Kann man wegen Nichtvermittelbarkeit in die Sozialhilfe abgeschoben werden? (1 Betrachter)

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Dagegen72

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Habe ein Gespräch an der Tram-Haltestelle mitbekommen. Die eine meinte, ihre Bekannte wäre wegen nicht-Vermittelbarkeit aus dem Alg II in die Sozialhilfe abgeschoben worden. Meines Wissens nach kann man nur in die Sozialhilfe wegen Erwerbsunfähigkeit. Kann es sein, dass hier Halbwissen breitgetreten wurde?

Denn schließlich soll ein Elo ja ganz raus aus dem Sozialsystem am besten. Also weder in die Frührente noch in Sozialhilfe (aber hauptsache ein anderer Kostenträger dann ggf. also statt JC Zwangsverrentung usw.)
 
E

ExitUser

Gast
AW: Kann man wegen nicht Vermittelbarkeit in die Sozialhilfe abgeschoben werden?

Wenn volle Erwerbsminderung der Grund für die Nichtvermittelbarkeit ist, dann ist das so. Alles andere ist Humbug.

Die Sozialämter sehen sich nicht als Auffangbecken für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben.
 

Dagegen72

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AW: Kann man wegen nicht Vermittelbarkeit in die Sozialhilfe abgeschoben werden?

hm, sehe ich auch so.
 

Varenia

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AW: Kann man wegen nicht Vermittelbarkeit in die Sozialhilfe abgeschoben werden?

Hallo,

nun ja, für mich war das Sozialamt erstmal ein "Zwischenablageplatz".

War jahrelang Hartz4, dann mehrere amtsärztliche Prüfungen vom Jobcenter aus.
Die stellten fest, ich bin unter 3 Stunden nur noch arbeitsfähig.
So kam ich zum Sozialamt, wo man aber immer wieder erneut amtsärztlich geprüft worden ist.
Nicht gesund, aber auch noch nicht ganz krank. Die Möglichkeit, daß ich zum Jobcenter doch zurückmuss, war theoretisch immer gegeben.
Erst als dann die DRV mich eingehend geprüft hat und meine volle Erwerbsminderung festgestellt hat, bleibe ich jetzt auf fast ewig beim Sozialamt und beziehe dort Grundsicherung (keine Rente plus Grundsicherung).
Erst jetzt ist alles abgeschlossen. Der ganze Prozeß hat ca. 4 Jahre gedauert.

Und ich z.B. hatte keine Voraussetzungen für den Bezug der normalen Rente.

LG
 

Sowhat

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Mich hat man heute auch in Sozialhilfe abgeschoben. Bin Gdb50 und war schon lange nur unter 6 Stunden arbeitsfähig (habe ich aber nur durch Atteste meiner Ärzte bekommen) nun nachdem ich fast zwei Jahre krank geschrieben war wegen nicht mehr belastbar, Panikattaken usw. wurde ich zum äD geschickt. D.h. da war ich nie. Es wurde nach Aktenlage entschieden, dass ich nun ein Fall für das Sozialamt bin. Man bestellte mich heute wie immer trotz AU zur Eröffnung des Gutachtens und alle (VDK. Erwerbslosenberatungsstelle meiner Stadt) rieten mir trotzdem hin zugehen ,sonst hätte ich eh nur wieder eine WUB beibringen müssen und die bekomme ich von meinen Ärzten nicht.
Also war ich da und da ich psychisch wieder völlig fertig und weinend war, habe ich auch alles fürs Sozialamt unterschrieben, sie meinte sonst würden vom JC die Leistungen sofort eingestellt.

Ich bin nun sehr verzweifelt, denn Sozialamt heisst ja Endstation, meine Kinder und Eltern werden durchleuchtet ob da Geld wäre, Schonvermögen nur noch 5000€ statt der 150€ pro Lebensjahr beim JC und beim JC darf man ein Auto im Wert von 7500€ haben und beim Sozialamt gar keines mehr.
Erwerbsminderungsrente steht mir leider nicht zu, trotz 12 Jahre Arbeit, gut verdient, zwei Kinder großgezogen (war 20 Jahre verheiratet und er musste für mich nichts bezahlen weil er selbstständig ist)und Schlaganfall. Aber ich habe blöderweise in den fünf Jahren vor meiner Krankheit die drei Jahre nicht in die Rentenkassse einbezahlt. Hatte nur einen Minijob 10 Jahre lang bei meinem Exmann.
Tja und jetzt bin ich Abfall.
Meine Kinder hassen mich dafür, dass ihnen das Sozialamt womöglich Geld wegnimmt. D. h. einer bekommt Bafög, studiert noch. Meine Mutter schämt sich und ich überlege einen Strick zu nehmen.
Übrigens so leicht konnte man bis vor kurzem gar nicht in Sozialhilfe abgeschoben werden. Das geht erst seit unserer neuen Groko. Bei uns waren heute auf dem JC fast nur Leute in meinem alter so Ü50 mit Rollstühlen und Krücken. Wahrscheinlich war Statistikbereinigung angesagt.
 
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