Kann man in Deutschland obdachlos werden?

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serg

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Hallo,

mich würde interessieren ob man in Deutschland wirklich obdachlos werden kann. Ich meine Deutschland ist ein soziales Land. Wenn man arbeitslos wird, bekommt man ALG1. Wenn zum Überleben nicht ausreicht, kann man von Sozialamt aufstocken. Für Langzeitarbeitslosen gibt es Hartz4.

Ja klar 400,-EUR/Monat sind wenig. Aber als ich ein Schüler war und 400,-EUR Bafög bekommen habe, habe ich eigentlich ganz gut davon gelebt. Ich konnte mir zwar keine große Sachen leisten. Aber für Alkohol und Essen hat es immer gereicht. Ich musste auch nicht sonderlich auf Preise achten. Aber OK, ich bin gerade abgeschweift von der eigentlichen Thema.
 

Proletarier

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Was bringt dir die Leistung, wenn man sie dir bis um 100% sanktionieren kann? Dann stehst du da ohne Einkommen, kannst keine Miete zahlen, fliegst bei Rückstand raus und hast zu all dem nicht mal eine Krankenversicherung. Natürlich kann man in D obdachlos werden! Es gibt sogar noch viel schlimmere Beispiele. Klick mal auf meinen Link in der Signatur. Dann weißt du was hier los ist!
 

Nena

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Wie meinst Du das? Um obdachlos zu werden, brauchst Du doch einfach nur Deine Wohnung zu kündigen.
Oder anders: Ja, es gibt obdachlose Menschen in Deutschland.
 

Sowhat

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Was hilft es wenn man für die angeblich "angemessenen" KdU einfach keine Wohnung findet und falls doch, dann wollen die Vermieter keine Elos oder sie kostet 10€ mehr und wird deshalb vom JC nicht genehmigt? Wenn dann die alte Wohnung zu teuer ist, weil evtl. ein Kind oder Partner ausgezogen ist dann ist man bald im Mietrückstand und die Räumungsklage steht an.
Sicher man kann dann evtl, ein Zimmer in einer Notunterkunft bekommen, wenn frei oder wenigstens die kalten Nächte irgendwo drin verbringen. Aber meist muss man da früh wieder raus auf die Straße, habe ich im TV gesehen und/oder gelesen. Wenn man Glück hat, kann man bei Freunden oder Verwandten eine zeitlang unterkommen. Leider haben die Möglichkeit auch nicht alle.
Interessiert aber niemanden wirklich, sind ja doch Einzelfälle.
 

liriel

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Hallo,
ja..kann man und sogar schneller,als man glaubt!
Ich beherberge gerade einen Freund meiner Tochter.
Der ist U25 und Zuhause rausgeflogen(nicht seine Schuld!).
Seit Anfang November versuchen wir nun,für ihn eine Wohnung,WG oder auch nur ein Kämmerchen zu finden-ohne Erfolg.
Hilfestellung durch Wohnungsamt,JC etc ist so gut wie nicht vorhanden.
Wenn wir ihn nicht aufgenommen hätten,wäre er obdachlos..ganz ohne seine Schuld und Zutun.:oops:
 

Echogamer

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mich würde interessieren ob man in Deutschland wirklich obdachlos werden kann
Also ich glaube schon. Und ich denke auch dass es fast jeden treffen kann und es manchmal ganz schnell geht mit der Obdachlosigkeit.
Was man dabei nicht vergessen darf:
Letztendlich steckt hinter jedem einzelnen Schicksal eine eigene Geschichte. Und es soll vereinzelt sogar schon Rechtsanwälte gegeben haben, die durch irgendwelche Lebensumstände und Schicksalsschläge obdachlos geworden sind.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
Die Mehrzahl der Obdachlosen sind optisch nicht als solche zu identifizieren, da die wenigsten im Freien schlafen. Jede Stadt/Gemeinde/Kommune in D ist dazu verpflichtet, eine obdachlosenrechtliche Unterkunft zu stellen, notfalls werden Hotelzimmer oder Pensionen angemietet.
 

Proletarier

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Die Mehrzahl der Obdachlosen sind optisch nicht als solche zu identifizieren, da die wenigsten im Freien schlafen. Jede Stadt/Gemeinde/Kommune in D ist dazu verpflichtet, eine obdachlosenrechtliche Unterkunft zu stellen, notfalls werden Hotelzimmer oder Pensionen angemietet.
Was natürlich "billiger und wirtschaftlicher" ist, anstatt sie in ihrer meist WBS geförderten günstigen Wohnung zu belassen :icon_party::doh:
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
Was natürlich "billiger und wirtschaftlicher" ist, anstatt sie in ihrer meist WBS geförderten günstigen Wohnung zu belassen :icon_party::doh:

Halte ich für unwahrscheinlich, wenn ich die Entwicklung des sozialen Wohnungsbaus in D sehe, aber falls du eine Quelle kennst die dies belegt bin ich neugierig.
 

serg

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Was hilft es wenn man für die angeblich "angemessenen" KdU einfach keine Wohnung findet und falls doch, dann wollen die Vermieter keine Elos oder sie kostet 10€ mehr und wird deshalb vom JC nicht genehmigt? Wenn dann die alte Wohnung zu teuer ist, weil evtl. ein Kind oder Partner ausgezogen ist dann ist man bald im Mietrückstand und die Räumungsklage steht an.
Sicher man kann dann evtl, ein Zimmer in einer Notunterkunft bekommen, wenn frei oder wenigstens die kalten Nächte irgendwo drin verbringen. Aber meist muss man da früh wieder raus auf die Straße, habe ich im TV gesehen und/oder gelesen. Wenn man Glück hat, kann man bei Freunden oder Verwandten eine zeitlang unterkommen. Leider haben die Möglichkeit auch nicht alle.
Interessiert aber niemanden wirklich, sind ja doch Einzelfälle.

Wie das? Wenn die gefundene Wohnung über dem angemessenen KDU liegt, muss man nur diesen Überschuß selber bezahlen. Die Wohnung wird vom JC trotzdem übernommen.
 

Sowhat

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Wie das? Wenn die gefundene Wohnung über dem angemessenen KDU liegt, muss man nur diesen Überschuß selber bezahlen. Die Wohnung wird vom JC trotzdem übernommen.

Ja aber dann gibts aber auch keinen Zuschuss zum Umzug (als Schwerbehinderter, wenn man kaum Helfer hat gar nicht so einfach zu stemmen) kein Darlehen für die Kaution, nichts zum Renovieren der alten Wohnung und bei den Löchern die bezahlbar sind für Elos auch nichts für die neue Wohnung.
Ist nicht einfach zu stemmen für manche H4 Empfänger.
 

Gollum1964

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mich würde interessieren ob man in Deutschland wirklich obdachlos werden kann. Ich meine Deutschland ist ein soziales Land. Wenn man arbeitslos wird, bekommt man ALG1. Wenn zum Überleben nicht ausreicht, kann man von Sozialamt aufstocken. Für Langzeitarbeitslosen gibt es Hartz4.

laut Heinrich Alt (ehemaliger Vorstand der BA) und kürzlich von C. Lindner ist das in Deutschland eigentlich nicht möglich, selbst wenn man Hartz4 bezieht. Ich habe da aber Zweifel.
 

verona

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Nein, das kann man so nicht in unserem Wohlstaat. Denn; Wer ordentllich ist, gehorsam ist, arbeitet und nicht krank wird und auf jeden Fall nicht chronisch erkrankt , der es vermeidet alt zu werden bzw. es schafft zu altern ohne Gebrechen zu haben, der mindestens 45 Jahre Einkommen von ca. 3000 Euro im Monat verdient, der hat gute Chancen von Obdachlosigkeit verschont zu bleiben. Risiko jedoch inbegriffen.

Die Ironie
 

Linuxfan

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Ich meine Deutschland ist ein soziales Land.
Das mag als Plattitüde sicherlich gelten. In Ballungszentren wie München oder Berlin haben die Vermieter die freie Auswahl wem sie ihre Wohnung gegen Mietzins anvertrauen. Und ich erlebe es sehr häufig, dass eine ganze Batterie mit Lohnzetteln, Schufaauskunft, Lebenslauf etc. seitens der Vermieter angefordert wird. Da fällt man als ALG II-Empfänger sehr schnell durchs Raster gerade wenn sich mehrere Leute um eine Wohnung bewerben.
 

Stauer

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Hallo serg,
ja wird man und das kann wahrlich sehr schnell gehen. D führt keine Statistiken wie viele es sind. Es gibt eine Unterscheidung zwischen Wohnungslosen und Wohnungssuchenden. Letztere leben in Notunterkünften oder Einrichtungen für Obdachlose. Wohnungslose leben buchstäblich auf der Straße, in Parks sogar auf Friedhöfen. Sie alle haben keine Wohnung. In den Notuntekünften werden sie morgens auf die Straße geschickt, auch bei Minusgraden. Wer nicht gehen will, wegen z.B. hohen Fieber wird mit der Polizei entfernt und bekommt Hausverbot. Wo er dann bleibt, ist denen egal. Wohlfahrtsverbände schätzen wenigstens mal. Ca 1,5 Millionen Menschen wissen nicht wohin. Gestern nacht ist in Berlin wieder einer erfroren. Jeden Winter erfrieren Menschen auf deutschen Straßen. Die Übernachtungsplätze sind sehr oft knapp. Der Jüngste Obdachlose kam in einer Notuntekunft zur Welt, die älteste mir bekannte Person war 89 Jahre alt. Ein 72 jähriger weinte, weil ein 30 Jahre Jüngerer ihm den Schlafplatz wegnahm. Er war zu alt ihn zu verteidigen. Sie werden bespuckt,beleidigt getreten, erschlagen und in ihren Schlafsäcken verbrannt. Die Wohnungsnot wird immer schlimmer. Wenn es nicht die vielen Hilfsangebote gäbe, wäre alles noch schlimmer.
Wo lebst Du? Mach mal die Augen auf. Alle Elo's sind mit dem Kältetod erpresst. Ja, raffst Du denn garnichts? Existenzminimum.
 

Realo

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Dass Deutschland ein sozialstaat ist.. zumindest im Vergleich mit anderen Ländern
.. heißt nicht zwangsläufig dass es hier eine vollkaskoversicherung gibt...dass viele Menschen obdachlos sind, ist auch der Tatsache geschuldet, dass ein Großteil dieser Menschen teilweise noch andere Probleme hat außer der Arbeitslosigkeit wie z.b. drogensucht oder alkoholprobleme.. oder eben keinen Anspruch auf arbeitslosengeld beziehungsweise sozialhilfe haben z.b. Arbeitslose EU-Ausländer... Wenn man in seinem gewohnten Umfeld keine Wohnung findet die bezahlbar ist... Muss man zwangsweise auch umziehen... Die Frage ob die KdU Zahlungen zu gering sind....ist eine andere
 

Merkur

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Deutschland ist kein sozialer Staat das beweisen die vielen Obdachlosen und vor allem im Rentenalter und unter 25 ! Ein sozialer Staat hat niemals H4 .
 

Realo

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Mit welchem Argument ist Deutschland kein sozialstaat? Hartz IV oder Obdachlosigkeit? Das eine schließt das andere ja aus... Entscheide dich... Und was die Obdachlosigkeit betrifft habe ich bereits oben meine subjektive Meinung geschrieben.
 

Spiegelsaal

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Solange es 100% Sanktionen gibt, welche nach einer Zeit definitiv in die Obdachlosigkeit führen, wenn einen niemand auffängt, kann keiner sagen, dass sowas Sozial ist, sondern kriminell, weil man Menschen unterschwellig zu Straftaten treibt - klauen, rauben, Schwarzarbeiten usw. Die 100% müssen dauerhaft beseitigt werden, ansonsten braucht sich das SGB 2 nicht Sozial schimpfen.
 
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