Kein ALG I Anspruch? (1 Betrachter)

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gast_

Gast
...habe am 09.12.2011 zu arbeiten angefangen.
Da ich nur bis 02.12.2012 durchgehend beschäftigt bin, hab ich da überhaupt Anspruch auf ALG I?
Was sagt ihr?
Muß ALG I Antrag gestellt werden?
Oder gleich ALG II beantragen?
 

Holger01

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Hallo Kiwi,

ein Anspruch auf Alg1 entsteht nach exakt 360 Tagen, die sich aus sozialversicherungspflichtigen Zeiten ergeben müssen.

Sozialversicherungspflichtige Zeiten sind z.B. sv-pflichtige Beschäftigungen, aber auch der Bezug von Krankengeld und Elternzeit.

In der Regel müssen zwar 12 Monate erfüllt sein, die AfA schreibt aber auch von 360 Tagen, weil sie die Kalendermonate grundsätzlich mit 30 Tagen ansetzt.

Dauer des Anspruchs - www.arbeitsagentur.de


Aus dieser Formulierung schließe ich, dass tatsächlich 360 Tage ausreichen dürften (??):
Vielfach wird angenommen, dass schon dann ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, wenn für 360 Kalendertage Beiträge zur Bundesagentur für Arbeit entrichtet wurden, dies ist aber nicht der Fall.
Um Arbeitslosengeld beziehen zu können, müssen folgende Voraussetzungen gemeinsam erfüllt sein:

  1. Sie müssen arbeitslos sein.
  2. Sie müssen die Anwartschaftszeit erfüllt haben.
  3. Sie müssen sich persönlich arbeitslos gemeldet haben.
Quelle: Anspruchsvoraussetzung - www.arbeitsagentur.de

Wenn ich jetzt die von dir genannten Tage vom 09.12.2011 bis 02.12.2012 einzeln addiere und dabei das Schaltjahr 2012 berücksichtige, dann komme ich auf exakt 360 Tage.

Leider bin ich nicht sicher, ob es jetzt auf 12 Monate oder wirklich 360 Tage ankommt.

Vielleicht meldet sich noch ein anderer Forist...

Alternativ wäre noch zu überlegen, wenn das Beschäftigungsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen enden sollte, ob nicht sicherheitshalber eine wenigstens 7tägige AU (festzustellen am vorletzten Tag, nicht erst am letzten Tag) einkalkuliert werden kann.
Mit der AU würde auf jeden Fall ein Alg1-Anspruch begründet werden, und zwar für 6 Monate.

Im Ergebnis schlage ich vor, Alg1 zu beantragen, alternativ auch Alg2, und bei einem Alg1-Ablehnungsbescheid Widerspruch einzulegen unter Hinweis auf die obigen Links auf die 360-Tage-Regel.

Vielleicht kann der Arbeitgeber noch eine Woche anhängen??

Oder dein Schützling kann im Dezember im Weihnachtsgeschäft noch 1 oder 2 Wochen befristet und sv-pflichtig aushelfen??

Oder dein Schützling versucht noch auf die schnelle, unter Hinweis auf Auskunftsrecht nach § 15 SGB I eine verbindliche Antwort von der AfA zu erhalten...

Ich will mal noch meine Unterlagen dazu durchschauen...
 

Holger01

Elo-User*in - temp. eingeschränkt
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So, ich habe noch etwas gefunden:

Bei der Anwendung der Vorschriften über die Erfüllung der für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erforderlichen Anwartschaftszeit
...
entspricht ein Monat 30 Kalendertagen.
Quelle: § 339 SGB III, SGB 3 - Einzelnorm

Dies ist die Rechtsgrundlage dafür, dass 360 Tage ausreichend sein sollten.

Gutes Timing!
 
G

gast_

Gast
Im Zweifel immer einen Antrag auf ALG1 stellen.
Ja, das ist klar.
Aber den ALG II Antrag: Den würd ich ihm (und mir) gern ersparen :icon_smile:
Ich war mir jetzt nur nicht sicher, ob ich richtig gerechnet hab.

Alternativ wäre noch zu überlegen, wenn das Beschäftigungsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen enden sollte, ob nicht sicherheitshalber eine wenigstens 7tägige AU (festzustellen am vorletzten Tag, nicht erst am letzten Tag) einkalkuliert werden kann.
Nein, ist leider zeitlich befristet.

Er hofft ja noch auf Weiterbeschäftigung...aber wenn die nicht in der Lage sind klare Worte zu sprechen muß man eben mit Arbeitslosigkeit rechnen.
 
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