Keine Stomschulden! Doch Anbieter droht mit Sperre wegen offenen Mahngebühren!

Disco Stu

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Meine Schwester hat folgendes Problem mit ihrem Stromanbieter eprimo.

Eprimo droht ihr mit frsitloser Kündigung zum 16.12.2011, da sie einen offenen Forderungsbetrag von ca. 70 Euro hat. Diese 70 Euro rühren jedoch nicht von rückständigen Stromzahlungen, sondern von Mahngebühren, die jedoch angefochten und bestritten werden.

Genauer gesagt handelt es sich bei dem rückständigen Betrag um eine einzige Mahnung, weil ein Abschlag im Oktober erst 3 Tage nach Fälligkeit überwiesen wurde. Die Mahnung wurde jedoch schon mehrfach selbst angemahnt. Da eprimo jedoch pro Mahnung immer wieder 7,50 Euro drauf schlägt, summiert sich inzwischen der Mahnbetrag auf ca. 70 Euro.

Die fälligen Abschlagszahlungen wurden bisher alle bezahlt. Auch die vom Oktober. Aber wie gesagt, damals nur 3 Tage verspätet.

Hierzu gibt es bereits einige Schreiben an eprimo. Doch eprimo reagiert nicht auf die Schreiben. Ebensowenig hat eprimo sich bisher geweigert einen Auszug des Kundenkontos auszuhändigen.

Hinzufügen will ich, dass meine Schwester bereits zum 31.12.2011 bei eprimo fristgerecht gekündigt hat und zum 01.01.2012 bei einem anderen Anbieter ist. Das ist sowohl von eprimo, als auch vom neuen Anbieter alles bestätigt und in trockenen Tüchern.

Hierzu habe ich mal ein paar Fragen:

Kann der Stromanbieter den Strom abstellen lassen, wenn nur Mahngebühren gefordert werden, die zudem bestritten werden???

Kann eprimo überhaupt eine fristlose Kündigung aussprechen, wenn die Rechtmäßigkeit der Forderung angezweifelt und widersprochen wird???

Wenn eprimo tatsächlich noch zum 16.12.2011 fristlos kündigt, muss man dann noch vor dem Anbieterwechsel mit einer Sperre rechnen, wenn man ab 01.01.2012 bei einem anderen Anbieter ist???

Da eprimo selbst keine Aussendienstmitarbeiter hat, die Strom abstellen können, wird ja üblicherweise der Netzversorger für sowas beauftragt. Wie kann man sich aber wehren, wenn der Stromanbieter den Netzversorger zur Sperrung beauftragt und man aber belegen kann, dass man seine Abschläge alle vertragsgemäß bezahlt hat???


Kann eigentlich ein Stromanbieter noch Sperrungen vornehmen lassen, wenn man inzwischen beim anderen Anbieter ist???

Meine Schwester ist ziemlich beunruhigt, weil sie ungerne an Weihnachten ohne Strom dastehen will. Und sie will wenn möglich nicht noch vor dem Anbieterwechsel eine Sperrung haben.

Kann jemand helfen, wie man sich hier wehren kann, bzw. wie man sich verhalten soll, wenn man die Forderung als unberechtigt ansieht?
 

Babbelfisch

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Kann der Stromanbieter den Strom abstellen lassen, wenn nur Mahngebühren gefordert werden, die zudem bestritten werden???


Ob Mahngebühren oder Stromschulden - gesperrt werden kann nur, wenn der Betrag >100 € ist.

Kann eprimo überhaupt eine fristlose Kündigung aussprechen, wenn die Rechtmäßigkeit der Forderung angezweifelt und widersprochen wird???

Wenn eprimo nicht der Grundversorger in der Region ist, denke ich schon, dass er kündigen kann. Es ist ein privatrechtlicher Vertrag und er ist nicht verpflichtet, Strom zu liefern.

Wenn eprimo tatsächlich noch zum 16.12.2011 fristlos kündigt, muss man dann noch vor dem Anbieterwechsel mit einer Sperre rechnen, wenn man ab 01.01.2012 bei einem anderen Anbieter ist???

siehe oben

Da eprimo selbst keine Aussendienstmitarbeiter hat, die Strom abstellen können, wird ja üblicherweise der Netzversorger für sowas beauftragt. Wie kann man sich aber wehren, wenn der Stromanbieter den Netzversorger zur Sperrung beauftragt und man aber belegen kann, dass man seine Abschläge alle vertragsgemäß bezahlt hat???


Wenn der Netzbetreiber den Auftrag bekommt, nicht mehr durchzuleiten, liegt es in seiner Entscheidung, dies zu tun oder nicht. Gegen den Netzbetreiber kann man in solch einem Fall nicht vorgehen, er bekommt den Auftrag vom Versorger und hat mit der Sache ansonsten nichts zu tun.

Kann eigentlich ein Stromanbieter noch Sperrungen vornehmen lassen, wenn man inzwischen beim anderen Anbieter ist???

Wenn der Netzbetreiber von einem andern Erzeuger den Auftrag hat, durchzuleiten, wird er es tun, schließlich bekommt er Kohle dafür. Da kann sich eprimo auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln. eprimo kann dann seine Gebühren nur noch gerichtlich einklagen. In der Regel bleiben in solchen Fällen die Erzeuger auf den Forderungen sitzen. Ist übrigens häufig der Fall. Also schnell wechseln!
 

Disco Stu

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@Babbelfisch
Erst mal danke für die Antworten. Habe aber noch Nachfragen.

Ob Mahngebühren oder Stromschulden - gesperrt werden kann nur, wenn der Betrag >100 € ist.

Wo steht das geschrieben? Kann man das irgendwo nachlesen, damit man sich darauf beziehen kann?


Wenn der Netzbetreiber den Auftrag bekommt, nicht mehr durchzuleiten, liegt es in seiner Entscheidung, dies zu tun oder nicht. Gegen den Netzbetreiber kann man in solch einem Fall nicht vorgehen, er bekommt den Auftrag vom Versorger und hat mit der Sache ansonsten nichts zu tun.

Aber es kann doch nicht sein, dass ein Stromanbieter einfach so eine Sperre beim Netzbetreiber beantragen kann, wenn eine Forderung strittig ist. Mal abgesehen von einer Forderung < 100 Euro. Ausserdem bestehen ja keine Stromkostenrückstände. Also besteht ja auch beim Netzbetreiber genau genommen kein Rückstand.

Ich kann mich übrigens daran erinnern, dass es mal irgendwo hies, dass ein Telefon-, Strom- oder Gasanbieter den Anschluss nicht sperren lassen kann, wenn lediglich Mahngebühren ausstehen. Solange die vertragsgemäßen Versorgungszahlungen geleistet wurden, kann nichts gesperrt werden.

Vielleicht weiß ja jemand mehr darüber.

 
E

ExitUser

Gast
Wieso hast du denn die einmaligen Mahngebühren von 7,50 Euro nicht gezahlt? :icon_neutral:

Du hast verspätet gezahlt. Dann hätte ich die Mahngebühren auch gleich mitbezahlt.

7,50 Euro finde ich allerdings heftig. Aber dann es auf mehrere Mahnschreiben und eine Kündigung ankommen lassen wegen läppischen 7,50 Euro. Es wurde zu spät bezahlt, also mal Zähne zusammenbeißen.

Aber nee, schön auflaufen lassen, bis es im hohen zweistelligen Bereich ist.
 

bennikoblenz

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Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen worden ist."
 

Disco Stu

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Wenn ich weiß, daß ich verspätet gezahlt habe, zahle ich die Mahngebühren auch umgehend nach... damit nicht weitere entstehen.
Warum soll man Mahngebühren zahlen, wenn sie nicht berechtigt sind?
3 Tage Zahlungsverzug berechtigt noch nicht, Mahngebühren in Höhe von 7,50 Euro zu erheben.
 

Disco Stu

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@Bethany

Wieso hast du denn die einmaligen Mahngebühren von 7,50 Euro nicht gezahlt? :icon_neutral:

Warum soll man Mahngebühren zahlen, wenn sie nicht berechtigt sind?
3 Tage Zahlungsverzug berechtigt noch nicht, Mahngebühren in Höhe von 7,50 Euro zu erheben.


Du hast verspätet gezahlt. Dann hätte ich die Mahngebühren auch gleich mitbezahlt.

Von den Mahngebühren hat man ja erst erfahren, als man den fälligen Abschlag bereits gezahlt hatte.

7,50 Euro finde ich allerdings heftig. Aber dann es auf mehrere Mahnschreiben und eine Kündigung ankommen lassen wegen läppischen 7,50 Euro. Es wurde zu spät bezahlt, also mal Zähne zusammenbeißen.

Die Kündigung bezieht sich auf 70 Euro Mahngebühren die innerhalb von 6 Wochen aufgelaufen sind. eprimo mahnt alle 10 Tage mit einem Schreiben. Egal ob man schriftlich widersprochen hat. Die ignorieren jedes Schreiben und mahnen immer weiter. Und jedes Mahnschreiben kostet 7,50 Euro.

Aber nee, schön auflaufen lassen, bis es im hohen zweistelligen Bereich ist.

Wenn man den Versorger 7x anschreibt um die Sachlage zu klären, dann hat das nix mit auflaufen lassen zu tun. Man ist ja bemüht die Sachlage zu klären.
 

alpha666

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Warum soll man Mahngebühren zahlen, wenn sie nicht berechtigt sind?
3 Tage Zahlungsverzug berechtigt noch nicht, Mahngebühren in Höhe von 7,50 Euro zu erheben.
sondern? 5 tage? 10? :icon_eek: ich gehe mal davon aus, dass die 7,50 in den agb hinterlegt und bei vertragsschluss wirksam anerkannt worden sind. und verzug ist verzug.
 
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Ich würde zur Verbraucherzentrale gehen.
Die unendliche Vermehrung der Mahnungen zur Gewinnerwirtschaftung?
Eine Mail von dort kann den Fall bereits beenden. So b ebenden, dass gar keine Mahnkosten aus Mahnkostren aus Mahnkosten mehr fällig sind.
 
G

gast_

Gast
Warum soll man Mahngebühren zahlen, wenn sie nicht berechtigt sind?
Wieso sind sie denn nicht berechtigt?

Und warum zahltman manchmal, obwohl man sich im Recht fühlt?

Ich würd sagen: Weihnachten ohne Strom, das wollt ich nicht riskieren.

Egal, was du hier an Antworten bekommst: Deine Schwester muß damit rechnen, daß sie nun bald ohne Strom da sitzt.

Vielleicht erreicht sie letztlich, daß die Mahngebühren nicht bezahlt werden müssen... aber war es das alles wert?
 

Fairina

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Noch einmal: solange die Stromschulden unter 100 Euro liegen - und in dem Fall sind es nicht mal Stromschulden - solange DARF der Anbieter nicht sperren.
 

alpha666

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Noch ein mal: die Strom gvv redet von Forderungen, und nicht von Forderungen aus Versorgungsleistung. Es kann durchaus nur wegen nebenforderungen gesperrt werden.
 

pinguin

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Ich würd sagen: Weihnachten ohne Strom, das wollt ich nicht riskieren.

Egal, was du hier an Antworten bekommst: Deine Schwester muß damit rechnen, daß sie nun bald ohne Strom da sitzt.
Unfug; es stand doch geschrieben, daß bereits ein neuer Energielieferant vertraglich verpflichtet wurde. Wo bitte ist das Problem, dessen Leistungen halt nachträglich 14 Tage früher beginnen zu lassen? Einfach mal mit denen reden, und gut ist's.

Zudem; wer seine Kunden mit Mahnungen, Inkasso und co. nervt, dem steht entweder das Wasser bis zum Hals, oder der ist satt und benötigt keine Kunden.

----
Lernt einfach mal wieder, vernünftige Löhne zu zahlen, dann gibt es im Regelfall auch keine Ausfälle. Ihr erntet bloß das, was Ihr mit Euren Dumpinglöhnen erst gesät habt.
 

Babbelfisch

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Es darf in diesem Falle nicht gesperrt werden (zum Dritten)!

Die Voraussetzungen für eine Stromsperre sind in der Grundversorgungsverordnung
für Stromkunden (StromGVV) festgelegt. Gerät ein Kunde in Zahlungsrückstand,
darf der Energieversorger gemäß § 19 Abs. 2 StromGVV nach entsprechender Mahnung eine Stromsperre androhen. Die Androhung kann bereits mit der Mahnung verbunden werden. Zahlt der Kunde hierauf nicht, ist der Versorger
nach 4 Wochen berechtigt, den Strom abzuschalten. Er muss die Abschaltung allerdings 3 Werktage vorher nochmals gesondert ankündigen. Außerdem muss ein Rückstand von mindestens 100 €, inklusive der durch den Zahlungsrückstand aufgelaufenen Kosten, bestehen.
Quelle: Verbraucherzentrale NRW

hier der vollständige Text: https://www.wdr.de/tv/haushaltscheck/pdf/Kurzinfo_Stromsperre.pdf
 

Inkasso

Super-Moderation
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Noch ein mal: die Strom gvv redet von Forderungen, und nicht von Forderungen aus Versorgungsleistung. Es kann durchaus nur wegen nebenforderungen gesperrt werden.
Aber Nicht Wenn die Nebenforderungen lediglich aus den Mahngebühren bestehen
Wenn ich dem Versorger schriftlich nachweisbar darüber in Kenntnis setze das die Mahngebühren strittig sind und diese eingeklagt werden müssten kann der versorger nicht so einfach die Leistungen einstellen.
 
G

gast_

Gast
Unfug;

Wir werden sehen, was geschieht - aber Unfug - deutsche Sprache, schwere Sprache, gelle?:biggrin:

es stand doch geschrieben, daß bereits ein neuer Energielieferant vertraglich verpflichtet wurde.

Ja,und? Der kann erst liefern, wenn...

Wo bitte ist das Problem, dessen Leistungen halt nachträglich 14 Tage früher beginnen zu lassen?

Ich sehe, du hast das noch nie versucht! :)

Einfach mal mit denen reden, und gut ist's.

:icon_pause:

Zudem; wer seine Kunden mit Mahnungen, Inkasso und co. nervt, dem steht entweder das Wasser bis zum Hals, oder der ist satt und benötigt keine Kunden.

Sehr hilfreich!


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Lernt einfach mal wieder, vernünftige Löhne zu zahlen, dann gibt es im Regelfall auch keine Ausfälle. Ihr erntet bloß das, was Ihr mit Euren Dumpinglöhnen erst gesät habt.
:icon_neutral::icon_neutral::icon_neutral:

Wer seine Rechnungen pünktlich zahlt, muß nicht angemahnt werden... und hat keinen Ärger :)
 
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