KdU bei möblierter Wohnung

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EMRK

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Die Umzugskosten werden nur bei Umzug aus wichtigem Grund übernommen.

Wann wird ein Umzug mit Hartz IV genehmigt?

Empfänger von Arbeitslosengeld II brauchen einen guten Umzugsgrund, um die Kosten vom Staat erstattet zu bekommen. Folgende Gründe werden in der Regel nach einer Prüfung durch die Jobcenter anerkannt:

  • Familienzuwachs: Die Wohnung wird zu klein.
  • Gesundheit: Treppensteigen oder ähnliches ist nicht mehr zumutbar.
  • Entfernung zur Arbeitsstelle: Der tägliche Arbeitsweg ist zu weit.
  • Kündigung durch den Vermieter: Die Wohnung wurde unverschuldet gekündigt.
  • Scheidung oder Trennung: Der Umzug ist aufgrund einer veränderten Lebenssituation erforderlich.
  • Zustand der Wohnung: Bestimmte Gegebenheiten wie Schimmelbefall können eine Wohung unbewohnbar machen.
Letzterer Grund wird allerdings nur dann anerkannt, wenn der Schaden zum einen nicht selbst verschuldet ist und sich der Vermieter nach Mängelanzeige weigert, etwas an der Situation zu ändern. Fordert das Jobcenter selbst den Umzug, z. B. weil die Wohnung zu groß ist, müssen die Kosten in jedem Fall übernommen werden.
Wichtig ist prinzipiell, dass Umzugswunsch und -grund dem zuständigen Sachbearbeiter so früh wie möglich mitgeteilt und alle notwendigen Nachweise (z. B. ärztliches Attest, Arbeitsvertrag o.ä.) vorgelegt werden. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass die Angaben zum Umzugsgrund nicht wahrheitsgemäß waren, müssen die übernommenen Kosten zurückerstattet werden. Tipp: Es ist immer ratsam die Anerkennung des Umzugs schriftlich bestätigen zu lassen.



Welche Kosten werden übernommen?

Für das Jobcenter ist eine große Entfernung zur Arbeit ein Grund, den Umzug zu genehmigen.

Das Jobcenter finanziert in der Regel ausschließlich Umzüge, die selbst organisiert und durchgeführt, bzw. durch private Helfer unterstützt werden. Folgende Kosten werden übernommen:

  • die Kosten für Packmaterial (Umzugskartons)
  • die Kosten für die Anmietung eines Fahrzeugs
  • 50 Euro Helferpauschale zur Verköstigung und Vergütung der Helfer
  • die Übernahme von Renovierungskosten ist freiwillig und muss im Vorfeld erfragt werden
Übrigens: Die Mietkaution für die neue Wohnung wird dem Vermieter in Form eines zinslosen Darlehens vom Jobcenter zur Verfügung gestellt. Es besteht aber auch die Möglichkeit die Mietkaution durch Beantragung einer Kautionsbürgschaft zu sparen.
Sollte ein Umzug in Eigenregie aufgrund einer Behinderung, der familiären Situation (alleinerziehend) oder fehlender Helfer nicht möglich sein, werden in einzelnen Fällen auch die Kosten für einen Umzug mit einem Umzugsunternehmen übernommen.
In diesem Fall müssen dem Jobcenter mindestens drei Kostenvoranschläge von Umzugsfirmen vorgelegt werden.
Tipp: Holen Sie sich online kostenlos Angebote von Umzugsunternehmen ein und lassen Sie sich diese zur Vorlage beim Jobcenter schriftlich zusenden.

Was passiert bei Umzug ohne Genehmigung?



Sollte ein Umzug auf eigene Faust und ohne Genehmigung erfolgen, werden natürlich keinerlei Umzugskosten übernommen. Auch die Zahlungen für Miete und Nebenkosten bleiben gleich und orientieren sich nicht an den Kosten der neuen Wohnung. Ein solcher Umzug erregt unter Umständen außerdem die Skepsis des Sachbearbeiters, da der sich fragen kann, wie der Umzug finanziert werden konnte. Im schlimmsten Fall werden hier sogar die allgemeinen Hartz-IV-Leistungen gestrichen.


Quelle: Umziehen mit Hartz IV: Umzugstipps und Jobcenter Voraussetzungen
 
J

James Bond 07

Gast
Guten Tag @pinta 12

Dir steht gesetzlich Wohnraum zu - egal wo!
Niemand kann/darf Dir vorschreiben, in welcher Stadt Du zu wohnen hast nur musst Du beim JC der Stadt, in der Du ziehen willst einen Antrag auf Übername der KdU stellen ( = KM, NK und HZK ) sowie ein Antrag für ein Darlehen wegen Kaution stellen.

Die 50,00 -€ die über dem Satz liegen werden sicher nicht übernommen so dass Du sie selbst vom RS zahlen müsstest und bedenken solltest Du dann auch, dass Du vom RG den Haushaltsstrom usw. noch zahlen musst.
Also sehr gut überlegen ob das machbar ist ohne Aussicht auf einen Job.

Dann studiere auch #2 sehr gut!
 
S

silka

Gast
gesetzt den Fall, ich bin derzeit obdachlos und erhalte nur den Regelsatz und keine KdU. Ich möchte gerne in eine andere Stadt umziehen und hätte dort das Angebot, eine möblierte Wohnung zu beziehen. Die Miete beträgt ca. 50,- € über dem dort angemessenen Satz. Ich sehe in der neuen Stadt bessere Jobmöglichkeiten für mich, habe aber noch keine Zusage.
Gegen einen Umzug in diese Stadt hat niemand etwas.
Dort würdest du aber nur die angemessenen KdU (also 50,- weniger bekommen). Von Beginn an.
Je nachdem, wie der Mietvertrag aussieht, wären auch die Möbel drin. Denn wenn du zB. eine Pauschalmiete incl. Möblierung zahlst, wird das JC das übernehmen.
Gern rechnen die auch schon mal die Möblierungskosten raus---kann man aber relativ schnell abbügeln. Rechtsprechung dazu genügend vorhanden.
Ü25 ??
Wo kommt jetzt plötzlich die möblierte Wohnung her?
 
S

silka

Gast
noch vergessen: Ü50
Dann würde ich der Frau empfehlen:
Fahren Sie nach X, mieten Sie dort diese möbl. Wohnung mit einem richtigen Mietvertrag, melden sich beim jetzigen JC zum 31.10. (oder eben zum entspr. Mietbeginn) ab.
Und nach der Anmeldung mit der neuen Adresse in X (gibts mit Meldebestätigung beim Einwohnermeldeamt) kann sie zum JC von X gehen und sich dort als neuer Kunde mit Anspruch auf Regelbedarf und KdU mittels Hauptantrag anmelden.
Sehr hilfreich wäre es, wenn man auf eine Alo-Ini in dieser neuen Stadt verweisen kann.
Dort hilft man der Frau sicher und hoffentlich bei den behördlichen Hürden.
So würde ich das weiterleiten.
 
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