Kassenbuchführung bei Kleingewerbetreibenden u.a.

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Gartenzwerg

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Hallo,

ich frage hier für einen Freund und erhoffe mir Tipps von euch für ein Erwiederungsschreiben an das JC.

Also, dieser besagte Freund bekam ein Schreiben mit folgendem Satz:

Bitte legen Sie zum Termin Ihr Kassenbuch vor und Unterlagen aus denen die zukünftige Entwicklung Ihrer selbständigen Tätigkeit prüffähig nachvollzogen werden kann.

Was dabei für uns fragwürdig ist:

1. Der Termin ist an einem Werktag vormittags, also während der Arbeitszeit. Kann man ohne Nachteile einen Termin für Berufstätige verlangen, auch wenn man aktuell noch keinen festen Kundentermin für diesen Zeitpunkt nachweisen kann? Natürlich kann der Selbständige seine Termine selbst gestalten, aber im Zweifelsfalle könnte das ja auch zu Verdienstausfall führen.

2. wurde bereits eine schätzende EKS eingesandt. Was wollen die denn noch alles an Unterlagen für eine Schätzung haben und noch dazu prüffähig? Was reicht ihr da so ein?

3. wollen die die Vorlage eines Kassenbuchs, welches dieser Freund aber gar nicht führt. Meines Wissens nach ist er als Kleingewerbetreibender auch gar nicht zur Führung eines Kassenbuchs verpflichtet oder?

Bin sehr dankbar für Hinweise auf Paragraphen, Links zu Urteilen oder andere wissenswerten Fakten.

Danke :)
 

Solanus

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Und warum schreibt das JC nicht, was es meint?

Die Frage lautet eher, warum wird von einem Selbständigen nicht verstanden, was das JC will, obwohl es eindeutig da steht?

Selbständig und keine Ahnung von Buchführung/Buchhaltung bedeutet keine Ahnung von den Grundlagen einer Selbständigkeit.

M. E. hat das JC seine Forderung klar, eindeutig und Unmissverständlich gestellt.

"Kassenbuch" + "Prognose"
 

Koelschejong

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Dann erläutere Du uns doch mal bitte

Bitte legen Sie zum Termin Ihr Kassenbuch vor und Unterlagen aus denen die zukünftige Entwicklung Ihrer selbständigen Tätigkeit prüffähig nachvollzogen werden kann.

welche Unterlagen es ermöglichen, eine zukünftige Entwicklung prüffähig nachzuvollziehen. Ich bin da völlig überfordert, trotz jahrzehntelanger Tätigkeit in kaufmännischen Positionen und als Selbstständiger.:confused:
Erhellung tut also Not.
 
E

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Die Frage lautet eher, warum wird von einem Selbständigen nicht verstanden, was das JC will, obwohl es eindeutig da steht?

Selbständig und keine Ahnung von Buchführung/Buchhaltung bedeutet keine Ahnung von den Grundlagen einer Selbständigkeit.

M. E. hat das JC seine Forderung klar, eindeutig und Unmissverständlich gestellt.

"Kassenbuch" + "Prognose"

Die Frage ist eher, weiß das JC überhaupt was es eigentlich will? Meist werden doch einfach irgendwelche Dinge verlangt, die nicht notwendig sind. Das geschieht zum einen, weil der SB irgendwas aufgeschnappt hat und nun meint Experte zu sein und zum anderen, um an Informationen zu kommen, die auf legalem Weg für das JC nicht zu bekommen sind.

Und eine noch ganz andere Frage ist, wann wird der TE sich mal wieder melden? Ohne Infos, ob sein Bekannter nun Bareinnahmen hat oder nicht, wird man die Frage nach dem Kassenbuch nicht beantworten können.

Ahnung von Selbständigkeit bekommt man nicht in die Wiege gelegt, sondern man bekommt sie auf dem Weg.

Davon mal abgesehen, ein JC hätte u. würde NIE von mir meine Aufzeichnungen zu Ein-und Ausgaben bekommen, sondern eine EKS sowie eine abschließende EKS- nicht mehr und nicht weniger. Auch Kontoauszüge würde ich nicht ohne Weiteres herausrücken.
 
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Und warum schreibt das JC nicht, was es meint?

Weil es der Bearbeiter nicht besser weiß? Wenn man hier im Forum liest, daß aufstockende Selbständige auf die Menschheit losgelassen werden, damit die die Betriebe der anderen aufstockenden Selbständigen kaputtbeurteilen ...

Man könnte ja mal die Frage stellen, über welches Stadium der Selbständigkeit wir überhaupt reden. Hat der Betrieb seine Arbeit schon aufgenommen?
Wenn nicht, dann einfach ein Notizbuch kaufen, vorne "Kassenbuch" draufschreiben , auf der ersten Seite den Kaufpreis des Notizbuches als Ausgabe eintragen und das ans JC schicken. Wenn man Glück hat, nimmt der SB das zur Akte. Dann kann man ihm ein halbes Jahr später mitteilen, daß sich das Kassenbuch bereits in seinem Besitz befindet.

Und eine noch ganz andere Frage ist, wann wird der TE sich mal wieder melden?

Gar nicht, wozu auch? Er wird doch nicht etwa die Probleme des Bekannten zu seinen machen.
 

WasNun88

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Jemand der sich ein Gewerbe aufbaut , wird immer eine Buchführung machen , wenn er nicht direkt in die nächste Insolvenz oder gar langzeit Aufstocker bleiben möchte.

Desweiteren, sollte man als Kleinunternehmer über die Grenze kommen, muss man auch dem Finanzamt eine ordentliche Buchführung vorlegen.

Warum also nicht gleich damit beginnen ? Oder wisst Ihr/du bzw wollt Ihr/du überhaupt wachsen, oder habt Ihr/Du auf langzeit Aufstocker geplant ?

Verstehe das nicht ganz ;)

Ich habe selbst damals als Kleingewerblicher begonnen und vom ersten Tag an Buchführung gehalten. Anders kann man einen Betrieb doch gar nicht für ernst nehmen.


Und somit hätte ich auch keine probleme dem Amt meine Einkünfte/Ausgaben vorzulegen, da Sie weder den Kunden noch das Ge/Verkaufte Material sehen würden.

Und eine Prognose wird auch jeder Betrieb erstellen können, bin eigentlich gegen das JC, aber das verstehe ich nicht, wo man da ein problem ausmachen soll/kann.

Desweiteren, wenn du eh keinen Kunden zu diesem Zeitpunkt hast, dann bist du vermutlich Dienstleister, somit wirst du nicht im Laden hinter der Theke stehen , also lässt sich das doch Einrichten das du da mal 10min. zum Amt kannst.

Oder sehe ich das falsch ? Du wartest doch nicht den ganzen Tag auf nen Kunden ? Das muss ein langweiliges Gewerbe sein ^^
 

Solanus

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Dann erläutere Du uns doch mal bitte
welche Unterlagen es ermöglichen, eine zukünftige Entwicklung prüffähig nachzuvollziehen. Ich bin da völlig überfordert, trotz jahrzehntelanger Tätigkeit in kaufmännischen Positionen und als Selbstständiger.:confused:
Erhellung tut also Not.

Ich kann Dich beruhigen, ich bin auch kein Hellseher. Meine Prognose wäre (war) immer ein Griff in den Kaffeesatz und der hat mir gesagt, dass da Kaffee drin ist. Über meine zukünftige Geschäfte konnte er nichts aussagen. Und so habe ich es dem JC immer mitgeteilt.

Wörtlich:

Da mein Gewerbe ein EDV-Dienstleistungsgewerbe ist, ist eine Voraussage, wann welcher Kunde mit welchem Auftrag meine Dienste in Anspruch zu nimmt, nicht möglich.

Gern bin ich bereit im Rahmen meines Gewerkes für Ihr Haus EDV Dienstleistungen zu erbringen. Nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf, ich unterbreite gerne ein passendes Vertragsangebot.

Leider wollte das JC meine Bemühungen nicht unterstützen.
 

Koelschejong

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Ich kann Dir sagen, warum ich sehr kategorisch auf dem Standpunkt stehe, dem JC jede Auskunft, die nicht unbedingt erforderlich ist, grundsätzlich zu verweiger: Je weniger die wissen, desto weniger Schaden können die anrichten. Nur als kleines "Beispiel". Beim gestrigen Stammtisch waren allein 3 Teilnehmer, die mittlerweile das Gewerbe aufgeben mussten, weil das JC jeweils schon bei der vorausschauenden EKS "Mondgewinne" angenommen hat. Es waren insgesamt 10 Teilnehmer dort.

Nur als Beispiel:

1. vorläufige EKS für 2. HJ 2012
Geschätzt: € 230,--/Monat. angesetzt € 850/Monat
Tatsächlich: € 278,00 Monat

2. vorläufige EKS für 1. HJ 2013
Geschätzt: € 300,--/Monat, angesetzt € 950,00 / Monat
tatsächlich € 320,00 Monat

3. Vorläufige EKS 2013 2. HJ 2013
Geschätzt: € 350,00 Monat, angesetzt € 1300,00 Monat = kein Anspruch
er hat das Gewerbe daraufhin aufgegeben.

Hätte er die ihm rechtswidrig vorenthaltenen Gelder bekommen, dann wäre er vermutlich, da er unbeschwerter hätte wirtschaften können, am Ende dieses BWZ vermutlich aus dem Bezug gewesen.

Bei den beiden anderen gleiches Bild, natürlich unterschiedliche Zahlen.

Interessant: 3 verschiedene JC - das wird, so mein Eindruck, von oben "gesteuert".

Deswegen geb ich denen nix, was die nicht unbedingt haben müssen. Entgegenkommen von meiner Seite - nein, tut mir leid.
 
E

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Weil es der Bearbeiter nicht besser weiß? Wenn man hier im Forum liest, daß aufstockende Selbständige auf die Menschheit losgelassen werden, damit die die Betriebe der anderen aufstockenden Selbständigen kaputtbeurteilen ...

Man könnte ja mal die Frage stellen, über welches Stadium der Selbständigkeit wir überhaupt reden. Hat der Betrieb seine Arbeit schon aufgenommen?
Wenn nicht, dann einfach ein Notizbuch kaufen, vorne "Kassenbuch" draufschreiben , auf der ersten Seite den Kaufpreis des Notizbuches als Ausgabe eintragen und das ans JC schicken. Wenn man Glück hat, nimmt der SB das zur Akte. Dann kann man ihm ein halbes Jahr später mitteilen, daß sich das Kassenbuch bereits in seinem Besitz befindet.



Gar nicht, wozu auch? Er wird doch nicht etwa die Probleme des Bekannten zu seinen machen.

Dann hätte er ja gar nicht fragen brauchen^^.
 
E

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Jemand der sich ein Gewerbe aufbaut , wird immer eine Buchführung machen , wenn er nicht direkt in die nächste Insolvenz oder gar langzeit Aufstocker bleiben möchte.

Desweiteren, sollte man als Kleinunternehmer über die Grenze kommen, muss man auch dem Finanzamt eine ordentliche Buchführung vorlegen.

Warum also nicht gleich damit beginnen ? Oder wisst Ihr/du bzw wollt Ihr/du überhaupt wachsen, oder habt Ihr/Du auf langzeit Aufstocker geplant ?

Verstehe das nicht ganz ;)

Ich habe selbst damals als Kleingewerblicher begonnen und vom ersten Tag an Buchführung gehalten. Anders kann man einen Betrieb doch gar nicht für ernst nehmen.


Und somit hätte ich auch keine probleme dem Amt meine Einkünfte/Ausgaben vorzulegen, da Sie weder den Kunden noch das Ge/Verkaufte Material sehen würden.

Und eine Prognose wird auch jeder Betrieb erstellen können, bin eigentlich gegen das JC, aber das verstehe ich nicht, wo man da ein problem ausmachen soll/kann.

Desweiteren, wenn du eh keinen Kunden zu diesem Zeitpunkt hast, dann bist du vermutlich Dienstleister, somit wirst du nicht im Laden hinter der Theke stehen , also lässt sich das doch Einrichten das du da mal 10min. zum Amt kannst.

Oder sehe ich das falsch ? Du wartest doch nicht den ganzen Tag auf nen Kunden ? Das muss ein langweiliges Gewerbe sein ^^

Wer ist hier eigentlich "Du"?

Wenn Du dem JC freiwillig alles gibst, was sie von Dir verlangen, dann brauchst du dir um Buchführung keine Gedanken zu machen, das macht dein SB für dich hinter den Kulissen^^
 

Solanus

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Ich kann Dir sagen, warum ich sehr kategorisch auf dem Standpunkt stehe, dem JC jede Auskunft, die nicht unbedingt erforderlich ist, grundsätzlich zu verweiger:........

Ich kann Deinen Standpunkt verstehen und handle nicht anders. Nur soviel wie nötig, sowenig wie möglich.

Nur manchmal ist es besser Nebelkerzen zu werfen und scheinbar auf die Forderungen des JC einzugehen.

Beispiel

Ist aber egal, kann jeder halten wie er möchte. Ich für meinen Punkt bin so am Besten gefahren.

Was deine drei Beispiele angeht, ist zwar ärgerlich und sicherlich nicht gesetzeskonform. Aber dagegen kann man sich ja wehren.

Eine der ersten Versicherungen, die ich als Gewerbetreibender abgeschlossen habe, war eine Geschäftsführer-Rechtschutzversicherung. Von dem Moment an hatte mein JC schlechte Karten. Die Versicherung war Betriebsausgabe und damit habe ich immer meine Anwälte gegen das JC bezahlt. Nur empfehlenswert, super Kombination. :icon_party:
 
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Desweiteren, sollte man als Kleinunternehmer über die Grenze kommen, muss man auch dem Finanzamt eine ordentliche Buchführung vorlegen.

Mag schon sein. Aber von den 17.500 Euro Umsatz des umsatzsteuerlichen Kleinunternehmers bis zu den 500.000 Euro Umsatz (bzw. 50.000 Euro Gewinn) des Büchführungs- bzw. Bilanzierungspflichtigen ist es ein sehr weiter Weg. Da ist irgendwann mal Geld für einen Steuerberater da.

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Mehr zu tun als man muß, macht den Leuten eben nur dann Freude, wenn sie selbst etwas davon haben. Anderenfalls wären sie Buchhalter geworden.

Ich habe selbst damals als Kleingewerblicher begonnen und vom ersten Tag an Buchführung gehalten. Anders kann man einen Betrieb doch gar nicht für ernst nehmen.

Du hast Deine Geschäftsvorfälle ordentlich aufgezeichnet, das ist löblich. Daß Du Bücher geführt hast, glaube ich dagegen nicht so ohne weiteres.
 
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Ich kann Dir sagen, warum ich sehr kategorisch auf dem Standpunkt stehe, dem JC jede Auskunft, die nicht unbedingt erforderlich ist, grundsätzlich zu verweiger:
...

Interessant: 3 verschiedene JC - das wird, so mein Eindruck, von oben "gesteuert".

Deswegen geb ich denen nix, was die nicht unbedingt haben müssen. Entgegenkommen von meiner Seite - nein, tut mir leid.

Da bin ich voll bei Dir. Hilfreich wäre es an der Stelle, einmal darüber zu sprechen, was die konkret alles verlangen dürfen und was nicht. Zudem die Frage, auf welcher Rechtsgrundlage man sich so eklatant über die Angaben der LE hinwegsetzt. Es gibt ja immerhin Leute, die bislang nicht vom JC in den Ruin getrieben wurden - was sich ja aber mit einem Wechsel des SB bzw. mit neuen Direktiven jederzeit ändern kann.

Und wenn die Abweichungen nicht auf Rechtsgrundlagen beruhen, kann man da sicher zeitnah mit eA dagegen vorgehen. Wenn man denn die Zahlen des vergangenen Monats aufbereitet hat. Das wird aber auch beim SG auf bloßen Zuruf nicht so ganz funktionieren, befürchte ich.
 

soselbständig

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nach § 60 ist er zur Mitwirkung verpflichtet und soll dazu die amtlichen Vordrucke verwenden. Anlage EKS . In den Ausfüllhinweisen ist für alle (auch denSB) verbindlich beschrieben welche Angaben mit welchen Belegen zu versehen sind, die Wünsche eines SB sind unerheblich bei einer Prognose EKS.
Der SB ist keine fachkundige Stelle die für evtl beantragte leistungen nach § 16c eine Prognose für die Tragfähigkeit zu treffen hätte, seine Aufgabe ist die Einkommensermittlung anhand der Angaben in der EKS
 
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