Kann man einen Zuschuss zu den Beerdigungskosten beantragen?

InaElena

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Hallo Ihr Lieben,

ich habe hier folgenden Fall:

ein junger Mann (34) erhält Leistungen nach SGB XII. Aufgrund diverser Erkrankungen ist er nicht erwerbsfähig.
Jetzt liegt sein Vater im Sterben. Die Eltern haben sich vor 27 Jahren scheiden lassen, der Vater hat seitdem Kontakt zu seinem Sohn abgelehnt und ist auch seiner Unterhaltsverpflichtung nicht nachgekommen.
Der Vater erhält eine geringe Rente, etwas über € 1.000,-- und hat keine Ersparnisse.
Der junge Mann ist sein einziger Erbe.
Er könnte natürlich die Erbschaft ablehnen und hätte dadurch mit Nichts zu tun.

Wenn er allerdings die Erbschaft annimmt, wäre er u.a. für die Beerdigungskosten zuständig.
Er hat als Ersparnisse den zulässigen Freibetrag, den er natürlich nicht für die Beerdigung angreifen will, er braucht ihn möglicherweise für ärztliche Behandlungen, die nicht von der Kasse übernommen werden.

Meine Fragen nun:

  • Müsste er diesen Freibetrag für die Beerdigung seines Vaters angreifen ?

  • Gibt es die Möglichkeit einen Antrag auf finanzielle Hilfe für die Beerdigung zu stellen ?
    Ein Grab der Großeltern ist vorhanden, dort könnte die Urne des Vaters beigesetzt werden.
    Kosten würden jedoch mindestens € 2.500,-- anfallen.
Ganz herzlichen Dank für Eure Antworten !

Liebe Grüße
Ina-Elena
 

Kerstin_K

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Er könnte natürlich die Erbschaft ablehnen und hätte dadurch mit Nichts zu tun.

Wenn er allerdings die Erbschaft annimmt, wäre er u.a. für die Beerdigungskosten zuständig.
Falsch. Selbst wenn er das Erbe ausschlägt (was im Leistungsbezug problematisch wäre, sollte es ein positives Erbe geben), bleibt er als nächster Angehöriger Bestttungspflichtig.

Ich denke, er kann die Bestattungskosten beim Sozialamt beantragen.
 

Curt The Cat

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Moderation Themenüberschrift:

Hallo InaElena und willkommen hier ... ,

Ich möchte dir Forenregel 11 in Erinnerung bringen, immer eine aussagekräftige Überschrift für neue Themen zu erstellen.
Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage, die sich auch auf den Inhalt deines Erstpostings, bzw. dein Anliegen bezieht, soviel Zeit sollte sein.
Ergänzend verlinke ich auf Forenregel #11 und den Hinweis der Administration dazu...

Um dein Thema wieder allgemein für weitere Antworten zu öffnen, kannst du rechts oben, über deinem Beitrag, in dem 3 Punkte Menü "Deine Themenüberschrift bearbeiten" wählen und selbige aussagekräftiger gestalten.
Danach informiere bitte hier im verlinkten Forum einen Moderator
dass das Thema wieder geöffnet werden kann.

Wir bitten zukünftig um Beachtung und wünschen dir weiterhin einen angenehmen und hilfreichen Aufenthalt im Forum.

Zuschuss zu Beerdigungskosten ??
 

InaElena

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Hallo Ihr Lieben,

ich habe hier folgenden Fall:

ein junger Mann (34) erhält Leistungen nach SGB XII. Aufgrund diverser Erkrankungen ist er nicht erwerbsfähig.
Jetzt liegt sein Vater im Sterben. Die Eltern haben sich vor 27 Jahren scheiden lassen, der Vater hat seitdem Kontakt zu seinem Sohn abgelehnt und ist auch seiner Unterhaltsverpflichtung nicht nachgekommen.
Der Vater erhält eine geringe Rente, etwas über € 1.000,-- und hat keine Ersparnisse.
Der junge Mann wäre sein einziger Erbe.
Er könnte natürlich die Erbschaft ablehnen und hätte dadurch mit Nichts zu tun.

Wenn er allerdings die Erbschaft annimmt, wäre er u.a. für die Beerdigungskosten zuständig.
Er hat als Ersparnisse den zulässigen Freibetrag, den er natürlich nicht für die Beerdigung angreifen will, er braucht ihn möglicherweise für ärztliche Behandlungen, die nicht von der Kasse übernommen werden.

Meine Fragen nun:

  • Müsste er diesen Freibetrag für die Beerdigung seines Vaters angreifen ?

  • Gibt es die Möglichkeit einen Antrag auf finanzielle Hilfe für die Beerdigung zu stellen ?
    Ein Grab der Großeltern ist vorhanden, dort könnte die Urne des Vaters beigesetzt werden.
    Kosten würden jedoch mindestens € 2.500,-- anfallen.
Ganz herzlichen Dank für Eure Antworten !

Liebe Grüße
Ina-Elena
 

InaElena

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Hallo lieber Curt The Cat,
sorry für das "zweite Thema", aber ich habe nicht verstanden, wie ich durch einen Moderator den Post wieder entsperren lassen kann.
Bei der ersten Überschrift "Zuschuss zu Beerdigungskosten ?" wollte ich keinen Roman schreiben und dachte sie ist aussagekräftig und verständlich.
Liebe Grüße
Ina-Elena
 

TazD

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bleibt er als nächster Angehöriger Bestttungspflichtig.
Das ist richtig. Da aber der Erbe die Beerdigungskosten zu tragen hat, kann der Bestattungspflichtige die Beerdigungskosten vom Erben fordern und hat einen Anspruch auf Bezahlung ( § 1968 BGB ).
Des Weiteren können die Bestattungskosten auf Antrag und sofern diese erforderlich sind, auch vom Sozialamt übernommen werden ( § 74 SGB XII ).
 
Zuletzt bearbeitet:

Seepferdchen 2010

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Guten Tag InaElena

Er könnte natürlich die Erbschaft ablehnen und hätte dadurch mit Nichts zu tun.

Das ist leider nicht richtig auch wenn er das Erbe ausschlägt muß er für die Beerdigung aufkommen.

Er hat als Ersparnisse den zulässigen Freibetrag,

Hier meinst du die 5000€ Schonvermögen richtig?

Und lies bitte mal hier § 76 SGB XII

Die erforderlichen Kosten einer Bestattung werden übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen.
 
Zuletzt bearbeitet:

InaElena

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Hallo Ihr Lieben,

danke für Eure Antworten.
Der junge Mann ist der einzige "direkte" Nachkomme, also zunächst einmal der "Erbe".
Es gibt noch einen Bruder des Vaters, der 300 KM entfernt lebt, Rentner und verheiratet ist.

Wenn der junge Mann nun einen Antrag auf Übername der Beerdigungs-Kosten stellt, müsste er sein "Schonvermögen" jedoch nicht einsetzen, ist das richtig ?
Würde ggfls. eine Beerdigungspflicht des Bruders, also Onkel des jungen Mannes, geprüft ?

Wenn der junge Mann die Erbschaft nicht ablehnt, übernimmt er natürlich auch die Verpflichtung zur Wohnungsräumung (2-ZKB, 3.OG Altbau) und ggfls. Mietzahlungen, Strom, Telefon. Auch dazu ist er weder finanziell, noch gesundheitlich in der Lage.
Gäbe es z.B. für eine Wohnungsräumung finanzielle Hilfe ?
Hintergrund der letzten Frage ist, dass der junge Mann möglicherweise das eine oder andere Stück aus dem Haushalt des Vaters als "Erinnerung" behalten möchte.

Liebe Grüße
Ina-Elena
 

Ferenz

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....Wenn der junge Mann nun einen Antrag auf Übername der Beerdigungs-Kosten stellt, müsste er sein "Schonvermögen" jedoch nicht einsetzen, ist das richtig ? Würde ggfls. eine Beerdigungspflicht des Bruders, also Onkel des jungen Mannes, geprüft ?

....Hintergrund der letzten Frage ist, dass der junge Mann möglicherweise das eine oder andere Stück aus dem Haushalt des Vaters als "Erinnerung" behalten möchte.
Wenn der betroffene nahe Angehörige eines Sterbenskranken mit dem nahenden Ableben seines Vaters rechnet und schon - als nach den örtlichen Bestattungsgesetzen in Frage kommender Verpflichteter für entstehende Kosten - im vorhinein weiß, daß er wegen des Bezuges von Sozialleistungen nach SGB XII keine verfügbaren eigenen Mittel für Beerdigungskosten einsetzen kann, würde ich jegliche Gedanken zum Betreten der Wohnung des Vaters zwecks Entnahme von Hausratsgegenständen zurückstellen.

Dringlicher wäre nach meiner Ansicht, jegliche Handlungen in Bezug auf Bestattungspflichten und "möglicherweise überschuldeten Nachlaß" bzw. Auftragserteilung beim Bestattungsunternehmen zu vermeiden! Denn andernfalls dürfte der voreilig tätig werdende 'dem Vater entfremdete Sohn' sich schon in der Falle einer möglichen Verpflichtung befinden, aus der er nicht so einfach entrinnen könnte, wenn ihm eine Rechnung des Bestatters später ins Haus flattert.
Also Füße still halten und die Ereignisse abwarten.

Aus den Angaben der Fred-Erstellerin geht leider nicht hervor, ob dem Sohn belastbare Kenntnisse zum Wert der möglichen Nachlaßmasse zur Verfügung stehen (Kontoguthaben, Sparbücher, Wertpapiere, wertvoller Hausrat etc.). Andernfalls kann doch eine beabsichtigte Erbausschlagung lediglich auf die Vermutung gestützt werden, daß das Erbe überschuldet sein dürfte und ein Grund zur Ausschlagung vorliegt. Das reicht in der Regel beim Nachlaßgericht.

Der nach § 74 SGB XII später angegangene Sozialhilfeträger wird in jedem Fall zuerst prüfen, ob die Leistungsfähigkeit des Antragstellers überhaupt gegeben ist und eine Kostentragungspflicht dem Betroffenen nicht zugemutet werden kann. Dazu hier eine Auflistung von aktuellen Entscheidungen >

Rechtsprechung zu § 74 SGB XII​

 

Seepferdchen 2010

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@InaElena

Wenn der junge Mann die Erbschaft nicht ablehnt, übernimmt er natürlich auch die Verpflichtung zur Wohnungsräumung (2-ZKB, 3.OG Altbau) und ggfls. Mietzahlungen, Strom, Telefon. Auch dazu ist er weder finanziell, noch gesundheitlich in der Lage.
Gäbe es z.B. für eine Wohnungsräumung finanzielle Hilfe ?

Nein für die Wohnungsräumung gibt es keine finanzielle Hilfe, daher bitte genau überlegen bzw. prüfen ob ggf.
das aus dem Nachlass zu bewältigen ist.

Und im nachfolgenden Link findest du du die Reihenfolge der Bestattungspflicht:

Würde ggfls. eine Beerdigungspflicht des Bruders, also Onkel des jungen Mannes, geprüft ?

 

Helga40

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Ich frage mich gerade, woher man so genaue Kenntnis über Einkommen und Vermögen des Vaters hat, wenn doch seit Jahren keine Verbindung bestanden hat. Selbst, wenn man sich am Sterbebett versöhnt hat: ob wirklich die gesamte Einkommen- und Vermögenslage korrekt geschildert wurden (und dann noch an eine weitere Person, denn die TE ist ja nicht der Sohn)? Solche Fragen irritieren mich immer wieder.
 

InaElena

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Hallo Ihr Lieben,
der "junge Mann" ist mein Sohn und der Schwer-Kranke mein geschiedener Ehemann.
Ich bin von seiner Vermieterin kontaktiert worden, die irgendwoher meine Adresse hatte. Sie vermutete, dass es meinem geschiedenen Mann sehr schlecht gehen würde und hat mich um Hilfe und Rat gebeten. Freunde oder Familienangehörige waren ihr nicht bekannt.
Mein Mann wurde dann als Notfall ins Krankenhaus gebracht. Offensichtlich hat er schon einige Tage völlig "verschmutzt" und hilflos im Flur gelegen.
Er spricht nicht mehr, verweigert sogar Wasser. Der Zustand ist sehr !!! kritisch, man vermutet Krebs im fortgeschritten Stadium.
Um Informationen über eine Erkrankung, seinen Hausarzt etc. zu erhalten - diese Informationen wären für das Krankenhaus sehr wichtig gewesen - , haben seine Vermieterin, die sich in der Vergangenheit um ihn gekümmert und auch offiziell einen Schlüssel für seine Wohnung hat,und ich, in seinen Unterlagen gesucht. Dadurch habe ich ungewollt Einblick in seine finanzielle Situation erhalten. Aufgrund der Wohnsituation und der Unterlagen kann ich sagen, dass keinerlei Vermögen vorhanden ist und er von einer bescheidenden Rente lebt.
Bitte jetzt kein "Aufschrei", es ging nicht um "schnüffeln", sondern um das Auffinden wichtiger Unterlagen für das Krankenhaus.

Liebe Grüße
Ina-Elena
 

Kerstin_K

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Das könnte evetuell so laufen wie bei meinem Bruder: Er war schwer herzkrank und immer wieder mal im Krankenhaus, lebte schon Jahre von ALG II und zuletzt Altersrente mit aufstockender Grusi. Einige Wochen vor seinem Tod kam er vom Krankenhaus direkt in die Reha und weil er nichts dabei hatte, hat er seine Vermieter gebeten, einige Sachen aus seiner Wohnung zu holen. Mit denen war er befreundet, wohnte seit den 1970igern dort im Has und sie hatten einen Schlüssel. Leider mussten sie feststellen, dass die Wohnung total verdreckt war. Er hat das wohl einfach nicht mehr geschafft und das sehr geschickt vor uns verheimlicht. Ich selber kenne nur die Photos der Wohnung, die er Vermieter mir geschickt hat, konnte da selber nicht hoch, weil 4. Stock ohne Aufzug und ich bin Rollstuhlfahrerin. Ichhabe dann alles in de Wege geleitet, damit mein Bruder nach seiner Rückkehr aus der Reha eine Haushaltshilfe bekommt, aber dazu kam es nicht mehr, da er wenige Tage nach der Reha wieder in Krankenhaus musste und dort verstarb.

Ich wusste, dass er noch Schulden aus einer alten Selbständigkeit hatte und dass es eine kleine Bargeldsumme in einer Schachtel im Schrank gab, ausser dem ein Sparfach in einer Gastwirtschaft mit einer kleinen Summe. Alles zusammen höchstens gerade vierstellig, so meine Schätzung. Bisschen was vielleicht noch auf dem Giro, da er die letzten Monate durch Krankenhaus und Reha fast nichts für Lebensmittel usw. gebraucht hat.

Er hatte einen Defi und auf derm Notfallausweis stand eigentlich meine Telefonnummer. Aber als er das letzte mal ins Krankenhaus kam, blieb seine Brieftasche samt diesem Ausweis in der Wohnung liegen. So konnten sie mich nicht benachrichtigen. Nach ein paar Tagen, ich wusste, dass er im Krankenhaus war, aber nicht sicher in welchem und er wollte keinen Besuch, hatte sich aber sonst immer nach einigen Tagen gemeldet, habe ich auf verdacht in dem Krankenhaus angerufen, in dem er meistens war. Ich wurde dann von einer Ärztin zurückgerufen, die mir sagte, dass es kritisch aussehe. Okay, das war nicht das erste Mal. Ich bin dann da hin und bis spät bei ihm geblieben. Sprechen konnt er nicht mehr, aber er hat mich wohl noch erkannt. Irgendwann in der Nacht schleif er und ich konnte einfach nicht mehr und bin nach Hause gefahren um auch wenigstens ei paar Stunden zu schlafen. Am nächsten Morgen um 7, ich wollte gerade wieder los, bekam ich einen Anruf, dass er verstorben sei. Ich habe dann meinen anderen Bruder gebeten, sich um alles zu kümmern. Ich hatte das schon bei unserer fast auf den Tag ein Jahr zuvor verstorbenen Mutter übernommen und es gab viel Streit in der Verwanschaft. Also sollten jetzt mal die anderen zeigen, ob sie es besser können.

Ich habe noch an seinem Todestag das Erbe ausgeschlagen, weil ich ja wusste, dass da nur Schulden sind und die verdreckte Wohnung und meinen Geschwistern geraten, das selbe zu tun. Die Namen und Anschriften meiner Geschwister habe ich beim Nachlassgericht mit angegeben.

Dann habe ich einige wochen nichts gehört. Das hat mich aber nicht gewundert, weil mein Bruder wollte, dass sein Körper nach seinem Tod der Uniklinik zu Forschungszecken zur Verfügung gestellt wird. Da wird man dann nur benachrichtigt, wenn die sterblichen Überreste schliesslich bestattet werden, das kannte ich noch so von seiner Jahre vorher verstorbenen Verlobten, das kann sehr lange dauern. Er wollte keine Trauerfeier und nichts und hat immer gesagt: "Ihr könnt mich auch irgendwo verscharren, das merke ich ja sowieso nicht mehr."

Irgenwann rief mich mein Bruder an und erzählte mir, er sei vom Ordnungsamt angeschrieben worden, er müsse jetzt kurzfristig nachweisen, dass mein Bruder bestattet sei, sonst bekäme er Ärger. Ich fiel aus allen Wolken. Der Vollpfosten hatte tatsächlich gedacht, wenn er einfach nichts macht, dann kümmert sich die Stadt um alles. Irgendwann hat das Krankenhaus, wo der Leichnam die ganze Zeit aufbewahrt wurde, sich wohl ans Ordnungsamt gewandt und da er der älteste nahe Verwabdte war, der noch lebte, war er bestattungpflichtig. Wir haben dann eine Seebestattung veranlasst und uns die Kosten zu dritt geteilt (Es gibt noch eine Schwester.) Die Uniklinik konnte nach so langer Zeit auch nichts mehr mit ihm anfangen und da hätte er auch eine Vereinbarung abschliessen müssen,das wusste er wohl nicht, das hatte ich seit dm Tod seiner Verlobten geändert. Ich hatte ihn da zwar mal drauf angesprochen, weil ich das gehnt hattte, aber ich bekam nur zur Antwort, es sei alles geregelt.

Das Nachlassgericht hat dann noch eine Nachlassverwalterin eingesetzt. Ich weiss bis heute nicht, wo die das Geld noch zusammengekratzt hat, aber sie hat uns tatsächlich noch die Kosten der Seebestattung erstattet.

Von meinem Bruder habe ich seitdem nichts mehr gehört. Unfassbar, was er sich da geleistet hat.
 

hansklein

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Ich würde bei einer definitiv negativen Erbschaft (Schulden) die Erbschaft ausschlagen. Wissenwertes zur Ausschlagung. Da lieber keine Erinnerungsstücke, die mich nachher in Schwierigkeiten (Schulden) bringen. Erinnerungsstücke sollten zu Lebzeiten übergeben werden, wenn möglich. Sollte ein anderer Berechtigter die Erbschaft nicht zeitig genug ausschlagen, hat er die Schuldenprobleme.

Das entbindet allerdings halt nicht, wie schon gesagt wurde, von der Bestattungspflicht.

Da kann entsprechend ein Antrag auf Kostenübernahme "Sozialbeerdigung" gestellt werden, hier findet sich dazu Wissenswertes und was dafür benötigt wird.
 

InaElena

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Oje, liebe Kerstin, da hast Du auch Einiges mitgemacht. Ich hoffe, Du bist mittlerweile darüber hinweg.
Es ist schade, dass in so einem Fall die Familie nicht zusammenhält und man sich nicht auf den Andere verlassen kann, traurig.

Hier in unserem Fall fiel mein Schwager aus allen Wolken, als ich ihm mitteilte, dass er wahrscheinlich neben/nach meinem Sohn auch beerdigungspflichtig sei, egal ob er die Erbschaft, wenn mein Sohn diese ausschlagen sollte, annimmt, oder nicht. Er meinte nur, dass er nicht einsieht für Mitglieder seiner zerstrittenen Familie noch Geld zu zahlen.
Ich habe auf jeden Fall den Sachbearbeiter meines Sohnes bezügl. der Beerdigungskosten angeschrieben, mal sehen, wie die Antwort aussieht.

Schulden scheint mein geschiedener Mann keine zu haben, abgesehen von den ca. € 40.000,-- Kindesunterhalt.
Theoretisch könnte mein Sohn, bevor er das Erbe ausschlägt, eigentlich noch vollstrecken. Das ist ein interessanter Gedanke, den ich überdenken müsste. In der Wohnung befinden sich 3-4 gute Stücke noch aus meiner Wohnung, die mein Mann beim Auszug mitgenommen hat, der Rest ist leider wirklich Sperrmüll. Mein Sohn könnte diese Dinge dann als „Andenken“ behalten, oder verkaufen.
Verrückte Idee.

Liebe Grüße
Ina-Elena
 

Mona Lisa

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Das Ansich-Nehmen von Gegenständen bedeutet immer zugleich die Annahme des Erbes. Und was meinst Du mit vor dem Ausschlagen vollstrecken?
 

InaElena

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Hallo liebe Mona,
für den nicht gezahlten Kindesunterhalt gibt es einen vollstreckbaren Titel.
Deshalb war es meine verrückte !! Idee, JETZT noch zu vollstrecken. Wenn mein Sohn das Erbe annehmen sollte, müsste er ja gegen sich selbst (als Rechtsnachfolger seines Vaters) vollstrecken.
Die Idee war spontan und noch nicht durchdacht. Es ging mir nur darum, die wenigen guten Stücke zu retten, ohne die Erbschaft mit den daraus resultierenden Verpflichtungen anzunehmen. Da kein Vermögen da ist aus dem der nicht gezahlte Kindsunterhalt beglichen werden könnte, wäre es schön, wenn mein Sohn wenigstens diese 3-4 Teile erhalten würde.
Ist wahrscheinlich eine "Schnaps-Idee".

Liebe Grüße
Ina-Elena
 

Kerstin_K

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Oje, liebe Kerstin, da hast Du auch Einiges mitgemacht. Ich hoffe, Du bist mittlerweile darüber hinweg.
Es ist schade, dass in so einem Fall die Familie nicht zusammenhält und man sich nicht auf den Andere verlassen kann, traurig.
Das war nur der traurige Abschluss. Ichhabe 2013/14 innerhalb von 12 Monaten meine Mutter und 2 Brüder verloren. Ich konnte lange keine schwarzen Klamotten mehr sehen.
 

TazD

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Da kein Vermögen da ist aus dem der nicht gezahlte Kindsunterhalt beglichen werden könnte, wäre es schön, wenn mein Sohn wenigstens diese 3-4 Teile erhalten würde.
Es gibt keine Vollstreckung in "gewöhnlichen Hausrat" oder in "Erinnerungsstücke". Von daher ist es sinnlos und vertane Zeit und Mühe, da irgendwelche Vollstreckungsmaßnahmen einzuleiten, die ja auch noch mit Kosten verbunden sind, die du bzw dein Sohn erstmal vorstrecken müssten.
So schmerzlich das dann auch ist, aber wenn das Erbe ausgeschlagen werden soll, dann bleiben die Finger auch wirklich von sämtlichen Sachen des Erblassers weg. Rein rechtlich ist eine Ausschlagungserklärung schon dann unwirksam, wenn sich der Erbe auch nur ein schnödes Foto als Erinnerung mitnimmt.
Vermutlich wird das in der nachlassrechtlichen Praxis keinerlei Relevanz haben, aber wie gesagt, rein rechtlich ist es so.
 

InaElena

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Hallo Ihr Lieben,
herzlichen Dank für Eure Infos.
Mein geschiedener Mann ist mittlerweile verstorben.
Einen Antrag auf Übernahme von Beerdigungskosten habe ich bereits gestellt und Einiges in die Wege geleitet.
Ich hoffe, es geht für alle Beteiligten gut aus.

Liebe Grüße
Ina-Elena
 
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