Kassiert AWO etwa doppelt durch "Verleih" von Ein-Euro-Jobbern?

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Kaleika

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Abzocke-Vorwurf
AWO Neumünster rechtfertigt Ein-Euro-Praxis




Die AWO Neumünster soll Ein-Euro-Jobbern 1,25 Euro pro Stunde gezahlt, aber ein Vielfaches eingenommen haben.

Sogenannte Ein-Euro-Jobs sind eigentlich dazu gedacht, Arbeitslose langsam wieder in reguläre Arbeit zu bringen. Ob das gelingt, ist umstritten. Nun zeigt ein Fall im schleswig-holsteinischen Neumünster fast exemplarisch das Problem: Die gemeinnützige Arbeiterwohlfahrt dort schickt Hartz-IV-Empfänger als Ein-Euro-Jobber zu hilfsbedürftigen Senioren - und kassiert von den Senioren dann acht Euro die Stunde. Nach der Berichterstattung von NDR Info hat sich die AWO am Montagnachmittag verteidigt.
Der Geschäftsführer der AWO Schleswig-Holstein, Volker Andresen, erklärte auf einer Pressekonferenz in Neumünster: "Die AWO - aber ich denke auch andere zumindest freigemeinnützige Träger - können mit solchen Maßnahmen kein Geld verdienen." (...)
NDR Online - Nachrichten - Schleswig-Holstein- AWO Neumünster rechtfertigt Ein-Euro-Praxis
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Die Antwort

Gast
Nun, die AWO Nürnberg hat dies auch getan und tut es möglicherweise noch immer.

Ich gehe davon aus, daß es der Regelfall ist und nicht die Ausnahme.
 

hergau

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Das ist leider der Regelfall.

Jeder verdient an den EinEuroJobbern.
Nur der EinEuroJobber nicht.
 

ladydi12

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Hallo zusammen,

dazu kann ich ebenfalls was beisteuern. Wie ihr wißt, mußte meine Familie wegen Todesfalls Ende letzten Jahres eine Haushaltsauflösung vornehmen. Zunächst stand die Überlegung im Raum, dieses durch eine Firma machen zu lassen. Meiner einer fragte dann bei verschiedenen Firmen, darunter AWO, Caritas und Diakonie an, wann, da die zeit und die Mietkosten drängten (wir wollten nicht noch eine Miete zahlen, nur leider ließ sich das dann doch nicht vermeiden) die Auflösung gemacht werden könnte und was sie so kostet. Die Diakonie, AWO und Caritas besichtigten die Wohnung, sahen nach, was sie davon in den Sozialkaufhäusern noch verwerten konnten (von den Möbeln leider nichts, da alles was älter als 2 Jahre schon Sondermüll in deren Augen ist) und sagten uns, daß sie für eine Auflösung jeweils ca 800€ (Preis weiß ich nicht mehr so genau, aber so in der Höhe war es und Sonderkonditionen habe ich trotz meines Hartz4- Bezuges nicht erhalten, hab auch nichts schriftliches, alles nur mündlich) nehmen würden.
Nach Erkundigungen bei der Müllabfuhr, was denn ein Container für Sperrmüll kostet bzw. eine Sperrmüllfahrt (weit geringer als 800€) haben wir dann mit privaten Helfern, die ich dann besorgte, die Haushaltsauflösung selber durchgeführt.
Ich denke mal, daß ihr nun eine ungefähre Vorstellung von deren Preisen habt.

Zu dem Verleih an die Senioren, kann ich nur sagen, daß sogar die Zeitarbeitsverleihbuden dadurch praktisch ums Geld gebracht werden. Eine Zeitarbeitsverleihbude zahlt den Leuten wenigsten, auch wenn es ebenfalls nicht grade das Gelbe vom Ei ist, immerhin einen Stundenlohn von etwa 6€ im Helferbereich und die Leute haben dann auch später von der Rente etwas, auch wenn das nicht viel ist, während die 1€- Jobber später im Alter auch um ihre Rentenhöhe betrogen werden. Folglich muß die Verleihbude von den Kunden einen höheren Stundensatz (ich denke mal so ab 10€/Stunde aufwärts wenn nicht sogar 15€/Stunde, würde mich aber mal genau interessieren, denn ich weiß es nicht genau).

meint ladydi12
 

Woodruff

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AWO zieht Putztruppe zurück

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Schleswig-Holstein beendet ihr umstrittenes Ein-Euro-Job-Projekt in Neumünster. Der Vorwurf, der Sozialverband bereichere sich und missbrauche Arbeitsmarktmittel sei zwar widerlegt, behauptet die AWO. Der Sozialverband sei aber nicht länger bereit, "eine Beschädigung seines guten Rufes als gemeinnütziger Träger sozialer Dienstleistungen zuzulassen", sagte Geschäftsführer Volker Andresen.

Widerlegt ist da wohl noch gar nichts, denn:

Nachdem das Geschäftsmodell am Montag publik geworden war, leitete die Arge Neumünster eine Untersuchung ein. "Die Prüfung läuft noch", sagte Behördenchef Rolf-Dieter Brüggen. Eine abschließende Bewertung sei erst Anfang nächster Woche zu erwarten. Brüggen betonte aber erneut, vom Acht-Euro-Tarif nichts gewusst zu haben. "Sonst wäre die Maßnahme nicht gelaufen."
Und weiter geht es:

Die AWO betonte gestern, dass sie mit dem Putz-Projekt keine Gewinne gemacht habe. Die 200-Euro-Pauschale der Arge reiche nicht aus, um die begleitende sozialpädagogische Betreuung der Langzeitarbeitslosen zu finanzieren. Der Verband müsse am Ende sogar drauflegen.
 
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Rounddancer

Gast
Der Matheser Hilfsdienst vergibt Jobs, wie das Einkaufen, Zuhören, etc. für ältere Menschen als Ehrenamtliche Jobs mit Aufwandsentschädigung. Da kriegt man 8-10 Euro/Stunde,-
und die ohne Abzug. Geht bis zu 2100 EUR/Jahr ohne Anrechnung auf Alg II.
 

Arania

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Die 200-Euro-Pauschale der Arge reiche nicht aus, um die begleitende sozialpädagogische Betreuung der Langzeitarbeitslosen zu finanzieren. Der Verband müsse am Ende sogar drauflegen.
selten so einen Blödsinn gelesen, dann sollen sie doch auf die 1-Euro-Jobber verzichten wenn das soviel Kosten verursacht
 
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