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Miafee

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Hallo...
Ich schildere euch mal meine derzeitige Situation in der Hoffnung, das hier Jemand eine Idee hat, ob und wenn ja welche Möglichkeiten mir noch bleiben:

Ich bin Mutter von drei Kindern (davon zwei behindert), verheiratet. Mein Mann geht mittlerweile in Wechselschicht arbeiten, allerdings nur bei einer Zeitarbeitsfirma, dementsprechend bekommen wir aufstockend Hartz4. Mein Mann ist allerdings chronisch herzkrank und wird über kurz oder lang daran sterben, sodass ich mit 3 Kindern allein dastehe.
Ich habe meinen ältesten Sohn während meiner Ausbildung bekommen, die ich daraufhin abbrechen musste, sodass ich keine Ausbildung habe.

Da ich mit den Kindern wirkliche Schwierigkeiten hatte und weiterhin habe (nicht flexibel) auch nur eine geringfügige Beschäftigung zu bekommen, mir auch einfachste Tätigkeiten nicht zugetraut wurden, mir aber langweilig war beschloss ich vor 3 Jahren einfach so mein Abitur nachzumachen. Gesagt getan - Abi mit einem Durchschnitt von 1,3 geschafft. Das ist jetzt ein Jahr her.

Ursprünglich war mein Ziel ein Teilzeitstudium zu absolvieren. Ich bin zu alt für Bafög, dementsprechend kann ich nicht Vollzeit studieren, da ich dann ja keinen Anspruch mehr auf Hartz4 habe, sobald ich studiere, Bafög nicht in Frage kommt und auch ein Stipendium sehr unsicher ist (keine Zeit für soziales/politisches Engagement). Mein Arbeitsvermittler verbietet mir allerdings auch ein Teilzeitstudium mit der Begründung, das ich durch die Kinder ja sowieso nur Teilzeit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe, ergo bei einem Teilzeitstudium eben auch gar nicht.
Da ich das Risiko von so horrenden Abzügen nicht eingehen kann, kam ich auf die Idee alternativ eine Umschulung (Erstausbildung) zu absolvieren. Ich hatte mir eine konkrete Möglichkeit herausgesucht, die aber abgelehnt wurde (da Beteiligung von Online-Unterricht, das wird generell nicht finanziert).
Im gleichen Beruf wurde nur eine weitere Umschulung angeboten, allerdings nur in Vollzeit und in 30 km Entfernung, was sich mit drei Kindern und ohne Fahrzeug, praktisch alleinerziehend nicht umsetzen lässt.
Alle anderen Alternativen (Teilzeit in anderen Berufsfeldern) wurden strikt abgelehnt. Man fördere nur handwerkliche Berufe und Altenpflege - das kommt für mich keinstenfalls in Frage.

In der ganzen Zeit habe ich parrallel nach einem Job und sei es geringfügig gesucht und keinen gefunden.
Ich sitze jetzt schon ein ganzes Jahr hier rum, verzweifle fast weil mir völlig unsinnigerweise das einzige versagt bleibt, was uns dauerhaft ein Leben ohne Hartz4 sichern könnte. Ich hab in all der Zeit auch nicht einen Jobvorschlag zugeschickt bekommen.
Bei einer Beratungsstelle war ich auch schon, aber weiterhelfen konnte die mir auch nicht. Fällt euch vielleicht noch eine Möglichkeit ein - was könnte ich tun?
 

HartzVerdient

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Ursprünglich war mein Ziel ein Teilzeitstudium zu absolvieren. Ich bin zu alt für Bafög, dementsprechend kann ich nicht Vollzeit studieren, da ich dann ja keinen Anspruch mehr auf Hartz4 habe, sobald ich studiere, Bafög nicht in Frage kommt und auch ein Stipendium sehr unsicher ist (keine Zeit für soziales/politisches Engagement). Mein Arbeitsvermittler verbietet mir allerdings auch ein Teilzeitstudium mit der Begründung, das ich durch die Kinder ja sowieso nur Teilzeit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe, ergo bei einem Teilzeitstudium eben auch gar nicht.

Mir ist nicht ganz klar, wie dein Arbeitsvermittler auf so eine Aussage kommt. Tatsächlich ist es so das du durchaus ein Teilzeitstudium antreten kannst. z.B. an der Fernuni-Hagen. Du kannst dort selbst entscheiden, wieviele Wochenstudienstunden du in ein Modul stecken möchtest. Weiterhin kannst du im Teilzeitstudium - und du bist ja nun nicht mehr Bafög-Fähig - durchaus ALG2 Beziehen.

PS: Ich studiere selbst an der Fernuni-Hagen im Teilzeitstudium. Habe zwar einige Semester - auf Grund von Krankheit - ausgesetzt, beziehe aber dennoch HartzIV. Sobald es mir persönlich besser geht, geht's dann auch mit dem Studium irgendwann weiter.

Lass dich mal richtig von denen beraten.
 

Miafee

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Vielen Dank für deine Antwort...

An ein Fernstudium habe ich tatsächlich noch gar nicht gedacht, da ja die Kosten im Allgemeinen noch wesentlich höher sind als der übliche Semesterbeitrag. An der Fernuni Hagen scheint das anders zu sein, das wäre ja toll... Ich werde mich da mal genauer umschauen und beraten lassen.

Mein Arbeitsvermittler hat argumentiert, dass ich, aufgrund der Kinder so oder so dem Arbeitsmarkt nicht voll zur Verfügung stehe. Wenn ich dann noch die Zeit, die mir theoretisch fürs Arbeiten bleibt in ein Teilzeitstudium stecke, stehe ich gar nicht mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und hätte somit auch keinen Anspruch mehr auf Sozialleistungen.
Bei einem Fernstudium würde sich das allerdings erübrigen, denn ich kann meine Kinder ja auch beim lernen beaufsichtigen, hab ich die letzten Jahre ja gemacht und Nächte gibt es schliesslich auch.
 

Kahrlgeharzt

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An der Fernuni Hagen gibt es sogar eine Ermäßigung für ALG2-Bezieher.

Fernuni Hagen schließt Kooperationsvertrag mit der Agentur für Arbeit » Fernstudium und Private Studiengänge

https://www.fernuni-hagen.de/studium/studienorganisation/gebuehren/ermaessigung.shtml

Die Ermäßigung gibt es allerdings nur für das Erststudium.

Solltest Du in einer der im Folgenden link genannten Städte wohnen, kannst Du dich dort beraten lassen.

https://www.fernuni-hagen.de/regionalzentren/

Es gibt auch viele Städte und Kommunen die ihre Räumlichkeiten den Studenten der Fernuni teilweise für Arbeits- und Lerngruppen zugänglich machen.
 

Miafee

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Morgen...
Hab mich gestern schlau gemacht, mit der allgemeinen Studienberatung gesprochen, die mir sagte mal wieder -ihrer Erfahrung nach ist es Ermessenssache. Im Grunde dürfte es kein Problem sein, es ist allerdings angeblich meldepflichtig und in einigen Fällen kommt man damit nicht durch - das wird also ein Kampf. Aber ich möchte das machen - es ist einfach die perfekte Lösung wie ich alles unter einen Hut bekommen kann - halt auch arbeiten, denn das möchte ich auch.

Ich hab jetzt einen Termin in einem Regionalzentrum in meiner Stadt gemacht (freu voll nah) und werde das mal dort im Detail besprechen, einen Schlachtplan ausarbeiten, Infomaterial für das Amt mitnehmen usw.
Ich denke ich sollte mich darüber hinaus mal mit den diesbezüglichen Gesetzen befassen um Argumente in der Hand zu haben.
Kennt sich einer von euch aus wo man da ungefähr schauen könnte?

Wenn das klappt dann werd ich jedenfalls verrückt vor Freude - ihr habt mir jetzt schon soooo geholfen - danke danke
 
E

ExitUser

Gast
Die Mitarbeiter im JC wollen halt nicht, dass du eine höhere Bildung hast als sie. :biggrin:

Ich denke nicht, dass das Ermessenssache ist und wo steht, dass es meldepflichtig ist? Bei solchen Aussagen würde ich immer nach einer gesetzlichen Grundlage fragen. Du stehst dem Arbeitsmarkt weiter zur Verfügung und gut ist.

Es kursiert soviel Blödsinn, teilweise auch auf den offiziellen Webseiten der JC. Irgendwann wird das dann ungefragt weitergetragen.
 
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