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Kann man in Deutschland obdachlos werden?

Kerstin_K

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'Kündigen kann er den Mieter aber jederzeit. Muss nur Kündigungsfristen beachten.
Da wuerde ich mal einen Blick ins Mietrecht empfehlen. So einfach geht das nicht.

Der Sinn einer ETW ist ja eigentlich, dass man sich Wohneigentum damit zulegt und eine sichere Unterkunft für sich selbst hat.
Nicht unbedingt. Sowas kaufen manche auch als Kapitalanlage.

Ich kenne eine Familie, die haben eine Eigentumswohnung gekauft. Als die abbezahlt war haben sie ein Haus gekauft. Da wohnen sie jetzt mit Kind, in der Wohnung war es zu dritt sehr eng.

Die Wohnung ist jetzt vermietet, spaeter, wenn das Kind erwachsen ist, können Sie selber wieder dort einziehen oder das Kind oder verkaufen.

Der Familienvater hielt nichts von Sparbuch. Das ist seine Art der Geldanlage.
 
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serg

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Nicht unbedingt. Sowas kaufen manche auch als Kapitalanlage.
Natürlich werden die hauptsächlich als Kapitalanlage gekauft. Genau das treibt ja die Preise nach oben. Die Immobilienblase ist jetzt kurz vor dem Platzen nicht weil so viele Familien auf einmal angefangen haben Immobilien zu kaufen um sich ein schönes Haus für die Familie zu kaufen. Bei manchen hier habe ich echt den Einruck, dass sie hinterm Mond leben...

Immobilie als Kapitalanlage ist aber eine sehr blöde Idee. Der Staat ist hoch überschuldet. Er braucht Geld. Zwangsenteignung ist das Zauberwort. Er wird zusätzliche Steuern auf Immobilien legen. Wer es nicht zahlt, wird seine Immobilie los. Zweiten, wenn die Blase platzt, werden die Immobilien wieder günstiger. Sie werden an ihren Wert verlieren.
 
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avalanche

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Natürlich werden die (Immobilien, eig. Anm) hauptsächlich als Kapitalanlage gekauft. (...)
Meine Ehefrau und ich haben unsere Immobilie erworben, um vorzeitig (mit 63 Jahren), aber mit Abschlägen (14,5% bei 63J) in Rente zu gehen.
Hierzu mussten wir uns bei der Bank einer sogenannten Zwangsvollstreckung unterwerfen, die bei zwei aufeinanderfolgenden, nicht gezahlten Raten fällig wird.
Dafür waren dann aber die Raten (wegen Festzins) auf 10 Jahre festgeschrieben und wurden nach Ablauf der 10 Jahre per Forward-Darlehen deutlich günstiger.
Der Akzent bei dieser Betrachtung liegt allerdings darauf, dass wir die ganze Zeit zusammen geblieben sind und immer in Vollzeit gearbeitet haben.

Für den käuflichen Immobilien-Erwerb haben wir als Privatpersonen in Schleswig-Holstein 6,5% Grunderwerbsteuer gezahlt,
beim Übergang von einem Konzern zu einem anderen kann diese Steuer eventuell entfallen gemäß §6a GrEStG.
Genaueres entzieht sich hier aber meiner Kenntnis, weil ich als Privatperson von dieser Vergünstigung nicht betroffen bin.
Dieser Übergang wird dabei auf die Mieten umgelegt, wodurch diese vermutlich schneller steigen, als Löhne wachsen.
Früher standen solche Gebäude auf Erbpachtgrundstücken, aber das wird heute wohl auch weniger.

Bei manchen hier habe ich echt den Einruck, dass sie hinterm Mond leben...
Leben?
Ich wohne an der Westküste, weil Wohnraum dort nach der Abwicklung von G/J besonders günstig ist,
arbeiten muss ich deshalb in der Weltstadt Hamburg, sind mithin ca. 12-13h Pendelzeit werktäglich,
aber ich freue mich auf meine Rente.

Aber die "oberen 10.000" werden immer Möglichkeiten finden das zu verhindern.
Klar, die transferieren das in Mitteleuropa erwirtschaftete Geld ins Ausland, um dort zu versteuern. Ändern kann dies nur die (Bundes-)Politik.

SG ave
 

serg

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Ich habe mir so einige Videos von Aussteigern angeschaut, die jetzt in anderen Ländern leben. Wir, hier in Deutschland, leben eigentlich gut. Wissen es aber nicht. In Japan und Kanada sind Wohnungen nochmals um einiges teurer als hier in Deutschland. In Kanada kann sich nicht jeder mit fester Arbeit eine Einzimmerwohnung leisten. Ledige Menschen leben dort deswegen meistens in WGs. In Japan eine Wohnung zu haben, von der Größe eines Wohnwagens ist total normal. In USA dasselbe. In Kalifornien speziell in Santa Barbara leben 1/3 der Menschen in ihren eigenen Autos. Nicht weil sie arbeitslos sind, sondern weil sie sich keine Wohnung leisten können. Aber auch das ist nicht leicht in USA. In USA ist es nämlich gesetzlich verboten in Autos zu schlafen. Deshalb müssen sich die Leute es irgendwie schaffen sich zu verstecken.
 

Dinobot

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Ich habe mir so einige Videos von Aussteigern angeschaut, die jetzt in anderen Ländern leben. Wir, hier in Deutschland, leben eigentlich gut. Wissen es aber nicht. In Japan und Kanada sind Wohnungen nochmals um einiges teurer als hier in Deutschland. In Kanada kann sich nicht jeder mit fester Arbeit eine Einzimmerwohnung leisten.
Bis hierher und nicht weiter. Denn in Japan gibt es so gut wie keine Aussteiger, denn die Gesllschaft ist viel zu stringent, was die Gesellschaftsordnung bzw. Wohnungsordnung anbetrifft. Nachfolgend betrifft das arme Inländer, die du da aufzählst. Zudem ist die Regelung in Kalifornien seit 2014 wieder aufgehoben worden. Seitdem muss sich deswegen niemand mehr dort verstecken..Und ansonsten ist das in den USA höchst unterschiedlich geregelt. Aktuell kann man so sogar dort Urlaub machen :

Beweis:In den USA im Auto schlafen | USA Roadtrip - Passportplease.de

Wenn Du mit Deinen verschrobenen , teils nicht mehr aktuell zutreffenden, Vergleichen unsere Arbeitslosen und deren Wohnverhältnisse so als angenehm verkaufen willst, dann hinken Deine Vergleiche.

Inzwischen sind die Wohnverhältnisse oder entsprechend fehlende -weltweit -nicht nur von Arbeitslosigkeit verschuldet. Es gibt in anderen Ländern auch höchst erbärmliche Wohnverhältnisse -wenn man arbeitet und daraus führt selbst dann --meist -kein Weg mehr hinaus. Beispiel:

Wohnungsnot: Zehntausende leben in Hongkong in Käfigen - WELT

Wenn Du schon solche veralteten News -aus Deinem letzten Post - hier als aktuell verkaufen willst und meinst, wir Arbeitslose würden auf hohem Niveau jammern oder undankbar sein -oder unsere Obdachlosen würden nicht die anderer Länder sein, dann ist das nicht mehr das Thema hier und auch nicht vergleichbar.

Wie schlecht oder gut ein Mangel an Wohnraum verkraftbar oder zumutbar ist, das liegt auch an dem Umfeld und den Reaktionen und verbleibenden Chancen des einzelnen Menschen im jeweiligen Land und System. Und das System Hartz iV in Deutschland hat gravierende Lücken , wo Menschen hindurch fallen und sich nie wieder davon erholen können. und einzelne Videos bilden auch nicht den Großteil der Bevölkerung ab oder zeigen ganz sicher nur aktuelle Fakten. Manche Mernschen sind und bleiben dann auch in Deutschland lebenslang exkludiert. Verfestigte Obdachlosigkeit ist dann nur eine Erscheinungsform dessen.

Anscheinend verstehst Du nur das, was dir persönlich gerade in den Kram passt oder durch vereinzelte Videos in den Sinn kommt -aber es kümmert dich offensichtlich wenig inwieweit das oder was eigentlich aktueller Fakt dazu ist. Aus Deinem letzten Post für mich ganz klar erkennbar. Es macht also für mich oder andere User wenig Sinn, von Dir eine objektive Wertung zu erwarten oder das versuchen zu wollen .

Du hast dich hier bislang nur als Beratungs -und Einsichtsresistent erwiesen, was Fakten anbetrifft. Jedenfalls ist das mein bisheriger Eindruck.
 
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Stauer

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Hallo,
Ich hatte ein Buch vorgeschlagen. Beim Nachnahmen habe ich mich vertippt. Sein Nachname ist Brox. Im Leserattentread genauer. Bitte um Entschuldigung.
Serg hat sich geirrt. Vermieter sind nicht auf Mieter angewiesen. Wohnungen werden oft zu Büro's umgebaut, als Artztpraxen, Kanzleien oder kleine Lager. Diese Leute haben viel höhere Einnahmen und können deshalb locker veil mehr Mietzins zahlen. Selbst Leerstand kann sich lohnen, wenn die Immobilie zum Verkauf ansteht. Der Mieter ist dann uninteressant.
 

Stauer

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Warum ich überhaupt in einer Genossenschaftswohnung wohne, die würden doch grundsätzlich nicht an Arbeitslose vermieten?!
Oh, ich kenne das. Als ich damals suchte, hatte ich öfter gehört:" Was Hartz IV ?Die nehmen wir nicht! Bewerben Sie sich woanders!!!" Das ist Diskriminierung.
Ich hatte damals doppelte Nachweispflicht. Dem Vermieter, Vertragsbedingung für die Nutzung eines kleinen Appartments(für 6 Monate) war Wohnungsuche und dem JC. Das JC lies sich soviel Zeit, das ich fast in Beweisnot kam. Die vom Nutzungsvertrag wollten Info's, die ich nicht hatte. Da mußte ich zusätzlich nachweisen, das ich die Info's noch nicht hatte. Die 6 Monate waren schon fast um. Bei Genossenschaft kam ich auch nicht auf die Liste. Ich habe in mancher Woche bis 1500 Angebote durchgeackert. Entweder zu groß oder zu teuer. Bei 1 Besichtigung habe ich mir nicht getraut, das Haus zu betreten, das hat schon im 10m Abstand nach Schimmel gestunken. Die hätte ich aber mieten können. Durch die Nachweispflicht, wußte das JC davon. Warum ich die nicht genommen habe, die wäre doch schön gewesen. Da gab es eine heftige Diskussion über Toxine, Pilzsporen und Gesundheisgefährdung. Natürlich wußte die SB nicht, was fungizid ist. Da platze mir der Kragen:"Mir ist es lieber, wenn sie ihre eigene Gesundheit versauen, an meine kommen sie nicht ran" und schon flog ich 8-kantig raus.
Wohnungssuche ist ein Vollzeitjob. Als Nachweis zählt alles z.B. schriftlich, telefonisch, von Bekannten empfohlen, Besichtigungstermine( da kannst Du Dir bestätigen lassen, dass Du eine Selbstauskunft da gelassen hast), Internet z.B. 2h täglich, Zeitungsannoncen, Aushänge, Genossenschaft immer wieder mit aufführen, selbst an Laternenpfählen haftende Angebote.
 

renasia

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Ja, kann man, mir selber beinah mal passiert.
Lag mehrere Monate in der Klinik und bin in der Zeit umgezogen, jc sollte das Geld direkt an vm überweisen, nach 2 Mon keine Info vom Jc ( umzug war genehmigt), hatte ich eine fristlose Kündigung im Briefkasten.Aussage des S sinngemäs:wir wollten uns erstmal mit ihnen wegen der Kaution unterhalten.
Zum Glück hat mir der Sozialarbeiter der Klinik geholfen.....
 

Linuxfan

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Oh, ich kenne das. Als ich damals suchte, hatte ich öfter gehört:" Was Hartz IV ?Die nehmen wir nicht! Bewerben Sie sich woanders!!!" Das ist Diskriminierung.
Ist ein knallhartes Stigma für die ALG II-Empfänger und für viele Vermieter ein richtiges KO-Kriterium.
 

Hartzer

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Natürlich kann man in Deutschland Obdachlos werden und das schneller als die meisten Menschen denken. Mal zwei Beispiele aus meinem Bekanntenkreis:

1. Beispiel
Sie, 33 Jahre alt, alleinerziehende Mutter eines 11-jährigen Jungen, Bürohilfe in Vollzeit, verschuldet aber nicht in Insolvenz, zwei negative Schufa-Einträge vorhanden. Eigenbedarfskündigung erhalten, Klagen erwartungsgemäß verloren, dadurch aber Zeit geschindet. Neue Vermieter lehnten alle wegen der Schufa ab. Keine neue Wohnung gefunden, Obdachlosenunterkünfte voll mit Asylanten, die wenigen hiesigen Hotels wegen Wacken Open Air ausgebucht. Wahl: Kind weg und auf Parkbank schlafen oder bei Familie unterkommen. Letzteres war möglich. Von der Eigenbedarfskündigung bis zur neuen Wohnung hat es 4,75 Jahre gedauert und das auf dem Land.

2. Beispiel
Er, 47, keine Kinder, unverheiratet, Fachlagerist in Vollzeit, verschuldet aber nicht in Insolvenz. Damals wurde er Arbeitslos, musste aus der alten Wohnung raus weil zu teuer, fand aber keine wegen der Schufa. Mietschulden waren die Folge, irgendwann kam die fristlose Kündigung, Räumungsklage verloren, der Gerichtsvollzieher hat ihn mit der Polizei auf die Straße gesetzt. Unterbringung in Obdachlosenunterkunft, diese hat er wegen unzumutbaren Zuständen freiwillig wieder verlassen (er ist Asthmatiker und Allergiker und die Hütte war voller Schimmel). Endstation Parkbank. Nach etwas mehr als drei Jahren auf der Straße bekam er dann wieder eine Wohnung. Einen neuen Arbeitsplatz fand er während der Obdachlosigkeit.

Das Problem für sozial schwache und verschuldete Menschen ist zunehmend die Schufa. Laut Wohnungslosenhilfe sind Vermieter verstärkt in den letzten zwei drei Jahren gnadenlos geworden. Schlechte Schufa = keine Aussicht auf ne eigene Wohnung. Selbst für Sozialwohnungen (WBS) werden mittlerweile immer häufiger Schufa-Auskünfte eingeholt. Und wenn man dann bedenkt, dass es 3 bis 4 Jahre nach vollständiger Bezahlung der Schulden dauert bis die Schufa die Negativmerkmale löscht.... dann mal gute Nacht Marie! Bei Privatinsolvenz kannst dann damit rechnen das du nach 6 bis 11 Jahren wieder Chancen auf dem Wohnungsmarkt hast. Ich finde es sowieso ein Unding dass bei so fundamental wichtigen Dingen wie Wohnen überhaupt die Schufa herangezogen werden darf. Schreitet die Politik da nicht bald ein, dann wird irgendwann Rund ein Drittel der Bevölkerung auf der Straße sitzen und jede Wohnungsbesichtigung wird für den der sie durchführt potentiell lebensgefährlich. Ohne Identitätsdiebstahl, Betrug, Erpressung und "Angeboten" die Vermieter nicht ablehnen können (Motto: "Entweder landet deine Unterschrift auf einen Mietvertrag oder dein Blut") wird es für eine große Anzahl an Menschen bald nicht mehr möglich sein eine Wohnung zu finden. Für Menschen, die zu solchen Mitteln greifen, hätte ich persönlich sogar vollstes Verständnis. Ich würde auch notfalls lieber jemanden umbringen um mir ein Dach über dem Kopf (in einer Einzelzelle) zu sichern, als auf der Straße oder im Obdachlosenheim zwischen vollgeschissenen Gemeinschaftstoiletten, verschimmelten Gemeinschaftsduschen, Junkies, Alkoholikern und gewaltätigen Vollasis und Psychos in einem mehrfach belegten Zimmer hausen zu müssen. Sorry, aber bei solchen Themen geht mir die Hutschnur hoch.

Wohnungsnot gibt es nur in Städten? Am xxx hängt der Hammer! Ich wohne auf dem Land, im gesamten Bundesland gibt es nichtmak eine handvoll große Städte, keine Metropolen. Ich suche seit einem halben Jahr eine neue Wohnung und jede Wohnung die ich mir bis jetzt angeguckt habe hatte selbst hier extrem viele Bewerber. Wenn man sagte, dass man die Wohnung nehmen würde wurde immer ein Block gezückt und der Name dazu geschrieben. Teilweise nehmen Vermieter hier nach ein paar Tagen auch keine Anfragen mehr an, weil sich einfach zu viele melden.

Und zu den ostdeutschen verwaisten Städten: Wer will da wohnen wenn es dort keinen Supermarkt und faktisch keine öffentliche Verkehrsanbindung gibt und man sich kein Auto leisten kann? In der norddeutschen Kleinstadt in der ich wohne fahren am Tag zB zwei Busse, einer um 6, einer um 19 Uhr. Am Wochenende und in den Ferienzeiten keiner. Der nächste Bahnhof ist 27km entfernt, alle zwei Stunden (von 5 norgens bis 1 Uhr nachts) fährt dort en Zug, alle vier Std in dieselbe Richtung. In den besagten Dörfern im Osten sieht es sicherlich nicht besser aus.
 
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Märzenbecher

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Ich finde es sowieso ein Unding dass bei so fundamental wichtigen Dingen wie Wohnen überhaupt die Schufa herangezogen werden darf.
Ganz meine Meinung.

Mit dem ländlich wohnen mag es so sein. Ganz in der Pampa, also auf dem land, würde ich auch nicht wohnen wollen, das geht ja auch gar nicht wenn man älter ist, kein Auto hat und so weiter... Ich kann immer nur sagen, hier gibt es noch Wohnungen. Deshalb kann man nicht sagen, daß es nirgendwo mehr Wohnungen gibt. Wenn man natürlich weiter weg ziehen müßte, und das bezahlt keiner, und man kann es selbst nicht bezahlen, hat man auch ein Problem.
 

Stauer

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Hallo,
ich habe schon beobachtet, dass der die Besichtigung durchführende, einen Briefumschlag zur Selbstauskunft dazu bekam. Er nahm an und nickte zufrieden. Diese Wohnung habe ich nicht bekommen. Jeder kann sich denken, was in dem Umschlag war.
Schufa-Einträge vorhanden.
Die Schufa-Auskunft kostet doch Geld, oder nicht? Für das Führungszeugnis mußte ich bezahlen. Früher galt das 1 Jahr, heute nur noch 3 Monate. Die Gebühr für WBS und/ oder Dringlichkeitsschein muß man auch selbst tragen. Dazu kommen noch Fahrgelder bei Wohnungsbesichtigungen und Fahrten zu Verwaltungen. Da läppert sich viel zusammen und wird vom Regelsatz bestritten. Da verdienen viele Leute mit, am Wohnungsmarkt. Einmal las ich ein Inserat, da stand man solle bei Interesse vorbeikommen und würde dann für eine kleine Gebühr weitere Wohnungen angeboten bekommen. Ich ging hin und kam in ein Büro rein, da saß ein Kerl der wirkte äußerlich, wie ein seriöser Anwalt. Der sagte:" Stellen Sie sich mal vor und sagen sie mir, was sie möchten." Ich tat, wie geheißen. Da sagt der so unheimlich ruhig zu mir:" Ihnen ist klar, dass Sie jetzt 89,-€ bezahlen müssen!" Das habe ich verweigert. Angebote bekam ich keine und mein Fahrgeld war ich auch los.
Ich weiß nicht, ob das heute anders ist, aber ich fand es unerhöhrt, das mein gesamter Mietverlauf von den vorangegangenen 10 Jahren verlangt wurde. Vom Vermieter erfährt man nichts. Ich hatte damals mal gefragt, ob es Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter gab und deshalb die Wohnung frei ist. Ich bekam eine schroffe Antwort:"Sie müssen die Wohnung ja nicht nehmen, wenn sie die nicht wollen." Wohne ich jetzt da ? Nein, ich habe über ein Jahr später eine andere gefunden.
 

Hartzer

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Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber hier kostet der Wohnberechtigungsschein nichts und die Schufa wird von den Maklern eingeholt. Private Vermieter gibt es hier fast gar nicht, weshalb man auch in mindestens 90% der Fälle nicht um die Schufa herum kommt.
 

LiberaS

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Man (auch mit deutschem Personalausweis) kann in DE sogar von der Notfallaufnahme des Krankenhauses abgewiesen werden, wenn man todkrank ist aber keine gültige Krankenkarte besitzt. Man kann auch als Obdachloser eine Ablehnung beim Jobcenter erhalten auf die Regelleistungen (weil man dem Arbeitsmarkt ohne Meldeadresse nicht zur Verfügung steht), und dass man eine Unterkunft bekommt, wie es im Gesetz steht, kann man auch vergessen, denn es gibt gar nicht genügend Plätze, nicht einmal für Minderjährige oder sehr kranke, alte Menschen. Alles Beispiele aus meiner Zeit aus "Beraterin" für Obdachlose in einer Obdachlosentagesstätte mit Arztpraxis. Geändert hat sich seit über einem Jahrzehnt nichts.

Ja, man kann in DE so einiges erleben, wenn man nur die Augen öffnet. Sozial sieht anders aus...
 

Stauer

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Geändert hat sich seit über einem Jahrzehnt nichts.
Hallo,
doch schon, leider hat sich der gesamte Wohnungsmarkt weiter verschlechtert. Viele Sozialwohnungen sind nicht mehr mietpreisgebunden. Die 50 Jahre Vertragslaufzeit für Sozialwohnungen läuft vielerorts ab und es wurde nichts getan, Ersatz zu finden. Das finde ich verantwortungslos. Millionen Leute wissen nicht, wie es weitergehen soll und die Politik stiehlt sich weiter aus der Verantwortung. Vor 10 Jahren brauchte man, wenn's schnell ging ca. 3 Jahre eine Wohnung zu finden. Heute noch länger. Es wird auf nichts mehr Rücksicht genommen. Einer 91-jährigen kündigte man, wegen Eigenbedarf. Sie mußte umziehen. Das Haus wurde verkauft.
 

LiberaS

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@Stauer Richtig! Das Mietrecht wurde zusätzlich auch noch verschärft in den letzten Jahren, Fristen für Zwangsräumungen verkürzt, ganz zu Schweigen von dem, was die Vermieter mittlerweile alles so von einem fordern, um an Wohnraum zu gelangen... Alternativen zum Mieten von Wohnungen oder Kauf gibt es auch nicht. In DE darfst du z. B. nicht legal im Wohnwagen wohnen, selbst mit Stellplatz nicht, da keine Meldeadresse möglich ist. Das geht nur mit Baugrundstück und Baugenehmigung etc. Man entzieht den Menschen sogar diese bescheidene Möglichkeit.

Obdachlos werden ist heutzutage tatsachlich unglaublich einfach.
 
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