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Keine Unterstützung bei Ausbildung?

BiaLina2008

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Es geht um folgendes:
Meine Schwester (bald 25) ist alleinerziehend und lebt mit ihrer fast 2jährigen Tochter zusammen.
Sie wurde im Juni bei ihrer Arbeit gekündigt und hat sich entschieden eine Ausbildung als Erzieherin zu machen.Sie hat den Platz an der Schule bekommen und die Ausbildung startet am 25.8.
Das hat sie beim Arbeitsamt gemeldet,da sie zur Zeit ALG 1 sowie ALG 2 erhält.Als sie arbeiten war hat sie auch noch aufstockend ca 50 Euro ALG 2 bekommen.
Nun wurde ihr beim Arbeitsamt mitgeteilt das sie ab dem 25.8. keinerlei Leistungen mehr bekommt da sie ja schon eine abgeschlossene Ausbildung als ZAF hat und somit ja in dem Bereich arbeiten kann.
Sie möchte den Ausbildungsplatz aber nicht aufgeben, da es das ist was sie gerne machen möchte und ihr der Beruf ZAF nicht wirklich Freude bereitet.
Also,wenn sie keinerlei Leistungen vom Job Center/ALG 2 bekommt,würde sie nur 184 Euro Kindergeld für das Kind erhalten und den Kindesunterhalt von 225 Euro pro Monat.Davon kann sie noch nicht mal die Miete bezahlen...geschweige den Strom,Telefon,Kita,Lebensmittel usw.

Nun meine Frage:
Bekommt sie wirklich keinerlei Leistungen vom Job Center nur weil sie eine 2. Ausbildung macht?
Wenn sie jetzt zu Hause also arbeitslos wäre würden sie alles zahlen aber wenn sie sich weiter bildet um danach in einem Beruf arbeiten zu können werden die Zahlungen eingestellt?
Das versteht weder sie noch ich...
Vllt kann ja jemand helfen,wären beide sehr dankbar...
Lg
 

gelibeh

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Zumindest ALG1 wird sie nicht weiter bekommen, denn sie steht dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung. Wie das genau beim ALGII aussieht, weiß ich nicht.
 

Hainbuche

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Guten Morgen BiaLina2008,

ich gehöre zwar nicht zu den wirklichen Fachleuten auf diesem Gebiet, aber zumindest so viel kann ich dazu sagen:

Vom Grundgedanken her würde Ihre Schwester ALG und/oder ALG II bekommen, wenn sie denn arbeitslos wäre.

Arbeitslos wäre sie dann, wenn sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen würde.

Das trifft aber nicht zu, da sie ja eine Ausbildung absolviert (und in dieser Zeit wahrscheinlich weder einen Job sucht noch diesem nachgehen könnte).

Nun ist es zwar so, daß auch seitens der Arbeitsagentur/des Jobcenters Ausbildungen dergestalt gefördert werden können, daß Leistungen zum Lebensunterhalt gewährt und sogar die Ausbildungskosten übernommen werden.

Dabei allerdings handelt es sich um Ermessensleistungen, auf die kein verbindlicher Anspruch besteht.

In der Praxis kann das - wie im Fall Ihrer Schwester - zu der eigenartigen Situation führen, daß es finanziell "gefördert" wird, ratlos zuhause zu sitzen, während derjenige, der sich weiterqualifiziert, leer ausgeht.

Wenn es nicht gelingt Arbeitsagentur/Jobcenter mit "ins Boot" zu holen, also der Wunsch nach einer Zweitausbildung von deren Seite nicht mitgetragen wird, sieht es leider wohl nicht sehr rosig aus.

Falls sich die Möglichkeit bietet, die Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren, könnte dies ein Ausweg sein, da Ihre Schwester dem Arbeitsmarkt dann wenigstens eingeschränkt zur Verfügung stehen würde und damit dann wohl wieder Anspruch auf Leistungen hätte.
 

biddy

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Dem Kind steht dann weiterhin Alg II/Sozialgeld (Regelbedarf und anteiliger KdU-Bedarf abzügl. Kindergeld und Unterhalt) zu und dem Azubi mit BAföG-Anspruch alle Leistungen nach § 27 SGB II (für vom Alg II ausgeschlossene Azubis, gilt nicht als Alg II), also u. a. auch Alleinerziehendenmehrbedarf: § 27 SGB II Leistungen für Auszubildende Sozialgesetzbuch (SGB)

Der BAföG-Bedarfssatz für die Ausbildung an der Fachschule wäre meines Erachtens 465 € (dazu Kinderbetreuungszuschlag 113 €, siehe BAföGesetz).

Wäre dann der anteilige KdU-Bedarf des Azubis nicht gedeckt, gäbe es (siehe oben) einen Zuschuss zu den ungedeckten Kosten der Unterkunft und Heizung vom Jobcenter (§ 27 SGB II) bzw. könnte die Azubi diesen beantragen - wie gesagt, gilt nicht als Alg II. Voraussetzung ist, dass ihr wirklich BAföG nach § 12 BAföG zusteht.
 
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