Kann ich einen nicht genehmigten Umzug einfach während einer Bezugspause durchführen?

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Sanara

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Angenommen ich beziehe Leistungen nach dem SGB II und möchte einen nicht genehmigten Umzug durchführen. Normalerweise würden mir die Kosten der Unterkunft nur in der Höhe der vorherigen Wohnung bezahlt werden, wodurch ich den Rest durch meinen Regelsatz decken müsste.

Wenn mein Vermögen nun aber ausreichen würde, um die Umzugskosten plus die Kosten der Unterkunft für einen Monat aus eigener Hand zu decken, könnte ich dann nicht einfach den Bezug der Leistungen zum Ende des Monats kündigen, im Folgemonat umziehen, und im darauffolgenden Monat wieder Leistungen nach dem SGB II beantragen? Würde der JC in diesem Fall die Kosten der neuen Unterkunft übernehmen? Oder stellt diese Vorgehensweise möglicherweise einen Verstoß gegen Teile des SGBs dar?
 

Stauer

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Hallo, :welcome: im Forum.
Nein, der Leistungsbezug gilt dann nur als unterbrochen. Die Zeit ohne Leistungsbezug gilt als Leistungsunterbrechung bis 180 Tage. Es würde die KDU nur in der alten, bereits übernommenen Höhe gezahlt. Den Rest mußt Du dann vom Regelsatz bezahlen.
So, wie Du Dir das erhoffst, funktioniert das leider nicht.
 

Sanara

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Hallo, :welcome: im Forum.
Nein, der Leistungsbezug gilt dann nur als unterbrochen. Die Zeit ohne Leistungsbezug gilt als Leistungsunterbrechung bis 180 Tage. Es würde die KDU nur in der alten, bereits übernommenen Höhe gezahlt. Den Rest mußt Du dann vom Regelsatz bezahlen.
So, wie Du Dir das erhoffst, funktioniert das leider nicht.
Danke für die Antwort.
Wie verhält es sich aber nun, wenn ich aus wichtigen Gründen während einer Leistungsunterbrechung aus meiner derzeitigen Wohnung ausziehen wollte? Müsste ich dann erst einen Antrag an den Jobcenter stellen, obwohl ich keine Leistungen beziehe? Oder wird im Nachhinein festgestellt, ob mein Umzug notwendig war?
 

abcabc

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Es gäbe noch eine Option: Du ziehst so weit weg, dass ein anderes JC zuständig ist. Dann wäre es ein Neuantrag und die KdU Richtlinien des Standortes der neuen Wohnung gelten bzgl. der Mietobergrenzen. Ist halt die Frage, ob dir ein Umzug wichtiger ist, oder ob es dir wichtiger ist in deiner vertrauten Stadt/Region zu bleiben.
 

Sanara

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Es gäbe noch eine Option: Du ziehst so weit weg, dass ein anderes JC zuständig ist. Dann wäre es ein Neuantrag und die KdU Richtlinien des Standortes der neuen Wohnung gelten bzgl. der Mietobergrenzen. Ist halt die Frage, ob dir ein Umzug wichtiger ist, oder ob es dir wichtiger ist in deiner vertrauten Stadt/Region zu bleiben.
Abweichend von meiner ursprünglichen Fragestellung: Was ist, wenn ich schlichtweg keinen Verlängerungsantrag gestellt habe und nach Ablauf des Bewilligungszeitraums umziehe? Würde dies automatisch dazu führen, dass bei Wiederbeantragung der Leistungen beim selben JC nur die KdU der alten Wohnung übernommen werden?
 

abcabc

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Ich habe irgendwo mal Urteile gesehen, dass wenn der ALG II Bezug für 1-2 Monate unterbrochen ist, währenddessen der Umzug stattgefunden hat und anschließend wieder ALG II bezogen wurde, die höhere KdU übernommen werden muss. Ich meine da stand was drin, dass es zwischendurch eine kurzzeitige Arbeitsaufnahme gab. Müsste ich nochmal googlen (oder du findest es selbst).
Wobei es möglicherweise um Kostensenkungsaufforderungen ging und nicht um einen Umzug - bin mir da grad nicht sicher.....
Es gibt noch einen Haken: Wenn der Kram vor das Sozialgericht geht, kann der Richter ziemlich willkürlich frei urteilen.
Wie hoch ist denn die Differenz zwischen der Miete der aktuellen Wohnung und der geplanten Wohnung?
Und je nach Stadt, z.B. Berlin würde sogar ein Umzug in einen anderen Bezirk ausreichen für einen Neuantrag....
 

Sanara

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Ich habe irgendwo mal Urteile gesehen, dass wenn der ALG II Bezug für 1-2 Monate unterbrochen ist, währenddessen der Umzug stattgefunden hat und anschließend wieder ALG II bezogen wurde, die höhere KdU übernommen werden muss. Ich meine da stand was drin, dass es zwischendurch eine kurzzeitige Arbeitsaufnahme gab. Müsste ich nochmal googlen (oder du findest es selbst).
Es gibt nur einen Haken: Wenn der Kram vor das Sozialgericht geht, kann der Richter ziemlich willkürlich frei urteilen.
Wie hoch ist denn die Differenz zwischen der Miete der aktuellen Wohnung und der geplanten Wohnung?
Um die Situation hinreichend zu schildern:
Ich erhalte seit Anfang des Jahres Unterhalt, solange ich einer Berufsausbildung nachgehe. Zugleich werde ich aus gesundheitlichen Gründen aus meinem jetzigen WG-Zimmer ausziehen, sobald ich eine angemessene (1-Z-)Wohnung finde. Da ich die Berufsausbildung wahrscheinlich aus gesundheitlichen Gründen abbrechen werde, werde ich wieder auf ALG2 angewiesen sein. Die Differenz zwischen der aktuellen und geplanten Wohnung kann ich bisher nicht betiteln, gehe aber etwa 200€ bzw. 66% aus. Lieber wäre mir ein Umzug außerhalb des Leistungsbezugs, da ich die Hürde, entsprechende Atteste und Gutachten vorzulegen, die die Notwendigkeit meines Umzuges beweisen, gerne umgehen würde, insbesondere da dies den Umzug erheblich verzögern könnte.
 

abcabc

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Habs gefunden. Geht wohl nur, wenn du zwischendurch mindestens 1 Monat arbeitest und genug verdienst um aus ALG II rauszukommen.

Wie ist das in der jetzigen WG geregelt? Bist du Hauptmieter oder Untermieter? Oder verstehst du dich gut mit dem Vermieter? Wenn dir zum passenden Zeitpunkt gekündigt wird, ist ein Umzug zwangsläufig notwenig = JC muss ihn genehmigen. Und bei einem notwendigen Umzug gelten die örtlichen Richtlinien und die alte Miete ist vollkommen egal.

Was beziehst du denn aktuell für Leistungen? BAB?
 

Sanara

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Habs gefunden. Geht wohl nur, wenn du zwischendurch mindestens 1 Monat arbeitest und genug verdienst um aus ALG II rauszukommen.

Wie ist das in der jetzigen WG geregelt? Bist du Hauptmieter oder Untermieter? Wenn du Untermieter bist, kann dir natürlich einfach zum passenden Zeitpunkt gekündigt werden. Und dann ist ein Umzug zwangsläufig notwenig = JC muss ihn genehmigen.

Was beziehst du denn aktuell für Leistungen? BAB?
Ich bin Untermieter in der WG und habe bereits zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt. Es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass der ordentlichen Kündigung ein Aufhebungsvertrag zuvorkommen wird, mit dem das Mietverhältnis im Interesse beider Parteien vorzeitig beendet wird.
Seit Jahresanfang beziehe ich keine Leistungen, erhalte ausschließlich Unterhaltsleistungen, welche zudem an besagte Berufsausbildung gebunden sind. Die Unterhaltsleistungen sind insofern ausreichend zur Überwindung meiner Bedürftigkeit, als dass ich derzeit keine Sozialleistungen beziehe - das Existenzminimum überschreiten sie jedoch nicht. Ich habe auf jedem Fall vor die Leistungen für mindestens einen Monat zu unterbrechen, allerdings womöglich nicht darüber hinaus.
 

abcabc

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Seit Jahresanfang beziehe ich keine Leistungen, erhalte ausschließlich Unterhaltsleistungen, welche zudem an besagte Berufsausbildung gebunden sind.
Was sind Unterhaltsleistungen? Geld von deinen Eltern oder von welcher Stelle stammt das?
Wenn das Geld von deinen Eltern stammt und du vor Beginn des ALG II Bezuges umziehst, ist das egal.

Ist das eigentlich gut geplant mit der Kündigung oder schläfst du bald unter der Brücke, wenn du Pech hast? Klingt so, als ob du noch keine neue Wohnung gefunden hast, aber schon gekündigt hast, obwohl der Mietmarkt in den meisten Städten extrem schlecht aussieht...
 

Sanara

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Was sind Unterhaltsleistungen? Geld von deinen Eltern oder von welcher Stelle stammt das?
Wenn das Geld von deinen Eltern stammt und du vor Beginn des ALG II Bezuges umziehst, ist das egal.

Ist das eigentlich gut geplant mit der Kündigung oder schläfst du bald unter der Brücke, wenn du Pech hast? Klingt so, als ob du noch keine neue Wohnung gefunden hast, aber schon gekündigt hast, obwohl der Mietmarkt in den meisten Städten extrem schlecht aussieht...
Die Unterhaltsleistungen stammen von meinen Eltern.
Die Kündigung war rückblickend ein fataler Fehler und eine Fehleinschätzung meinerseits. Wenn ich Pech habe, werde ich tatsächlich wohnungslos. Die Entscheidung war auf jeden Fall überstürzt und bereuenswert, allerdings habe ich zumindest noch drei Monate Zeit, um eine neue Wohnung zu finden.

Danke für die bisherigen Antworten. Dadurch kann ich meine derzeitigen Handlungsmöglichkeiten zumindest besser abschätzen.
 

Stauer

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Wie verhält es sich aber nun, wenn ich aus wichtigen Gründen während einer Leistungsunterbrechung aus meiner derzeitigen Wohnung ausziehen wollte?
Ü 25 hast Du ein Anrecht auf eine eigene Wohnung. Es braucht dann keine Erklärung dafür. Wenn die doch eine hören wollen, sind Streitereien mit den Eltern oder persönliche Entwicklung und Entfaltung auch gute Gründe. Bist Du Ü 25?
Ach so, Du wohnst in einem WG-Zimmer. Da kann als Begründung dienen: ständige Störungen beim Lernen. Finde einfach mal eine Wohnung und beantrage dafür die KDU. In welcher Höhe die Wohnung als angemessen gilt, ist in jeder Stadt verschieden. Dürfte aber leicht zu erfahren sein.
Wobei es möglicherweise um Kostensenkungsaufforderungen ging und nicht um einen Umzug - bin mir da grad nicht sicher.....
Bitte gut aufpassen, das sind 2 Paar Schuhe.
Ich bin Untermieter in der WG und habe bereits zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt. Es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass der ordentlichen Kündigung ein Aufhebungsvertrag zuvorkommen wird, mit dem das Mietverhältnis im Interesse beider Parteien vorzeitig beendet wird.
Das ist ganz schlecht. Wo willst Du denn wohnen? Wenn bereits gekündigt ist, braucht es keinen Aufhebungsvertrag. Ist der Untermietvertrag an den Ausbildungsvertrag gekoppelt? Den Ausbildungsvertrag keinesfalls mittels Aufhebungsvertrag lösen, da dann eine Sperre bzw. Leistungsversagung droht. Die behaupten dann es wäre Deine Schuld, daß Du nicht mehr weiter machst, auch wenn gesundheitliche Beweggründe vorliegen.
Man sucht sich erst eine Wohnung und kündigt, wenn ein neuer Mietvertrag abgeschlossen ist.
 

Sanara

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Ü 25 hast Du ein Anrecht auf eine eigene Wohnung. Es braucht dann keine Erklärung dafür. Wenn die doch eine hören wollen, sind Streitereien mit den Eltern oder persönliche Entwicklung und Entfaltung auch gute Gründe. Bist Du Ü 25?
Ach so, Du wohnst in einem WG-Zimmer. Da kann als Begründung dienen: ständige Störungen beim Lernen. Finde einfach mal eine Wohnung und beantrage dafür die KDU. In welcher Höhe die Wohnung als angemessen gilt, ist in jeder Stadt verschieden. Dürfte aber leicht zu erfahren sein.
Ich bin U25, allerdings bereits vor dem Erstbezug ausgezogen, wodurch sich in der Hinsicht keine Probleme ergaben.
Das ist ganz schlecht. Wo willst Du denn wohnen? Wenn bereits gekündigt ist, braucht es keinen Aufhebungsvertrag. Ist der Untermietvertrag an den Ausbildungsvertrag gekoppelt? Den Ausbildungsvertrag keinesfalls mittels Aufhebungsvertrag lösen, da dann eine Sperre bzw. Leistungsversagung droht.
Man sucht sich erst eine Wohnung und kündigt, wenn ein neuer Mietvertrag abgeschlossen ist.
Der Aufhebungsvertrag würde nur zustandekommen, falls ich eine neue Wohnung finde bevor die Kündigung greift.
Die Wohnung ist nicht an einen Ausbildungsvertrag gebunden, der Unterhalt allerdings schon.
Das mit der Kündigung bedaure ich. Bei der Berufsausbildung Schulausbildung handelt es sich um einen Kurs zum Erwerb eines Schulabschlusses, wodurch sich erst der Unterhaltsanspruch ergibt.
 

Stauer

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Was meinst Du, kannst Du die Kündigung nochmal zurückziehen, wenn Du Dich mit Deinem Vermieter mal zusammensetzt? Wenn die Kündigung nicht länger als 3 Tage zurückliegt, kann es vieleicht gehen. Es hängt aber vom Vermieter ab, ob er die Kündigung akzeptiert oder damit einverstanden ist, das Mietverhältnis fortzusetzen, wenn die Kündigung zurückgenommen wird.
Bezüglich dem Kurs würde ich noch mal mit dem Kursleiter ein Gespräch führen, ob er eine Zeit lang (bis es Dir gesundheitlich besser geht) ruhen kann.
Wurde der Kurs vom JC finanziert? Wann würde die Prüfung sein?
Ob der Unterhalt von Deinen Eltern weiter gezahlt werden kann, müßtest Du wohl mit Deinen Eltern absprechen. Ich hoffe sehr, Du hast verständnisvolle Eltern.
 

Sanara

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Was meinst Du, kannst Du die Kündigung nochmal zurückziehen, wenn Du Dich mit Deinem Vermieter mal zusammensetzt? Wenn die Kündigung nicht länger als 3 Tage zurückliegt, kann es vieleicht gehen. Es hängt aber vom Vermieter ab, ob er die Kündigung akzeptiert oder damit einverstanden ist, das Mietverhältnis fortzusetzen, wenn die Kündigung zurückgenommen wird.
Ich kann die Kündigung nicht zurückziehen. Ich kann vielleicht, insofern ich eine andere Wohnung und einen Nachmieter finde und der Hauptmieter sich entgegenkommend zeigt, durch einen Aufhebungsvertrag früher aus der jetzigen Wohnung ausziehen bzw. das Mietverhältnis früher beenden. Der Grund, weswegen ich gekündigt habt ist damit ich, sobald ich eine Wohnung finde, nicht für mehrere Monate doppelt Miete zahlen muss. Dass das eine schlechte Idee war ist mir nun bewusst.
Bezüglich dem Kurs würde ich noch mal mit dem Kursleiter ein Gespräch führen, ob er eine Zeit lang (bis es Dir gesundheitlich besser geht) ruhen kann.
Die Situation ist leider nochmals komplexer als hier dargestellt. Der Kurs ist von der Prüfung unabhängig und flexibel belegbar (da online), und entspricht nicht einem Vollzeitschulunterricht. Dennoch bestehen Ansprüche auf Kindergeld, Unterhalt und ab dem 6. Monat auch Schüler-Bafög. Der JC weiß (noch) nicht, dass ich diesen Kurs mache, und die Zulassung zur Prüfung zum Erwerb des Schulabschlusses ist noch nicht erfolgt. Da bereits aufgrund meiner gesundheitlichen Probleme zweifelsohne abzusehen ist, dass ich den Kurs zum Prüfungstermin nicht hinreichend besucht haben werde, werde ich diesen wahrscheinlich zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen und meinen Antrag zur Prüfungszulassung zurückziehen. Täte ich dies nicht, müsste ich mit einem Nichtbestehen der Prüfung rechnen. Insofern ist auch die Pausierung der Kurses nicht wirklich möglich.
Wurde der Kurs vom JC finanziert? Wann würde die Prüfung sein?
Ob der Unterhalt von Deinen Eltern weiter gezahlt werden kann, müßtest Du wohl mit Deinen Eltern absprechen. Ich hoffe sehr, Du hast verständnisvolle Eltern.
Der JC hat den Kurs nicht finanziert, und der Kurs ist dem JC auch nicht bekannt, noch teil einer EV. Der Elternteil, der mir derzeit Unterhalt zahlt, kann dies in naher Zukunft nicht mehr in ausreichender Höhe tun. Ansonsten könnte ich Unterhaltsansprüche lediglich einklagen, wobei diese bei Abbruch des Kurses vermutlich nicht fortbestünden und so oder so nur in einem Gerichtsverfahren erstritten werden könnten, bis zu dessen Entscheidung ich jedoch auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen sein werde.
 

Stauer

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Der Elternteil, der mir derzeit Unterhalt zahlt, kann dies in naher Zukunft nicht mehr in ausreichender Höhe tun. Ansonsten könnte ich Unterhaltsansprüche lediglich einklagen,
Wenn der Elternteil das zu finanzieren nicht in der Lage ist, nützt auch keine Klage, da eine Klage nicht die finanzielle Lage des Unterhaltzahlers verbessern kann. Auch wenn die Voraussetzung der Zahlung war, daß Du den Abschluß machst, ist eine Klage aussichtslos. Hast Du schon Anträge gestellt (Kindergeld, Schülerbafög)? Wenn Du mit dem JC wieder zu tun hast und den Kurs noch machst, hast Du auch Anspruch auf Geldleistungen für den persönlichen Schulbedarf, gemäß § 28 Abs. 3 SGB II, derzeit in Höhe von 150,-€ pro Schuljahr. Auch bei Besuch einer VHS.
Zu wieviel % hast Du Fehlzeiten und welcher Abschluß ist das? Sind die Fehlzeiten nachweisbar krankheitsbedingt? Ich glaube 2 Drittel muß man anwesend sein. Steht dazu etwas in den AGB's? Prüfungen kann man auch wiederholen. Das ist keine Schande.
 

Sanara

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Wenn der Elternteil das zu finanzieren nicht in der Lage ist, nützt auch keine Klage, da eine Klage nicht die finanzielle Lage des Unterhaltzahlers verbessern kann. Auch wenn die Voraussetzung der Zahlung war, daß Du den Abschluß machst, ist eine Klage aussichtslos.
Die Klage würde sich an den nicht zahlungswilligen Elternteil richten, der zwar Mittel hat, aber nicht ohne Klage zur Zahlung gebracht werden kann. Der Elternteil, der freiwillig zahlt, hat eben nur sehr begrenzte Mittel zur Verfügung, die nur temporär zur Überbrückung meiner Situation ausreichen.
Hast Du schon Anträge gestellt (Kindergeld, Schülerbafög)? Wenn Du mit dem JC wieder zu tun hast und den Kurs noch machst, hast Du auch Anspruch auf Geldleistungen für den persönlichen Schulbedarf, gemäß § 28 Abs. 3 SGB II, derzeit in Höhe von 150,-€ pro Schuljahr. Auch bei Besuch einer VHS.
Ich habe bisher noch keine der Anträge gestellt, da ich derzeit keinen Anspruch auf Kindergeld oder Schüler-Bafög habe. Um einen Anspruch auf beide zu haben, müsste ich in "Vollzeit" (etwa 6 Stunden am Tag) am Kurs arbeiten, was derzeit nicht der Fall ist.
Zu wieviel % hast Du Fehlzeiten und welcher Abschluß ist das?
In den zwei Monaten, in denen ich eingeschrieben war, bisher zwischen 90% und 100% - die Teilnahme ist mir aufgrund verschiedener psychischer wie auch physischer Einschränkungen weitestgehend nicht möglich. Die Leistungskontrollen erfolgen nach eigenem Tempo, bedeutet ich kann Aufgaben abgeben, wann ich will. Präsenzkurse existieren nicht, alles läuft über eine Online-Plattform. Der Kurs bereitet auf die Fremdenprüfung Abitur vor, ist aber keine Voraussetzung zur Prüfungszulassung.
Sind die Fehlzeiten nachweisbar krankheitsbedingt?
Nein, nicht ohne weiteres. Allenfalls könnte eine ärztliche Stellungsnahme erstellt werden, dass über den genannten Zeitraum aus gesundheitlichen Gründen eine Teilnahme nicht möglich war, allerdings liegen nur vereinzelt Atteste vor.
Prüfungen kann man auch wiederholen. Das ist keine Schande.
Die Prüfung lässt sich exakt ein einziges Mal wiederholen, und angesichts der Tatsache, dass die gesundheitlichen Umstände, die mir die Prüfungsteilnahme so schwer machen, wahrscheinlich nicht in absehbarer Zeit behoben sein werden, würde ich ungerne einen Prüfungsversuch "verschwenden", bei welchem ich weiß, dass ein Bestehen so gut wie unmöglich ist, selbst wenn ich ab sofort in Vollzeit lernen würde, was ich schlichtweg nicht kann.
Ich glaube 2 Drittel muß man anwesend sein. Steht dazu etwas in den AGB's?
Eine Anwesenheitspflicht im Kurs besteht nicht, da dieser im eigenen Lerntempo erfolgt. Ich könnte auch über drei Jahre lernen und jeden Monat eine Aufgabe einreichen.

Meine derzeitige Position zum Kurs und zum Schulabschluss: Beides ist derzeit nicht für mich zu bewältigen, daher würde ich beides sobald wie möglich beenden und auch vom JC fernhalten. Da die Teilnahme am Kurs, in dem Umfang, wie sie bisher erfolgte, keiner Schulausbildung gleichkommt, und ich auch noch zu keiner Prüfung zugelassen wurde, entstehen mir bei Rückzug meines Zulassungsantrags zumindest keine Nachteile, wie es bei einer abgebrochenen Schulausbildung der Fall sein könnte. Die Kurskosten werde ich wohl oder übel noch einige Monate tragen müssen, da eine Mindestlaufzeit von 6 Monaten gegeben ist. Da ich auch nicht (hinreichend) aktiv am Kurs teilnehmen werde und nicht unmittelbar einen Schulabschluss anstrebe, werde ich wohl auch keine Leistungen für den persönlichen Schulbedarf beanspruchen können. Jegliche Vorteile, die ich durch eine Kursteilnahme erstreiten könnte, würden ein Teilnahmepensum erfordern, das derzeit für mich absolut untragbar ist.
 

Birgit63

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Wenn du aber krankheitsbedingt die Ausbildung abbrechen musst, sind deine Eltern dir trotzdem zu Unterhalt verpflichtet. Ob sie das weiter können, muss erst überprüft werden. Sagen, sie können das nicht weiter, reicht nicht aus.
 

abcabc

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Es gibt ein paar Großbaustellen.

Zur Wohnsituation:
1. Kannst du bei deinen Eltern oder Freunden unterkommen, zumindest vorübergehend?
2. Hast du schon angefangen nach Wohnungen zu suchen?
Da du derzeit kein ALG II beziehst, sondern privat Unterhalt von deinen Eltern, brauchst du für garnichts eine Genehmigung. Du darfst bloß auf KEINEN Fall gegenüber dem JC sagen, dass du zum Zeitpunkt der Kündigung davon ausgegangen bist bald ALG II zu beziehen. Es ist halt plötzlich der Unterhaltsanspruch weggebrochen und das mit dem Abitur hat nicht geklappt (Details gehen das JC nichts an). Und schon ist das vollkommen unproblematisch mit der Kündigung, da nichts mehr vorsätzlich ist. ;)
3. Hast du ärztliche Atteste oder Gerichtsurteile oder sonst was, aus denen hervorgeht, dass du nicht mehr bei deinen Eltern wohnen kannst/sollst/darfst oder es gesundheitsschädlich wäre? Sonst könnte das mit U25 und eigener Wohnung je nach JC/SB noch viele Probleme geben....


Zum Abitur:
Du kannst, auch wenn du ALG II beziehst, den Online Kurs nochmal komplett neu anfangen. Da der Kurs in Teilzeit ist und du die Zeiten frei einteilen kannst, stehst du offiziell dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Offiziell machst du halt nur 10-15h pro Woche. Wieviel du wirklich an dem Kurs arbeitest geht niemanden was an.
Und wenn du viele gesundheitliche Einschränkungen hast, wird es dem JC nicht gelingen dich so schnell in einen Job zu vermitteln.
Hast du irgendein konkretes berufliches Ziel, für das du Abitur brauchst, oder möchtest du das Abi-Zeugnis nur an die Wand nageln?


Zur Gesundheit:
Hast du einen Betreuer, einen guten Therapeuten oder Freunde/Verwandte, denen du vertraust und die dir helfen?
Klingt so, als ob du überfordert bist mit alltäglichen Dingen, wenn du einfach so spontan die Wohnung kündigst ohne eine neue gefunden zu haben, etc.pp.
 

Sanara

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Es gibt ein paar Großbaustellen.

Zur Wohnsituation:
1. Kannst du bei deinen Eltern oder Freunden unterkommen, zumindest vorübergehend?
Das kann ich derzeit nicht beurteilen.
2. Hast du schon angefangen nach Wohnungen zu suchen?
Da du derzeit kein ALG II beziehst, sondern privat Unterhalt von deinen Eltern, brauchst du für garnichts eine Genehmigung. Du darfst bloß auf KEINEN Fall gegenüber dem JC sagen, dass du zum Zeitpunkt der Kündigung davon ausgegangen bist bald ALG II zu beziehen. Es ist halt plötzlich der Unterhaltsanspruch weggebrochen und das mit dem Abitur hat nicht geklappt (Details gehen das JC nichts an). Und schon ist das vollkommen unproblematisch mit der Kündigung, da nichts mehr vorsätzlich ist. ;)
Ich habe bereits angefangen nach Wohnungen zu suchen.
Desweiteren konnte ich gestern die Kündigung zurücknehmen, wodurch die drohende Wohnungslosigkeit erst einmal beseitigt ist.
3. Hast du ärztliche Atteste oder Gerichtsurteile oder sonst was, aus denen hervorgeht, dass du nicht mehr bei deinen Eltern wohnen kannst/sollst/darfst oder es gesundheitsschädlich wäre? Sonst könnte das mit U25 und eigener Wohnung je nach JC/SB noch viele Probleme geben....
Ja, ich habe ein entsprechendes Attest, welches dem JC bereits in der Vergangenheit genügte.
Zum Abitur:
Du kannst, auch wenn du ALG II beziehst, den Online Kurs nochmal komplett neu anfangen. Da der Kurs in Teilzeit ist und du die Zeiten frei einteilen kannst, stehst du offiziell dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Offiziell machst du halt nur 10-15h pro Woche. Wieviel du wirklich an dem Kurs arbeitest geht niemanden was an.
Und wenn du viele gesundheitliche Einschränkungen hast, wird es dem JC nicht gelingen dich so schnell in einen Job zu vermitteln.
Hast du irgendein konkretes berufliches Ziel, für das du Abitur brauchst, oder möchtest du das Abi-Zeugnis nur an die Wand nageln?
Ich möchte nach dem Abitur ein bestimmtes Studium anpeilen.
Zur Gesundheit:
Hast du einen Betreuer, einen guten Therapeuten oder Freunde/Verwandte, denen du vertraust und die dir helfen?
Klingt so, als ob du überfordert bist mit alltäglichen Dingen, wenn du einfach so spontan die Wohnung kündigst ohne eine neue gefunden zu haben, etc.pp.
Ein Betreuer kommt für mich unter keinen Umständen in Frage (wenn damit ein gesetzlicher Vormund gemeint ist). Unterstützung in manchen Angelegenheiten wäre für mich rein theoretisch entlastend, praktisch habe ich mit vielen Hilfsangeboten ganz miserable Erfahrungen damit gemacht, und ferner möchte ich unter allen Umständen vermeiden, als unmündig zu gelten.
 

Liane17

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Vllt kannst du auch einen Wohnberechtigungsschein beantragen. Dann kommt man leichter an Wohnungen. Bei Wohnbaugesellschaften kannst du dich in Listen eintragen lassen.
 

Kerstin_K

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Ein Betreuer kommt für mich unter keinen Umständen in Frage (wenn damit ein gesetzlicher Vormund gemeint ist). Unterstützung in manchen Angelegenheiten wäre für mich rein theoretisch entlastend, praktisch habe ich mit vielen Hilfsangeboten ganz miserable Erfahrungen damit gemacht, und ferner möchte ich unter allen Umständen vermeiden, als unmündig zu gelten.
Es gibt da Möglichkeiiten zum Beispiel über den Sozialpsychitriscchen dienst. Dann kommt zu vereinbarten Zeiten, zum Beispiel einmalin der Woce oder alle 14 Tage jemand zu dir, geht mit dir Papierkram durch,kann dich bei bedarf auch zu Behörden begleiten, je nachdem, welce Unterstützung du brsuchst. Das ist keie Entmündigung, das ist nur eine zusätliche Unterstützung.
 

isso

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ferner möchte ich unter allen Umständen vermeiden, als unmündig zu gelten
Es ist so schade, dass dieses Bild (leider auch in mancher Behörde) noch besteht. Eine rechtliche Betreuung, wenn so ausgeführt, wie vorgesehen, ist keine Entmündung. Und für Einwilligungsvorbehalte braucht es schon entsprecende Gründe. Rechtliche Betreuung oder auch ambulant betreutes Wohnen sind Ergänzugsleistungen und Unterstützungsangebote, die besonders in schwierigen Lebenssituationen entlastend wirken können.

Es ist wie überall, ob Krankenhaus, Arzt, Jobcenter, Sachbearbeiter oder eben auch rechtliche Betreuung, es scheint gehäuft nur negative Erfahungen zu geben. Nur was viele Menschen vergessen, die die zufrieden sind, die bei denen es gut läuft, die finden sich selten in Hilfeforen. Und schlechte Nachrichten/Bewertungen haben auch die Tendenz sich x-Mal schneller zu verbreiten als gute.
 

Stauer

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Ich würde das auch meiden, wie Covid 19. Es gibt gute aber auch schlechte Erfahrungen. Z.B. wenn jemand mit der Post Schwierigkeiten hat, kann ein Betreuer bestellt werden. Da könnte man denken: 'Da wird doch geholfen.' Wenn die Hilfe dann so aussieht, daß der zu Betreuende entweder zu spät oder garnicht erfährt, daß er Post hatte, hat es sich schon ausgeholfen. Das kann keine Hilfe sein, denn eine Betreuung soll nur solange sein, bis derjenige wieder alleine zurecht kommt. Wenn er aber seine Post nicht einmal mehr zu Gesicht bekommt, ist er noch schlimmer dran als vorher, denn da wußte er wenigstens, daß ein Brief kam.
Anderes Beispiel: Nach einem Gewaltverbrechen trug einer eine Hirnblutung davon. Weitestgehend erholte er sich wieder. Für den 1. Arbeitsmarkt reichte es aber nicht. Er war noch jung und hatte einen besseren Betreuer. Der schlug ihm vor, sich an das Integrationsamt zu wenden. Das tat er dann auch und die schlugen ihm vor, in einer Integrationsfirma zu arbeiten. Das macht er heute noch. Mit dem JC kam er nie in Berührung, hat er gesagt.
Ich nehme mal an, das hält sich ungefähr die Waage, mit der Betreung. Ein Teil gut und ein Teil schlecht.
Nur was viele Menschen vergessen, die die zufrieden sind, die bei denen es gut läuft, die finden sich selten in Hilfeforen.
Ja stimmt. Die gründen Selbsthilfegruppen. Sie möchten ihre Erfahrungen anderen Leuten bekannt machen.
Nun zurück zum Thema.
Ich könnte auch über drei Jahre lernen und jeden Monat eine Aufgabe einreichen.
Das entschärft das ja. Bei so wenig Anwesenheit würde ich die Prüfung auch erst später machen. Schaffst Du es denn eine Aufgabe zu machen und kannst Du die Aufgabe frei wählen?
Desweiteren konnte ich gestern die Kündigung zurücknehmen, wodurch die drohende Wohnungslosigkeit erst einmal beseitigt ist.
Das freut mich sehr.
Dann fällt doch der Unterhalt garnicht weg, denn Du lernst ja noch, nur etwas langsamer. Kannst Du versuchen, mit Deinen Eltern nochmals ein Gespräch zu führen?
Vieleicht nützt es etwas, wenn Du ihnen von Deinen gesundheitlichen Problemen etwas mitteilst. Vieleicht unterstützen sie dann doch weiter. Unterhaltsklage wäre für mich das letzte Mittel aber allemal besser als JC.
Ich denke nicht, daß Du wegen jeder Turbulenz im Leben, gleich einen Betreuer brauchst.
Ein satter Fehler als Jungerwachsener kann jedem passieren. Das nennt man Lebenserfahrungen sammeln.
 
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