Kann man doch zur Aufgabe der Selbständigkeit gezwungen werden? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Minn

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 Mai 2013
Beiträge
221
Bewertungen
76
Hallo, ich bin ganz neu hier, habe schon einiges gelesen, was sehr informativ und hilfreich war. Ich bin seit 11 Jahren selbständig, seit einiger Zeit stocke ich auf, bedingt durch eine halbjährige Unterbrechung, da ich aus dem alten Ladenlokal ausziehen musste und mangels vernünftiger Räumlichkeiten ein halbes Jahr auf den Bezug des jetzigen Ladenlokals warten musste. Das Jobcenter "verpasste" mir nun im Februar einen gelinde gesagt etwas ominösen Unternehmensberater. Das Ganze geschah mit einem Beratungsgutschein, den ich allerdings nicht beantragt hatte. Eine gültige EGV habe ich nicht. Ich dachte an nichts Böses und hatte diesen Typen dreimal bei mir in den Geschäftsräumen. Gute Ratschläge, die in irgendeinem Bereich fundiert wären, konnte er mir keine geben. Er wirkte im Gegenteil sehr voreingenommen (lästerte sogar über seine anderen "Kunden" und äußerte sich etc...), und heute bekam ich beim Termin mitgeteilt, dass er das Geschäft als nicht tragfähig eingestuft hat. Mein Bewilligungszeitraum geht noch bis einschliesslich September, meine Sachbearbeiterin sagte dann, dass, wenn ich danach weiterbeantrage, mir ab Oktober keinerlei Ausgaben mehr angerechnet würden, nur noch die Geschäftseinnahmen. Sie erwähnte dann noch Dinge wie Abwicklung des Geschäftes. Eine EGV, die wohl auch 4-5 Bewerbungen im Monat beinhalten soll (das geht ja), bekomme ich noch zugeschickt. Gesetzt den Fall, ich würde mich bewerben, aber zum Oktober keine Stelle finden und weiter selbständig bleiben (was ich eigentlich auch vorhabe!); das Ganze heute klang für mich so, als ob ich nur weiter unterstützt werde, wenn ich meinen Laden dichtmache. Finde ich unlogisch :confused: Entschuldigung für den langen Beitrag, aber ich bin doch etwas verwirrt!
 
E

ExitUser

Gast
Laut § 2 SGB II bist du verpflichtet
"alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung" deiner "Hilfebedürftigkeit ausschöpfen."

Das bedeutet, bei einem nicht tragfähigen Gewerbe kannst du verpflichtet werden dich zu bewerben.

Das bedeutet aber auch, du darfst dein Gewerbe genau genommen nicht grundlos aufgeben.

§ 3 Alg II-V sagt, lediglich
"Tatsächliche Ausgaben sollen nicht abgesetzt werden, soweit diese ganz oder teilweise vermeidbar sind oder offensichtlich nicht den Lebensumständen während des Bezuges der Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende entsprechen."

Notwendige Ausgaben müssen also anerkannt werden.
Merke:
Ein SB erzählt viel am Tag...
 

n-tier

Elo-User*in
Mitglied seit
3 Juni 2006
Beiträge
206
Bewertungen
38
Fremde Leute, zusammenhängend mit einem Beratungsschein läßt du in deine Geschäftsräume? :icon_evil:
Das tut man nicht!

Wenn du eine EGV unterschrieben hast. Und es steht drin. Dann ist das sehr sehr sicher. Außer sowas verstößt gegen die guten Sitten. Das gibt es ja auch. :icon_kotz2:

Mach einfach weiter. Das Verringern der Bedürftigkeit hat die Priorität. :cool:
 

Minn

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 Mai 2013
Beiträge
221
Bewertungen
76
Ich hätte also diesen Beratungsgutschein komplett ignorieren können und somit auch diesen komischen Typen? Ich war mir da nicht sicher, zumal ich von einer BERATUNG ausgegangen war, die ja evtl nützlich sein kann, von einer Überprüfung der Tragfähigkeit war nie die Rede. Hätte ich mal früher in dieses Forum geschaut... Allerdings bin ich schon stutzig geworden, weil dieser "Unternehmensberater" seltsame Fragen zu Kundenlisten, wer mein Steuerberater sei etc. machte. Unseriös eben. Diese Informationen hat er natürlich nicht bekommen, ich habe mich so unbestimmt wie irgend möglich zu allen Themen geäußert, daher habe ich auch Zweifel an seinem Bericht zur Tragfähigkeit. Wie gesagt, eine unterschriebene egv besteht bei mir zum Glück nicht!
 

Mollmops

Elo-User*in
Mitglied seit
9 März 2011
Beiträge
498
Bewertungen
105
[...]seit einiger Zeit stocke ich auf, bedingt durch eine halbjährige Unterbrechung, da ich aus dem alten Ladenlokal ausziehen musste und mangels vernünftiger Räumlichkeiten ein halbes Jahr auf den Bezug des jetzigen Ladenlokals warten musste. [...] und heute bekam ich beim Termin mitgeteilt, dass er das Geschäft als nicht tragfähig eingestuft hat.
Da sieht man mal wieder sehr deutlich die
a) Kompetenz solcher JC-beauftragten Coaches
b) Zielsetzung eben jener Coaches.
Dicht- und plattmachen, das ist die Devise und erklärtes Ziel. Notfalls wird irgendwas zusammen gesponnen, Hauptsache, das JC kann sich die Hände reiben und wieder einen Selbständigen ins Aus katapultieren. Vielleicht glaubt der Selbständige auch noch daran und lässt sich einschüchtern.

Ein kompetenter Coach, der ordentlich analysiert, hätte leicht mitbekommen, dass deine Situation mit den Mieträumen einem halben Neustart gleichkommt.

[...] meine Sachbearbeiterin sagte dann, dass, wenn ich danach weiterbeantrage, mir ab Oktober keinerlei Ausgaben mehr angerechnet würden, nur noch die Geschäftseinnahmen. Sie erwähnte dann noch Dinge wie Abwicklung des Geschäftes.
Sagen kann sie viel und solange sie das Gesagte nicht schriftlich abfasst, kann es dir zum einen Ohr rein- und zum anderen wieder rausgehen. Weder kann sie noch das JC an sich von dir verlangen, oder dich gar dazu zwingen, dass du dein Geschäft aufgibst.

Es gibt hier im Forum mittlerweile viele Coaching-Traumatisierte. Mich würde ja mal interessieren, wie viele eine gute Prognose erhalten haben und wie vielen eine Aufgabe "geraten" wurde. Bei meinem nächsten Termin mit SB wird die Thematik auch wieder zwangsläufig auf den Tisch kommen. Dann werde ich auf eine Auswertung bestehen. Ich will schriftlich sämtliche Aufzeichnungen zu meiner Person haben (komischerweise habe ich nie etwas in die Hand bekommen, dabei wurde kein Wort so häufig benutzt wie "transparent") und eine Auswertung über die bisherige Quote.

Eine EGV, die wohl auch 4-5 Bewerbungen im Monat beinhalten soll (das geht ja), bekomme ich noch zugeschickt. Gesetzt den Fall, ich würde mich bewerben, aber zum Oktober keine Stelle finden und weiter selbständig bleiben (was ich eigentlich auch vorhabe!); [...]
Du findest sowieso keine Stelle, wenn du in jede Zwangsbewerbung schreibst, du bist (miet)vertraglich noch einige Monate gebunden.
 

n-tier

Elo-User*in
Mitglied seit
3 Juni 2006
Beiträge
206
Bewertungen
38
Ich hätte also diesen Beratungsgutschein komplett ignorieren können und somit auch diesen komischen Typen? Ich war mir da nicht sicher, zumal ich von einer BERATUNG ausgegangen war, die ja evtl nützlich sein kann, von einer Überprüfung der Tragfähigkeit war nie die Rede. Hätte ich mal früher in dieses Forum geschaut... Allerdings bin ich schon stutzig geworden, weil dieser "Unternehmensberater" seltsame Fragen zu Kundenlisten, wer mein Steuerberater sei etc. machte. Unseriös eben. Diese Informationen hat er natürlich nicht bekommen, ich habe mich so unbestimmt wie irgend möglich zu allen Themen geäußert, daher habe ich auch Zweifel an seinem Bericht zur Tragfähigkeit. Wie gesagt, eine unterschriebene egv besteht bei mir zum Glück nicht!
Daten abgreifen, das ist böse. Und weiterforschen. Nachbarn fragen, jaja...
Facebooks auf 2 Beinen
 

Minn

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 Mai 2013
Beiträge
221
Bewertungen
76
Ach so, bevor ich es vergesse, meine SB möchte noch eine Bewerbungsmappe von mir haben, ist das so in Ordnung??
 

ethos07

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 April 2007
Beiträge
5.679
Bewertungen
920
Hast du das Tragfähigkeitsgutachten hoffentlich auch deinerseits erhalten? Hört sich nicht so an bisher...
Wenn nicht umgehend anfordern!

Wir machen übrigens alles immer NUR schriftlich mit diesem Amt und seinen "Aussendienstmitarbeitern"/verdeckten Ermittlern (hier in Form ggf. von fingierten "Unternehmensberatern" (?!). Aber das weißt du ja nach längerer Lektüre sicherlich schon...

Hast du denn den Herrn nicht nach einem Beleg für seine Qualifikationen gefragt? Referenzen, Zeugnisse... Arbeitsauftrag durch das Jobcenter? den Wortlauf desselben dir vorlegen lassen?


Wenn du das Tragfähigkeitsgutachten hast, stelle es hier - geschwärzt um die Namen etc.! ein - und die anderen Selbständigen aus dem Forum beschauen sich das dann. Ggf. kannst u. solltest du nämlich auch dagegen vorgehen, wenn es offenkundig Kokolores ist.

Was steht denn in der EGV zu dieser "Unternehmensberatung" genau?
Wenn dort nichts von Geschäftsprüfung steht, wäre es m.E. auch ein Grund um zu überlegen, ob du gegen das Jobcenter wegen arglistiger Täuschung o.äh. rechtlich aufmucken könntest und solltest.
 

Roter Bock

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
2 Juni 2011
Beiträge
3.276
Bewertungen
3.304
Das Spielchen wird seit ca. 3 Monaten bei mir auch versucht, obwohl die Umsätze über die Jahre steigen.

Nach harten Verhandlungen habe ich darauf gedrungen das ein Berater meiner Wahl die Sache beurteilt. Der Betrag dafür ist 4 stellig - das werden die nicht machen. Aber das wusste ich schon vorher und war beabsichtigt.

Es gibt dann nur einen Weg:

1. Keine EGV unterschreiben - VA beim SG anfechten.
2. Nicht mit irgendeinen dahergelaufenen Idioten kooperieren.

Das Spielchen geht so - ein vom JC korrumpierter "Unternehmensberater" bescheinigt mangelnde Tragfähigkeit, wobei seine Handlungsweise durch keinerlei Sachkenntnis getrübt wird.

Mit diesem Wisch vom Unternehmens (ver)ater will dann SB wedeln und Dich auf die Vermittlungsschiene drücken (Die ZAF`s warten schon auf Futter)
Du darfst also keine Daten liefern - Nix gibst! Zumal Kunden und Lieferantendaten vertraulich zu behandeln sind. Auch Einblick in Kontobewegungen ist dem A....v. D. nicht zu gewähren.

Eine Rechtsgrundlage dafür gibt es nicht - es ist "Catch 22" falls Du den Film kennst.

Roter Bock
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
12.924
Bewertungen
17.100
Sie ist doch seit 11 Jahren selbstständig und nur weil das Ladenlokal gewechselt werden musste kam sie in Brass.
Was 11Jahre gut gelaufen ist muss jetzt sicher nicht von einem inkompetenten Laffen einer Tragfähigkeitsprüfung unterzogen werden.
Wo im SGB steht das ... ausser man beantragt eine Existenzgründung.

Ich würde den Berater ablehnen und mehr Selbstbewusstsein zeigen.
Der Arbeitsmarkt gibt nichts her und fertig.
Durch das Geschäft wird ebenso die Bedürftigkeit verringert wie bei einem sonstigen Job.
Ich würde einen Mittelweg gehen und auf beiden Hochzeiten tanzen.
Pro forma Bewerbungen los lassen dann sieht die SB schon wie wenig da geht.
Parallel das Geschäft möglichst wieder auf Vordermann bringen.
Wenn es Streit um die Einnahmen gibt ... KLAGEN.
 

Minn

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 Mai 2013
Beiträge
221
Bewertungen
76
Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen! Es scheint ja wirklich kein Einzelfall zu sein. Dass ich so naiv war, ohne EGV sowas zuzulassen...Den Beratungsbericht habe ich vorliegen, ich kann ihn gerne noch anonymisiert einstellen.
In dem Beratungsgutschein war definitiv nicht die Rede von einer Tragfähigkeitsprüfung, nur die wohl üblichen Punkte wie Marketingstrategien, Buchhaltung usw. Ich werde nun erstmal die EGV abwarten. Eine Verweigerung der Unterschrift hat ja nicht mehr automatisch eine Sanktion zur Folge, wie ich gelesen habe.

Nach einigem Suchen im Internet (Handelsregister etc) habe ich übrigens noch herausgefunden, dass unter denselben Adress-und Tel.Nr.-Daten wie die der Unternehmensberatung noch eine Imbissbude, ein Schrott-An-und Verkauf sowie ein Onlineshop mit Krimskrams geführt werden, im Ernst!! :icon_motz: Das erklärt wohl auch, dass der "Berater" beim letzten Besuch auch so nach Pommesbude stank, dass ich danach erstmal eine gefühlte ganze Stunde lüften musste. So macht man einfach keine Kundenbesuche (oder wie auch immer man das nennen will)!
 

JulieOcean

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
12 Dezember 2012
Beiträge
963
Bewertungen
428
.Den Beratungsbericht habe ich vorliegen, ich kann ihn gerne noch anonymisiert einstellen.
Mach das bitte.
Dann kann man sich ein Bild machen, wie dieser Imbissbuden-Coach seine "Beratung" aufgebaut hat.
(Mir ist ein Coaching zumindest schon angedroht worden :icon_motz:)
 

Mollmops

Elo-User*in
Mitglied seit
9 März 2011
Beiträge
498
Bewertungen
105
(Mir ist ein Coaching zumindest schon angedroht worden :icon_motz:)
Zum ko****, wofür zuhauf pro Selbständigen im vierstelligen Bereich Gelder da sind - irgendwelchen selbsternannten "Experten" wird es hinterhergeschmissen, und um diese Ausgaben zu kompensieren, werden dem Selbständigen Betriebsausgaben nicht anerkannt. Das ist ein perfides Spiel.
 

Minn

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 Mai 2013
Beiträge
221
Bewertungen
76
Beratungsbericht
Kundin:XXX
Beratungszeitraum: Februar 2013
Beratungsanlass: Feststellung der Tragfähigkeit
FrauXXX ist Mitgesellschafterin an der XXX GbR. Sie besitzt dort 50% der Geschäftsanteile, die anderen Geschäftsanteile werden von ihrer Mutter gehalten.
Das Unternehmen vertreibt Dekorationsstoffe und Dekorationsdekore. Es handelt sich um einen in XXX angesiedelten Betrieb, im vorderen Bereich der Fußgängerzone. Die Lage des Ladenlokals ist höchstens als B-Lage einzuschätzen. Die Kundenfrequenz in diesem Bereich besteht überwiegend aus Anwohnern, Besuchern, eigenen Kunden oder Kunden anderer Betriebe.
Angeboten werden im wesentlichen hochwertige Wanddekorationsmaterialien und Möbel-/Dekorationsstoffe . Es handelt sich hierbei um einen klassischen Einzelhandelsbetrieb. Zur Verarbeitung der Materialien werden externe Handwerksbetriebe empfohlen.
Das Geschäft ist von Montag bis Samstag zu den üblichen Geschäftszeiten geöffnet. Den Verkauf der Produkte übernimmt FrauXXX, der Außendienst wird von der Mutter der Kundin abgewickelt, die Mitgesellschafterin ist. Die Werbung beschränkt sich auf die Dekoration des Schaufensters und der Beschriftung des Schaufensters. Ein Marketingkonzept liegt nicht vor, ebenfalls ist auch keine Internetpräsenz vorhanden.
Bedingt durch die Größe des Ladenlokales, ca 30m², ist nur eine sehr begrenzte Präsentation des Angebotes möglich. Die Verkaufsprodukte/Muster befinden sich in überwiegend in Musterkatalogen.
Frau XXX ist gelernte Damenschneiderin und hat ein Studium in Germanistik und Anglistik erfolgreich abgeschlossen. Sie ist gepflegt, verfügt über gute Umgangsformen, arbeitet kundenorientiert, ist vertriebsorientiert und fachlich kompetent.
Direkte Mitbewerber sind ortsansässige Raumausstatter, Baumärkte, Möbelhäuser. Diese verfügen zum Teil nicht über das gleiche Produktsortiment, aber beeinflussen den Markt durch Preis, Werbung und Qualität. Indirekt wird die Nachfrage teilweise durch Online-Shops gedeckt.
Die Büroorganisation wird von der Kundin ausgeführt. Die steuerlichen Angelegenheiten werden durch einen Steuerberater ausgeführt.
Das Unternehmen hat keine Miet-, Steuer- und Sozialversicherungsrückstände. Die Kundin befindet sich nicht in der Privatinsolvenz und hat auch keine finanziellen Rückstände. Es besteht noch ein Kredit.
Das Unternehmen ist zu 100% eigenkapitalfinanziert.

Die Warenaufschlagsätze sind für das Segment und der Warenstruktur in Ordnung. Die Kfz-Aufwendungen sind etwas hoch, bei der geringen Akquise ist es betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll ein Kfz zu unterhalten.
Zusammenfassung und Ergebnis:
Das Unternehmen erwirtschaftet Gewinne, diese reichen aber nicht aus um den Lebensunterhalt sicherzustellen. Eine Tragfähigkeit ist derzeit nicht gegeben.
Zur Verbesserung der Ertragssituation ist es zwingend und dringend erforderlich das Marketing zu optimieren. Die Lage der Geschäftsräume erfordert eine stark erhöhte Werbeaktivität. Weiterhin sind die Lieferanten mehr in Werbemaßnahmen einzubinden. Es gibt keine klar definierten Kundengruppen die angesprochen werden sollen (Zielgruppengerichtetes Marketing).
Durch die Empfehlung von Handwerksbetrieben die die Waren weiterverarbeiten bzw. Leistungen erbringen, ist die Gefahr einer Kundenabwanderung gegeben. Der Betrieb profitiert nicht den Handwerkerleistungen und auch nicht von den möglichen Folgeaufträgen. Diese Leistungen sollten von dem Betrieb selber angeboten werden. Hier ist eine vertragliche Regelung der Zusammenarbeit mit den Handwerkern erforderlich. Idealerweise sind alle Leistungen komplett anzubieten und mit Subunternehmern zu arbeiten.
Es ist dringend erforderlich einen Online-Auftritt herzustellen. Derzeit ist keinerlei Onlinepräsenz vorhanden. Idealerweise sollte ein Onlineshop mit integriert werden.
Eine Sortimentserweiterung erhöht den Kundendurchsatz und auch den Umsatz. Das derzeit angebotene Warensortiment ist zu eng begrenzt, mehr ist aber aufgrund der gegebenen Räumlichkeiten nicht möglich.
Die Umsetzung der Maßnahmen setzt Investitionen voraus, inwieweit diese von den Inhabern geleistet werden können wurde in dem Zusammenhang nicht geprüft. Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, das an dem Standort mit den begrenzten Wachstumsmöglichkeiten keine Verbesserung der Situation zu erwarten ist.
Ungünstig wirkt sich bei der Tragfähigkeitsbetrachtung die Rechtsform des
Unternehmens aus.



Meine Anmerkungen dazu: Sämtliche Arbeiten, die das Nähen betreffen, werden selber ausgeführt, kleinere Montagearbeiten auch. Nur Polsterarbeiten macht ein Polsterer, der uns auch immer brav Kunden zum Stoffaussuchen schickt, da er selber das nicht anbietet.Für grössere Montagen ist seit Jahren ein Subunternehmer vorhanden :icon_neutral:
Online-Shop ist unsinnig, weil das meiste Sonderanfertigungen sind und die meisten Lieferanten den Verkauf ihrer Produkte im Internet verbieten (ist auch ok so, es sind wirklich sehr hochwertige Sachen im höherpreisigen bis hochpreisigen Segment, z.T. mit Gebietsschutz, d.h. ausser bei mir gibt´s das nicht in dieser Stadt-immerhin etwa 80.000 Einwohner.Zudem achten diese Firmen auf die Einhaltung der Vertriebswege-die Repräsentanten der Firmen möchten auch von was leben). Die gröss des laden ist für mich in Ordnung, da es eher eine Art Showroom ist.
Website ist in Ordnung, dass das bemängelt wird, ist auch in Arbeit, sie muss auch vernünftig aussehen. Musterbücher sind in dieser Branche üblich, da hat man keine Meterware lagernd, sondern kauft bei den Firmen die Kollektionsbücher. Uff... ich habe festgestellt, dass die beste Werbung für das Geschäft Mund-zu Mund-Propaganda ist. So gibt´s auch eine ganze Anzahl Stammkunden, die über 100 km entfernt wohnen.
zum Auto kann ich nur sagen: letztes Jahr ne Reparatur und ein neuer Satz Winterreifen, schwupps wird es teurer. Ansonsten sind es etwa 40, max. 50 Euro im Monat. Aber sich an einer Ausnahmeausgabe aufhängen... PUH:icon_kotz2:
 

n-tier

Elo-User*in
Mitglied seit
3 Juni 2006
Beiträge
206
Bewertungen
38
Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen! Es scheint ja wirklich kein Einzelfall zu sein. Dass ich so naiv war, ohne EGV sowas zuzulassen...
Ja, ganz schön gutgläubig.
Du hast auch Rechte.:icon_party:
Vielleicht auch eigene Ideen in dieses ominöse Dokument (EGV ) einbringen!!
 

flandry

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
25 Februar 2013
Beiträge
1.190
Bewertungen
209
Wenn Du eine Existenz gründen willst, werden heutzutage Businesspläne von 10, 20, Seiten mit zahlreichen Tabellen verlangt. Was ja auch vernünftig ist.
Wenn die hier nicht angefertigt wurden sehe ich das als nicht ordnungsgemäß und damit null und nichtig an.
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
12.924
Bewertungen
17.100
Wenn Du eine Existenz gründen willst, werden heutzutage Businesspläne von 10, 20, Seiten mit zahlreichen Tabellen verlangt. Was ja auch vernünftig ist.
Wenn die hier nicht angefertigt wurden sehe ich das als nicht ordnungsgemäß und damit null und nichtig an.
Wozu sollte sie das erstellen lassen?
Wo steht im SGB dass ein JC eine seit Jahren bestehende Selbstständigkeit kaputt prüfen darf?
Sie hat das gleiche Recht aufzustocken wie andere auch.
Die SB DENKT vielleicht sie kann die TE in irgendeine Arbeit unterbringen ... das kann TE doch 'nebenbei' mit Bewerbungen
belegen dass es eben nicht so einfach ist.
 

Roter Bock

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
2 Juni 2011
Beiträge
3.276
Bewertungen
3.304
Ich hatte nur bei der Gründung einen "Business-Plan" in dem Bewusstsein erstellt, das er schon zum Zeitpunkt der Erstellung Makulatur ist. Der Business-Plan ist kompletter Unsinn! Seit dem erstelle ich keine Pläne mehr. Nur SPC (Show-Programm- for Customers)

Merkwürdiger Weise stiegen die Umsätze trotzdem.

Roter Bock
 

Mollmops

Elo-User*in
Mitglied seit
9 März 2011
Beiträge
498
Bewertungen
105
Nach einigem Suchen im Internet (Handelsregister etc) habe ich übrigens noch herausgefunden, dass unter denselben Adress-und Tel.Nr.-Daten wie die der Unternehmensberatung noch eine Imbissbude, ein Schrott-An-und Verkauf sowie ein Onlineshop mit Krimskrams geführt werden, im Ernst!! :icon_motz:
Nach dieser Erkenntnis hätte ich an deiner Stelle regelrecht Lust auf einen weiteren Termin. Dann würde ich aber mal ein paar Fragen stellen.

Es ist schon absurd. Bei uns annonciert regelmäßig ein Elektro-Betrieb, der gleichzeitig eine Private Arbeitsvermittlung führt. Es mag durchaus sein, dass ein zweites Standbein heute für einige unabdingbar ist, doch ich habe ein Problem damit, wenn ein Elektromeister meint die Kompetenz zu haben Bewerber vorzusortieren.

Meine beiden Coaches sind ähnlich. Der eine macht den Job nur, weil es mit der eigenen Selbständigkeit nocht nicht klappt (nicht tragfähig! ^^), der andere ist für insgesamt 4 Standorte in Entfernungen von 120 km zuständig. Das sagt doch alles. Wobei die Frittenbude bei dir noch einen Zahn schärfer ist.
 

JulieOcean

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
12 Dezember 2012
Beiträge
963
Bewertungen
428
Angeboten werden im wesentlichen hochwertige Wanddekorationsmaterialien und Möbel-/Dekorationsstoffe . ......Direkte Mitbewerber sind ortsansässige Raumausstatter, Baumärkte, Möbelhäuser. Diese verfügen zum Teil nicht über das gleiche Produktsortiment, aber beeinflussen den Markt durch Preis, Werbung und Qualität.
Also soll ein kleines Fachgeschäft aufgeben, damit die großen Baumärkte etc. die Kunden schlucken können? Lieber Riesenangebot statt Vielfalt?
Ob im Baumarkt das gleiche hochwertige Angebot zu finden ist, sei dahingestellt.

Schließen kann dein Geschäft ja weder das JC noch der Frittenbuden-Coach. Sollte dir das JC eine Bewerbungspflicht etc. aufzwingen, dann würde ich persönlich das halt zwangsläufig mitmachen. Aber die Hauptenergie würde ich weiterhin in das Geschäft fließen lassen.
 

ethos07

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 April 2007
Beiträge
5.679
Bewertungen
920
Für mich hört sich dieses Gutachten/Schreiben des Beraters eigentlich - bis auf die Schlussfolgerung - gar nicht so übel an: mit relativ kleinen Investitionen ins Marketing - die natürlich nicht nach dessen fehlerhaften Kenntnissen laufen müßten - ist das ein super eingeführtes _Nischen_geschäft. Mit mittelfristig guten Aussichten, 1 Person erhähren zu können.

Daher würde ich in aller Seelenruhe erstmal weitermachen und...

... zweiIdeen:
1) Es gibt sicher auch in deiner Stadt viele junge gute Webdesigner/Künstler, die dir gern auf Kredit/kleine künftige Umsatzbeteiligung, zügig einen guten kleinen Onlineauftritt (Blog) machen. Weshalb da kein E-Shop dazu kann, hast du ja bereits gut erklärt.
Wenn du aus dem Stoffdesign kommst, hast du ja bestimt auch selbst einen guten Blick was heute im Web gute Präsentationen sind, damit du dabei nicht einem nächsten Scharlatan aufsitzt ...:icon_redface:

2) Dann könntest du noch etwas Pressewerbearbeit in den Lokalmedien veranlassen, ggf. gleich mit deinen langjährigen Partnerhandwerksfirmen zusammen.

Und beides hältst du deinem JC dann 'entgegenkommend' unter die Nase - und gehst ab jetzt vor allem IMMER wie ein Schauspieler mit hoch erhobener Haupt und mit (möglichst sachkundiger) Begleitung!!! zu den nächsten Terminen.

Ggf. wirst du natürlich klagen müssen, wenn sie tatsächlich die Ausgaben aufgrund dieses Gutachtens in einem halben Jahr - trotz leicht steigender Einahmen (die solltst du ihnen natürlich präsentieren ) nicht mehr zahlen sollten.





____

********************************************************
 

Werkler

Elo-User*in
Mitglied seit
25 Februar 2013
Beiträge
92
Bewertungen
47
so schlecht ist der der Bericht vom Kautsch doch nicht - eigenfinanziert, schuldenfrei -, nur grottenfalsch interpretiert, wie Ethos07 schon sagt. Die bemängelten Punkte wie Werbung und Lage würde ich SOFORT aufgreifen, dem SB den Fetzen unter die Nase halten und Zuschuß und evtl.Darlehen (aber nur wenn zinsfrei) nach §16c SGB II verlangen!:biggrin::biggrin: War ja nicht Deine Idee, sondern der SB hat das angeleiert! Die müssen schließlich kostenbewußt arbeiten, und wenn der Kautsch schon so viel gekostet hat, dann dürfen die das Geld nicht in den Wind schießen, d.h. vorwärts! jetzt wird weitergemacht. Förderung als Hilfe zur Selbsthilfe!
 

n-tier

Elo-User*in
Mitglied seit
3 Juni 2006
Beiträge
206
Bewertungen
38
Da schließe ich mich nicht der Meinung von Werkler an. Mit 5000 Ocken, die du nach §16c SGB II Abs. 1 bekommst, damit kommt man nicht weit genug. Und die Unterschrift zur Auflösung deiner selbständigen Tätigkeit wird sicher mancher gerne unter die EGV setzen in Anbetracht des Geldregens. Und dann? Zum Ordnungsamt rennen, den alten Betrieb schließen und sofort einen neuen Betrieb eröffnen? :icon_hihi:
§16c SGB II Abs. 2 ist sowieso klar für's Coaching gedacht. Und mit §16c SGB II Abs. 3 hattest ja nun schon Kontakt.
 

Minn

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 Mai 2013
Beiträge
221
Bewertungen
76
So,heute lag die EGV im Briefkasten, da ich gerade keinen Scanner habe, werde ich die relevanten Passagen am Wochenende mal abtippen und hier einstellen, es wäre toll, wenn der eine oder andere mal drüberlesen könnte! Nur soviel schonmal, Ziel der EGV soll meine Eingliederung in den 1. Arbeitsmarkt sein (ich dachte, wenn man selbständig ist, ist man am 1. Arbeitsmarkt...) mit mindestens 5 Bewerbungen pro Monat, und diese Ortsabwesenheitsklausel steht auch drin. Die EGV soll vom 01.06. bis 30. 09. gelten.
Ich soll zudem noch eine aktuelle Bewerbungsmappe mit Lebenslauf, Zeugnissen etc. und Foto (!) einreichen-meinen Lebenslauf haben die schon, was soll das?!?
 
Oben Unten