Kein ALG2, kein Geld und keine Krankenversicherung

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E

ExitUser

Gast
Hallo ihr lieben,

ich melde mich mal kurz zurück. Ich danke euch für die Hilfestellungen die ihr mir gegeben habt. Ich bin seit 2011 aus dem Bezug von ALG2 raus und meine Ausbildung läuft sehr gut. :icon_smile:

Ich habe allerdings ein paar Fragen an euch, auf die ich selbst keine Antwort gefunden habe. Es geht um meine beste Freundin.
Sie ist im Juni letzten Jahres mit ihrem Sohn zu ihrem Freund gezogen, er ist nicht der leibliche Vater des Kindes.
Sie musste aus ihrer Wohnung raus, da sie nach einem Brand (vom Nachbarn verursacht) unbewohnbar war.

Sie steht bei ihrem Freund nicht im Mietvertrag, ist also lediglich mit ihrem Kind dort gemeldet. Im Mai letzten Jahres hat sie keinen Weiterbewilligungsantrag auf ALG2 gestellt, da ihr gesagt wurde, ihr Freund müsse eh für sie und das Kind aufkommen und sie würde dann die Leistung gestrichen bekommen. Sooo..... das wars zur Vorgeschichte.

Meine Freundin ist jetzt 25 Jahre alt und ist meines Wissens nach noch bis zum vollendeten 30. Lebensjahr Pflichtversichert bei der Krankenkasse. (hoffe ich liege da richtig)
Sie hat Schulden bei der Krankenversicherung und ihr Anspruch auf Versicherungsschutz ruht derzeit. Trotzdem laufen jeden Monat rund 150 Euro für die Versicherung auf, die sie nicht bezahlen kann. Sie hat KEIN Einkommen. Ihr Sohn bekommt lediglich 184 Euro Kindergeld. Ihr Freund kann ihre KK nicht auch noch bezahlen, denn er finanziert bisher alles, damit die beiden nicht verhungern.

Das meine Freundin nicht krankenversichert ist, ist ein riesen Problem, denn sie ist chronisch krank und benötigt dringend Medikamente.

Was kann man in diesem Fall tun? Ich bin da wirklich ratlos.
 

alexander29

Priv. Nutzer*in
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11 Mai 2011
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Unterhalt vom Vater verlangen, oder Unterhaltsvorschuß vom Jugendamt.
Sie ist solange gesetzlich versichert, bis sie sich selbstständig macht, oder so viel verdient, dass sie sich privat krankenversichern kann.

Blöd gelaufen, hätte sie mal einen Antrag gestellt.
Bitte noch diesen Monat schriftlich und nachweisbar einen Antrag auf ALG 2 stellen.

Bestimmt kommen noch Antworten wg der Miete/Mietvertrages.

Wenn es eine WG ist und wenn síe aus der vorigen Wohnung raus musste wg Brand (gute Begründung, weil schnell Wohnung finden müssen), dann folgt daraus nicht automatisch, dass die eine BG sind.
Aber dazu müssen noch mehr Einzelheiten her.

Schwierigkeiten sehe ich darin, dass der Freund sie mietfrei dort wohnen lässt und alles zahlt (so wie in einer BG).
Also von Mai bis jetzt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 33865

Gast
Hi,

meines Wissens ist man nur bis zum vollendeten 23. LJ familienversichert, danach muss man sich selbst freiwillig versichern. Gibt da so einen Tarif für Hausfrauen.

Ansonsten ist man, soweit ich weiß, während der leistungsbezahlten Elternzeit pflichtversichert, sprich max. 24 Monate.

Sie sollte schnellstmöglich einen Antrag auf ALG II stellen, dann gilt der noch für den ganzen Januar.
 

Peachy

Elo-User*in
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Solange deine Freundin nebst Kind bei ihrem Freund wohnt gelten sie als Bedarfsgemeinschaft und sein Einkommen wird voll angerechnet.

AUSSER...es ist eine WG, z.B. wenn dein Freund mit ihr einen Untermietsvertrag macht und ihr quasi ein Zimmer untervermietet. Allerdings werden sie fragen, wovon sie seit dem Auszug gelebt hat.

ODER...sie gibt an, dass sie sich von ihrem Freund getrennt hat und er sie in der Wohnung wohnen lässt, bis sie eine andere Wohnung gefunden hat. In dem Fall hat sie Anspruch auf Leistungen für sich und ihr Kind, sogar könnte Miete anteilig gezahlt werden. In jedem Fall kann sie sich dann wieder krankenversichern. Nur wird die KK dann von ihr für die Monate in denen sie nicht versichert war nachfordern. Auf jeden Fall wird ihr eine angemessene Zeit eingeräumt, in der sie sich eine Wohnung suchen kann.

In der jetzigen Konstellation hat sie keinen Anspruch auf ALG 2 und kann sich zwar freiwillig bei der KK versichern, kostet allerdings um die 150€ pro Monat, die ihr Freund übernehmen müsste.

Ich kenne diese Zwickmühle, außer den beiden obigen Möglichkeiten wüsste ich keine weitere.
 

biddy

StarVIP Nutzer*in
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Unterhalt an bedürftige Angehörige oder Lebensgefährten

Wer bedürftige Angehörige oder Lebensgefährten unterstützt kann seit diesem Jahr mehr Geld von der Steuer absetzen. Der Höchstbetrag wurde auf 8.004 Euro angehoben. Bis zu diesem Betrag können Unterhaltszahlungen in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Zusätzlich können ab 2010 Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für den bedürftigen Angehörigen oder Lebensgefährten in der Steuererklärung angegeben werden. Unterhaltszahlungen an bedürftige Angehörige und Lebensgefährten sowie die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zählen zu den Außergewöhnlichen Belastungen.
Quelle: Versicherungen und Unterhaltszahlungen von der Steuer absetzen

Auch Menschen, die an Angehörige oder Lebensgefährten Unterhalt zahlen, können mehr absetzen. Übernehmen sie auch deren Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, können sie diese über den jetzigen Höchstbetrag von 13 805 Euro im Jahr hinaus absetzen.
Quelle: Steueränderungen 2010 - Mehr absetzbar - Special - Stiftung Warentest

Eheähnliche Gemeinschaft

Ein steuerlicher Abzug von Unterhalt kommt auch infrage, soweit die unterstützte Person den gesetzlichen Unterhaltsberechtigten gleichgestellt ist. Hierzu gehört der Partner in eheähnlicher Gemeinschaft und andere nicht unterhaltsberechtigte Angehörige, soweit diesen aufgrund von Unterhaltsleistungen Sozialleistungen verweigert werden.
Quelle: Unterhalt bei der Steuererklärung - im Steuer Ratgeber erklärt

Unterhaltsleistungen sind auch abziehbar an den Lebensgefährten in eheähnlicher Lebensgemeinschaft oder an einen in Ihrem Haushalt lebenden, nicht unterhaltsberechtigten Angehörigen (Geschwister, Tante, Onkel, Stiefelternteil usw.), wenn ihm wegen des Zusammenlebens Ihr Einkommen teilweise zugerechnet und deswegen öffentliche Mittel zum Lebensunterhalt (z.B. Hartz IV, Sozialgeld) gekürzt oder verweigert würden (§ 33 a Abs. 1 Satz 2 EStG). Ein Antrag auf die Mittel muss nicht gestellt worden sein (BMF-Schreiben vom 28.3.2003, BStBl. 2003 I S. 243).
Quelle: steuernetz.de - Diese Personen dürfen Sie steuerbegünstigt unterstützen
 
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