wenn das Kindergeld direkt an dich abgezweigt wird.

Unterschriften sind ja kein Problem. Vermögen besitzt mein Vater nicht, und die Einkommensgrenzen unterschreite ich kontinuierlich deutlich.
 

Liska

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NAja, wenn du es dir leisten knnst, einfach erstmal so aus interesse was zu studieren, ohne darin später arbeiten zu wollen, dann aknn es dir eigentlich nict allzu schlecht gehen. Sowas muss man sich leisten können!

Nicht ganz. Da ich nie Lehrerin werden wollte, obwohl mein Studium grundlegend auf Lehramt ausgerichtet ist (aber es ist kein Lehramtsstudium, sondern bietet nur zwei Optionen, von denen man sich im Bachelor für eine entscheiden muss, und eine davon ist Lehramt) und ich deshalb zwei gleichwertige Fächer studiere, stand von vornherein fest, dass ich mich später auf eines der beiden Fächer fokussieren müssen und das andere dann wohl "umsonst" studiert haben würde. Es sei denn, ich würde beide Fächer kombinieren - was ich eigentlich nie wollte, aber zeitweise als karrieretechnisch sinnvoll erachtete.

Dass ich im Anschluss bzw. anderweitig zu studieren plane, hat seinen Ursprung überhaupt erst darin, dass ich dieses Studium nicht finanzieren kann/konnte. Außerdem könnte ich in dem anderen Studiengang niemals finanzielle Hilfe erhalten (abgesehen von Wohngeld, das ich aber nicht mehr erhielte, sobald mein Freund eigenes Geld verdient, obwohl wir finanziell nicht füreinander einstehen), was in meinem derzeitigen bzw. ersten Studium anders aussieht, insbesondere im Master, da ich in jedem Fall wieder Bafög-Anspruch haben werde.

Zudem schließe ich nicht aus, irgendwann einmal im Informatikbereich zu arbeiten, erachte das aber nicht als mein Ziel und tat das - wenn ich nicht gerade von den Karrieremöglichkeiten geblendet war - eigentlich auch nie. Insbesondere die Grundlagen finde ich sehr interessant, außerdem schulen sie Logik und Struktur. Diesen Bonus erachte ich aber mehr als Basis für die beiden Disziplinen, mit denen ich dann weiterzuarbeiten gedenke, nicht als unmittelbaren Weg in einen einschlägigen Beruf.

Ein Zweitstudium dranzuhängen, wenn ich im Informatikbereich nicht arbeiten und auf keinen Fall Lehrerin werden wollen würde, während ich mindestens 14 Semester für meinen Bachelor in Philosophie und Informatik gebraucht haben werde, ist sicherlich anzuraten. Mit einem bloßen Master in Philosophie im Anschluss an 18-20 Semester des Studierens bin ich bereits ohne gesundheitliche Defizite sehr schnell arbeitslos oder zurück im Callcenter.
 

Liska

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Kindergeld für knapp 2/3 des gesamten streitigen Zeitraums und laufend nun bewilligt. Für den Rest werde ich erst die Hilfe der Schlichtungsstelle des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung ersuchen. Sollte das nicht fruchten, werden wir Klage beim Finanzgericht einreichen. :)

Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie man in einer Insolvenz die Freigabe einer vierstelligen Nachzahlung erwirkt :unsure:
 

Liska

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Zu früh gefreut - Familienkasse möchte die Auszahlung der Nachzahlung anscheinend erst mit der Kindergeldzahlung für Oktober vornehmen. Kann ich irgendwie erwirken, dass das Geld früher/sofort ausbezahlt wird? Es dürfte ja nachgewiesen sein, dass der dringende Bedarf besteht. Auch mein Abzweigungsantrag wurde bewilligt, d.h. die Familienkasse hat anerkannt, dass ich den mir zustehenden Unterhalt nicht erhalte und unmittelbar auf das Kindergeld angewiesen bin.

Ergänzung - habe das große Glück, die Endziffer 9 zu haben, d.h. die Auszahlung meines Kindergeldes erfolgte mit dem letzten Rutsch im Oktober :rolleyes: :mad:
 

Liska

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Da ging es mehr um die richtige Einleitung der Formalien. Kindergeld ist generell unpfändbar, und wenn es das (in meinem atypischen Fall) nicht wäre, gälte trotzdem, dass es nur am Einkommen des jeweiligen Monats, für den das Kindergeld vorgesehen war, bemessen pfändbar wäre, und da ich immer erheblich unterhalb der Pfändungsgrenze lag, wäre auch dann nichts pfändbar. :)
Teilweise Pfändbarkeit entstünde im Falle der Pfändbarkeit des Kindergeldes dann, wenn auch Bafög nachgezahlt würde.
 

Liska

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sicher? Ich dachte das wäre vorbei, seit es P-Konten gibt.
Tatsächlich, ja. Kindergeld ist zweckgebunden und generell nur im Rahmen nichterfüllter Unterhaltsansprüche pfändbar.

Aber ich will öffentlich nicht zu viel schreiben, habe schon zu oft schlafende Hunde geweckt und meinen "Gegnern" Steilvorlagen geboten. :censored:
 
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