Keine Parodontitisbehandlung ohne Igelleistungen

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verona

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Hallo,

bei mehreren Zahnärzten habe ich versucht eine notwendige Parodontitisbehandlung zu bekommen. diese würde die Tkk übernehmen.
Bedingung ist aber bei allen ZÄ. , dass zuvor eine professionelle Zahnreinigung (PZR) sowie drei PZR im Jahr zur Nachsorge
erfolgen. Eine Behandlung kostet bei mir ca. 100,-€. Zumindest die TKK übernimmt diese Kosten nicht.
Obwohl meine Zahnpflege lt. Zahnärzte völlig in Ordnung ist, haben sich Zähne gelockert und ich habe deswegen inzwischen zwei verloren.

Die ZÄ. überprüfen auch nicht, ob anderes die Ursache für die Parodontose haben kann. (fehlsitzende Brücken, Kronen, Zähneknirschen, Stoffwechselerkrankung o.ä..)


Wie soll jemand mit wenig Geld diese Kosten aufbringen? Jährlich 300€ für die PZR!!?? Auch mit Arbeit kann das schwierig werden.
 

Schikanierter

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Schon mal über den Abschluss einer entsprechenden Zahnzusatzversicherung nachgedacht, vor allen Dingen, weil du ja auch schon den einen oder anderen Zahn verloren hast?
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Um eine Igel gegenüber einem Kassenpatienten abrechnen zu können bedarf es zwingend eines schriftlichen Vertrages.

Lass dir von einem der Ärzte das Vertragsformular aushändigen. Dann stellst du es hier ein und man kann schauen, was der Arzt unterschrieben haben will, was man streichen sollte und was du der zuständigen Kassenzahnärztlichen Vereinigung meldest.

Ein Arzt mit Kassenzulassung der eine Kassenleistung vom Abschluß einer Igel abhängig macht dürfte erhebliche Schwierigkeiten bekommen, seine Kassenzulassung zu behalten.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
Frage beim DRK bei dir vor Ort. Ich weiß von einem Bekannten drüben in Baden-Württemberg, dass in seiner Stadt das DRK Gutscheine für PZR ausstellt, aber nur eine pro Jahr.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Ein Arzt mit Kassenzulassung der eine Kassenleistung vom Abschluß einer Igel abhängig macht, dürfte erhebliche Schwierigkeiten bekommen, seine Kassenzulassung zu behalten.

Nö, das sind Zahnärzte, bei denen ist das völlig normal.
Heißt nicht, dass man sich nicht beschweren sollte, aber man braucht auch nicht erwarten, dass dabei irgendwas rauskommt.

Wirklich viel machen kann man gegen Zahnärzte, die massiv selbst gezahlte Leistungen fordern, nicht - außer sich einen noch Vernünftigen suchen. Vereinzelt gibt es die.

So eine Zahnzusatzversicherung ist unabhängig davon nicht verkehrt. Die schon bestehenden Lücken können nicht mehr mit versichert werden, und 3 PZR im Jahr deckt auch keine Versicherung ab, aber zumindest bei einer PZR im Jahr und ein oder zwei Löchlein, die man sich höherwertig stopfen lässt, lohnt sich das schon.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Diese Aussage stimmt so pauschal nicht!!

Bestehende Zahnlücken und
mehr als zwei PZR pro Jahr können sehr wohl versichert werden.

Ich habe z.B. in meiner Versicherung ein jährliches PZR Budget von 200 Euro. Mein Zahnarzt nimmt pro PZR 60 Euro. Ich hab also 3,33 PZR pro Jahr.

Bei einer akut anstehenden Parodontosebehandlung dürfte es allerdings tatsächlich unmöglich sein eine Versicherung abzuschließen
 

Schikanierter

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Ich habe z.B. in meiner Versicherung ein jährliches PZR Budget von 200 Euro. Mein Zahnarzt nimmt pro PZR 60 Euro. Ich hab also 3,33 PZR pro Jahr.

Eine Option. Funktioniert aber nicht in jedem Fall.

Im Jahr 2012 wurden die Abrechnungsziffern für Zahnbehandlungen in dem Bereich der PZR verändert. Dadurch wurde ein Pauschalbetrag je Zahn von 1,57 Euro festgelegt. Dieser kann mit dem 1-fachen, 2,3-fachen oder in Ausnahmefällen mit dem 3,5-fachen Faktor abgerechnet werden, je nachdem, wie intensiv die Behandlung ist.

Die zu verwendende Abrechnungsziffer nennt sich GOZ-Ziffer 1040. Mit dieser Berechnungsgrundlage ergeben sich Kosten von mindestens 40 Euro je Zahnbehandlung. Wenn der 3,5-fache Faktor herangezogen wird, werden ca. 160 Euro für eine umfassende Reinigung in Rechnung gestellt.

Mein Zahnarzt berechnet auch "nur" 58 Euro für eine PZR. Ich kenne aber auch Fälle, wo den Patienten für eine PZR 120 Euro und mehr in Rechnung gestellt wurden. Da ist ein Budget von 200 Euro natürlich schnell ausgereizt.

Es gibt aber durchaus Versicherer, die bei medizinischer Notwendigkeit auch mehr als 2 PZR-Sitzungen pro Jahr akzeptieren und bei denen die pro Jahr zur Verfügung stehenden Leistungen nicht durch eine feste Summe begrenzt sind.

Bei einer akut anstehenden Parodontosebehandlung dürfte es allerdings tatsächlich unmöglich sein eine Versicherung abzuschließen.

Nicht unbedingt. Es kommt immer auf den jeweiligen Einzelfall an.

Maßgeblich dürfte auch sein, was der Zahnarzt zum Behandlungsbedarf sagt bzw. was in dessen Patientenakte vermerkt ist.
 

verona

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Was kostet denn die Versicherung für PZR?


Die Abrechnung erfolgt bei PZR pro Zahn. Von daher sind die Kosten auch dementsprechend unterschiedlich.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
bei mehreren Zahnärzten habe ich versucht eine notwendige Parodontitisbehandlung zu bekommen. diese würde die Tkk übernehmen.

Hallo! Da solltest du vielleicht weitersuchen. Einen guten, fairen Zahnarzt zu finden, ist sehr schwierig. Hast du eine Uniklinik in der Nähe? Da könntest du mal fragen.

Die Nachsorge wird auch schon vor der Behandlung vertraglich vereinbart?

Die Kassen argumentieren, es gebe keine einheitlichen Standards und keine medizinische Notwendigkeit bei einer Zahnreinigung, daher könnten sie das nicht übernehmen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Was kostet denn die Versicherung für PZR?


Die Abrechnung erfolgt bei PZR pro Zahn. Von daher sind die Kosten auch dementsprechend unterschiedlich.

Nur PZR kann man soweit ich weiss nicht versichern. Es gibt halt Zusatzversicherungen die nur Zahnbehandlung, nur Zahnersatz oder beides halt in Kombination, versichern.

Die Preise können u.a. von deinem und halt deinem „Zahnstatus“ abhängig sein.

Ich zahle z.B. 35,60 Euro im Monat und bekomme Zahnbehandlung bis 100%, und Zahnersatz bis 90% erstattet. Hab, da die Versicherung schon lang genug läuft, auch beim Zahnersatz keine Summenbegrenzungen mehr.

Die Kosten bei der PZR sind auch deshalb unterschiedlich, weil manche Zahnärzte da Fixpreise machen. Die sehen es dann halt als Service Kundschaft zu halten.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Ganz schön heftig, finde ich.

LG

Mona Lisa

Naja, rechnen wir mal:

35,60 Euro mal 12 = 427,70 Euro Beitrag im Jahr.

Ich geh 3 mal im Jahr zur Zahnreinigung macht in Summe 180,00 Euro. Bleiben noch 247,70 Euro an tatsächlichem Beitrag.

Alle zwei Jahre bekomme ich ne NTI Schiene für knapp 200,00 Euro. Macht dann auch noch mal 100 Euro im Jahr so das ich im Endefekt einen „Beitragsüberschuß“ von 147,70 Euro im Jahr zahle.

Allerdings habe ich in den 6 Jahren, die die Versicherung jetzt läuft, auch schon 3 Kronen erhalten und hierfür um die 1.200 Euro erhalten.

Wenn ich wirklich mal Zahnersatz, also Implantate, Brücken und was es da sonst noch so gibt brauche, weiss ich zumindest mal, daß mich das in dem Moment finanziell nicht aus den Angeln heben wird und das ich dann nicht auf den Preis achten muß.

Mir ist es das Wert.
 

Muzel

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Ich muss eine Katarakt -OP an beiden Augen über mich ergehen lassen. Da ist auch fast alles IGEL. Ich habe die Kasse angemailt. Die hat sich aber seit dem 10.6. nicht gemeldet. Gestern habe ich dann angerufen. Meine Fragen konnte mir die Dame am Apparat nicht beantworten. Ich weiß nur von der Seite der Verbraucherzentrale, dass es bestimmte Ausnahmen gibt. Mit der Dame am Telefon bin ich so verblieben, dass ich mir den Befund vom Augenarzt geben lassen soll und die Kasse dann prüft. Mein Problem ist dass ich ständig Kopfschmerzen habe und schlecht sehe und so lange ich nicht zahle, wird sich daran wohl nichts ändern. Jedenfalls würde ich den Kostenvoranschlag für deine Zahnbehandlung der Kasse schicken. Manchmal habe die Kasse Sondervereinbarungen.
 

Schikanierter

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Was kostet denn die Versicherung für PZR?

Es kommt darauf an.

Die Prämien sind abhängig vom gewünschten Leistungsumfang, dem Alter und dem Gesundheitszustand bzw. Zahnstatus des Versicherten.

Nur PZR kann man soweit ich weiss nicht versichern. Es gibt halt Zusatzversicherungen die nur Zahnbehandlung, nur Zahnersatz oder beides halt in Kombination, versichern.

Wie IronFist schon richtig schrieb, lässt sich die PZR nicht alleine bzw. eigenständig versichern. Die PZR als Zahnprophylaxe wird in der Regel dem Leistungsbereich Zahnbehandlung zugeordnet. Es gibt durchaus Tarife, die nur den Bereich der Zahnbehandlung (Professionelle Zahnreinigung, Parodontosebehandlung, Wurzelbehandlung) abdecken. Inwieweit dies sinnvoll ist, muss jeder für sich entscheiden.

Ganz schön heftig, finde ich.

Ohne den genauen Tarif, Leistungsumfang und die persönlichen Risikoparameter des Versicherten zu kennen, ist eine Aussage darüber, ob die Versicherung (zu) teuer ist, nicht möglich.

Eine Bekannte von mir hat aus ihrer bestehenden Zahnzusatzversicherung schon Versicherungsleistungen von mehr als 20.000 Euro - unter anderem für augmentative Behandlungen (Knochenaufbau mit künstlichem oder natürlichem Knochenmaterial) - erhalten. Und die nächste umfangreiche Behandlung steht schon an. So viel Beiträge wird sie bis zu ihrem Lebensende nicht mehr zahlen (können).

Eine Zahnzusatzversicherung ist heutzutage für alle gesetzlich Versicherten sehr sinnvoll, erst recht für diejenigen, für die Zahnersatz mittel- bis langfristig absehbar ist. Bei jährlichen Zahnarztbesuchen sind Eigenanteile beim Zahnarzt mittel- bis langfristig quasi vorprogrammiert. Wenn Spitzenangebote dann auch noch 50 oder gar 100 % für „reine Zahnbehandlungen" erstatten, beispielsweise für die (nicht von der Kasse bezahlte) professionelle Zahnreinigung (Prophylaxe), hat das sogar einen „das-macht-sich-bezahlt-Effekt". Das ist auch der Grund, warum eine leistungsstarke Zahnzusatzversicherung sogar für diejenigen interessant ist, die (noch) relativ gute Zähne haben.

Die Absicherung im Rahmen einer leistungsstarken Zahnzusatzversicherung gilt natürlich auch für bereits vorhandenen Zahnersatz. Eine Brücke zum Beispiel kann sich lösen, eine Zahnkrone kann brechen – mit einem privaten Zusatz-Schutz braucht man die Kosten nicht mehr zu fürchten.

Jedem Bundesbürger fehlen im Rentenalter (65 – 74 Jahre) durchschnittlich 14,2 Zähne! Der Eigenanteil für hochwertigen Zahnersatz beträgt etwa 1.500 Euro pro Zahn.

Wer hat schon 21.000 Euro für Zahnersatz übrig?

Geld für Zahnersatz kann man sicherlich ansparen. Das macht in der Praxis aber kaum jemand. Wer bereits für Auto, Urlaub, Wohnung, Haus, Rente etc., spart, dem bleibt für ein weiteres Sparziel kein Geld mehr übrig. Eine gute Zahnzusatzversicherung abzuschließen ist daher absolut empfehlenswert und ein sehr gutes Investment in die Zukunft. Hinzu kommt: Das ist die einzige Versicherung, die vorprogrammiert erstatten muss! Wenn man gewöhnlich ein Leben lang, mit seinen Zähnen, und das sind normalerweise 28 Zähne, jedes Jahr ein- oder sogar zweimal zum Zahnarzt geht, besteht ein sehr hohes Risiko, dass immer mal wieder was an einem Zahn zu machen ist, wofür man dann sicher zuzahlen muss. Daher ist eine gute Zahnzusatzversicherung grundsätzlich absolut sinnvoll. Es kann an jedem Zahn jederzeit überraschend ein unvorhersehbares Problem auftauchen. So fällt z. B. plötzlich eine Plombe heraus oder eine Krone/Brücke ist plötzlich nicht mehr intakt und muss erneuert werden. Sogar wenn man gerade erst 1, 2, 3 Implantate hat machen lassen, kann es ja durchaus passieren, dass die Implantate nicht vertragen werden oder diese aus irgendeinem anderen Grund schlecht halten und schon 2 bis 3 Jahre später oder gar noch früher wieder raus müssen. Wenn diese Implantate zunächst erfolgreich eingesetzt worden sind und es den Anschein hatte, als würden diese halten, dann gilt der Schutz.

Wer 30-jährig abschließt, geht in seinem weiteren Leben noch über 50-mal zum Zahnarzt. Mann kann davon ausgehen, dass eine gute Zahnzusatzversicherung einem, frühzeitig abgeschlossen, für die nächsten Zahnarztbesuche viele Kosten übernehmen bzw. viele hohe Eigenanteile ersparen und einem letztendlich langfristig sehr, sehr wertvolle Dienste leisten wird.

Kurzum: Leistungen später sind fast so sicher, wie das Amen in der Kirche. Kein Zahnersatz hält ewig. Beim jedem Zahnarztbesuch kann ein überraschendes Problem auftreten. Dieses Problem und damit verbundene Kosten kann man absichern.
 

Mona Lisa

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Eure Argumente in Ehren, und ich streite das auch nicht ab, aber ich bleibe dabei: 35,60 Euro im Monat sind für einen Hartz-IV-Empfänger viel Geld.

Private Haftpflicht finde ich notwendig. Das sollte jeder haben.

LG

Mona Lisa
 

Muzel

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Mona, die Frage ist doch überhaupt, ob dich die Private doch überhaupt nimmt und was du wirklich dafür zahlen müsstest. Die private Krankenversicherung wollte mich gar nicht haben. Stell doch mal so einen Antrag, dann weißt du vielleicht, ob sich so eine Paradontosebehandlung überhaupt lohnt.
 

Mona Lisa

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@Muzel

Ich wollte mal vor Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Ich bekam aber keine, da ich eine bipolare Störung habe. Viele sind damit nämlich schon früh berufsunfähig oder gar erwerbsgemindert. Der Durchschnitt liegt bei 47. Keine Chance also bei mir nach dem Ausbruch.

LG

Mona Lisa
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Private Haftpflicht finde ich notwendig. Das sollte jeder haben.

Ja, die kostet auch unter 50 € im Jahr!

@Schikanierter bist du Versicherungsvertreter? Heute kann man viel auch mit modernen Füllmaterialien retten. Es wird viel zu viel mit Prothetik gelöst, weil die Ärzte sich durch die private Abrechnung halt einen goldene Nase damit verdienen.

Abgesehen davon bekommt man im Alg-II-Bezug durch die Härtefallregelung die Kassenleistung zu 100 % bezahlt und das beinhaltet auch Prothetik.

Durch moderne technische Möglichkeiten sollte zuzahlungsfreier hochwertiger Zahnersatz heute eigentlich kein Problem mehr sein.
 

Schikanierter

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Eure Argumente in Ehren, und ich streite das auch nicht ab, aber ich bleibe dabei: 35,60 Euro im Monat sind für einen Hartz-IV-Empfänger viel Geld.

Mag sein, aber nicht jede (gute) Zahnzusatzversicherung kostet 35 Euro im Monat. Es gibt durchaus gute Tarife, die günstiger sind, wobei ich nochmals darauf hinweisen möchte, dass die Prämien abhängig vom gewünschten Leistungsumfang, dem Alter und dem Gesundheitszustand bzw. Zahnstatus des Versicherten sind.

Mona, die Frage ist doch überhaupt, ob dich die Private doch überhaupt nimmt und was du wirklich dafür zahlen müsstest. Die private Krankenversicherung wollte mich gar nicht haben.

Ähm, wie reden hier von einer privaten Zahnzusatzversicherung und nicht über einen privaten Vollkostentarif. Da spielen die Gesundheitsfragen nicht eine so wesentliche Rolle. Zudem gibt es auch gute Zahnzusatztarife,bei denen man keine Gesundheitsfragen beantworten muss.

Ich wollte mal vor Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Ich bekam aber keine, da ich eine bipolare Störung habe. Viele sind damit nämlich schon früh berufsunfähig oder gar erwerbsgemindert. Der Durchschnitt liegt bei 47. Keine Chance also bei mir nach dem Ausbruch.

Jetzt werden aber Äpfel mit Birnen verglichen. Der Abschluss einer BU ist etwas völlig anderes als der einer privaten Zahnzusatzversicherung.

Bei schwerwiegenden (chronischen) Krankheiten und Beschwerden sollte man im Vorfeld immer eine sog. Risikovoranfrage durchführen (lassen). Und wer aufgrund seiner Erkrankung letztlich wirklich keine BU abschließen kann, sollte sich nach Alternativen (Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Grundfähigkeitsversicherung, Funktionsinvaliditätsversicherung, Dread-Disease-Versicherung) umsehen.

Die alternativen Policen bieten nicht den gleichen Schutz wie eine vollwertige Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie können jedoch ein sinnvoller Basisschutz für diejenigen sein, die ansonsten gar nicht abgesichert wären.

@Schikanierter bist du Versicherungsvertreter?

Und wenn es so wäre?

Heute kann man viel auch mit modernen Füllmaterialien retten.

Mag ja sein. Aber viele moderne Füllmaterialien werden von der GKV nicht (vollständig) bezahlt.

Die GKV übernimmt die Kosten für Kunststofffüllungen im Frontzahnbereich. Im Seiten- und Backenzahnbereich bezahlen die Krankenkassen nur das „erprobte, praxisübliche Füllmaterial“. Dabei kann es sich um Amalgam oder Zement handeln. Wer Amalgam für die Seitenzähne ablehnt, muss die Differenz zwischen Amalgam und dem gewünschtem Füllmaterial selbst zahlen. Die Höhe für die Zuzahlung hängt vom Material ab. Die Kosten für die Füllung mit Kunststoff sind mit bis ca. 80 Euro noch vergleichsweise niedrig. Ein Inlay aus Gold kann bis zu 400 Euro kosten. Inlays aus Keramik können sogar mit 500 Euro zu Buche schlagen. Bei mehreren Zähnen liegen die Kosten für die Behandlung dann schnell im vierstelligen Bereich.

Abgesehen davon bekommt man im Alg-II-Bezug durch die Härtefallregelung die Kassenleistung zu 100 % bezahlt und das beinhaltet auch Prothetik.

Die Aussage ist so nicht zutreffend.

Bei Patienten, die als Härtefall anerkannt sind, bezahlt die gesetzliche Krankenkasse den doppelten Festzuschuss. Es werden dann also die Kosten für die Regelversorgung mit Zahnersatz übernommen. Allerdings gelten Hartz IV-Empfänger nicht automatisch als Härtefälle, sondern die Anerkennung muss vorher beantragt werden.

Zur Zahnersatz-Regelversorgung, die bei Härtefällen komplett von der Kasse bezahlt werden kann, gehören:

  • Zahnkronen (Vollguss)
  • Zahnbrücken,
  • Teilprothesen und
  • Vollprothesen.

Was die Ausführung und das Material des Zahnersatzes betrifft, gelten für Hartz IV-Empfänger dieselben Regeln wie für andere gesetzlich Versicherte: Basismaterial für Regelversorgungen ist NEM (Nichtedelmetalle), mit zahnfarbener Keramik, Teilverblendung im Sichtbereich.

Hochwertigere Materialien (z. B. Gold oder Keramik) und alternative Versorgungen (z. B. Einzelzahnimplantate oder implantatgetragene Prothesen) gehören nicht zu den Regelleistungen. Natürlich kann jeder Patient sich trotzdem dafür entscheiden, doch die Kasse leistet dann lediglich den Festzuschuss für die Regelversorgung.

Die Zahnersatzversorgung für Sozialleistungsempfänger folgt denselben Regelungen und Gesetzen wie bei Menschen mit durchschnittlichem oder hohem Einkommen: Von den gesetzlichen Krankenkassen wird bezuschusst, was medizinisch notwendig, sinnvoll und gleichzeitig wirtschaftlich ist – also klassische Zahnersatzarten aus bewährten Materialien wie Dentalstahl. Möchte man jedoch statt einer konventionellen Zahnbrücke ein Modell aus Vollkeramik oder Zahnimplantate statt einer herausnehmbaren Prothese, gibt es dafür keine höhere Zuzahlung. Denn der Ausgangsbefund bleibt ja derselbe, egal mit welchem Zahnersatz er versorgt wird.

Bei aufwendigen Versorgungen würde also auch der doppelte Kassenzuschuss für die weitaus höheren Zahnersatzkosten nicht ausreichen, und man müsste den Rest aus eigener Tasche bezahlen. Wunschversorgungen, wie etwa rundum verblendeter Zahnersatz oder Hochleistungskeramiken, sind in der Regelversorgung generell nicht vorgesehen – unabhängig vom Einkommen des Patienten.

Wenn es dazu kommen sollte, dass man als Hartz-4-Empfänger Zahnersatz anteilig bezahlen muss, kann dies eine hohe finanzielle Belastung für denjenigen darstellen. Eine einfache Teleskopkrone kann bereits zwischen 500 und 850 Euro kosten. Wenn man nun die Hälfte davon übernehmen soll, müsste man zwischen 250 und 415 Euro eigenständig aufbringen. 415 Euro entsprechen allerdings beinahe dem Hartz-4-Regelsatz für Alleinstehende.

Für komplizierteren Zahnersatz wie eine Brücke oder Implantate sind die Kosten oft um ein Vielfaches höher. Eine Zahnbrücke kann zwischen 1.400 und 2.100 Euro kosten, während ein Implantat mit 1.800 bis 3.400 Euro berechnet wird.

Durch moderne technische Möglichkeiten sollte zuzahlungsfreier hochwertiger Zahnersatz heute eigentlich kein Problem mehr sein.

Falsch! Siehe oben!
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Bei aufwendigen Versorgungen würde also auch der doppelte Kassenzuschuss für die weitaus höheren Zahnersatzkosten nicht ausreichen,

Aufwendige Versorgungen sind Privatvergnügen. Du bekommst ja auch vom KdU-Satz keine Penthousewohnung finanziert. Eine Versicherung, die vollumfänglich Implantate und Co. absichert, dürfte allerdings für Alg-II-Bezieher nicht leistbar sein, vor allem, wenn schon ein schlechter Zahnstatus gegeben ist. Bei gutem Zahnstatus ist eine solche Versicherung hinausgeworfenes Geld.

Leider lädt die abgesicherte Finanzierbarkeit auch zu einer Überversorgung ein. Man sollte bei Zahnersatz zumindest eine Zweitmeinung einholen. Es gibt auch Webseiten, wo man den Behandlungsplan hochladen und sich Angebote einholen kann. Dann sollte man sich allerdings sicher sein, dass die geplanten Behandlungen auch nötig sind.

Es gibt amalgamfreie Praxen, die als Kassenleistung Kompositfüllungen anbieten. Eine Abrechnung als Dauerprovisorium kann auch möglich sein.

Ein guter Arzt kann auch für ärmere Patienten eine zufriedenstellende Lösung finden. Hier im Forum gibt es einige Erfahrungsberichte.

Schlimm genug, dass die GKV Beitragsleistungen dafür verschwenden dürfen, um einen mit Werbung für ihre privaten Partner zuzumüllen. Das ging sogar soweit, dass sie mir einen vorausgefüllten Antrag zugesendet haben.

Da zeigt sich die Korruption des Gesundheitssystems.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Ein guter Arzt kann auch für ärmere Patienten eine zufriedenstellende Lösung finden. Hier im Forum gibt es einige Erfahrungsberichte.

Wenn du mit zufriedenstellend zufrieden bist, hast du völlig recht. Dann kann man sicherlich mit den reinen Kassenleistungen einen Zustand herstellen, der es dir ermöglicht weiterhin ein „Medium Steak“ zu kauen und der, zumindest im Frontzahnbereich, vom Aussehen her natürlichen Zähnen zumindest nahe kommt.

Ein Leben ohne Zahnzusatzversicherungen ist absolut möglich!
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Man muss genau schauen, was die Versicherung überhaupt zahlt. Ich habe mir mal den Anbieter meiner Kasse angeschaut.

Die meisten werden trotz so einer Versicherung noch oben drauf zahlen. Mit einem eigenen Sparplan für solche Ausgaben, könnte man besser dran sein. Die Versicherung müssen ihre Verwaltungskosten auch reinbekommen, einen Gewinn generieren uvam. Der einzige Vorteil ist, dass man dann im Behandlungsfall nicht sehen muss, wo das Geld herkommt, weil man es schon durch die Beiträge angespart hat.
 
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