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Kann ich überhaupt Hartz 4 beantragen?

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Nicht offen für weitere Antworten.

Don Eggbert

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#1
Hallo ihr Lieben,

erstmal hallo^^ Ich hoffe, ich bin hier richtig und ihr könnt mir weiterhelfen, da ich ein Problem habe, und die SuFu nicht wirklich Ergebnisse gebracht hat, die auf mein Problem zutreffen.

Folgender Sachverhalt: (muss etwas ausholen)

Ich bin 19 Jahre alt. Ich habe mich bisher trotz eines Abis mit 1,5 erfolglos beworben und möchte mich in diesem Herbst für ein Studium bewerben. Ich bin mit meiner Freundin, ebenfalls 19 + in Ausbildung, nach Hamburg gezogen, da so die Bewerbungschancen größer sind, wie man mir sagte und ihre Ausbildung dort stattfindet. Wir sind beide Hauptwohnsitzlich hier gemeldet. Die Miete sollten teilweise wir, teilweise ihre Eltern tragen. Jedoch sind ihre Eltern abgesprungen und wir müssen nun allein die Miete zusammenkratzen. Meine können es sich allerdings nicht leisten uns zu unterstützen. Meine freundin hat Schüler-Bafög beantragt, welches allerdings noch nicht bewilligt wurde. Momentan leben wir von meinem Minijob, ihrem ´+meinem Kindergeld und Ersparnissen.
Ich bin bereits bei der ARGE als ausbildungssuchend geführt, da ich sonst kein Kindergeld bekomme (zwecks Nachweis). Auf den Druck ihrer Eltern hin habe ich beim Amt einen Hartz 4 Antrag gestellt, da sie felsenfest der Überzeugung sind, dass ich unterstützung bekommen müsse. Zur Zeit habe ich einen 400€ job, bei dem jedoch meistens nur 200€ zusammenkommen. So wie ich es bisher gelesen habe, habe ich aber gar keinen Anspruch auf Hartz4, da ich ja zu meinen Eltern zurück könnte. Mein Problem ist zudem, dass ich mich habe zwingen lassen eine zusätzliche Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben, bei der ich mich mehrmals bewerben muss, anschließend in einen 1€-Job vermittelt werden soll etc etc. Bewerben tue ich mich sowieso nebenbei, weil es in meiner Eingliederungsvereinbarung der Ausbildungssuche so vereinbart ist.
Habe ich überhaupt die Möglichkeit Hartz4 zu beantragen? Und wenn nicht, kann ich den Antrag dann wieder zurückziehen und damit auch die Eingliederungsvereinbarung fallen lassen? Weil was wollen sie mir an Leistungen kürzen, wenn ich gar keine beziehe? Ich versuche sowieso noch mehr im Minijob zu verdienen, damit wir das Geld zusammenbekommen, da brauche ich keinen 1€ Job, bei dem ich noch weniger bekomme.
Ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt. Wenn noch Fragen offen sind, versuche ich alles zu beantworten, hauptsache ich finde hier bei euch Hilfe.
vielen Dank im Voraus.

liebe Grüße
 

blinky

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#2
Willkommen im Forum.

Erstmal hören wir hier nicht gerne das Wort Harz IV. Denn wir wollen uns nicht mit Herrn Harz und seine Machenschaften (Lustreisen etc) identifizieren.

Ob dein Antrag erfolg hat, hängt davon ab ob deine Freundin und Du eine Einstandsgemeinschaft seid. Wenn ihr beide eine Einstandgsgemeinschaft seid hat auch das Einkommen deiner Freundin Einfluß darauf ob Du Anspruch hast oder nicht bzw. wieviel.

Blinky
 

Don Eggbert

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#3
Entschuldigung, dass ich Hartz 4 gesagt habe, war mir über die Konsequenzen nicht im Klaren.

Soweit ich weiß laufen wir unter Einstandsgemeinschaft.
Nur ist meine Frage noch nicht richtig beantwortet, bzw. mir fehlt noch ein Stück.
Zum einen die Sache, ob ich überhaupt Arbeitslosengeld 2 (hoffe das ist jetzt richtig) beantragen kann/darf. Weil ich habe gelesen, dass es für U25 nur dann gezahlt wird, wenn triftige Gründe vorliegen das Elternhaus zu verlassen. Und die sind bei mir nicht gegeben.
Zum anderen die Sache, ob ich den Antrag einfach "widerrufen" kann, wenn ich vlt. eine andere Lösung finde. Ich habe ihn noch nicht eingereicht. Und zusätzlich, ob mit dem Rückziehen des Antrages auch die Eingliederungsvereinbarung widerrufe? Oder ist dann mit Sanktionen zu rechnen? Wenn ich jedoch weder einen Antrag einreiche, noch Gelder wirklich beziehe, können schließlich auch keine gestrichen werden, oder?
Wie kann man eigentlich einen Antrag zurückziehen?
Wäre froh, wenn mir jemand alle Fragen beantworten könnte.
 

blinky

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#4
Du kannst jederzeit dein Antrag zurückziehen. Einfach formlos schriftlich der AGRE erklären, das Du nicht mehr bedürtig bist.

Unter bestimmten Vorraussetzung braucht Du nicht zu deinen Eltern ziehen. Zum Beispiel wenn deine Eltern und Du euch nicht verstehen.

§ 22 Leistungen für Unterkunft und Heizung

2a) Sofern Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, umziehen, werden ihnen Leistungen für Unterkunft und Heizung für die Zeit nach einem Umzug bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres nur erbracht, wenn der kommunale Träger dies vor Abschluss des Vertrages über die Unterkunft zugesichert hat. Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet, wenn
1.der Betroffene aus schwerwiegenden sozialen Gründen nicht auf die Wohnung der Eltern oder eines Elternteils verwiesen werden kann,
2.der Bezug der Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist oder
3.ein sonstiger, ähnlich schwerwiegender Grund vorliegt.
Unter den Voraussetzungen des Satzes 2 kann vom Erfordernis der Zusicherung abgesehen werden, wenn es dem Betroffenen aus wichtigem Grund nicht zumutbar war, die Zusicherung einzuholen. Leistungen für Unterkunft und Heizung werden Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht erbracht, wenn diese vor der Beantragung von Leistungen in eine Unterkunft in der Absicht umziehen, die Voraussetzungen für die Gewährung der Leistungen herbeizuführen.
Das ist ja bei Dir nicht der Fall. Somit hättest Du Anspruch auf ALG II

Blinky
 

Mario Nette

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#5
Als du ausgezogen bist, war da nach eigener Einschätzung dein Lebensunterhalt gesichert? Wenn dem so war und sich die Umstände erst später geändert haben, dann kann man dich sowieso nicht zwingen, wieder in die elterliche Wohnung zu ziehen. Deine Eltern sollen dir kurz ein Schreiben fertigmachen, in welchem sie dir mitteilen, dass eine Rückkehr in ihre Wohung nicht möglich ist.

Ferner ist die Frage nach der BG zu klären. Ihr wohnt sicherlich noch nicht lange zusammen ;) - außerdem stelle ich in Frage, ob ihr jetzt schon wirklich füreinander einstehen wollt. Wenn dem nicht so ist, solltet ihr der Einstufung als BG widersprechen.

Mario Nette
 

Don Eggbert

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#6
Er war eigentlich sicher meiner Ansicht nach. Nur ihre Eltern sind dann abgesprungen, da sie es sich doch nicht leisten können/wollen.
Wenn sie mir so ein Schreiben fertig machen sollen, was muss dort denn dann rein? Muss ich dann jetzt nicht mehr Einkommensnachweise etc. meiner Eltern anfügen? Bzw. wenn ich irgendetwas vergesse, werde ich dann nochmal angeschrieben, oder die betreffenden Personen?(Eltern, Freundin, Hausverwaltung)
 

Mario Nette

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#7
Wenn du von der ARGE aufgefordert wirst, zurückzuziehen, dann lass ein kurzes formloses Schreiben deiner Eltern anfügen: "Hiermit bestätigen wir, dass XYZ nicht wieder in die von uns bewohnte Unterkunft aufgenommen wird." oder so ähnlich.

Mario Nette
 

Arania

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#8
Auch wenn die Eltern so etwas aufsetzen, kann es eine Unterhaltspflicht der Eltern des Antragstellers geben
 

Don Eggbert

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#9
Genau diese Unterhaltspflicht meine ich, wenn ich sage, dass ich skeptisch bin, überhaupt berechtigt zu sein.

1. "Muss ich dann jetzt nicht mehr Einkommensnachweise etc. meiner Eltern anfügen? Bzw. wenn ich irgendetwas vergesse, werde ich dann nochmal angeschrieben, oder die betreffenden Personen?(Eltern, Freundin, Hausverwaltung)"

2. Wenn ich den Antrag zurückziehe, muss ich darin begründen, warum ich ihn zurückziehe UND muss ich nachweisen, dass ich nicht mehr hilfebedürftig bin?

3. Verfällt damit auch die Eingliederungsvereinbarung?

4. Kann ich später erneut einen Antrag stellen?

Wäre froh, wenn ihr mir auch diese Fragen noch beantworten könntet.

Nachtrag: Ich habe noch gelesen:

"Sofern Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, umziehen, werden ihnen Leistungen für Unterkunft und Heizung für die Zeit nach einem Umzug bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres nur erbracht, wenn der kommunale Träger dies vor Abschluss des Vertrages über die Unterkunft zugesichert hat. Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet, wenn 1.der Betroffene aus schwerwiegenden sozialen Gründen nicht auf die Wohnung der Eltern oder eines Elternteils verwiesen werden kann,
2.der Bezug der Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist oder
3.ein sonstiger, ähnlich schwerwiegender Grund vorliegt.

Dazu habe ich auch noch eine Frage:

Ich habe ja einen Minijob, aber dieser fällt sicherlich nicht unter "Eingliederung in den Arbeitsmarkt" oder?
Mir wurde von der SB nämlich gesagt, dass mir zusätzlich noch ein 1€-Job aufgedrückt wird, wenn ich keinen Vollzeitjob oder eine Ausbildung finde.
Was muss ich darüber nun denken?
 

Don Eggbert

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#10
Kann mir wirklich niemand meine letzten paar Fragen noch beantworten? Es wäre für mich sehr hilfreich, wenn ich noch die Infos bekommen würde...
 

blinky

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#11
Genau diese Unterhaltspflicht meine ich, wenn ich sage, dass ich skeptisch bin, überhaupt berechtigt zu sein.

1. "Muss ich dann jetzt nicht mehr Einkommensnachweise etc. meiner Eltern anfügen? Bzw. wenn ich irgendetwas vergesse, werde ich dann nochmal angeschrieben, oder die betreffenden Personen?(Eltern, Freundin, Hausverwaltung)"

Da Du noch keine Ausbildung hast. möchte Die ARGE die Unterlagen haben um zu prüfen ob Sie noch Unterhaltspflichtig Dir gegenüber sind bzw. deren Finazielle Mittel dazu ausreichen

2. Wenn ich den Antrag zurückziehe, muss ich darin begründen, warum ich ihn zurückziehe UND muss ich nachweisen, dass ich nicht mehr hilfebedürftig bin?

Du kannst jederzeit deinen ALG II-Antrag zurückziehen.
Viele ARGEn wollen dann eine Begründung und Beweise haben,
was nicht erforderlich ist. Allerdings verlierst Du auch deinen Krankenversicherungsschutz nach einem Monat und Du hast Fehlzeiten in der Rentenversicherung

3. Verfällt damit auch die Eingliederungsvereinbarung?

Wenn Du deinen ALG II-Antrag zurückziehst ist die EGV hinfällig.

4. Kann ich später erneut einen Antrag stellen?

Du kannst jederzeit einen Antrag auf ALG II stellen, wenn die Vorraussetzungen vorliegen.

Wäre froh, wenn ihr mir auch diese Fragen noch beantworten könntet.

Nachtrag: Ich habe noch gelesen:

"Sofern Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, umziehen, werden ihnen Leistungen für Unterkunft und Heizung für die Zeit nach einem Umzug bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres nur erbracht, wenn der kommunale Träger dies vor Abschluss des Vertrages über die Unterkunft zugesichert hat. Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet, wenn 1.der Betroffene aus schwerwiegenden sozialen Gründen nicht auf die Wohnung der Eltern oder eines Elternteils verwiesen werden kann,
2.der Bezug der Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist oder
3.ein sonstiger, ähnlich schwerwiegender Grund vorliegt.

Dazu habe ich auch noch eine Frage:

Ich habe ja einen Minijob, aber dieser fällt sicherlich nicht unter "Eingliederung in den Arbeitsmarkt" oder?
Mir wurde von der SB nämlich gesagt, dass mir zusätzlich noch ein 1€-Job aufgedrückt wird, wenn ich keinen Vollzeitjob oder eine Ausbildung finde.
Was muss ich darüber nun denken?

Du hast alles zu unternehmen um deine Bedürtigkeit zu beenden oder zu veringern. Aus diesen Grund geht ein Minijob vor einem 1 EuroJob. Da Du ja durch deinen Minijob deine Bedürftigkeit reduzierst. Sicherlich überschneidet sich ja der 1 EuroJob mit dem Minijob.
Wie lange lebt ihr zwei denn schon zusammen?
Denn von einer Einstandsgemeinschaft geht man davon aus, das man sich gegenseitig finanziell unterstützt.

Blinky
 

Don Eggbert

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#12
Danke für die Antworten Blinky.

"Allerdings verlierst Du auch deinen Krankenversicherungsschutz nach einem Monat und Du hast Fehlzeiten in der Rentenversicherung"

Ich bin noch über meine Eltern versichert (Familienversicherung), hat das dann jetzt Einfluss darauf, wenn ich den Antrag zurückziehe? Müssen die mich neu eintragen lassen oder hat es sich mit dem Krankenversicherungsschutz schon gegessen, weil ich sowieso familienversichert bin?
Ich bin bei der ARGE als ausbildungssuchend gemeldet (zwecks Kindergeld). Das wird mir auf die Rentenzeit angerechnet. Ich hab danach erst den Antrag gestellt. Ich würde ja weiterhin als ausbildungssuchend mich laufen lassen, nur halt den Antrag zurückziehen. Ist das so in Ordnung oder habe ich dich jetzt falsch verstanden?

Den Minijob mache ich an 3 Tagen nachmittags. Sie sagte, dass da vormittags immer noch Platz wäre bei den anderen Tagen für einen 1€ Job.

Wir wohnen bereits 5 Monate zusammen.

Danke für eine neue schnelle Antwort.:icon_smile:
 

blinky

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#13
Wärt ihr beide bereit euch gegenseitig finanziell zu unterstützen?

Blinky
 

Don Eggbert

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#14
Ich denke ja, das wären wir.

Sind denn meine Annahmen aus dem vorheringen Post betreffs Renten- und Krankenversicherung richtig?
 

blinky

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#15
Krankenversichert über die Familie ja, wenn Familienversichert. Aber ich würde sagen, das Du dann Fehlzeiten in der Rente hast.

Vielleicht kann jemand anderes mehr dazu sagen.

Blinky
 

Seelenstaub

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#16
Vielleicht sollte man sich da mal mit dem Rententräger in verbindung setzen ....

Gruss Seelenstaub
 

Don Eggbert

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#17
Ich werde mich dann mal mit dem Rentenversicherungsträger in Verbindung setzen.
Nun zu meiner, denke ich, aller letzte Frage.:icon_smile:
Wie sieht denn so ein Rückzugsschreiben aus? An wen muss es gehen? An die SB oder die ARGE allgemein?
Könnte mir jemand vlt. ein paar Tipps geben oder mal so ein Blankoschreiben hier schreiben? Ich weiß wirklich nicht, wie sowas aussehen muss und was da rein soll...
 
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