Keine Weiterbildung für Ältere ??? (1 Betrachter)

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SimdeB

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Hallo, habe mich neu angemeldet.
Ich bin seit 1.12.2011 arbeitslos gemeldet und bekomme für 2 Jahre Arbeitslosengeld I. Bin staatlich geprüfte Betriebswirtin und 60 Jahre.
Ich habe im Monat Juli 35 Vermittlungsvorschläge vom AA bekommen. Eigentlich müsste ich mich darüber freuen, aber ich war doch sehr verzeifelt, da es nur Vermittlungsvorschläge von Zeitfirmen/Personalleasing für Call Center Agent waren. Ich habe noch nie im Call Center gearbeitet. Brutto Arbeitslohn: 1050 Euro. Durch Nachtschichten und Sonn-und Feiertagsarbeiten kommen noch ein paar Zuschläge dazu.
Ich habe mich überall vorgestellt, 1000 Fragen beantwortet, Gruppengespräche und Assessement Center mitgemacht allerdings wurde ich nicht eingestellt. :icon_sad:
Mein Ziel ist es aber wieder im Büro/Buchhaltung eine Arbeit zu finden.
Meine Frage: Ich würde gerne eine Weiterbildung (4 Wochen) machen. SAP würde mir da weiterhelfen. Habe meine Sachbearbeiterin mal gefragt, aber die hat gleich alles negiert.

Kann es sein, dass Ältere Arbeitssuchende keine Weiterbildung mehr vom AA bekommen?

Würde mich sehr interessieren, ob es anderen auch so geht. Manchmal bin ich schon sehr verzeifelt, aber ich gebe nicht auf und suche weiter. Allerdings fühle ich mich vom AA sehr unter Druck gesetzt und meine Sachbearbeiterin meinte, dass ich nur noch in einem Call Center eine Chance auf Arbeit habe...
 

Seepferdchen 2010

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Hallo piafre und willkommen,

ja das ist so mit der Weiterbildung, gerade bei SAP, ohne schriftliche Zusage eines AG
hast du kaum/keine Möglichkeit.

Wiederrum heisst es "Fordern und Fördern" , aber beim Fördern bleibt der ältere AN auf der Strecke.

§ 4 SGB III Vorrang der Vermittlung

(1) Die Vermittlung in Ausbildung und Arbeit hat Vorrang vor den Leistungen zum Ersatz des Arbeitsentgelts bei Arbeitslosigkeit.

(2) Der Vermittlungsvorrang gilt auch im Verhältnis zu den sonstigen Leistungen der aktiven Arbeitsförderung, es sei denn, die Leistung ist für eine dauerhafte Eingliederung erforderlich.

Was von der AFA kommt sind zu 90% ZAF (Zeitarbeit) oder wie du schon schreibst
Call Center.

Gruß Seepferdchen:icon_pause:
 
E

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Gast
Traurig aber wahr.

Arbeitslosigkeit: Arbeitslose ab 60 sind kaum zu vermitteln | Karriere | ZEIT ONLINE

Nichts desto trotz haben auch Leistungsempfänger ü60 einen Anspruch auf eine Umschulung und/oder Weiterbildung. Sollte dieser jedoch aus offensichtlichen Gründen verwehrt werden, würde ich mich auf das AGG berufen.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) – umgangssprachlich auch Antidiskriminierungsgesetz genannt – ist ein deutsches Bundesgesetz, das Benachteiligungen aus Gründen der „Rasse“, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern und beseitigen soll. Zur Verwirklichung dieses Ziels erhalten die durch das Gesetz geschützten Personen Rechtsansprüche gegen Arbeitgeber und Private, wenn diese ihnen gegenüber gegen die gesetzlichen Diskriminierungsverbote verstoßen.

PS: Du könntest sogar Klage auf Entschädigung gegen das JC einreichen. Wende dich doch einfach mal an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/Service/Kontakt/kontakt_node.html;jsessionid=DDD0CE17483E7589893845329F83A5A2.2_cid094
 

Roter Bock

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Was sagt denn der SB dazu? Die Erfahrung hier scheint des Ältere nur noch in den Kindergarten für Erwachsene (Perspektive 50+ Maßnahmen) geschickt werden.

Ich lese und schreibe hier schon länger, kann mich nicht erinnern das irgendjemand um die 60 Jahre eine Weiterbildung bekommen hat die diesen Namen auch verdient.

Lehn Dich zurück - schon ab 50+ bist Du draussen, das meine ich nicht böse und geringschätzig. Selbst mit frischer SAP Ausbildung wirst Du nicht mehr genommen.

Roter Bock
 
E

ExitUser

Gast
Hallo @piafre

Eine ähnlicher Erfahrung habe ich auch machen müssen, als ich noch bei der AfA war.
Hier ging es um die Beantragung eines Englisch-Kurses.

Wurde vom "Kundenberater" abgeschmettert.
Begründung: gibt schon 200 Arbeitssuchende, die das bewilligt bekamen, warum auch die 201te (also ich).
Ich entgegenete, dass der wahre Grund ja wohl die Buggetierung sei, und ich als Ü50 in dieser nicht vorgesehen sei. Habs nicht ganz so krass formuliert, aber KB hat schon verstanden.
Brachte nix, mit dem Sturkopf da rumzudiskutieren, er machte mir den Vorschlag mich bei der VHS anzumelden.:icon_neutral:

Ich habe hier gar nichts mehr gemacht, weil ich mittlerweile in ALG2-Bezug bin.
Bin ja so gespannt, was hier kommen wird, wahrscheinlich nur Maßnahmen, Bewerbungstraining und dgl. mehr. Aber die braucht kein Mensch!

Also, das nur zu meinen Erfahrungen mit Fördern und Fordern!

LG Ranja
 

desmona

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Nichts desto trotz haben auch Leistungsempfänger ü60 einen Anspruch auf eine Umschulung und/oder Weiterbildung. Sollte dieser jedoch aus offensichtlichen Gründen verwehrt werden, würde ich mich auf das AGG berufen.
...nein...leider nicht...es gibt keinen Rechtsanspruch auf Umschulung/ Weiterbildung/ Quali. etc...selbst auf AGH etc. nicht...

...das kann alles nicht eingeklagt werden
 
E

ExitUser

Gast
Ich bin seit 1.12.2011 arbeitslos gemeldet und bekomme für 2 Jahre Arbeitslosengeld I. Bin staatlich geprüfte Betriebswirtin und 60 Jahre.
Ich habe im Monat Juli 35 Vermittlungsvorschläge vom AA bekommen. Eigentlich müsste ich mich darüber freuen, aber ich war doch sehr verzeifelt, da es nur Vermittlungsvorschläge von Zeitfirmen/Personalleasing für Call Center Agent waren. Ich habe noch nie im Call Center gearbeitet. Brutto Arbeitslohn: 1050 Euro. Durch Nachtschichten und Sonn-und Feiertagsarbeiten kommen noch ein paar Zuschläge dazu.
Ich habe mich überall vorgestellt, 1000 Fragen beantwortet, Gruppengespräche und Assessement Center mitgemacht allerdings wurde ich nicht eingestellt.
Vorab: du hättest dich aller Wahrscheinlichkeit gar nicht auf solche Stellen zu bewerben brauchen, da sie mit einiger Wahrscheinlichkeit für dich finanziell unzumutbar gewesen wären. Lies dir bitte § 140 SGB III genau durch und rechne dir die für dich maßgebenden Gehaltsschwellen präzise aus. Alles, was darunterliegt, kannst du sofort als unzumutbar ablehnen.

Überlege dir auch, eventuell zusammen mit deinem Hausarzt, ob dir so eine Arbeit in einer Telefonzentrale überhaupt noch gesundheitlich zumutbar ist.

Meine Frage: Ich würde gerne eine Weiterbildung (4 Wochen) machen. SAP würde mir da weiterhelfen. Habe meine Sachbearbeiterin mal gefragt, aber die hat gleich alles negiert.

Kann es sein, dass Ältere Arbeitssuchende keine Weiterbildung mehr vom AA bekommen?
Das mag sein. Das sind zwar alles Ermessensentscheidungen, aber auch diese müssen auf sachlicher Grundlage und vor allem ohne Altersdiskriminierung getroffen werden. Jedenfalls in der Theorie.

Für dich aber wichtig: Fragen und Reden kann man viel. Wenn du etwas haben willst, dann beantrage es schriftlich mit Zugangsnachweis und verlange bei Problemen einen schriftlichen begründeten Bescheid. Hier muß man dann zumindest Farbe bekennen und kann das nicht einfach mit mit schönen Worten und "hand-waving arguments" abhandeln.

Ansonsten würde ich dir aber auch das ans Herz legen, was Roter Bock geschrieben hat. In deinem Alter mußt du niemandem mehr etwas beweisen und ständig im beruflichen Hamsterrad laufen. Laß alles, soweit es dir möglich ist, etwas gelassener angehen, das schont auch deine Gesundheit.
 
E

ExitUser

Gast
[QUOTEMeine Frage: Ich würde gerne eine Weiterbildung (4 Wochen) machen. SAP würde mir da weiterhelfen. Habe meine Sachbearbeiterin mal gefragt, aber die hat gleich alles negiert.

Kann es sein, dass Ältere Arbeitssuchende keine Weiterbildung mehr vom AA bekommen?

Würde mich sehr interessieren, ob es anderen auch so geht. Manchmal bin ich schon sehr verzeifelt, aber ich gebe nicht auf und suche weiter. Allerdings fühle ich mich vom AA sehr unter Druck gesetzt und meine Sachbearbeiterin meinte, dass ich nur noch in einem Call Center eine Chance auf Arbeit habe...][/QUOTE]

Sollte hier eine offensichtliche Diskriminierung stattfinden, rate ich immer dagegen vorzugehen. Denn Diskriminierung wegen des Alters ist nicht statthaft. Eine Beschwerde an die Gleichstellungsbeauftragten kann dem JC in manchen Situationen ungeahnte Beine machen. Zeitgleich Beschwerde an die JC Führung. Ist immer einen Versuch wert, weil man/frau ja nichts mehr zu verlieren hat, nur noch gewinnen kann!

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz

Antidiskriminierungsstelle - Fragen und Antworten
 

Holger01

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2008 hatte ich meiner Alg1-SBin gesagt, dass ich meine Vermittelbarkeit mit einem SAP-Grundkurs verbessern könnte.

Ich war 54 Jahre alt, SBin schien erfreut zu sein, dass ich ein Ziel äußerte, und wies mich sofort in einen 14tägigen SAP-Lehrgang ein.

Das war, soweit ich mich erinnere, von vielen AfA-Kontakten die einzige positive Reaktion.

Als ich einanderes Mal meinen SB nach aktiver Vermittlung fragte, ob er denn selbst nicht aktiv würde, oder ob man den Arbeitgeberservice dazu bringen könnte, mich "aktiv" zu vermitteln, war seine Antwort: "Nein, das machen wir nicht. Das müssen Sie selbst machen. Wir unterstützen Sie mit VV, soweit welche vorliegen."

Und was er nicht sagte, hätte sein können: "... und überwachen und sanktionieren Sie mithilfe der EGV..."
 

Holger01

Elo-User*in - temp. eingeschränkt
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Ergänzung:

Ich hatte übrigens einige Stellenanzeigen mitgebracht, die prinzipiell für mich geeignet waren, die aber alle SAP-Kenntnisse voraussetzten.

Das hatte die SBin sofort überzeugt.
 
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