Kind muss in Wochengruppe. Anspruch ALG II, Kindergeld, Unterhalt? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

colonel

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Hier bin ich wieder einmal mit einem etwas kompliziteren Sachverhalt.
Aber vielleicht ist hier der eine oder andere der sich damit auskennt.

Nehmen wir an BG besteht aus 5 Personen.

Das älteste Kind ist 7 und nicht das Kind der Erwachsenen in dieser BG, sondern das Kind der
Mutter und ihrem ehemaligen Partner.
Frau und Mann in dieser BG haben zwei Kinder, Zwillinge.

Das 7 Jährige Kind muss nun aufgrund einer psychischen Störung in eine Wochengruppe und
kommt nur noch alle 4 Wochen übers Wochende nachhause und in den Ferien.
Ziel ist aber das Kind wieder in die Familie zu integrieren. Diese Maßnahme geht vorerst
zwei Jahre.

Besteht noch ein Anspruch auf ALG? Wie verhält es sich mit dem Kindergeld für diesen Jungen?
Ausserdem zahlt der Kindsvater Unterhalt, wie verhält es sich damit?
Kann das JC hier verlangen das die BG in eine neue Wohnung zieht?
 

Helga40

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Der Lebensunterhalt des Kindes wird dann vom Jugendamt gesichert, d. h., das Kind hat keinen Anspruch beim JC mehr. Für die Besuche zuhause kommt m. W. n. auch das Jugendamt auf, ansonsten wäre eine temporäre BG zu prüfen.

Hinsichtlich der Angemessenheit der Miete dürfte es auf die Hilfefallplanung des Jugendamtes ankommen, also, was, wann und wie wegen Rückführung angedacht ist.
 

colonel

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So hier bin ich nun wieder und habe gleich ein paar Fragen:

Der große von meiner Lg ist nun mittlerweile in der Wochengruppe.
Das Kindergeld und der Unterhalt des KV geht nun direkt an das Jugendamt.
Dem JC haben wir den Sachverhalt mitgeteilt und dies hat nun, mit neuem Bescheids, den Jungen aus der BG gestrichen, sprich wir bekommen für ihn auch keinerlei Leistung mehr.
Er kommt alle 4 Wochen über das WE nachhause. Außerdem kommt er in den Sommerferien zwei Wochen und alle anderen Ferien eine Woche nachhause.
Das Jugendamt zahlt uns wohl eine Tagespauschale von 6,21€ und die Fahrtkosten, um ihn abzuholen und hinzubringen, werden auch übernommen.
Nun habe ich mal etwas gerechnet:
Er hat ja einen Anspruch von 291 € ALG II, was einem Tagessatz von 9,70€ entsprechen würde. Das Jugendamt zahlt lediglich 6,21 €. Es fehlen also 3,49 €. Wer übernimmt diesen fehlenden Betrag?

Und ist es überhaupt rechtens, dass er so einfach aus der BG gestrichen wird obwohl er regelmäßig nachhause kommt? Liegt hier nicht sogar eine temporäre BG vor wie Helga40 bereits geschrieben hat?
 

TazD

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Er hat ja einen Anspruch von 291 € ALG II, was einem Tagessatz von 9,70€ entsprechen würde. Das Jugendamt zahlt lediglich 6,21 €. Es fehlen also 3,49 €. Wer übernimmt diesen fehlenden Betrag?

Und ist es überhaupt rechtens, dass er so einfach aus der BG gestrichen wird obwohl er regelmäßig nachhause kommt? Liegt hier nicht sogar eine temporäre BG vor wie Helga40 bereits geschrieben hat?
Entstehen euch den Kosten, wenn der Große in der Wochengruppe ist? :wink:
Damit beantwortet sich auch deine Frage, ob die Streichung rechtens ist. Der Große gehört nicht mehr zur BG, weil er nicht unter die in § 7 Abs 3 Nr 4 SGB II genannten Personen fällt. Er lebt ja nicht mehr in eurem Haushalt.

Wie bereits angedeutet, wäre höchstens eine temporäre BG denkbar.
 

liriel

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...
Nun habe ich mal etwas gerechnet:
Er hat ja einen Anspruch von 291 € ALGII, was einem Tagessatz von 9,70€ entsprechen würde. Das Jugendamt zahlt lediglich 6,21 €. Es fehlen also 3,49 €. Wer übernimmt diesen fehlenden Betrag?
...
Hallo,

der Tagessatz ist natürlich nicht üppig,keine Frage!
Aber du vergisst bei deiner Rechnung meiner Meinung nach,dass ihr "nur noch" für Lebensmittel und eventuelle Aktivitäten aufkommen müsst,wenn er da ist.
Kleidung,Verbrauchsgüter(Shampoo,Zahnpasta),Taschengeld u.a. bekommt der Junge dann schon vom Jugendamt.
Daher kommt die "Differenz" vermutlich.

Du hattest im ersten Beitrag nach der Wohnung gefragt.
Wurde da seitens des JC was gesagt?
Zu groß für die verbleibenden Familienmitglieder?

LG
 

colonel

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Entstehen euch den Kosten, wenn der Große in der Wochengruppe ist? :wink:
Damit beantwortet sich auch deine Frage, ob die Streichung rechtens ist. Der Große gehört nicht mehr zur BG, weil er nicht unter die in § 7 Abs 3 Nr 4 SGB II genannten Personen fällt. Er lebt ja nicht mehr in eurem Haushalt.

Wie bereits angedeutet, wäre höchstens eine temporäre BG denkbar.
Während er in der Wochengruppe ist, entstehen uns normalerweise keine Kosten.
Aber er kommt ja regelmäßig heim und dann entstehen uns ja Kosten. Er isst ja dann hier zuhause ausserdem gehen wir dann ja mit ihm ins Schwimmbad, Kino usw.

Uns geht es ja darum das wir in der Zeit wo er zuhause ist Kosten verursacht die nicht gedeckt sind.

Hallo,

der Tagessatz ist natürlich nicht üppig,keine Frage!
Aber du vergisst bei deiner Rechnung meiner Meinung nach,dass ihr "nur noch" für Lebensmittel und eventuelle Aktivitäten aufkommen müsst,wenn er da ist.
Kleidung,Verbrauchsgüter(Shampoo,Zahnpasta),Taschengeld u.a. bekommt der Junge dann schon vom Jugendamt.
Daher kommt die "Differenz" vermutlich.

Du hattest im ersten Beitrag nach der Wohnung gefragt.
Wurde da seitens des JC was gesagt?
Zu groß für die verbleibenden Familienmitglieder?

LG
In Bezug auf die Wohnungsgröße wurde nicht gesagt, das scheint wohl für das JC in Ordnung zu sein, glücklicherweise.

Wäre hier denn nicht eine temporäre BG angebracht?
Hygieneartikel kaufen wir für ihn hier ja dann trotzdem. Bekleidung natürlich nicht, das übernimmt das Jugendamt. Aber dafür bekommt das Jugendamt ja auch den vollen Unterhalt und das Kindergeld.
 

TazD

Super-Moderation
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Uns geht es ja darum das wir in der Zeit wo er zuhause ist Kosten verursacht die nicht gedeckt sind.
Da das Kind hier anscheinend nur als Kostenfaktor gesehen wird, solltet ihr eure Aktivitäten und die Essensration dann halt am Tagessatz des Jugendamts ausrichten.

Mir persönlich wäre es das ja wert, dass ich für meine Kinder (und ich habe welche) "draufzahle", damit die ihren Spass haben und gut versorgt werden. Da muss ich dann eben bei mir Abstriche machen.

Aber gut, muss ja jeder selbst wissen. Im Übrigen hast du bei deiner Kostenrechnung vergessen, dass das JA dir noch Fahrtkosten zahlt. Da muss auch mit allen Positionen gerechnet werden und zwar so, dass die Fahrtkosten nur durch die Anwesenheitstage und nicht durch den kompletten Monat geteilt werden.
Wenn schon, dann richtig.

Im Übrigen sind im Regelsatz 9,4% für Bekleidung vorgesehen, für Wohnen, Energie, Wohninstandhaltung sind es 8,36%, für Verkehr 6,3%, insgesamt also 24,06%, die du von den 291€ noch abziehen musst, weil das alles durch das JA getragen wird.
Verbleiben 220,99€ und somit ein Tagessatz von 7,37. Damit ist die Differenz schon deutlich kleiner, wenn man den Tagessatz vom JA ohne Fahrtkosten nimmt. :wink:

Wie gesagt: Wenn schon, dann richtig rechnen.
 

colonel

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Da das Kind hier anscheinend nur als Kostenfaktor gesehen wird, solltet ihr eure Aktivitäten und die Essensration dann halt am Tagessatz des Jugendamts ausrichten.

Mir persönlich wäre es das ja wert, dass ich für meine Kinder (und ich habe welche) "draufzahle", damit die ihren Spass haben und gut versorgt werden. Da muss ich dann eben bei mir Abstriche machen.

Aber gut, muss ja jeder selbst wissen. Im Übrigen hast du bei deiner Kostenrechnung vergessen, dass das JA dir noch Fahrtkosten zahlt. Da muss auch mit allen Positionen gerechnet werden und zwar so, dass die Fahrtkosten nur durch die Anwesenheitstage und nicht durch den kompletten Monat geteilt werden.
Wenn schon, dann richtig.

Im Übrigen sind im Regelsatz 9,4% für Bekleidung vorgesehen, für Wohnen, Energie, Wohninstandhaltung sind es 8,36%, für Verkehr 6,3%, insgesamt also 24,06%, die du von den 291€ noch abziehen musst, weil das alles durch das JA getragen wird.
Verbleiben 220,99€ und somit ein Tagessatz von 7,37. Damit ist die Differenz schon deutlich kleiner, wenn man den Tagessatz vom JA ohne Fahrtkosten nimmt. :wink:

Wie gesagt: Wenn schon, dann richtig rechnen.
Das Kind ist kein Kostenfaktor für uns. Mir ging es mehr oder weniger dass das Kind nicht mehr in der BG ist und wir keine Leistung mehr für das Kind erhalten.
Drauflegen müssen wir so oder so und wie du vielleicht weißt, tut im ALG II Bezug jeder den man irgendwie, irgendwo drauflegen muss auch weh.
Sicher habe ich nicht alles bei der Berechnung eingeplant, aber die Fahrtkosten darf man hier sowieso nicht berücksichtigen. Diese sind ja sowieso nicht im Regelsatz enthalten und dürften, falls er noch zur BG gehören würde, auch nicht angerechnet werden.

Dann würde hier also doch eine temporäre BG vorliegen und es wäre ratsam Widerspruch einzulegen und diesen unter Angabe der BA Hinweise zu begründen?
 

Helga40

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Was spricht dagegen, es zumindest mit einem Widerspruch zu versuchen?
 
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