Kann man Krankenkassenbeiträge vom Jobcenter bezahlen lassen aber gleichzeitig auf jegliche anderen Leistungen verzichten?

niemehralg

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 Juli 2020
Beiträge
40
Bewertungen
0
Ist es möglich sich vom Jobcenter die Krankenkassenbeiträge zahlen zu lassen aber gleichzeitig auf andere Leistungen zu verzichten?
Ich muss mich wegen Corona und aus anderen Gründen jetzt vermutlich beim Jobcenter melden. Aus "Gründen" würde ich aber eh keine Miete gezahlt bekommen. Die obligatorische "Quittung" für die Miete die ich bar zahle, würde ich höchstwahrscheinlich nicht bekommen. Und NEIN, ich fordere da auch nichts ein und mir ist es auch egal, ob da eine Pflicht seitens des Vermieters besteht oder nicht. Ich bin froh genug, eine Wohnung zu haben.

Deswegen ganz grundlegend meine Frage: kann man sich vom Jobcenter die Krankenkassenbeiträge zahlen lassen aber auf alles andere verzichten?
 

abcabc

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Oktober 2019
Beiträge
2.529
Bewertungen
6.592
Hey,
warum möchtest du denn nur die Krankenkassenbeiträge haben und nicht zusätzlich noch die 432€ Regelsatz?
Wird schwierig auf den Regelsatz freiwillig zu verzichten....
Auf die Miete hingegen kannst du verzichten, wenn du die im Antrag weglässt.

Prinzipiell musst du gemäß SGB Leistungsberechtigt sein, damit du überhaupt etwas vom Jobcenter bekommst.
 

niemehralg

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 Juli 2020
Beiträge
40
Bewertungen
0
Ich dachte immer in den 423€ ist die Miete schon drin. Mein Fehler ...

Dann korrigiere ich meine Frage: ist es möglich auf die Miete samt Nebenkosten zu verzichten?
Ich haben so dermaßen schlechte Erfahrungen mit dem Jobcenter gemacht, dass ich mich dort am liebsten gar nicht erst wieder melden wollen würde. Am Telefon fing die Dame auch schon direkt mit Eingliederungsvereinbarung an. Ich hätte mich da schon direkt wieder übergeben können.

Oder noch absurder: kann ich auf ALLE Leistungen verzichten? MUSS ich mit denen "zusammenarbeiten"? Grund für diese Einstellung sind wie oben genannt meine äußerst schlechten Erfahrungen. Denen ist es egal wie: die prügeln dich notfalls in Arbeit.
 
Zuletzt bearbeitet:

abcabc

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Oktober 2019
Beiträge
2.529
Bewertungen
6.592
Spannende Frage. Du bist der erste, der beim Antrag falsche Angaben machen will, um weniger Leistungen zu bekommen.
Vielleicht weiß ein anderer hier, ob es "strafbar" ist, wenn man beim Antrag bei der Frage nach den KdU "Nein" ankreuzt, obwohl man Miete zahlt.
Das kann aber ein ganz anderes Problem zur Folge haben: Wenn keine Miete gezahlt wird, muss ja zwingend irgendjemand dich unterstützen (durch eine kostenlose Wohnung), wenn du einen festen Wohnsitzt hast. Dann kann es passieren, dass das JC vermutet, dass die Person, die dir die Wohnung kostenlos zur Verfügung stellt dich auch sonst finanziell unterstützt.

Am Telefon fing die Dame auch schon direkt mit Eingliederungsvereinbarung an. Ich hätte mich da schon direkt wieder übergeben können.
Ist zu 100% freiwillig eine EGV zu unterschreiben.

Oder noch absurder: kann ich auf ALLE Leistungen verzichten? MUSS ich mit denen "zusammenarbeiten"? Grund für diese Einstellung sind wie oben genannt meine äußerst schlechten Erfahrungen. Denen ist es egal wie: die prügeln dich notfalls in Arbeit.
Du kannst alles verweigern und nur gelegentlich mal mit Beistand und Ausweis zur Lebendmeldung beim JC erscheinen (wenn die Leistungen eingestellt werden oder es angedroht wird). Dann wird der Regelsatz durchgehend um 30% gekürzt (mehr geht durch das Urteil vom BVerfG nicht). Für viele Monate geht das sicher. Ob das auch auf Jahre geht ist jedoch fraglich.
 

niemehralg

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 Juli 2020
Beiträge
40
Bewertungen
0
Du bist der erste, der beim Antrag falsche Angaben machen will, um weniger Leistungen zu bekommen.
Ich möchte keine falschen Angaben machen. Ich möchte mich einfach nur arbeitslos melden, aber auf quasi alles verzichten.
Ich möchte nicht wieder "versklavt" werden und dauernd eine rechtswidrige EinV unterschreiben.
Eine EinV ist freiwillig? Ich habe damals 2x einen VA bekommen. Es hat 9 Monate gedauert einen davon wegzubekommen.

Für viele Monate geht das sicher. Ob das auch auf Jahre geht ist jedoch fraglich.

Wenn ich irgendwie bis Ende März durchkomme, reicht das schon.
 

VogelimKopf

Elo-User*in
Mitglied seit
2 August 2020
Beiträge
89
Bewertungen
9
Eine äußerst interessante Frage, die ich mir auch gestellt habe.
Wenn ich ehrlich bin, beantrage ich ALG2 nur wegen der Krankenkassenpflicht. Ohne diese würde ich mir das Theater mit dem Jobcenter nicht antun...
 
Oben Unten