Kein Hartz4 mehr, weil keine Anschrift

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uGhd

Elo-User*in
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Hi,

ich bin vor 2 Monaten aus meiner Wohnung ausgezogen und seit dem obdachlos. Die Stadt hatte mir eine Obdachlosenunterkuft gestellt, in der ich jetzt nicht mehr wohne, da ich dort von der Stadt rausgeschmissen wurde, weil ich dort angeblich nicht wohne. Es stimmt, ich habe da nicht oft übernachtet, weil ich da keine Sachen wie Bett usw hatte. Deswegen habe ich oft bei Bekannten geschlafen.

Nun war ich beim Jobcenter und die teilten mir mit, dass ich ab nächsten Monat kein Geld mehr bekomme, da ich keine Anschrift habe.

Was kann ich jetzt tun? Die Stadt gibt mir keine Unterkunft mehr. Man hat mir sogar gesagt, dass sie sie mich ausbürgern werden!

Was kann ich machen, um wenigstens noch Geld zu bekommen?
 

elo237

RIP
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Du kannst ein Postfach einrichten

oder bei Caritas gibt es in Städten die Option
ein Postfach bei denen zu bekommen, kenne das von einem Altersheim
 

SGB2

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Du kannst ein Postfach einrichten

oder bei Caritas gibt es in Städten die Option
ein Postfach bei denen zu bekommen, kenne das von einem Altersheim

Er muss nicht nur ein Postfach haben, sondern auch nachweisen, dass er dort wohnt und gemeldet ist. Denn, sobald die nämlich eine Postzustellungsurkunde schicken, kann er mit dem postfach nichts mehr anfangen.

Mich haben die mal abgemeldet, weil die einen Rückläufer erhalten haben. ich musste durch den Mietvertrag nachweisen, dass ich dort wohne. Das war eine Aktion, die 3 Tage in Anspruch genommen hat.
 

ZynHH

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Bei manchen kirchenlichen Einrichtungen wie Diakonie , Caritas können sich Obdachlose anmelden bzw. eine Postanschrift erhalten.
 

Fairina

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Also ausbürgern ist nicht. Raus schmeissen aus der Unterkunft auch nicht. Hast du das schriftlich bekommen? Da werden die sich vor hüten, denn sie müssen dich unterbringen. Du brauchst dazu auch nicht die Stadt zu wechseln.

Warum hast du kein Bett? Wo sind deine Sachen? Den Rest klären wir danach.
 

Seepferdchen 2010

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Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg – L 29 B 2228/07 AS ER – hat entschieden, dass Obdachlose auch einen Anspruch auf Leistungen auf Arbeitslosengeld nach dem SGB II haben können. Sie müssen sich „nur” täglich melden.

Das Landessozialgericht hat zwar die Einstweilige Anordnung wegen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch abgelehnt in diesem Fall abgelehnt, stellt aber klar, dass wenn ein Nichtsesshafter sich täglich bei dem Träger der Grundsicherung oder einer Betreuungseinrichtung meldet, er auch einen Anspruch auf ALG II hat.

aus

Quelle:
https://www.anwalt-kiel.com/sozialrec...ur-obdachlose/

und

Wohnungslose können auch ALG II bekommen, wenn sie für den SGB II-Träger erreichbar sind.
Bei umherziehenden Nichtsesshaften ist das aber nicht der Fall. Auch wenn sie erwerbsfähig sind, können sie daher nur Sozialhilfe nach dem SGB XII erhalten.

Obdachlose, Haftentlassene oder nicht sesshafte Personen haben einen ausreichenden örtlichen Aufenthalt, wenn sie i.S. von § 7 Abs. 4a SGB II über eine Betreuungs- oder Beratungseinrichtung für den Leistungsträger erreichbar sind.
Nach § 36 Satz 3 SGB II ist für diesen Personenkreis der SGB II-Träger zuständig, in dessen Bereich sich der erwerbsfähige Hilfebedürftige tatsächlich aufhält.

Wohnungslose können "Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten" erhalten. Diese Hilfen sind gem. §§ 67 ff. SGB XII i.V.m. der "VO zur Durchführung der Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten" breit gefächert.
Sie umfassen Hilfen in Form von Beratung und Betreuung. Hilfen zur Erhaltung und Beschaffung einer Wohnung. Unterstützung beim Aufbau und bei der Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen und bei der Bewältigung des Alltags...

https://www.elo-forum.org/25/46697-obdachlos-tagessaetze.html

und auch wichtig Leistungen ohne Meldeadresse

https://www.elo-forum.org/alg-ii/45524-leistungen-ohne-meldeadresse.html
 
E

ExitUser

Gast
.
Nun war ich beim Jobcenter und die teilten mir mit, dass ich ab nächsten Monat kein Geld mehr bekomme, da ich keine Anschrift habe.

Was kann ich machen, um wenigstens noch Geld zu bekommen?

die situation mit der unterkunft und deinem verhalten diesnbezüglich ist kein einzelfall, mir als mensch, der regelmäßig obdachlose berät ist das bestens bekannt und die gründe sind nachvollziehbar.

du hast nicht gesagt, wie das amt dir mitgeteilt hat, dass du kein geld mehr bekämst. falls das schriftlich bescheiden worden ist, hast du ein echtes problem, wenn diese post nicht zustellbar ist, und das erste was du daher unbedingt machen musst, ist, wie andere ja zuvor auch schon gesagt haben, irgendeinen briefkasten eines bekannten oder einer sozial einrichtung - im idealfall sogar eine richtige meldeadresse.

trotzdem zum allgemeinen verständnis, wie das theoretisch funktionieren müsste:

in der tat ist es zulässig, dich rauszuwerfen, wenn du die unterkunft nur sporadisch nutzt.

was jedoch unzulässig ist, ist dich auf deine bitte hin nicht unterzubringen. falls in deiner stadt kein platz mehr ist, ist der landkreis dazu verpflichtet, dich eben woanders hin zu verweisen, ber nicht unterbringen geht rechtlich fast nicht.
allerdings ist für die unterbringung das ordnungsamt zuständig, die sozialbehörden sind nur der kostenträger. es kann auch sein, dass das ordnungsamt irgendeine firma oder kirliche einrichtung mit der organisation bauftragt hat.

im übrigen besteht ein anspruch auf hartz IV nicht erst bei anmeldung, hier irrt das amt definitiv.

der anspruch und die örtliche zuständigkeit auf sozialgeld oder arbeitslosengeld II besteht laut gesetz alleine dadurch, dass sich der antragsteller überwiegend im landkreis aufhält.

wie dies ggf nachzuweisen ist, darüber kann man natürlich streiten, aber sie können dich nicht zwingen, dich anzumelden und andernfalls nicht zahlen.

das gleiche gilt für ein konto: wenn der kunde es verlangt, müssen die dir bargeld auszahlen, auch wenn sie dazu keine lust haben.

das einzige was du also wirklich machen musst, ist sich um einen briefkasten zu kümmern. denn sonst kannst du ja noch nciht einmal widerspruch einlegen, wenn die dir die einstellung schicken.
außerdem musst du auch wegen der erreichbarkeitsanordnung schon einen briefkasten haben, sonst ist das ein guter grund, dich aus dem SGB II zu werfen (keine briefkasten -> kann nicht vermitelt werden -> kann kein ALG II erhalten)

es wäre jetzt schön, wenn jemand hier aus dem forum dir einen anwalt empfehlen könnte, denn das ist das, was ich jetzt mit dir machen würde.

und prüfe du mal möglichkeiten, ob dir vor ort nich jemand helfen kann, z.b. mal mit dir zum sozialamt geht, was zwar unzuständig ist, aber wo man vermutlich im gegensatz zum jobccenter eine vernünftige auskunft bekommt.
 

SGB2

Elo-User*in
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Wegen ausbürgern, welche Nationalität und welcher Status besteht aktuell (Aufenthaltstitel, Duldung...)?

Ähm. Das spielt in dem Moment keine Rolle, wenn er keinen Bescheid von der Ausländerbehörde erhalten hat, augewiesen zu werden. Da er postalisch nicht erreichbar ist, könnten Sie ihm auch keinen Bescheid zur Ausreise zu senden und müssten ihm einen Haftbefehl ausstellen, der zunächst zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben ist. Sollte er dann aufgegriffen werden, mit einem Haftbefehl zur Aufenthaltsermittlung, dann würde ihm erörtert werden, dass er Bedroht wäre ausgewiesen zu werden und er ab Zugang des Bescheids nun Zeit zur Stellungnahme hat und eine angemessene Frist zum Widerspruch.

Ich denke ich hab die Ausbürgerung in dem Sinn so verstanden...

Als Deutscher mit ständigen Wohnsitz in Deutschland und Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland, hat Niemand das Recht ihn Auszubürgern, denn dazu muss er einen Antrag stellen, beim Auswärtigen Amt, den er wahrscheinlich abgelehnt bekommen würde. Die Bundesrepublik Deutschland darf einen Deutschen nur ausbürgern, wenn dieser einen Antrag stellt und die Voraussetzungen erfüllt, NICHT Staatenlos zu sein!
 

Fairina

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SGB: das ist ungesetzlich und das weißt du auch was da mit dem Bekannten geschah. Aber die Behörden stoßen da auf recht wenig Widerstand und deshalb treiben sie diese kriminellen und gesetzeswidrigen Spielchen. Und die Polizei die diese Spielchen mitmacht, die handelt genauso kriminell und gehört vor den Staatsanwalt. Punktum - aus. Wir sind nicht mehr im Polizeirecht und selbst dort war es mehr als anrüchig.

Aqa, gerade wenn du in der Obdachlosenberatung tätig bist, müßtest du wissen, das ein gelegentliches nicht-Übernachten in einer Obdachlosenunterkunft nicht dazu berechtigt, diese auf zu kündigen. Dazu bedarf es noch ein wenig mehr. Der TE erzählte was von einem fehlenden Bett wegen dessen er dort nicht übernachten kann. Das bedeutet aber nicht, das er dort nicht seinen Lebensmittelpunkt hat. Zudem gilt nach wie vor, daß einige gemeinnützige Unternehmen Briefadressen anbieten.
 

Gaestin

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du benötigst Ultraschnell eine Wohnanschrift, damit die vom *************** Post zustellen können.



bitte verwende solche Ausdrücke nicht.
Sprich lieber mit Auschwitz-Überlebenden,
die erklären Dir einiges.
 
E

ExitUser

Gast
...
Als Deutscher mit ständigen Wohnsitz in Deutschland und Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland, hat Niemand das Recht ihn Auszubürgern, denn dazu muss er einen Antrag stellen, beim Auswärtigen Amt, den er wahrscheinlich abgelehnt bekommen würde. Die Bundesrepublik Deutschland darf einen Deutschen nur ausbürgern, wenn dieser einen Antrag stellt und die Voraussetzungen erfüllt, NICHT Staatenlos zu sein!

Das ist hier nicht das Thema. Die Stadt könnte den Fredstarter "von Amts wegen abmelden", ihm aber nicht die Staatsbürgerschaft entziehen.

Die Hürden für solche Abmeldungen sind offenbar nicht sonderlich hoch. Dafür genügt es bspw., daß ein Vermieter dem Einwohnermeldeamt mitteilt, der Betroffene habe die angemietete Wohnung verlassen. In so einem Fall schickt das Meldeamt noch eine Vorladung an die letzte bekannte Adresse und wenn es darauf keine Antwort bekommt, streicht es denjenigen aus dem Register.
 
E

ExitUser

Gast
Aqa, gerade wenn du in der Obdachlosenberatung tätig bist, müßtest du wissen, das ein gelegentliches nicht-Übernachten in einer Obdachlosenunterkunft nicht dazu berechtigt, diese auf zu kündigen. Dazu bedarf es noch ein wenig mehr.

Soweit man den Eingangsbeitrag verstehen kann, geht es um ein gelegentlichen Übernachten, wenn überhaupt. Hat man ihm da tatsächlich nur zwei trockene Quadratmeter Fußbodenfläche angeboten, wäre das auch irgendwie nachvollziehbar.

Der TE erzählte was von einem fehlenden Bett wegen dessen er dort nicht übernachten kann. Das bedeutet aber nicht, das er dort nicht seinen Lebensmittelpunkt hat.

Vorausgesetzt, daß das mangels Übernachtungsmöglichkeit dort überhaupt möglich ist. Aqa hinterläßt durchaus den Eindruck, daß er weiß, wovon er spricht.

Zudem gilt nach wie vor, daß einige gemeinnützige Unternehmen Briefadressen anbieten.

Das ist wohl im Moment der einzige Lösungsweg.
 
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