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Kinder suchen in Köln nach Essen

Paolo_Pinkel

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Alles normal in Post-Nazi-Deutschland. Man lässt Menschen verhungern, treibt sie in die Obdachlosigkeit, den Freitod usw. Gleichzeitig spielt man den Betroffenen und der Öffentlichkeit einen "Rechtsstaat" vor, der, sobald er versucht wird in Anspruch zu nehmen, sich als Farce entpuppt. Hat ja auch jüngst die Änderung der Prozesskostenhilfe gezeigt. Die wird so unattraktiv gemacht, das sich nur noch wenige RAs trauen, ihrem Geld hinter zu rennen. Jede wette, dass das irgendein JC oder äquivalente Pseudobehörde sein Unwesen treibt. Das kennen wir ja zu genüge. Einwanderer, die der Sprache nicht mächtig sind, sind nur leichtere Opfer.
 

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Hunger kann mit Mangelernährung bei Kindern noch ganz andere Folgen haben (Entwicklung)...aber in so einem "kindereichen" Land wie Deutschland kann man ja aus dem Vollen schöpfen.

Was man hier spart kann man ja bei den Jugendämtern und ggf. im Strafvollzug x-fach wieder ausgeben... Hauptsache der aktuelle Haushalt sieht relativ gut aus.
 
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Preisfrage:
Wo ist das Geld das die Familie für Essen usw. bekommen hat hin gekommen?:icon_kinn::icon_kinn::icon_kinn:
 
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Ohne jetzt urteilen zu wollen, ich habe das Video nicht gesehen, las das nur in der BILD (ja, in der BILD, ich weiß). Entweder wurde das Geld irgendwie verpraßt oder die Kinder sind das Suchen im Müll aus ihrer Heimat einfach gewohnt, da sowas dort zum Alltag gehört, gerade für diese Gruppe, die werden dort stark benachteiligt.
 
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Hast Du das Video gesehen? Ist Dir die Argumentation nicht aufgefallen?

Wenn nicht, wundert mich das! :icon_surprised:
Wir drehen uns im Kreis.:biggrin:

Aber warun hast Du nicht gehört das die Familie Geld zum Lebensunterhalt und eine Wohnung hat,aber wohl mit dem Geld nicht auskommt.:icon_hihi:
 
E

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Ohne jetzt urteilen zu wollen, ich habe das Video nicht gesehen, las das nur in der BILD (ja, in der BILD, ich weiß). Entweder wurde das Geld irgendwie verpraßt oder die Kinder sind das Suchen im Müll aus ihrer Heimat einfach gewohnt, da sowas dort zum Alltag gehört, gerade für diese Gruppe, die werden dort stark benachteiligt.
Ob die Suche nach Lebensmitteln im Müll, dort zum Alltag gehört, ist zu berücksichtigen. Dann würde sich die Frage: ob das Geld ausgegeben wurde erübrigen.
 
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Gast
Mir macht es ebenfalls ein ungutes Gefühl, zu sehen, dass in einem so dermaßen reichen Land wie diesem - in dem der Reichtum leider erschreckend ungleich verteilt ist - Kinder (oder auch andere Menschen, egal welchen Alters) im Müll nach Essen suchen. Was mich an dem RTL-Beitrag allerdings massiv stört, ist die Implikation, dass sie das tun, weil sie es tun müssen. Das gibt es in manchen Fällen sich, aber für den Großteil derjenigen, die in diesem Land im Müll nach Nahrung suchen, halte ich diese Erklärung für fraglich.

Denn man kann allein aus der Tatsache, dass jemand Essen in einem Müllcontainer sucht, eben nicht per se darauf schließen, dass die Person das deshalb tut, weil sie es aus Gründen von Armut bzw. Hunger tun muss. Die Frau im Interview fragt gleich zu Anfang hochgradig suggestiv, wie es sein könne, dass "es überhaupt Menschen gibt, die [nach Nahrung] in der Mülltonne suchen müssen." Sie beantwortet das mit der existentiellen Armut. Das ist aber nur eine mögliche Erklärung.

Ich weiß, dass ich mir für diese Meinung hier im Forum virtuelle Schläge einhandele, aber ich bin dennoch davon überzeugt, dass in Deutschland kein Mensch hungern, geschweige denn verhungern, muss, wenn die staatlich vorhandenen und einforderbaren Leistungen - sowie auch die freiwilligen caritativen Angebote diverser Initiativen - in Anspruch genommen werden. Sie werden es aber nicht immer, sei es aus Unwissen, Angst oder Scham, aber auch aus Unfähigkeit und Desinteresse.

Das heißt: Es liegt kein staatliches Versagen vor, wenn Leistungen (etwa nach dem AsylbLG, dem SGB II oder dem SGB XII) vorhanden und einforderbar sind, diese aber nicht in Anspruch genommen oder von den Anspruchsberechtigten zweckentfremdet werden. Das ist ein individuelles, im vorliegenden Fall also ein elterliches Versagen.

Es gibt ohne Zweifel immer Gründe, warum die Eltern ihre Pflicht nicht nachkommen (z.B. weil sie selbst schon vernachlässigt wurden, psychische Probleme haben, die Sprache nicht richtig beherrschen, Diskriminierungserfahrungen in Behörden ausgesetzt waren etc.). Aber das ändert nichts daran, dass es trotzdem noch eine individuelle Verantwortung gibt, vorhandene Hilfen auch in Anspruch zu nehmen.

Ich will nicht falsch verstanden werden: Es geht mir nicht darum, den Staat, der sich immerhin als Sozialstaat begreift, von seiner Verantwortung zu entbinden. Es geht mir nur darum, dass es beides gibt: Eine Hol-Schuld (individuelle Leistung) und eine Bring-Schuld (staatliche Leistung). Wenn erstere nicht eingelöst wird, kann auch die letztere nicht wirken.

Das heißt nicht, dass der Staat nicht mehr tun muss. Das müsste er sehr wohl. Er müsste durch mehr Aufklärungsarbeit und alltagspraktische Unterstützung (etwa durch Sozialarbeiter/Quartiersmanager), aber auch durch höhere Geldleistungen (z.B. durch eine Regelsatzerhöhung auf 500 €) dafür sorgen, dass Menschen in prekären Lagen besser befähigt werden, Hilfen in Anspruch zu nehmen, um sich dann selbst besser zu helfen. Das ändert aber nichts daran, dass es ohne individuelle Verantwortung nicht geht.

Kurz gesagt: So sehr der Sozialstaat in den letzten 10 Jahren auch um- und abgebaut wurde, gilt imho noch immer: Das existentielle Überleben und nicht-hungern-Müssen ist in diesem Land grundsätzlich gewährleistet. Insofern hat der Herr Timmer von der Stadt Köln Recht mit seiner Feststellung. Das tut der Tatsache, dass es dennoch ein menschlicher und sozialpolitischer Offenbarungseid ist, wenn arme Kinder im Müll nach Nahrung suchen, natürlich keinen Abbruch.

Und noch ein Punkt allgemein zum Thema Nahrung aus dem Müll: Auf den Fall der Kinder im oben verlinkten Video (und allgemein auf Armutsflüchtlinge aus Südosteuropa) trifft das ganz sicher nicht zu, aber abgesehen davon ist hervorzuheben, dass es diverse Menschen gibt, die auch aus eher politischen Gründen (und um zu sparen) in Müllcontainern nach Nahrung suchen. Manch eher linker Studenten und/oder politische Aktivist aus finanziell abgesichertem (Eltern)Haus betreibt exzessives Dumpstering/Containering.

In Anbetracht dessen, dass diversen Unterhebungen gemäß etwa 50% aller weltweit produzierten Nahrungmittel unverbraucht im Müll landen, verwundert es auch nicht, dass man sich komplett aus Containern ernähren kann, wie diverse Schilderungen von Leuten, die das tun, bezeugen. Kurz gesagt: Wer in Deutschland im Müll nach Nahrung sucht, müsste das eigentlich nicht tun. Manchmal steckt eine ganz andere Message abseits von Armut dahinter.
 

Existenzminimum

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Zumindest taugt das Video und die reißerische Überschrift, um mal wieder kräftig "Stimmung in die Bude" zu bringen. RTL und BL.D (sonst eher Pfui, jetzt hui) machens möglich... .

Eltern die sich - u.a. !! - nicht um regelmäßige Mahlzeiten und Pflege ihrer Kindern kümmern, gehören "ins Gebet" genommen. Da ist man hierzulande viel zu lasch, woanders - z.B,. bei Erhöhung von Diäten und deren Begründungen - strengt sich die Poltik deutlich mehr an.
 

alvis123

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Hi...

...warum an Sachen rühren, an der wir im Grunde doch nichts ändern wollen? siehe Wahlergebnisse

:icon_party:Aber Essen liegt im Ruhrgebiet und nicht im Rheinland!:icon_party:
Wer Ironie findet, darf sie behalten.

MfG
 

utafu

Neu hier...
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Ich zitiere Herrn Timmer: Das ist ein Satz der dem Hartz IV Satz entspricht
und der reicht 100.000 aus!
Solange man die Seite der Eltern nicht gehört hat,glaube ich keine Wort.
Ich habe selber am eigenem Leib erfahren müssen wie mir monatelang Leistungen unrechtmäßig vorenthalten wurde.
Wäre ich in keiner BG, wäre ich verhungert.
Da nützt es nichts wenn im nachhinein das SG feststellt das mir diese Leistungen ohne wenn und aber zustanden.

Wer weis mit welchen Tricks sie Träger der Wohnheime arbeiten um die Zahlungen nicht weiter zu geben.
 

Existenzminimum

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...
Wer weis mit welchen Tricks sie Träger der Wohnheime arbeiten um die Zahlungen nicht weiter zu geben.

Ist es üblich, dass die Regelleistung (nicht die Miete) von den Wohnheimen - wohl dann in bar - ausgezahlt wird?
Handelte es sich denn um ein Wohnheim, hatte leider technische Schwierigkeiten, Video ist zig mal abgestürzt. Bekam noch mit, dass es sich bei der Familie um Asylantragsteller handelt.
 

Snickers

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Die Kinder kommen aus einer 12 köpfigen Familie und sind als "Problemfall" bekannt.

und

Verwahrlosung habe auch damit zu tun, dass Menschen es nicht schafften, ihren Alltag und das Geld, das ihnen zur Verfügung steht, zu organisieren. "Neulich noch stand ein Vater vor mir, der für 600 Euro einen Kinderwagen gekauft hat, anstatt seinem Kind Gemüse zu kochen", regt sich Meurer auf, "obwohl wir hier zig gebrauchte Kinderwagen stehen haben". Die städtischen Sozialarbeiter seien oft so ausgelastet, dass es keine Betreuung für solche Familien gebe. Nach Angaben der Stadt Köln sind derzeit 3.680 Flüchtlinge in Köln untergebracht.
An was soll Deutschland denn noch alles Schuld haben?

Flüchtlingskinder in Köln - Panorama - WDR.de
 

Snickers

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@espps

Du hältst dich ja nun so vornehm zurück..........
Der Pfarrer plädiert dafür, Paten anzubieten - Freiwillige, die in die Flüchtlingsheime gehen und jeweils einer Familie im Alltag helfen: "Die gemeinsam mit ihnen Formulare ausfüllen, mit ihnen kochen, im Schrebergarten grillen oder die Kinder bei den ersten Fahrten mit der U-Bahn begleiten."

Lasse den Worten endlich mal Taten folgen!
 
E

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Ich weiß, dass ich mir für diese Meinung hier im Forum virtuelle Schläge einhandele, aber ich bin dennoch davon überzeugt, dass in Deutschland kein Mensch hungern, geschweige denn verhungern, muss, wenn die staatlich vorhandenen und einforderbaren Leistungen - sowie auch die freiwilligen caritativen Angebote diverser Initiativen - in Anspruch genommen werden. Sie werden es aber nicht immer, sei es aus Unwissen, Angst oder Scham, aber auch aus Unfähigkeit und Desinteresse.
:danke:

Für Deine Einschätzung! Eine Überlegung wäre es aber durchaus wert, nachzuforschen, ob diese Familie wirklich über sämtliche Hilfen informiert wurde.

Und, wer soll solchen Familien helfend zur Seite stehen, wenn es keine Integrationshelfer mehr gibt?
 

Existenzminimum

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...

An was soll Deutschland denn noch alles Schuld haben?

Flüchtlingskinder in Köln - Panorama - WDR.de
Danke für den link, darüber wird doch einiges klarer und man ist nicht auf die "RTL-Action/Sensation-News"-Verschnitt angewiesen.

...Das Geld, das Flüchtlinge bekommen, sobald sie sich in Köln gemeldet haben, reiche tatsächlich aus, "um ein menschenwürdiges Existenzminimum sicherzustellen", sagt auch Claus-Ulrich Prölß vom Kölner Flüchtlingsrat, "kein Kind muss im Müll nach Essen suchen, weil es den Eltern an Geld mangelt". Das Problem sei ein anderes: Manche Familien, die aus bitterster Armut nach Deutschland kommen, hätten tatsächlich in ihrem Herkunftsland bisher unter anderem davon gelebt, im Müll nach Dingen zu suchen, die sie verkaufen können. "Auch die Kinder sind da oft mit einbezogen, das Familieneinkommen zu sichern." Die Methode, sagt Prölß, sei vergleichbar mit den Deutschen, die in Mülleimern nach Pfandflaschen suchen und sich damit teils einen ordentlichen Zugewinn zu ihren Hartz IV-Bezügen sichern....
Wer weiß, ob nicht auch Eigeninteressen der Frau vom Kalker Mittagstisch im Spiel waren: (vorgeblicher) höherer Bedarf hinsichtlich Essen--> mehr Kohle nötig... .

Kann ich nicht belegen, ist nur ein Gedanke.

Wie wir wissen, tun caritative-soziale Institutionen ja ne Menge um weitere Gelder zu generieren: leider nicht immer aus tatsächlich gemeinnützigen Motiven heraus.
 

Snickers

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Wer es schaft nach Deutschland zu kommen mit 10 Kindern im Gepäck, der wird es wohl schaffen zu kochen!

Und wenn nicht, ist es nicht das Problem des deutschen Staates.

Elisabeth Lorscheid fordert: Ein Kindertisch in jedem Veedel
Wenn ich FORDERN schon höre, könnte ich kotzen.......wie wäre es mal mit Bitten?
Die einfachsten Benimmregeln werden missachtet.

Nach Hunger-Bildern: Elisabeth Lorscheid fordert: Ein Kindertisch in jedem Veedel | Köln | EXPRESS

Aber das hat sie gut gemacht:

Die Idee entstand 2009 durch Elisabeth Lorscheid, als diese - selbst arbeitslose und allein erziehende Mutter - bemerkte, dass damalige Freunde ihrer Söhne immer zum Essen zu ihr kamen.
für dich auch auf englisch espps....

Kalker Kindermittagstisch - ein Projekt der Klasse 7 ab
 
E

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Gast
Eine Überlegung wäre es aber durchaus wert, nachzuforschen, ob diese Familie wirklich über sämtliche Hilfen informiert wurde.
Dazu kann ich dir aufgrund meiner beruflichen Erfahrung im Sozialwesen folgendes sagen: In den meisten Fällen, in den soziale Verwahrlosung vorkommt, mangelt es ausdrücklich NICHT an Informationsgabe. Das dürften dir auch diverse Streetworker, Integrationslotsen und Quartiersmanager bestätigen. Es gibt dort, wo sich soziale Probleme häufen, diverse niedrigschwellige, auch nicht-staatliche Einrichtungen, wo Menschen sich über Unterstützungsmöglichkeiten informieren können, wenn sie sich denn informieren wollen. Leider passiert es aber oft, dass diverse dieser problematischen Großfamilien aus Südosteuropa, von denen man in den Medien des Öfteren liest, sich extrem abschotten.

Da ist kaum ein Rankommen, obwohl es seitens der Behörden immer wieder versucht wird. Sobald dem Jugendamt eine mögliche Kindeswohlgefährdung nach § 8a SGB VIII bekannt wird, wird durchaus reagiert, d.h. es tauchen Sozialarbeiter auf, die sich ein Bild der Lage machen und über Hilfemöglichkeiten, Leistungen nach den SGB, dem AsylbLG, über Hilfen bei freien Trägern, Kirchen etc. informieren. Und es werden dann auch Kinder in Obhut genommen. Ich selbst bin mit den Fällen mehrerer Großfamilien vertraut, denen das Jugendamt alle Kinder "weggenommen" hat. Doch das zu tun ist oft ein nutzloser Kampf gegen Windmühlen, denn nicht selten passiert es, dass die Kinder aus der Wohngruppe, wo sie unter besseren Bedingungen als in ihrem Messie-Zuhause untergebracht sind, wieder weglaufen.

Kurz gesagt werden Hilfen manchmal nicht nur nicht angenommen, sondern bisweilen sogar mit Gewalt zurückgewiesen. Es gibt Häuserblocks, da traut sich kein Sozialarbeiter hin. Und ein Punkt, den man auch nicht vergessen darf, ist, dass es einfach relativ ist, was als "normale" Lebensbedingungen betrachtet wird. Es gibt Großfamilien, für die es ganz "normal" ist, im Müll nach verwertbaren Dingen zu suchen, weil sie das von zuhause so kennen. Was für viele Menschen, die in Deutschland bzw. in einem reichen Land aufgewachsen sind, unhaltbare Zustände sind, ist für Leute, die in extremer, absoluter Armut aufgewachsen sind, längst nicht immer so abwegig.

Und, wer soll solchen Familien helfend zur Seite stehen, wenn es keine Integrationshelfer mehr gibt?
Es gibt doch Helfer! Es gibt Hilfe durch a) staatliche Transferleistungen (Geldzahlungen, Unterkunft), b) caritative Leistungen (Spenden, Tafeln) und c) staatliche wie private Dienstleistungen (Beratung und Begleitung durch Ehrenamtliche und Sozialarbeiter). Man kann - auch ohne Termin - bei Jugendamt oder Sozialamt vorbeigehen und dort nach Hilfe fragen, man kann, wenn das zu hochschwellig ist, in diversen kirchlichen Beratungsstellen vorstellig werden (Infos über solche Dienste finden sich z.B. oft bei Tafeln), man kann andere Nachbarn fragen, wo die Hilfe bekommen, man kann einen Streetworker ansprechen usw. Hilfe gibt es schon, was fehlt ist vielfach die Bereitschaft, sie anzunehmen.
 
E

ExitUser

Gast
@Burns Torn

Danke für Deine Einschätzung der Thematik!

Hier in meinem pers. Umfeld der Optionskommunen ist es eher so, dass es diese Hilfen nicht, oder nur eingeschränlt gibt. Und wenn, dann nur auf Nachfrage.

(3 Sozialarbeiter für den gesamten Kreis im ländlichen Raum)

Allein die Tatsache, dass die Familien Sprachbarrieren haben und kein Dolmetscher zur Verfügung steht, sowie die Behörden nicht (mehr) in vollem Umfang informieren, lässt mich daran zweifeln, dass eben alle Infos geflossen sind.

Allerdings ist die gegenseitige Wahrnehmung der Menschen untereinander und die Hilfsbereitschaft noch vorhanden, so dass Notsituationen besser überwunden werden können.
 

Don Vittorio

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Allein die Tatsache, dass die Familien Sprachbarrieren haben und kein Dolmetscher zur Verfügung steht,
Die Amtssprache ist nunmal Deutsch.
Man kann doch nicht jedem einen Dolmetscher an die Seite stellen.
Oder glaubst Du,selbst wenn Du mit einem guten Job in die USA oder Canada,Australien oder Neuseeland auswanderst,Du bekommst dort einen Dolmetscher ?Oder man hat dort amtliche Anträge in 8 Sprachen wie bei uns vorliegen ?
Erste Voraussetzung um in einem neuen Land zu leben,ist immer noch eine gewisse Kenntnis der dort gesprochenen Sprache.
 

Charlot

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Die Amtssprache ist nunmal Deutsch.
Man kann doch nicht jedem einen Dolmetscher an die Seite stellen.
Oder glaubst Du,selbst wenn Du mit einem guten Job in die USA oder Canada,Australien oder Neuseeland auswanderst,Du bekommst dort einen Dolmetscher ?Oder man hat dort amtliche Anträge in 8 Sprachen wie bei uns vorliegen ?
Erste Voraussetzung um in einem neuen Land zu leben,ist immer noch eine gewisse Kenntnis der dort gesprochenen Sprache.
bei uns hat man gesetzlichen Anspruch auf einen Dolmetscher beim JC.
 
Mitglied seit
6 Okt 2012
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bei uns hat man gesetzlichen Anspruch auf einen Dolmetscher beim JC.
Wie kommst Du auf JC darum geht es doch hier nicht.:biggrin:

Aber mal davon ab,was die Leute verstehen wollen verstehen sie auch, wenn es was unangenehmes ist natürlich nicht.:icon_party:
 

Dark Vampire

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Wer weiß, ob nicht auch Eigeninteressen der Frau vom Kalker Mittagstisch im Spiel waren: (vorgeblicher) höherer Bedarf hinsichtlich Essen--> mehr Kohle nötig... .

Kann ich nicht belegen, ist nur ein Gedanke.

Wie wir wissen, tun caritative-soziale Institutionen ja ne Menge um weitere Gelder zu generieren: leider nicht immer aus tatsächlich gemeinnützigen Motiven heraus.
Wie du dem Film entnehmen kannst bekommt sie NIX dafür.
Also Gedanke abwegig.
 
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