Kann man beim ärztlichen Dienst Akteneinsicht einfordern?

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Sansiveria

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Hallo ihrs :smile:

Bei mir wurde ein Gutachten nach Aktenlage erstellt.
Ich hatte Schweigepflichtentbindungen für den Hausarzt, einen Facharzt und die DRV ausgestellt ... habe die vorgefertigten Vordrucke genommen, jedoch die Gültigkeitsdauer von 3 Jahren durchgestrichen und "einmalig" drunter geschrieben.

Nachdem ich jetzt das Gutachten Teil B zugeschickt bekam (bin aktuell noch bis Ende Oktober AU - voraussichtlich auch noch länger) und meine SB das GA nicht mit mir besprechen kann, habe ich mir auch den Teil A zuschicken lassen ... weil mir Teil B etwas "wischiwaschi" ausgedrückt war.
Ich interpretiere da rein, dass ich nach Teil B in 6 Monaten wieder in meinem alten Beruf würde arbeiten können ... wenn auch nur leichte Arbeiten und vorwiegend im Sitzen, obwohl die DRV was ganz anderes gesagt / geschrieben hat.

Durch Teil A des Gutachtens erhoffte ich mir mehr Hintergründe, wie diese Aussage zu werten sei.

Ich bekam aber nur einen Zettel zugeschickt, auf dem stand:

Maßgebliche Fremdbefunde:
Hausärztlicher Befundbericht vom ...

Diagnosen nach ICD

>Diagnose A<
>Diagnose B<
>Diagnose C<
>Diagnose D<

----------------------
Die haben also weder die Facharzt- noch die DRV - Sachen eingeholt!

Dazu muss man erklären, dass unsere Hausärztin durch Inkompetenz glänzt - noch nicht mal die CD öffnen kann, die mein alter Hausarzt mitgegeben hat (mit allen Vorbefunden) - aber leider ist sie der einzige Arzt am Ort :icon_frown:

Meine Hausärztin kennt mich grad mal knapp über ein Jahr und ist nicht über alles informiert!

Ist es also möglich, beim ärztlichen Dienst Akteneinsicht zu bekommen, damit ich erfahre, wie der zu der Erkenntnis kommt, dass es mir in 6 Monaten wieder besser gehen könnte?
 

motherati

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Hallo,

ob der Ärztliche Dienst Akteneinsicht geben muß, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Aus meiner Erfahrung im Krankenhausbetrieb weiß ich allerdings, dass dem Patienten Akteneinsicht gewährt werden muß!! Kopien allerdings nur gegen Bezahlung.
Ich würde es auf jeden Fall beim Ärztlichen Dienst versuchen und auch beim Hausarzt nachfragen ob dort vielleicht eine Gutachten-Kopie vorliegt, ansonsten diesen bitten beim Ärztlichen Dienst nachzufragen.

Gutes Gelingen!
 

blinky

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Doch das geht. Es gibt eine Dienstanweisung hierzu von der BA.

Danach darf die Akteneinsicht nur verweigert werden, wenn die offenlegen des Gutachtens bei der Akteneinsicht für den Betroffene eine Gefahr für seine Gesundheit etc. darstellen würde.

Einfach Antrag auf Akteneinsicht beim mediztinischen Dienst stellen.
 

Muzel

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Grundsätzlich darf die Einsicht in ein Gutachten nicht verweigert werden. Es ist schon richtig, dass mache Gutachten nur über HÄ eingesehen werden dürfen.
 

Doppeloma

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Hallo Sansiveria,

Bei mir wurde ein Gutachten nach Aktenlage erstellt.
Ich hatte Schweigepflichtentbindungen für den Hausarzt, einen Facharzt und die DRV ausgestellt ... habe die vorgefertigten Vordrucke genommen, jedoch die Gültigkeitsdauer von 3 Jahren durchgestrichen und "einmalig" drunter geschrieben.

Aus welchem konkreten Grund wurde diese Begutachtung angefordert und welches Ergebnis hast du dir davon erwartet?

"Einmalig" ist übrigens keine konkrete Befristung für die Verwendung von Schweigepflicht-Entbindunegen, da schreibt man ein festes Datum drauf, ab wann die ungültig werden.
Solltest du noch mal ausdrücklich (schriftlich und nachweislich) ab sofort widerrufen, mit Datum und Unterschrift natürlich. :wink:

Nachdem ich jetzt das Gutachten Teil B zugeschickt bekam (bin aktuell noch bis Ende Oktober AU - voraussichtlich auch noch länger) und meine SB das GA nicht mit mir besprechen kann, habe ich mir auch den Teil A zuschicken lassen ... weil mir Teil B etwas "wischiwaschi" ausgedrückt war.

Was soll deine SB da mit dir besprechen können, die weiß doch auch nicht mehr als im Teil B geschrieben wurde und soll das bei deiner Vermittlung beachten wenn du nicht mehr AU geschrieben bist.
Bis dahin ist doch ohnehin völlig irrelevant was in diesen "Gutachten" so drin steht, behandelt wirst du ja nicht vom ÄD sondern von deinen Ärzten. :icon_kinn:

Ich interpretiere da rein, dass ich nach Teil B in 6 Monaten wieder in meinem alten Beruf würde arbeiten können ... wenn auch nur leichte Arbeiten und vorwiegend im Sitzen, obwohl die DRV was ganz anderes gesagt / geschrieben hat.

Wenn bei der DRV nichts angefordert wurde, dann kann der ja nicht wissen was da drin gestanden hat, darum ist es immer besser selbst die notwendigen Unterlagen für solche geplanten "Gutachten" beim ÄD einzureichen und sich nicht auf den Fleiß der beauftragten Ärzte bei der Beschaffung zu verlassen.

Was wurde denn bei der DRV anders festgestellt, hast du die Leistungseinschätzung vorliegen ?
Dann mach eine Kopie davon und reiche die beim ÄD nach mit der Anfrage wie er dazu kommt dich wieder für leistungsfähig in deinem Beruf zu sehen, ohne diese Informationen angefordert und ausgewertet zu haben.

Die Möglichkeit (Schweigepflichtentbindung) hatte er doch schließlich von dir bekommen und die sind doch sonst auch so "scharf" darauf Unterlagen der DRV in die Finger zu bekommen, warum denn in diesem Falle nicht ?
Ist es denn überhaupt möglich in dem Bereich Tätigkeiten unter den vorgegebenen Bedingungen / Einschränkungen zu finden ?

Das Problem müsste dann allerdings dein Arbeitsvermittler irgendwie lösen können ... wenn du nicht mehr AU bist und der Vermittlung wieder zur Verfügung stehst.

Durch Teil A des Gutachtens erhoffte ich mir mehr Hintergründe, wie diese Aussage zu werten sei.

Ist das eine Optionskommune, dass es gar keinen regulären Teil A dort gibt ?

Die haben also weder die Facharzt- noch die DRV - Sachen eingeholt!

Muss der ÄD ja nicht, er könnte aber ... darum siehe oben, lieber selbst die notwendigen Unterlagen abgeben, dann weiß man wenigstens vorher was denen zur Verfügung steht.

Dazu muss man erklären, dass unsere Hausärztin durch Inkompetenz glänzt - noch nicht mal die CD öffnen kann, die mein alter Hausarzt mitgegeben hat (mit allen Vorbefunden) - aber leider ist sie der einzige Arzt am Ort :icon_frown:

Warum erteilst du dann ausgerechnet dafür eine Schweigepflicht-Entbindung, wenn ich mit einem Arzt nichts anfangen kann, dann suche ich mir einen anderen auch wenn ich dafür vielleicht eine längere Anfahrt haben würde ...

Dann öffne die CD selbst auf deinem PC und drucke dir die Befunde aus die darauf gespeichert sind, dann hast du sie wenigstens selber und kannst ihr ja (eine Kopie) geben von dem was wichtig sein könnte.

Meine Hausärztin kennt mich grad mal knapp über ein Jahr und ist nicht über alles informiert!

Unsere kannte uns fast 20 Jahre und war auch nicht über alles informiert, wegen meiner Psyche war ich beim Psychiater, dazu habe ich mit ihr auch keine Einzelheiten besprochen, wenn da wer Befunde / Berichte haben wollte musste er sich eben an den Psychiater wenden oder der hat mir was ausgedruckt zum abgeben /mitnehmen.

Ist es also möglich, beim ärztlichen Dienst Akteneinsicht zu bekommen, damit ich erfahre, wie der zu der Erkenntnis kommt, dass es mir in 6 Monaten wieder besser gehen könnte?

Vermutlich schon, aber was hast du davon, zu wissen aus welcher "Glaskugel" der das gelesen hat ... was strebst du denn an als Ergebnis ... in 6 Monaten könnte (theoretisch) die nächste Begutachtung folgen, wenn du weiterhin AU geschrieben bist ...alle medizinischen "Vermutungen" sind letztlich nur eine Art "Hellseherei", kein Arzt weiß sicher was in 6 Monaten wirklich sein wird mit dir ... :icon_evil:

Dann wird man sicher bald deine gesamte Erwerbsfähigkeit in Frage stellen und dir anraten EM-Rente zu beantragen ... das JC will dich vermitteln (angeblich) oder bei zu langer AU möglichst los werden ... der ÄD ist nur das willige Werkzeug dafür ...

Willst du das aktuelle "Gutachten" an sich in Frage stellen, reiche die Unterlagen ein (nur direkt beim ÄD) die das belegen könnten (von DRV und Facharzt), dass die Feststellungen (nach der bisherigen Aktenlage) nicht der Realität entsprechen, damit kannst du ja versuchen eine Korrektur oder eine erneute aber ordentliche Begutachtung durchzusetzen.

MfG Doppeloma
 

Sansiveria

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Danke erst mal für alle vorige Antworten!

@Doppeloma

Aus welchem konkreten Grund wurde diese Begutachtung angefordert und welches Ergebnis hast du dir davon erwartet?
Die Begutachtung erfolgte auf Anregung der SB - die meinte, sie könne mit mir so gar nichts anfangen, nachdem meine EMR abgelehnt wurde (auch der Widerspruch)

Was wurde denn bei der DRV anders festgestellt, hast du die Leistungseinschätzung vorliegen ?
Laut DRV sei ich noch >6 Std. auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeitsfähig, allerdings nicht mehr in meinem alten Beruf in der Pflege wg. Bandscheiben und chron. Schmerzen.

Ich hab das auch im Fragebogen so angegeben - allerdings auch, dass ich mir die Kniescheibe gebrochen hab und dass in ca. 6 Monaten erst die Drähte raus kommen und so lange die Bewegung eingeschränkt ist.

Das Problem sehe ich persönlich, dass jemand, der Teil B böswillig auslegt, mich wieder in die Pflege zurück bringen könnte, wenn er das so liest, was dort angegeben wurde:

---------------
Leistungsbild bezogen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt:
- vollschichtig

Maximale körperliche Arbeitsschwere:
- leichte Arbeit

Arbeitshaltung:
- Arbeit im Stehen ... zeitweise
- Arbeit im Gehen ... zeitweise
- Arbeit im Sitzen ... überwiegend

Ergänzende Beschreibung des negativen Leistungsbildes
Auszuschließen sind:

- Anhaltende Zwangshaltung der Wirbelsäule
- Häufiges Bücken
- Häufiges Heben und Tragen ohne mechanische Hilfsmittel
- Klettern, Steigen oder Bewegen in unebenem Gelände
- Häufiges Knien und Hocken
- Nachtschicht
- Absturzgefahr aus großen Höhen
- Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten
- Hohe Verletzungsgefahr

Sozialmedizinische Beurteilung

Derzeit besteht ein vollschichtiges Leistungsvermögen für leichte Arbeiten im Sitzen mit Unterbrechungsmöglichkeiten oder im Wechsel zwischen Stehen, Gehen, Sitzen und mit den im negativen Leistungsbild beschriebenen Einschränkungen. Die körperliche Belastbarkeit insbesondere auch die Steh- und Gehbelastung wird sich in den nächsten Monaten noch bessern.
Wird sie sicher - was das Knie angeht. Die Bandscheiben sind hinüber. Zur Zeit laufe ich deswegen mit Rollator, stehe unter Tilidin und Lyrica.

Beantwortung der Fragen im Auftrag an den Ärztlichen Dienst:

Eine Tätigkeit in der Pflege kann derzeit nicht verrichtet werden. Es liegt eine nicht nur vorübergehende Leistungseinschränkung vor.
Eine schwerwiegende Leistungseinschränkung droht vor.

-----------------------
Mir ist völlig klar, dass sich das GA in einigen Teilen widerspricht ... aber es kommt ja drauf an, was ein SB daraus macht ...

Ist es denn überhaupt möglich in dem Bereich Tätigkeiten unter den vorgegebenen Bedingungen / Einschränkungen zu finden ?
Seeehr schwer - in der Pflege!
Schreibtischtäter werden da nur selten gesucht. Verbinden, spritzen ... aus der Dokumentation bin ich seit Jahren raus.

Für "Bespaßung" im Sinne von Alltagsbegleiter ... https://berufenet.arbeitsagentur.de...66&such=Betreuungskraft+/+Alltagsbegleiter/in

bin ich nicht geeignet. Das wurde auch schon letztes Jahr mal angesprochen, obwohl ich gar nicht in der Lage wäre, überhaupt einen Rollstuhl zu schieben oder mit einem Bewohner spazieren zu gehen ...

Ist das eine Optionskommune, dass es gar keinen regulären Teil A dort gibt ?
Nein, ist ein JC der BA

... darum ist es immer besser selbst die notwendigen Unterlagen für solche geplanten "Gutachten" beim ÄD einzureichen und sich nicht auf den Fleiß der beauftragten Ärzte bei der Beschaffung zu verlassen.
Tja, ich dachte besonders geschickt vorzugehen - schrieb, dass ich einen Teil der Unterlagen selbst zur Begutachtung mitbringen würde - in der Hoffnung, dass kein GA nach Aktenlage erstellt würde.
Der Schuss ging wohl nach hinten los, oder?

... lieber selbst die notwendigen Unterlagen abgeben, dann weiß man wenigstens vorher was denen zur Verfügung steht.
OK - bei der DRV wäre mir das möglich gewesen, beim Facharzt allerdings nicht.
Ich habe keine Ahnung, was für Unterlagen der von mir hat und welche er für den ä.D. für wichtig erachten würde.
Ich persönlich würde es aber schon als wichtig sehen, wenn ein Kunde des JC eine neurologischen Grunderkrankung angibt - und mich dann informieren wollen, ob diese Erkrankung Auswirkungen auf die Vermittlungsfähigkeit hat.

Macht ja auch nicht so sehr viel Sinn, jemanden zu vermitteln, der dann öffentlichkeitswirksam zusammen bricht :bigsmile:

... wenn ich mit einem Arzt nichts anfangen kann, dann suche ich mir einen anderen auch wenn ich dafür vielleicht eine längere Anfahrt haben würde ...
Wenn man in einer Gegend wohnt, wo eine einfache Fahrt mit dem Bus in die nächste Ortschaft (wo der nächste Arzt ist) schon mal fast 4 Euro kostet, dann überlegt man es sich schon ... :icon_kinn:

Dann öffne die CD selbst auf deinem PC und drucke dir die Befunde aus die darauf gespeichert sind, dann hast du sie wenigstens selber und kannst ihr ja (eine Kopie) geben von dem was wichtig sein könnte.
Mal gucken ... das sind Sachen von ... zig Jahren ... könnte etwas mehr werden ...

Dann wird man sicher bald deine gesamte Erwerbsfähigkeit in Frage stellen und dir anraten EM-Rente zu beantragen ... das JC will dich vermitteln (angeblich) oder bei zu langer AU möglichst los werden
Wohin abschieben?
EMR wurde ja bereits abgelehnt und - soviel ich weiß - geht dann das abschieben ins SGB XII nicht, oder irre ich mich da?
 
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