Kann man bei Bezug von ALG1 für Einkünfte aus Nebengewerbe auf Grund von Schwankungen eine Durchschnittsberechnung beantragen/verlangen?

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Ferdinand1234

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Hi Leute,

kurz zum Hintergrund: Bei Nebengewerbe und Bezug von ALG1 darf man meines Wissens ja lediglich 165 Euro hinzuverdienen, ohne dass das ALG gekürzt wird. Die Berechnung erfolgt meines Wissens für jeden Monat neu.

Nun habe ich in einem anderen Thread gelesen, dass das gleiche oder ähnliche Szenario bei Bezug von ALG 2 statt 1 meiner Meinung nach sinnvoller gestaltet ist. Man kann bei stark schwankenden Einkünften wohl beantragen, dass die Berechnung nicht monatlich erfolgt, sondern der Durchschnitt aus einem längeren Zeitraum zu Grunde gelegt wird, zum Beispiel für 6 Monate.

Also angenommen jemand macht in einem Zeitraum von 6 Monaten 990 Euro Gewinn aus Nebengewerbe, dann wären das monatlich im Schnitt genau die 165 Euro und es dürfte nichts abgezogen werden, wenn die Durchschnittsberechnung zu Grunde gelegt wird.
Wenn der gleiche Gesamtgewinn aber im Extremfall innerhalb eines einzigen Monats erwirtschaftet wurden, während in allen anderen 5 Monaten kein einziger Euro Gewinn gemacht wurde, würde die Agentur ja 825 Euro abziehen.

Meine Frage lautet daher, ob jemand weiß, ob ich bei Bezug von ALG1 eine Berechnung nach dem Durchschnitt vereinbaren kann?

VG
 

BerndB

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Handelt es sich um eine selbstständige Nebentätigkeit? Da könnte eine durchschnittliche Anrechnung erfolgen. Betonung auf "könnte". Hier hab ich das Stichwort "schwankend" gefunden. Aber ohne Lösung dazu. Einfach die AfA fragen.
 

Ferdinand1234

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Das Nebengewerbe ist neu. Und das es zwei verschiedene Systeme sind stimmt wohl. Aber meinem Gerechtigkeitsverständnis nach, sollte man ja insbesondere bei ALG1 nicht benachteiligt werden, weil es sich mehr oder weniger um eine Versicherungsleistung handelt, für die man bezahlt hat.

Diese Regelung führt im Zweifel dazu, dass nebengewerblich selbstständige Geld in Form von Betriebsausgaben ausgeben, um es nicht gänzlich zu verlieren. Davon hat ja am Ende des Tages keiner was. Aber eine moralische Diskussion darüber führt wahrscheinlich zu nichts :-D

Die Afa selbst sagt, es wird monatlich berechnet. Aber ich hatte in einem anderen Thread, da ging es wie erwähnt um ALG2, gelesen, dass sie dort auch erst auf die Durchschnittsberechnung gehen, wenn man es ausdrücklich verlangt. Hätte ja sein können, dass das für ALG1 auch in ähnlicher Form möglich ist, aber scheint tatsächlich nicht so zu sein. Zumindest finde ich darüber nichts.
 

Antihartzer19

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Zu den Betriebausgaben, du kannst entweder pauschal 20 % abziehen oder eine BWA liefern und diesen Wert benutzen.
Du kannst Dich auch, wenn das praktikabel ist, an den Tagen wo Du unternehmerisch tätig bist Dich befristet abmelden und dann behältst Du alles.
Bekommst aber kein Alg1 für diese Zeit. Und eventuell meldet sich Deine Krankenversicherung.
 
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Ferdinand1234

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Zu den Betriebausgaben, du kannst entweder pauschal 20 % abziehen oder eine BWA liefern und diesen Wert benutzen.
Du kannst Dich auch, wenn das praktikabel ist, an den Tagen wo Du unternehmerisch tätig bist Dich befristet abmelden und dann behältst Du alles.
Bekommst aber kein Alg1 für diese Zeit. Und eventuell meldet sich Deine Krankenversicherung.

Ich glaube man kann sogar 30% abziehen, aber es geht dennoch etwas flöten.
 

ela1953

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Bei nichtselbstständiger Arbeit und ALG I kenne ich:

Nur 14,9 Stunden wöchentlich..
Durchschnittsverdienst nur, wenn schon länger..
Vom Verdienst dürfen Werbungskosten abgezogen werden

Deine Frage ist ok, denn die AA handelt nicht immer korrekt.

Mir wurden bei langer Nebentätigkeit nur 165 Euro genehmigt.

Die SB wusste von nichts, ich hatte aber einen Flyer dabei, der auch auf dem Tresen lag.
Die hinzugerufene SB kannte zwar die Regel, sagte aber, dass sie die nie anwendet.
Auch Werbungskosten fielen unter den Tisch.

Wie das mit Werbungskosten bei Selbstständigkeit läuft, weiß ich aber nicht.

Paar Wochen später wurde einer Türkin die gleichen Lügen aufgetischt. Sie sagte, dass sie seit 2 Jahren mit dem Bus zur Firma fährt.
Sie sollte auch nur 165 Euro Freibetrag bekommen.
Ich hab mich dann eingemischt, die Frau wurde dann aber in ein Büro gebeten.
Der Flyer lag nicht mehr aus.
 
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