Kaution für Wohnung - was macht am ehesten Sinn ?

late september

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kann mir jemand sagen was die sinnvollste Vorgehensweise im Bezug auf die höchstwahrscheinlich zu zahlende Wohnungs-Kaution ist ?

als Darlehen vom Amt beantragen ?

aus evtl. vorhandenem Schonvermögen selber zahlen ?

Frage dazu:
wenn man z.B. 900,- € Kaution aus eigenem Schonvermögen stellen würde (so denn vorhanden) dann blieben theorethisch noch 700,- € Schonvermögen die man besitzen oder im Verlauf der Zeit ansparen könnte/dürfte - da ja die 900,- € trotz Bindung in der Kaution weiter dazu gezählt werden - richtig ?

faktisch bedeutet das ja eine Verringerung des einem tatsächlich für unerwartete Ausgaben, Reparaturen und Notfälle zu Verfügung stehendem Schonvermögen ?

wie ist das wenn man sich die Kaution von einer Privat-Person leiht ?

worauf muß dabei geachtet werden ?

Danke für Eure Hinweise und Antworten !
 
E

ExitUser

Gast
wie ist das wenn man sich die Kaution von einer Privat-Person leiht ?
Niemals Geld bei Familie oder Freunden leihen. Denn "bei Geld hört die Freundschaft auf".

Ich würde stattdessen ein Darlehen beantragen.

Wann und wie übernimmt das Jobcenter die Kaution bei Hartz4?


Eine Übernahme der Mietkaution bei Hartz4-Empfängern durch die Behörde kann unter bestimmten Voraussetzungen als Darlehen erfolgen. Voraussetzung für eine Kreditgewährung ist, dass der Leistungsempfänger den Betrag nicht aus eigenen Mitteln erbringen kann, der Umzug vom Amt veranlasst wurde, oder aus anderen wichtigen Gründen unvermeidlich ist. Zudem muss die Wohnung SGB II-Richtlinien entsprechen, darf demnach nicht zu groß oder zu teuer sein. Anspruchsvoraussetzung ist zudem nach § 22 Absatz 6 SGB II eine vorherige schriftliche Zusage des Jobcenters.

Quelle: Mietkaution - Finanzierungsmöglichkeiten bei ALG1 und ALG2 (Hartz4)



PS. Tilgungsraten aus einer Mietkaution dürfen nicht mit dem Regelsatz verrechnet werden!

https://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-mietkaution-anrechnung-verfassungswidrig-9001313.php
 

Seepferdchen 2010

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@Fenriswolf hier geht es um den Rechtskreis XII und nicht um SGB II.

als Darlehen vom Amt beantragen ?
§ 35 SGB XII

5Wohnungsbeschaffungskosten, Mietkautionen und Umzugskosten können bei vorheriger Zustimmung übernommen werden; Mietkautionen sollen als Darlehen erbracht werden.
ich glaube gelesen zu haben mehr als 5% darf dann beim Darlehn nicht abgezogen werden.

und auch zu beachten, lies hier mal bitte § 35a SGB XII

und hier mal ein Beispiel wie man mit der Kaution im einzelnen vorgeht, da ich nicht weiß welche Stadt/Kommune es ist:

Arbeitshilfe zu § 35 Abs. 2 SGB XII - Stadt Hamburg

aus evtl. vorhandenem Schonvermögen selber zahlen ?
Das Schonvermögen ist nicht sehr hoch würde ich nicht machen.

da ja die 900,- € trotz Bindung in der Kaution weiter dazu gezählt werden - richtig ?
Ja

wie ist das wenn man sich die Kaution von einer Privat-Person leiht ?

worauf muß dabei geachtet werden ?
Hier hatte ich dir schon in einem anderen Thread geschrieben, wichtig ggf.
das es ein zweckgebundenes Darlehn ist, mit monatliche Ratenzahlung.
 
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ExitUser

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War da nicht was, dass Raten für ein Kautionsdarlehen nicht vom Regelsatz abgestottert werden dürfen?

Rückzahlung erst mit Ende des Mietvertrags oder Leistungsbezugs!

(fachliche Anweisungen zu §35 SGB XII)
 

late september

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@ Seepferdchen !,

Zitat: wie ist das wenn man sich die Kaution von einer Privat-Person leiht ?

worauf muß dabei geachtet werden ?


Hier hatte ich dir schon in einem anderen Thread geschrieben, wichtig ggf.
das es ein zweckgebundenes Darlehn ist, mit monatliche Ratenzahlung.
- wieso muß das zwingend mit monatlicher Ratenzahlung vereinbart werden ?

- wäre das nicht frei verhandelbar zwischen mir und einer 3. Person.....?

- hat Jemand einen link zu einem Muster für einen privaten Darlehens-Vertrag ?


ich Danke Euch !.....
 

Seepferdchen 2010

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wieso muß das zwingend mit monatlicher Ratenzahlung vereinbart werden ?
Hmm weil es ein zweckgebundener Vertrag ist, also nicht zum Lebensunterhalt und
nur für die Kaution.

Natürlich kann es frei verhandelt werden, so zum Beispiel bei einer Ratenzahlung alle zwei Monate oder geringer Höhe.

Hier mal aus dem Net ein Muster vom Anwalt das du nach deinem Sachstand ändern kannst, einfach speichern in Word die rtf-Datei - Rich Text Format, kann
in Word umgewandelt werden.

Darlehensvertrag für Privatleute - Deutsche Anwaltshotline

www.deutsche-anwaltshotline.de/.../darlehensvertrag_privatleute_2s.rtf
 

Heidschnucke

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Es gibt noch eine Weitere Möglichkeit eine Kreditbürgschaft von deiner Hausbank, ist nicht teuer.

Eine Frage von mir wenn ich ein Darlehen vom Amt bekomme für die Kaution muss ich die abstottern so lang wie ich im Bezug bin. Vorausgesetzt das Amt hat die Neuanmietung erwirkt und die neue Wohnung bewilligt.
 
E

ExitUser

Gast
Es gibt noch eine Weitere Möglichkeit eine Kreditbürgschaft von deiner Hausbank, ist nicht teuer.

Eine Frage von mir wenn ich ein Darlehen vom Amt bekomme für die Kaution muss ich die abstottern so lang wie ich im Bezug bin. Vorausgesetzt das Amt hat die Neuanmietung erwirkt und die neue Wohnung bewilligt.
Von Kreditbürgschaften würde ich abraten. Man zahlt am Ende drauf.

Du musst schauen, wie deine Kommune das handhabt. Ich weiß nicht, ob es bei der Sozialhilfe eine einheitliche Regelung gibt.

Im SGB II ist wohl, soweit ich das auf die Schnelle recherchiert habe ab 2011 eine Tilgung über Monatsraten vorgesehen.

p.s. Seepferdchen: Dein Link funktioniert nicht!
 

late september

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Hallo Seepferdchen !,

Zitat: wieso muß das zwingend mit monatlicher Ratenzahlung vereinbart werden ?

Hmm weil es ein zweckgebundener Vertrag ist, also nicht zum Lebensunterhalt und
nur für die Kaution.
ja die Zweckbindung habe ich verstanden - aber dabei geht es ja um eine festgelegte Mittelverwendung.....

aber wieso monatliche Ratenzahlung ?

wenn mein Darlehensgeber damit einverstanden ist kann er mir doch auch ein zinsloses Darlehen gewähren, daß zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft rückzahlbar ist....ohne Ratenzahlung.....oder nicht ?

Natürlich kann es frei verhandelt werden, so zum Beispiel bei einer Ratenzahlung alle zwei Monate oder geringer Höhe.
also freies Verhandeln impliziert für mich dann auch die von mir beschriebene Variante !

Hier mal aus dem Net ein Muster vom Anwalt das du nach deinem Sachstand ändern kannst, einfach speichern in Word die rtf-Datei - Rich Text Format, kann
in Word umgewandelt werden.

Darlehensvertrag für Privatleute - Deutsche Anwaltshotline

https://www.deutsche-anwaltshotline.d...atleute_2s.rtf
Danke - aber link funktioniert tatsächlich nicht.....

aber ich google mal rum.......
 

Seepferdchen 2010

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@Late, entschuldige da habe ich nicht aufgepasst, aber halb so schlimm du brauchst
nur bei Google eingeben:

Darlehensvertrag für Privatleute - Deutsche Anwaltshotline
dann kommst du auf diese Datei.

wenn mein Darlehensgeber damit einverstanden ist kann er mir doch auch ein zinsloses Darlehen gewähren, daß zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft rückzahlbar ist....ohne Ratenzahlung.....oder nicht ?
Doch natürlich geht das und natürlich ohne Zinsen, in dem Musterbeispiel sind zwar
Zinsoptionen eingetragen, aber das kannst du ja ändern, darum auch mein Hinweis
im obrigen Post.

Es geht ja nur darum das du was ggf. in den Händen hast zu einem gegenüber dem
Amt und zum anderen gegenüber dem Darlehngeber, der dann auch ein Schriftstück hat-
 

late september

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o.k. dann abschließend:

dann ist das doch die sinnvollste Variante:

man leiht sich das Geld für die Wohnungskaution als vertraglich zweckgebundenes
Darlehen (sofern sich eine Person findet die dazu bereit ist !)

bestenfalls zinsfrei und rückzahlbar zu einem Zeitpunkt in der Zukunft (z.B. bei Auszug aus der mit der Kaution zu besichernden Wohnung)

die eigene ohenhin schon knapp bemessene Schonvermögens-Spanne mindert sich nicht dadurch

und da vertraglich zweckgebunden und Mittel einer 3. Person kann es einem auch nicht als Einkommen angerechnet werden.....
 

Seepferdchen 2010

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Genau @Late September darum ist ja das Wort "zweckebunden" so wichtig!

Nun hoffe ich das alles so klappt wie du dir das vorstellst, viel Glück !
 

KristinaMN

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Wichtig: der Darlehensgeber soll den Kautionsbetrag DIREKT an den Vermieter überweisen, so dass der Betrag nicht auf Deinem Konto landet und als Einkommen angerechnet werden "möchte" ..... Rückzahlung dto.

Lieber absichern. Wenn Du es wie oben geschrieben praktizierst, ist alles OK.
 
E

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Gast
Wichtig: der Darlehensgeber soll den Kautionsbetrag DIREKT an den Vermieter überweisen, so dass der Betrag nicht auf Deinem Konto landet und als Einkommen angerechnet werden "möchte" ..... Rückzahlung dto.
Sehe ich auch so. Bezügl. der Rückzahlung würde ich die bedingungslose Abtretung des Zahlungsanspruches an den Darlehnsgeber noch in den Mietvertrag schreiben lassen, so daß wirklich keiner ohne vorsätzliche Böswilligkeit auf die Idee kommen kann, es würde sich um ein verkapptes Geldgeschenk handeln.

In der Praxis ist die vorgegaukelte Ahnungslosigkeit der Behördenmitarbeiter in primitiven Rechtsfragen allerdings durch nichts zu überbieten. Man sollte sich da schon moralisch auf ein Gerichtsverfahren um den weiteren Leistungsbezug einstellen. Was der Esel nicht kennt, frißt er nicht:
Ist der Umzug behördlich gewollt, könnte sich ein Darlehnsantrag ans Amt, der sich mithin innerhalb des Gesetzes-, Anweisungs- und Erfahrungshorizonts bewegt, als die streßfreiere Variante darstellen.
 

barbar

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Familie würde ich nicht fragen..dann lieber ein darlehen
 

late september

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@KristinaMN !,

Wichtig: der Darlehensgeber soll den Kautionsbetrag DIREKT an den Vermieter überweisen, so dass der Betrag nicht auf Deinem Konto landet und als Einkommen angerechnet werden "möchte" ..... Rückzahlung dto.

Lieber absichern. Wenn Du es wie oben geschrieben praktizierst, ist alles OK.
aber wäre es rechtlich nicht so, daß wen ich mit meinen Kontoauszügen ja belegen kann, daß die Kautionssumme von meinem Konto auf das des Vermieters geflossen ist davon auszugehen ist, daß es sich um zweckgebundene Mittel eines 3. handelt ? - schließlich belegt durch einen rechtsgültigen Darlehensvertrag ?......

aber ja....wahrscheinlich ist es ratsam immer alles möglichst unangreifbar umzusetzen.....

@P123 !,

Zitat von KristinaMN
Wichtig: der Darlehensgeber soll den Kautionsbetrag DIREKT an den Vermieter überweisen, so dass der Betrag nicht auf Deinem Konto landet und als Einkommen angerechnet werden "möchte" ..... Rückzahlung dto.
Sehe ich auch so. Bezügl. der Rückzahlung würde ich die bedingungslose Abtretung des Zahlungsanspruches an den Darlehnsgeber noch in den Mietvertrag schreiben lassen, so daß wirklich keiner ohne vorsätzliche Böswilligkeit auf die Idee kommen kann, es würde sich um ein verkapptes Geldgeschenk handeln.
ist das nicht übertrieben ?....ist wieder ein weiterer Punkt der einen Vermieter dazu bringen könnte es zu kompiziert zu finden einem Transferleistungs-Bezieher eine Wohnung zu vermieten.....

aber klar wenn es geht macht es wahrscheinlich zusätzlich Sinn......

Ist der Umzug behördlich gewollt, könnte sich ein Darlehnsantrag ans Amt, der sich mithin innerhalb des Gesetzes-, Anweisungs- und Erfahrungshorizonts bewegt, als die streßfreiere Variante darstellen.
ich gehe davon aus, daß bei dieser Variante einem das behördliche Darlehen nicht temporär dem eigenen Schonvermögen zugeordent wird und es damit in der Praxis deutlich reduziert ?

und unter SGB XII ist keine Tilgung vom Regelsatz vorgesehen ?

das heißt dieses Darlehen ist zinsfrei ?, und ist rückzahlbar bei Beendigung des Leistungsbezuges ?
 
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