Kann ich mich als arbeitssuchend melden, obwohl ich ALG 1 im Rahmen der Nahtlosigkeit erhalte?

Ju123

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Hallo zusammen,
ich erhalte seit März ALG 1 im Rahmen der Nahtlosigkeit.
Ich musste einen Antrag auf Reha stellen, dieser wurde erst abgelehnt. Dann habe ich fristwahrend einen Widerspruch eingelegt, weil ich nicht wusste, ob ich sonst eventuell Probleme bekomme von der AfA.
Nun schickt mir die DRV am gleichen Tag einen Brief mit dem üblichen "ihr Widerspruch ist bei uns ein eingegangen... bitte reichen Sie die Begründung nach...usw." und gleichzeitig einen anderen Umschlag mit der Bewilligung für die Reha, der Bescheid mit der Ablehnung wäre somit hinfällig.
Okay, verstehe wer will.....
Jedenfalls überlege ich ja schon eine ganze Weile was ich denn möchte und brauche. In Reha möchte ich eigentlich nicht, ich habe den Antrag nur gestellt weil ich musste.
Seit einer Weile merke ich das ich aus dem Loch vielleicht eher wieder raus komme wenn ich wieder arbeiten gehe.
Deswegen die Frage, kann ich mich bei der AfA als normal arbeitssuchend melden obwohl ich in der Nahtlosigkeit bin und die Reha dann weglassen?
Oder kann ich die stationäre Reha auch in eine ambulante ändern?
Das wäre zumindest ein Kompromiss, denn mir würde es zur Zeit nicht gut gehen vier Wochen oder länger von zu Hause weg zu sein.

Danke und viele Grüße
 

saurbier

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Hallo Ju123,

ich glaube du solltest dir zuerst einmal klar werden was du überhaupt so willst und wie du dir deine weitere Zukunft denn vorstellst.

Wenn du seitens der KK bereits ausgesteuert wurdest, dürftest du ja sicherlich bereits seit langem AU sein und das dürfte doch seine Gründe haben, oder. Erst recht wenn dich jetzt auch noch der äD-Gutachter anhand deiner medizinischen Unterlagen für mehr als 6 Monate unter 3 Std./tägl. leistungsfähig eingestuft hat - hallo -.

Da solltest du ggf. froh sein, wenn dir die DRV jetzt eine Reha anbietet um deine Gesundheit und Leistungsfähigkeit hinsichtlich dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu prüfen, erst recht wenn man auf deinen Widerspruch hin jetzt eine Reha für sinnvoll erachtet.

Ob es da je nach Krankheit tatsächlich sinnvoll erscheint eine stationäre Maßnahme lieber gegen eine ambulante zu tauschen - nun ja das kann unsereins wohl schlecht beurteilen. Fakt ist, daß dir das Wahlrecht bei der Antragsstellung ja zustand, ob man dies im Nachhinein noch ändert ist fraglich und 4 Wochen abseits deines bisherigen Alltagsgeschehens muß nicht unbedingt nachteilig sein. Hinzu kommt der Umstand, daß du erst einmal eine ambulante Rehastätte vor Ort finden müßtest, die dein Problem behandelt, was ja nicht ganz einfach ist je nachdem wo man wohnt.

Ob du tatsächlich lieber arbeiten gehen solltest - na das kann doch keiner von uns wissen. Wir kennen doch nicht deine gesundheitlichen Probleme. Nur über eines solltest du dir bei dieser Überlegung schon im klaren sein, wenn du jetzt wieder eine Arbeit aufnimmst, wars das mit der DRV. Solche Überlegungen sollten eigentlich während des Leistungsbezuges bei der KK angestrengt werden, welche dann die Möglichkeit einer Arbeitsaufnahme durch einen stufenweisen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben finanziell begleitet.
 

Ju123

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Hallo Ju123,

ich glaube du solltest dir zuerst einmal klar werden was du überhaupt so willst und wie du dir deine weitere Zukunft denn vorstellst.

Wenn du seitens der KK bereits ausgesteuert wurdest, dürftest du ja sicherlich bereits seit langem AU sein und das dürfte doch seine Gründe haben, oder. Erst recht wenn dich jetzt auch noch der äD-Gutachter anhand deiner medizinischen Unterlagen für mehr als 6 Monate unter 3 Std./tägl. leistungsfähig eingestuft hat - hallo -.

Da solltest du ggf. froh sein, wenn dir die DRV jetzt eine Reha anbietet um deine Gesundheit und Leistungsfähigkeit hinsichtlich dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu prüfen, erst recht wenn man auf deinen Widerspruch hin jetzt eine Reha für sinnvoll erachtet.

Ob es da je nach Krankheit tatsächlich sinnvoll erscheint eine stationäre Maßnahme lieber gegen eine ambulante zu tauschen - nun ja das kann unsereins wohl schlecht beurteilen. Fakt ist, daß dir das Wahlrecht bei der Antragsstellung ja zustand, ob man dies im Nachhinein noch ändert ist fraglich und 4 Wochen abseits deines bisherigen Alltagsgeschehens muß nicht unbedingt nachteilig sein. Hinzu kommt der Umstand, daß du erst einmal eine ambulante Rehastätte vor Ort finden müßtest, die dein Problem behandelt, was ja nicht ganz einfach ist je nachdem wo man wohnt.

Ob du tatsächlich lieber arbeiten gehen solltest - na das kann doch keiner von uns wissen. Wir kennen doch nicht deine gesundheitlichen Probleme. Nur über eines solltest du dir bei dieser Überlegung schon im klaren sein, wenn du jetzt wieder eine Arbeit aufnimmst, wars das mit der DRV. Solche Überlegungen sollten eigentlich während des Leistungsbezuges bei der KK angestrengt werden, welche dann die Möglichkeit einer Arbeitsaufnahme durch einen stufenweisen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben finanziell begleitet.

Hallo Saurbier,
danke für deine Antwort.
Ja, das ist mir teilweise klar und natürlich überlege ich viel, was ich möchte und was das Beste wäre.
Um das zu entscheiden, wollte ich eben wissen, ob ich weiterhin ALG 1 bekomme, bzw ob das so einfach geht, mich bei der AfA als arbeitssuchend zu melden!?
Entscheidungen treffen fällt mir sehr schwer manchmal, was eben auch zu meinem "Krankheitsbild" gehört. Ich möchte vor allem um jede Möglichkeit Bescheid wissen.
Es gibt einige Gründe, die für mich gegen eine stationäre Reha sprechen.
Ich werde das abklären, ob eine ambulante Reha auch möglich ist.
 

Lucky Luke

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Hallo @Ju123,

...das ist mir teilweise klar und natürlich überlege ich viel, was ich möchte und was das Beste wäre.
Um das zu entscheiden, wollte ich eben wissen, ob ich weiterhin ALG 1 bekomme, bzw ob das so einfach geht, mich bei der AfA als arbeitssuchend zu melden!?...
meiner Ansicht nach könnte das funktionieren, aber was soll dir das bringen?!

Wie bereits Saurbier geschrieben hat, bekommst du ja das sog. Nahtlosigkeits-ALG1 nur deshalb, weil die Krankenkasse dich nach 78 Wochen Krankheit aus dem Krankengeldbezug ausgesteuert hat und dich der ÄD der AfA anschliessend als "unter 3 Std. täglich, länger als 6 Monate" erwerbsfähig begutachtet hat...
Meiner Ansicht nach ein eindeutiges Indiz, dass deine Erkrankung kein "Pappenstiel" ist und es dir deshalb tatsächlich nicht möglich ist (zumindest derzeit) einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Ich gehe davon aus, dass du KEIN ruhendes Arbeitsverhältnis hat, sondern dein AG dir während deiner Krankheit gekündigt hat?

Andernfalls müsstest du ja - um eine andere Arbeit aufnehmen zu können - zunächst einmal dein (noch) bestehendes Arbeitsverhältnis kündigen? Und das würde die AfA mit Sicherheit hinterfragen - und wenn du dann doch einmal bei der DRV bzgl. einer Erwerbsminderungsrente landen solltest - wärst du auch hier in Erklärungsnot.

Du hast wahrscheinlich auch eine - sagen wir mal so - zu blauäugige Vorstellung davon, was die AfA für dich tun könnte, wenn du ein "normaler Arbeitsloser" wärst... Glaubst du ernsthaft, dass du dann zig offene Stellen offeriert bekommst, auf die du dich mit deinen gesundheitlichen Einschränkungen bewerben kannst, und dann in nullkommanichts einen Arbeitgeber findest, der dich mit offenen Armen einstellt???

Ich kann gut verstehen, in welchem Dilemma du dich befindest. Wie geht es weiter, was kann ich zukünftig noch machen/arbeiten, täte mir eine geregelte Arbeit (abgesehen von der finanziellen Seite) nicht auch psychisch gut usw. usw. usw.....

Aber das -> nach einem für dich passenden, leidensgerechten Arbeitsplatz suchen <- kannst du auch während deines ALG1-Bezuges nach § 145 SGBIII tun (und wirst wahrscheinlich dann alsbald bemerken, wie schwierig das ist).

Wenn du jetzt aber der AfA signalisierst: bin arbeitssuchend, bin nicht mehr krank (und dir von deinem Arzt auch keine AUB's mehr ausstellen lässt und an deine KK weiterleitest...), brauche/möchte keine Reha... und dann dein "Kartenhaus" irgendwann zusammenfällt, ja, was dann?!

Dann hast du dir mMn zumindest bei der DRV jedwede Chance auf eine EM-Rente - oder auch nur eine nötige Reha - für die nähere Zukunft verbaut. Und die AfA wird dich auch nicht "schonend" behandeln, sondern dich auffordern, dich auf jede mögliche und unmögliche Stellenausschreibung zu bewerben, dir Massnahmen "anbieten" usw. usw.

Deshalb -> überlege dir gut, was du tust; die Geister die ich rief...

Alles Gute für dich, LG Lucky Luke
 

Ju123

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Hallo @Ju123,


meiner Ansicht nach könnte das funktionieren, aber was soll dir das bringen?!

Wie bereits Saurbier geschrieben hat, bekommst du ja das sog. Nahtlosigkeits-ALG1 nur deshalb, weil die Krankenkasse dich nach 78 Wochen Krankheit aus dem Krankengeldbezug ausgesteuert hat und dich der ÄD der AfA anschliessend als "unter 3 Std. täglich, länger als 6 Monate" erwerbsfähig begutachtet hat...
Meiner Ansicht nach ein eindeutiges Indiz, dass deine Erkrankung kein "Pappenstiel" ist und es dir deshalb tatsächlich nicht möglich ist (zumindest derzeit) einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Ich gehe davon aus, dass du KEIN ruhendes Arbeitsverhältnis hat, sondern dein AG dir während deiner Krankheit gekündigt hat?

Andernfalls müsstest du ja - um eine andere Arbeit aufnehmen zu können - zunächst einmal dein (noch) bestehendes Arbeitsverhältnis kündigen? Und das würde die AfA mit Sicherheit hinterfragen - und wenn du dann doch einmal bei der DRV bzgl. einer Erwerbsminderungsrente landen solltest - wärst du auch hier in Erklärungsnot.

Du hast wahrscheinlich auch eine - sagen wir mal so - zu blauäugige Vorstellung davon, was die AfA für dich tun könnte, wenn du ein "normaler Arbeitsloser" wärst... Glaubst du ernsthaft, dass du dann zig offene Stellen offeriert bekommst, auf die du dich mit deinen gesundheitlichen Einschränkungen bewerben kannst, und dann in nullkommanichts einen Arbeitgeber findest, der dich mit offenen Armen einstellt???

Ich kann gut verstehen, in welchem Dilemma du dich befindest. Wie geht es weiter, was kann ich zukünftig noch machen/arbeiten, täte mir eine geregelte Arbeit (abgesehen von der finanziellen Seite) nicht auch psychisch gut usw. usw. usw.....

Aber das -> nach einem für dich passenden, leidensgerechten Arbeitsplatz suchen <- kannst du auch während deines ALG1-Bezuges nach § 145 SGBIII tun (und wirst wahrscheinlich dann alsbald bemerken, wie schwierig das ist).

Wenn du jetzt aber der AfA signalisierst: bin arbeitssuchend, bin nicht mehr krank (und dir von deinem Arzt auch keine AUB's mehr ausstellen lässt und an deine KK weiterleitest...), brauche/möchte keine Reha... und dann dein "Kartenhaus" irgendwann zusammenfällt, ja, was dann?!

Dann hast du dir mMn zumindest bei der DRV jedwede Chance auf eine EM-Rente - oder auch nur eine nötige Reha - für die nähere Zukunft verbaut. Und die AfA wird dich auch nicht "schonend" behandeln, sondern dich auffordern, dich auf jede mögliche und unmögliche Stellenausschreibung zu bewerben, dir Massnahmen "anbieten" usw. usw.

Deshalb -> überlege dir gut, was du tust; die Geister die ich rief...

Alles Gute für dich, LG Lucky Luke

Hallo Lucky Luke,
danke für deine Antwort und ja, du hast wohl Recht. Diese Gedanken mache ich mir ja auch alle und deswegen fällt es mir auch so schwer.
Bin ich überhaupt in der Lage wieder normal zu arbeiten nach so langer Zeit usw....
Mir fehlt eben auch eine Aufgabe, aber um genug Geld rein zu bekommen, müsste ich ja Vollzeit arbeiten und das von heute auf morgen ist auch nicht ohne.
Ich denke das beste für mich ist, die Reha zu machen, aber wenn es geht ambulant. Und dann weiter schauen.
Ich bin mir eben auch nicht mehr sicher, ob das nichts tun weiterhin förderlich für meine Gesundheit ist. Besser geht es mir so eigentlich auch nicht und es wird ja mit der Zeit auch nicht einfacher wieder einzusteigen.
 
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