Kann man sanktioniert werden, wenn man Einschränkungen durch eine Krankheit in einem Vorstellungsgespräch benennt, und das Arbeitsverhältnis dadurch nicht zustande kommt ? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

MichaBlend

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Guten Tag,

ich habe eine diagnostizierte psychische Erkrankung (GdB von 50 %). Es gibt ein amtsärztliches Gutachten darüber.
Durch die Krankheit habe ich Einschränkungen (geringe Belastbarkeit, schnelle Überforderung, erhöhte Vulnerabilität, geringe Relienz)
Auch die Medikamente haben Nebenwirkungen, die zusätzlich die Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen.

Ich schaffe die Anforderungen die die Arbeitswelt abverlangt nicht.
Das führte in der Vergangenheit immer zu Konflikten mit Arbeitskollegen und Vorgesetzten und zu dadurch bedingten Kündigungen.

Darf man bei einem Vorstellungsgespräch seine Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit offen benennen, oder wird das negativ bewertet, wenn es durch die genannten Einschränkungen nicht zu einem Arbeitsverhältnis kommt ?
(Der Arbeitgeber interpretiert meine "Offenheit" als lustlos, könnte es dem Jobcenter melden und die können mich daraufhin sanktionieren)

Muss man seine Einschränkungen verheimlichen ?

Vielen Dank vorab !
 
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HermineL

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Hallo @MichaBlend

Bitte überlege dir noch eine aussagekräftige Überschrift, am besten verbunden mit einer Frage. Du kannst deinen Beitrag insgesamt eine Stunde lang nach Erstellung bearbeiten.

Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel 11.
"Sanktion durch genannte Einschränkungen beim Vorstellungsgespräch" ist jedenfalls keine aussagekräftige Überschrift.

Im Editor der Überschrift findest du zudem auch den Hinweis:
Themen-Überschrift, bitte den Themeninhalt (nicht zu) kurz beschreiben
Schau bitte in diesen Link, hier hat unser @Admin2 genau erklärt warum eine aussagekräftige Überschrift so wichtig ist:
 

Hannes63

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Hallo,

seine Einschränkungen darf man selbstverständlich nennen. Dafür ist ja ein Vorstellungsgespräch da, um zu schauen ob es für beide Seiten passt.
Ich würde sogar behaupten, dass es dem "normalen" Arbeitgeber lieber ist wenn man von Anfang an mit offenen Karten spielt.

Denn was bringt es dem Arbeitgeber wenn du etwas verschweigst und dann am Ende deine Arbeit nicht vernünftig ausführen kannst.
Da würde der Arbeitgeber sich doch auch ärgern das er das nicht von vornherein gewusst hat und sich nun womöglich schon wieder einen neuen Mitarbeiter suchen muss.

Dies trifft natürlich nur auf "normale" Arbeitgeber zu.

Arbeitgeber die schlecht neue Mitarbeiter finden werden sowas natürlich wie bei dir oben angegeben immer als "lustlos" auslegen,
weil sie eben frustriert sind das keiner bei ihnen arbeiten möchte. (Zeitarbeitsbranche ist dafür ein Beispiel)
 
Zuletzt bearbeitet:

xj3Qr1nL7ys

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Hallo @MichaBlend ,

meine Antwort (und auch die von anderen) auf deine Frage findest du unter anderem hier:


LG xj3Qr1nL7ys
 

gila

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Die Kernfrage wäre für mich hier: will ich ... und was will ich ÄNDERN?

Wenn das JC um deine Einschränkungen weiss ... diese so gravierend sind im Alltag, dass sie dir immer wieder im Weg stehen,
und du auch noch einen GdB von 50 hast, würde ich darüber nachdenken, ob die Vermittlung und der Druck auf dem "normalen"
Arbeitsmarkt und mit dem JC im Kreuz hier überhaupt richtig sein kann.
Zum anderen gehörtest du mit GdB 50 wohl eher in die "Rehaabteilung" oder in ein spez. Fallmanagement und nicht in die normale
Vermittlung - dort kann man auf deine gesundheitlichen Bedürfnisse keine Rücksichten nehmen.

Wurde schon mal ein Gutachten über deine Erwerbsfähigkeit durch den ÄD erstellt?
Weiß deine Sachbearbeitung von deinen Problemen?
 

MichaBlend

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Wurde schon mal ein Gutachten über deine Erwerbsfähigkeit durch den ÄD erstellt
Ja, ein Gutachten gibt es, das ist allerdings schon 7 Jahre her. Ich habe damals leider nicht erzählt was mir Schwierigkeiten bereitet, ich habe garnichts gesagt :icon_neutral:
(Der Druck und die Angst vor dem Jobcenter machen hörig und stumm)
Der SB weiss über meine Einschränkungen und hat Schwierigkeiten mich zu vermitteln. Letzendlich endet es in einer Maßnahme, selbst die überfordern mich. So einfach sind Maßnahmen auch nciht wenn sie dich in eine Seniorenheim stecken.

Der Amtsarzt hat wohl nach Aktenlage entschieden. Laut Gutachten habe ich überall massive Einschränkungen, kann garnichts machen bin aber Vollzeit arbeitsfähig.
Die Abteilung Reha hatte ich auch schon, das ist aber immer nur für 2 Jahre. z.zt bin ich seit 1 Jahr AU.
 

gila

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Also seit 1 Jahr AU und da kommt das JC nicht mal auf die Idee, ein neues Gutachten in Auftrag zu geben?
Sonst sind die doch immer so schnell dabei - 7 Jahre ist das letzte her? Das hat heute keine Aussagekraft mehr.

Also ich würde da nun eher versuchen, ein neues Gutachten erstellen zu lassen - sammele bitte fleissig immer deine ärztlichen Aussagen und Befunde - und geh auch immer zum Doc, möglichst auch Fachärzte, teile dem JC mit, dass nach deiner und deiner Ärzte Auffassung eine Erwerbsfähigkeit "zum jetzigen Zeitpunkt und voraussichtlich auf längere Sicht" nicht gegeben ist und man soll dich begutachten anhand aktueller Unterlagen und den Übergang ins SGB XII einleiten.
Dann wäre das Sozialamt für deine Grundsicherung zuständig - du würdest aufgefordert werden, einen Rentenantrag bei der DRV zu stellen (falls du je mal Ansprüche erworben hättest, würden die vom Sozialamt auf deine Grundsicherung angerechnet) - und du hast erstmal deine Ruhe wegen Jobs und Maßnahmen - dann kann man je nach deiner weiteren Entwicklung und Verlauf deiner Erkrankungen schauen, ob und was die Zukunft bringt.
 

MichaBlend

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...einen Rentenantrag bei der DRV zu stellen...
Das hat mir mein Betreuer auch geraten, er will mir helfen eine EM Rente zu beantragen um den Druck raus zu nehmen, damit ich mich auf die Therapien konzentrieren kann.
Bin regelmässig beim Arzt, schon wegen der Medis, Langzeit Psychotherapie und betreutes Wohnen.
Ich gehe davon aus, das sie EM Rente ablehnen.
Wollte nurmal vorsorglich wissen, weil dann müsste ich zurück zum JC neues Gutachten vom ÄD oder weiter AU.

Aber ich bin schonmal froh das ich meine Einschränkungen nennen kann, dann werden die mich nicht mehr so einfach nehmen. Geht eh immer in die Hose und der AG ist immer enttäsucht von mir, weil ich ja was vorspiele und für ihn den Eindruck erwecke, das ich die Arbeiten schaffe. Das ist am Ende so peinlich. Wie hörig ich doch die ganzen Jahre war. Wusste nicht das Krankheiten berücksichtigt werden können.

Vielen Dank an alle !
 

gila

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Das hat mir mein Betreuer auch geraten, er will mir helfen eine EM Rente zu beantragen um den Druck raus zu nehmen, damit ich mich auf die Therapien konzentrieren kann.
Na dann ist doch alles gut!

PS: Ich habe eine Tochter, 31 nun, die ebenso wie du psych. Beeinträchtigungen (und div. chronische Geschichten) hat, es war damals auch ein langer Weg bis zum Sozialamt ... nebenbei hat sie ein Persönliches Budget beantragt, womit sie sich zusätzliche Hilfen einkaufen kann (dein Betreuer muss das kennen) - und sie lebt im betreuten Einzelwohnen. Nach einigen Jahren, wo sie sich echt allerschwerst angestrengt hat: Alle PsychoMedis entzogen, sich streng vegan ernährt, sehr viel Fitness, 35 Kilo weniger seitdem - hat sie jetzt wieder mehr "Sonne" am Ende des Tunnels und will einen Arbeitsversuch starten - hat tolle Bewerbungen geschrieben und nun sogar ganz aktuell ne Ausbildung in Sicht!!
Bei Vater Staat ;-) - MIT ihrer Schwerbehinderung und GdB gibt man ihr die Chance.
Ob sie das mit Vollzeit schafft, weiß man jetzt nicht, aber der Druck im JC war ein paar Jahre weg und sie konnte sich ihren eigenen Weg zu mehr Gesundheit suchen und will es unbedingt probieren!

Du siehst: das muss keine "Endstation" sein, wie ich es immer wieder sage. Es liegt viel in deinen eigenen Händen.
Nutze jede Möglichkeit!
 
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