KdU zu niedrig angesetzt

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MrsNorris

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Problem ist folgendes: Wir wohnen in einer Wohnung, die 40 Euro zu teuer ist.
Wir sind nun auf der Suche nach einer neuen Wohnung, und stellen fest, dass der fest gesetzte Quadratmeter-Preis der Arge dem aktuellem Mietspiegel bei weitem unterliegt.
Hier gilt 4,64 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter für angemessen. Dabei beträgt der Mietspiegel hier 5,43 Euro!
Bin echt sauer, denn hier eine Wohnung zu finden, wie die Arge es gern hätte, ist schier unmöglich. Selbst die sozialen Wohnungsgesellschaften verlangen mehr! Von privaten Vermietern ganz zu schweigen.
Inzwischen ist es sogar amtlich. Ein Gutachter des LSG Detmold hat in fünf Monaten hier gerade mal 44 Wohnungen zu der angemessenen KdU gefunden. Passiert ist nix.
Das ist doch ein Witz! Was kann man da machen?
 

Arania

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Wenn man keine Wohnung findet die den Vorgaben der ARGE entsprechen dann müssen die eben die teure Wohnung komplett bezahlen
 

Arania

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Sind die denn schon anerkannt? Falls ja, hilft es leider nichts, die ARGE orientiert sich da nicht am marktüblichen Mietspiegel sondern hat andere Berechnungen
 

MrsNorris

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Ja, ist er. Allerdings steht in dem Anschreiben nur die Bewilligung für eine Wohnung, die wegen der langen Bearbeitungsdauer schon längst weg ist.
 

Shearing

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Hi Mrs. Norris,

die Ausgangsfrage war ja: "Was kann man da machen?" (Stichwort: Keine "angemessene" preiswerte Wohnungen am Markt vorhanden).

Wie Arania schon ausführte: Die kompletten KdU werden Euch erst mal so lange weiter gezahlt werden, bis es Euch möglich ist, eine "angemessene" Wohnung anzumieten. Wenn dann die "Angemessenheitskriterien" Deiner Kommune überhaupt nicht den Marktbedingungen am Ort entsprechen, dann kannst Du nicht mehr tun, als nach den Vorgaben zu suchen.

Mir stellt sich gerade folgende Frage:
Du schreibst, die aktuelle Wohnung sei bereits 40 Euro zu teuer.
Zahlt die ARGE denn aktuell auch noch die komplette Miete, oder müsst Ihr die 40 Euro bereits aus der Regelleistung bestreiten?
Shearing
 

MrsNorris

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Hi Mrs. Norris,

die Ausgangsfrage war ja: "Was kann man da machen?" (Stichwort: Keine "angemessene" preiswerte Wohnungen am Markt vorhanden).

Wie Arania schon ausführte: Die kompletten KdU werden Euch erst mal so lange weiter gezahlt werden, bis es Euch möglich ist, eine "angemessene" Wohnung anzumieten. Wenn dann die "Angemessenheitskriterien" Deiner Kommune überhaupt nicht den Marktbedingungen am Ort entsprechen, dann kannst Du nicht mehr tun, als nach den Vorgaben zu suchen.

Mir stellt sich gerade folgende Frage:
Du schreibst, die aktuelle Wohnung sei bereits 40 Euro zu teuer.
Zahlt die ARGE denn aktuell auch noch die komplette Miete, oder müsst Ihr die 40 Euro bereits aus der Regelleistung bestreiten?
Shearing

Die 40 euro müssen wir selbstverständlich selbst zahlen. Dabei ist unsere Wohnung gemessen an den katastrophalen Preisen hier nicht zu teuer.
 

fritzi

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Falls ja, hilft es leider nichts, die ARGE orientiert sich da nicht am marktüblichen Mietspiegel sondern hat andere Berechnungen

Mir hat die Arge "auf Grundlage des aktuellen Mietspiegels" im November letzten Jahres die angemessene Kaltmiete erhöht und zudem rückwirkend für 11 Monate nachgezahlt.
 

Shearing

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Hi,

Zitat:
"Immobilien Scout24
Bielefeld - Alle Stadtteile
3 - 4 Zimmer - 70 - 80 m2 - 100 - 347 EUR Kaltmiete

= 36 Treffer


Dazu kann ich nur sagen: Meine Erfahrungen bei der Wohnungssuche über Online-Plattformen besagen, dass

ca. 35 - 40 % der Anbieter

sofort ablehnend reagieren, wenn im Telefonat ("Welchen Beruf üben Sie denn aus?") herauskommt, dass man im SGB-II-Leistungsbezug steht.
Dies nur zur Info!
Shearing
 

redfly

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Wir haben bei der Wohnungssuche von einer ablehnenden Haltung nicht viel mitbekommen. Klar, es wird einige Vermieter geben, aber das sind doch meist nur die Privaten. Bei uns in Essen sind alle größeren Gesellschaften mit dem SGB II vertraut. Angebote für Leistungsbezieher werden direkt mit einem Abschnitt fürs Jobcenter vorbereitet. Das braucht dann nur noch angekreuzt und abgestempelt werden.
 

MrsNorris

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Für 3 Personen gelten in Bielefeld 347,25 EUR an Nettokaltmiete als angemessen. Das kann man hier auch nachlesen:

Erwerbsloseninitiative ABSEITS Bielefeld

Suchkriterien bei Wohnungen und Immobilien online - Immobilien Scout24

Bielefeld - Alle Stadtteile

3 - 4 Zimmer

70 - 80 m2

100 - 347 EUR Kaltmiete

= 36 Treffer

Das mag sein, die Frage ist nur, in welchem Umfeld die Wohnungen liegen. Wir wollen uns ja nicht verschlechtern. Wohnen momentan in einem schnuckeligen 6-Familien-Haus in bester Lage.
 

redfly

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Das mag sein, die Frage ist nur, in welchem Umfeld die Wohnungen liegen. Wir wollen uns ja nicht verschlechtern. Wohnen momentan in einem schnuckeligen 6-Familien-Haus in bester Lage.

Muß ich zwar jetzt nicht verstehen, aber egal.

Das interessiert den Richter aber nicht. Es geht dann nur um die Frage ob ausreichender Wohnraum zur Verfügung stand bzw. steht. Das wird notfalls direkt in der Verhandlung per Laptop recherchiert. Das schnuckelige 6-Familien-Haus in bester Lage spielt dabei keine Rolle. Da muß es schon andere Gründe geben.
 

MrsNorris

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Muß ich zwar jetzt nicht verstehen, aber egal.

Das interessiert den Richter aber nicht. Es geht dann nur um die Frage ob ausreichender Wohnraum zur Verfügung stand bzw. steht. Das wird notfalls direkt in der Verhandlung per Laptop recherchiert. Das schnuckelige 6-Familien-Haus in bester Lage spielt dabei keine Rolle. Da muß es schon andere Gründe geben.

Damit Du es verstehst: Ich will mich, was die Wohnumgebung angeht, nicht verschlechtern. Ich will nicht in einer Wohnblock-Siedlung landen. Sicher versteht ein Richter das nicht.
Ausser, er hat vielleicht Kinder.
 

Kikaka

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So macht man das in Freiburg
L 7 AS 1797/08 Ein höherer Wohnflächenbedarf rechtfertigt sich nicht .............. - Arbeitslosenhilfe Online e.V.




A
usgehend von einer Basismiete für einen 1-Personen-Haushalt mit 45 qm in Höhe von 7,51 EUR nach dem Mietspiegel der Stadt Freiburg errechne sich damit für den Landkreis nach Abschlägen von insgesamt 35 % ein Kaltmietpreis von 4,88 EUR/qm. Nachdem die Basismieten mit steigender Wohnungsgröße geringer würden, könne auf eine Berechnung für andere Haushaltsgrößen an dieser Stelle verzichtet werden. Insgesamt sei aber festzustellen, dass der für die Angemessenheitsprüfung von Wohnungen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (abstrakt) ermittelte Kaltmietpreis von 5,11 EUR/qm zutreffend sei und durch die Anwendung des Mietspiegels der Stadt Freiburg sogar noch unterstützt werde.

-Mietspiegel wird außer Gefecht gesetzt
- Gericht erkennt Argerecherchen aus Anzeigenblättchen an
- Abschläge bis 35 % werden gerichtlich abgesegnet


weiteres zum Thema siehe auch
https://www.elo-forum.org/kosten-un...raum-ermittelt-wurden-bittet-um-nachweis.html
 

redfly

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Da kontrolliert die ARGE die angezeigten Suchbemühungen bei den Vermietern. Was geht denn da ab, ist das überhaupt erlaubt? Bin noch am weiterlesen ...
 

redfly

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Ja klar dokumentieren, aber darf sich die ARGE darüber beim Vermieter erkundigen? Was ist wenn z. B. deswegen ein Vermieter den Leistungsempfänger plötzlich nicht mehr akzeptiert? Leistet die ARGE dann auch Schadensersatz? Aber nach dem Urteil stand anscheinend ausreichender Wohnraum zur Verfügung.
 
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