Kann ich eine Schweigepflichtsentbindung widerrufen, was muß ich beachten und können Leistungen gestrichen werden?

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Papierschiff

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Hallo! Hoffentlich bin ich im richtigen Bereich.

Ich musste neulich eine Schweigepflichtsentbindung unterschreiben, und möchte dies widerrufen/teil-widerrufen wenn möglich.

Ich bin seit über einem Jahr wegen Depressionen etc. krank geschrieben, Therapie wurde abgebrochen. Danach musste ich eine berufl. Reha beantragen, aber die wollte ich nicht, da es mich komplett überfordert hätte. Also musste ich nochmal zum Jobcenter und dort hat man mir ein Projekt bei uns im Krankenhaus empfohlen. Es sei alles freiwillig, ich soll einfach nur mit dem Arzt reden und eine Therapiemethode finden, die zu mir passt. Ich habe zugesagt, die Sachbearbeiterin hat dort angerufen und es einem Mitarbeite gemeldet (Arzt ist im Urlaub), er wollte sich dann bei mir melden, aber sie wollte es über sich bzw. das Jobcenter laufen lassen. Außerdem musste ich eine Schweigepflichtsentbindung unterschreiben, und hab dies ohne es ganz durchzulesen einfach gemacht.
Ich muss dann in einer Woche nochmal dort hin um weiteren Papierkram zu unterschreiben, anscheinend wegen Kosten..

Ich weiß es war mein eigener Fehler, ich hätte den Vertrag mitnehmen und zuhause analysieren sollen, aber ich bin in so einer Situation immer total "labil" und mache alles um schnell weg zu kommen, da mich das alles unter Druck setzt und erst zuhause wieder einen klaren Kopf habe :(
Ich versteh auch den ganzen Vertrag nicht so richtig, aber Freunde haben mir auch sofort gesagt, ich soll es widerrufen, weil das alles echt nicht toll aussieht.
Nun habe ich unten aber gelesen, dass mir evtl. Leitungen gestrichen werden können, falls ich widerrufe und ich habe wirklich keine Ahnung was ich da tun kann. Ich möchte nämlich wirklich nicht, dass sie den Arzt zu allen Sachen befragen kann, welche Therapie ich nehme, wie lang, wie oft etc. (Sie sagte, sie wäre schon gespannt was ich mir so aussuchen würde)

Ich habe aber auch Angst, wenn ich es widerrufe, dass die Sachbearbeiterin sauer auf mich und dann nicht mehr ganz so freundlich ist..
Nun habe ich echt ein mulmiges Gefühl bei der Sache und bitte um Rat :cry:

Vielen Dank!
MfG
 

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ExitUser

Gast
Frag doch erst mal nach was für Daten gespeichert sind
von dem ausgehend würde ich dann entscheiden wie weiter vorzugehen ist
Es macht Sinn zu wissen was wie und wo unterwegs ist, nur deswegen Panik zu schieben, weil da vielleicht mal ein Satz zu viel gespeichert ist, ist nicht zielführend
Da sitzen nicht den ganzen Tag welche mit Hut und Sonnenbrille und werten das aus, die haben nicht mal Zeit das ganz alte zu löschen
 
E

ExUser 2606

Gast
Das ist doch erstmal nur eine schweigepflichtentbindung und sowas kann man auch jederzeit widerrufen, steht ja sogar da drin. Und da hat auch keien SB suer zu sein.

Ich würd mir viel mehr Gedanken darüber machen, was das da für ene Veranstaltung im Krankenhaus sien soll und wozu dafür die SPE gebraucht wird. Und was hat das Jobcenter mit deiner Therpie zu tun?

Auf jeden Fall nichts mehr unterschreiben, was an nicht genau gelesen und verstanden hat.
 

saurbier

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Also ich würde mir hier ehrlich gesagt schon meine Gedanken machen.

Dies ist ja keine landfäufig bekannte Schweigpflichtentbindung, sonder eher eine Freigabe zur Verarbeitung von persönlichen Sozialdaten, mit anderen und genau da werde ich persönlich mal stutzig.

Die für Sozialleistungen erforderlichen Sozialdaten dürfen eh per Gesetz zwischen den diversen Trägern ausgetauscht werden, sofern dies für die Verarbeitung bzw. Bewilligung von Anträgen erforderlich ist.

Wozu also bitte möchte der liebe Landrat nunmehr dieses nochmals schriftlich bestätigt haben (Einverständniserklärung).

Man achte dabei bitte mal auf die besondere Anmerkung Hilfeplanung/Arbeitsvermittlungsprozeß beiteiligten. Mir scheint hier sollen außenstehende einen Freibrief erhalten der ihnen laut Gesetz überhaupt nicht zusteht.

Frage - möchte das JC seine Arbeit an einen dritten deligieren, welchen man damit gleich mal den kompletten Zugriff erlaubt?

Wie kennen wir das, wenn man vom JC in unliebsame Maßnahmen gesteckt wird aus denen man sich ja bisher durch Verweigerung einer Unterschrift auf deren Unterlagen erfolgreich wehren konnte. Möchte dieser Landrat das Spiel wohlmöglich auf diese Weise aushebeln - wäre da eine Vermutung meinerseits.

Und noch eins käme ja hinzu, eine reguläre Schweigepflichtentbindung kann man jederzeit widerrufen, aber wie sieht es denn hiermit aus, denn da ist nach meiner Auffassung keine Schweigepflichtentbindung sondern eine Erlaubnis zur Datenverarbeitung/Datenweitergabe an dritte.

Mir erscheint der Vorgang sehr fragwürdig und ohne eine präsise Auskunft würde ich die Finger davon lassen. Das aber ist lediglich meine Haltung dazu.


Grüße saurbier
 

Schmerzgrenze

Super-Moderation
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Nun habe ich unten aber gelesen, dass mir evtl. Leitungen gestrichen werden können, falls ich widerrufe und ich habe wirklich keine Ahnung was ich da tun kann.
Vermutlich wird genau die "Förder"leistung gestrichen, für welche diese Einwilligung eingeholt wurde.
Dahingehend ist Deine Befürchtung erstmal unbegründet.
Ich habe aber auch Angst, wenn ich es widerrufe, dass die Sachbearbeiterin sauer auf mich und dann nicht mehr ganz so freundlich ist..
Es geht nicht um Deine SB, welche Dich mit Duldung des Amtes offensichtlich unter Zwangsbetreuung stellen will.
Diesen Mitarbeitern gehen gesundheitliche Umstände nur etwas an, sofern sie Arbeitsvermittlungsaufgaben betreffen.
Dazu gehören aber keine Informationen über gesundheitliche Diagnosen oder Therapien.
Nicht ohne Grund ist in jeder AUB Ausfertigung für den AG kein Diagnosefeld vorhanden.
Derlei Infos sind nicht einmal in fachärztlichen Atesten enthalten, dort geht es einzig um tätigkeitsbezogene Einschränkungen.

Du solltest also schnellstens dieser Einwilligung schriftlich und nachweisbar widerrufen.
Auf die laufende Regelleistung hat das übrigens keinen Einfluß. :icon_wink:
Ich habe Dir mal eine anzupassende Vorlage erstellt.
 

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  • Widerruf Einwilligung zur Verarbeitung und Nutzung von Sozialdaten.doc
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