Kann ich bei einem befristeten Arbeitsvertrag mit veralteten Inhalten mehr Gehalt fordern, ohne Ärger vom Amt zu riskieren

DerChris

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Schönen guten Abend.

Ich habe mich auf einen Vermittlungsvorschlag hin bei einem Unternehmen beworben und soll in der kommenden Woche zum Vorstellungsgespräch kommen. Im Vorschlag stand zwar nichts davon, aber laut Webseite wird die Stelle wohl befristet auf ein, maximal zwei Jahre angesetzt. Die Inhalte liegen im technischen Bereich, sind aber nicht mehr , sagen wir mal speziell, und auch nicht mehr so wirklich auf der Höhe der Zeit.

Ich bin mir noch nicht im klaren, wie ich zu der Stelle stehe und werde das Gespräch erst einmal in Ruhe auf mich wirken lassen. Ich habe mir aber schon überlegt, was ich dort für Gehaltsvorstellungen angeben soll. Die Firma liegt etwa 60 km weit weg und da aktuell kein Privat PKW vorhanden ist ist die Anbindung schwierig und die Monatskarte wird entsprechend teuer. Davon ab sind die Inhalte, die ich dort mache und lerne am Arbeitsmarkt wie schon angedeutet alles andere als gefragt. Da die Stelle wie schon gesagt befristet ist heißt das, nach ein oder zwei Jahren stehe ich da und muss eine neue Position suchen und bin auf dem Arbeitsmarkt wahrscheinlich weniger wert, als zuvor, weil zwei Jahre älter, zwei Jahre nichts in einem gefragten Bereich gemacht, nicht inhaltlich auf dem laufenden geblieben und fachpraktisch nichts relevantes getan.


Und ich sage mal so, meine Befürchtung ist, dass ich dann in zwei Jahren vielleicht wieder erwerbslos bin und es dann noch schwerer habe eine Stelle zu finden.
Darum würde ich das Risiko für mich gerne mindern, indem ich das alles in meinen Gehaltsvorstellungen berücksichtige. Ich würde also bei dieser Stelle ein deutlich höheres Jahresbrutto nennen, als bei einer Stelle, die unbefristet ist und inhaltlich einen Mehrwert für mich hat.

Ich habe aber etwas Bedenken, dass das Unternehmen dann sagt, das können/wollen sie nicht tuen, mich ablehnt ( bist dahin alles halb so schlimm, wobei ich natürlich ganze genau schauen würde ob aktuell zu Corona Zeiten die Chancen wo anders besser stehen...) und ich dann Ärger mit der Agentur für Arbeit bekomme, weil meine Gehaltsvorstellungen zu hoch liegen. Ich habe nämlich gelesen, dass hier immer wieder gewarnt wird, dass es für die Agentur schnell nach "Vereitelung der Anbahnung eines Arbeitsverhältnisses" aussieht oder so ähnlich und man am Ende eine Sperre bekommt.

Könnte ich im Ernstfall eine Sperre mit meinen genannten Argumenten gut abwehren?

Mit freundlichen Grüßen

Chris
 

Antihartzer19

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Die Firma liegt etwa 60 km weit weg und da aktuell kein Privat PKW vorhanden ist ist die Anbindung schwierig und die Monatskarte wird entsprechend teuer.
Wie Kerstin schrieb prüfst Du nach § 140 SGB III.
Sowohl die Kosten als auch die Zeit die Du brauchst um von Haustür zur Firmentür benötigst gehen in die Prüfung der Zumutbarkeit ein. Daraus ergibt sich ein Mindestgehalt und eine Höchszeit dorthin. Reicht es nicht aus kannst Du risikolos ablehnen. Das mit zwei Jahren ist so eine Sache, Du könntest spezielle Fähigkeiten und Kenntnisse erworben haben und es kann es für Dich nach 2 Jahren besser aussehen.
 
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Gelöschtes Mitglied 63050

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Da die Stelle wie schon gesagt befristet ist heißt das, nach ein oder zwei Jahren stehe ich da und muss eine neue Position suchen und bin auf dem Arbeitsmarkt wahrscheinlich weniger wert, als zuvor, weil zwei Jahre älter, zwei Jahre nichts in einem gefragten Bereich gemacht, nicht inhaltlich auf dem laufenden geblieben und fachpraktisch nichts relevantes getan.

Das hört sich so an, als bist du dir sicher, dass du zeitnah etwas besseres bekommen kannst. Da du innerhalb der Probezeit normalerweise innerhalb von 2 Wochen kündigen kannst, bist du flexibel um jeden besseren Job ohne große Probleme annehmen zu können.

2 Jahre befristet in einer Firma arbeiten ist besser als 2 Jahre arbeitslos. Du lernst dort nicht nur up-to-date technische Dinge, sondern kannst in deinem Lebenslauf auch Softskills angeben (Teamleitung, Projektmanagement, Workshop-Orga, etc).

Auch solltest du in Betracht ziehen, dass die Firma dir auch etwas besseres anbieten kann, wenn du dich als geeignet herausstellst. Alles Möglichkeiten, welche du definitiv nicht zu Hause bekommst.
 

FrauStahl

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Ich finds gut, dass jemand auch mal die guten Seiten hervorhebt :) (y) :)

Aber hier muss man auch son bisschen realistisch bleiben
Da du innerhalb der Probezeit normalerweise innerhalb von 2 Wochen kündigen kannst, bist du flexibel um jeden besseren Job ohne große Probleme annehmen zu können.

Du musst aber auch bedenken, dass man während der Probezeit oft Urlaubssperre hat oder einfach keinen genehmigt bekommt, außer vielleicht Weihnachten oder so. Und bei den wenigsten Jobs fängt man einfach so direkt an, sondern muss zum Interview, zum Bewerbertag, Einstellungstest, Assessment-Center etc. Das fällt vermutlich dann für ein halbes Jahr aus, so muss man schon auch rechnen.:unsure::unsure::unsure:

2 Jahre befristet in einer Firma arbeiten ist besser als 2 Jahre arbeitslos. Du lernst dort nicht nur up-to-date technische Dinge, sondern kannst in deinem Lebenslauf auch Softskills angeben (Teamleitung, Projektmanagement, Workshop-Orga, etc).

Dem ersten Satz stimme ich natürlich zu. up-to-date Dinge scheint TE aber ja ausdrücklich nicht zu lernen und im Bereich Teamleitung, Projektmanager etc. kenne ich selten Firmen die Befristet über das Arbeitsamt suchen, aber kann auch sein, dass mir da einfach noch nie was vorgeschlagen wurde :cool::cool::cool:

Auch solltest du in Betracht ziehen, dass die Firma dir auch etwas besseres anbieten kann, wenn du dich als geeignet herausstellst. Alles Möglichkeiten, welche du definitiv nicht zu Hause bekommst.

Auch hier bin ich dabei, dass es besser ist, als arbeitslos zu sein. Aber meiner Erfahrung nach sind Stellen meistens aus einem gewissen Grund befristet. Hohe Chancen auf weitere Perspektiven würde ich also nicht einräumen.
 
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Gelöschtes Mitglied 63050

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Man kann immer Gründe finden etwas gar nicht erst zu versuchen und sich lieber in der Arbeitslosigkeit "bereit halten".

Dass man ein halbes Jahr ausfällt wenn man sich einen neuen Job sucht, ist übrigens Unsinn. Die allermeisten Menschen suchen sich neue Jobs aus bestehenden Jobs und bekommen das auch auf die Reihe.

Und eine totale Urlaubssperre für 6 Monate habe ich bisher auch noch nie erlebt. Es bringt einer Firma nichts, wenn der AN dann den ganzen Urlaub auf einmal nehmen muss oder sie sogar noch Geld draufzahlen müssen, weil die 14 tägige Kündigungsfrist nicht mit noch nicht genommenem Urlaub und eventuellen noch nötigen Arbeiten/Übergaben übereinpasst. Sowas kann sich vielleicht der öffentliche Dienst leisten, die freie Wirtschaft aber nicht.

Meine Firma bietet zum Beispiel auch gerade eine befristete Stelle auf 2 Jahre an. Das ist einzig und allein eine HR-Vorgabe und hat mit den tatsächlichen Chancen auf Übernahme nichts zu tun.


und im Bereich Teamleitung, Projektmanager etc. kenne ich selten Firmen die Befristet über das Arbeitsamt suchen
Softskills!!!
 

abcabc

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Die Firma liegt etwa 60 km weit weg und da aktuell kein Privat PKW vorhanden ist ist die Anbindung schwierig und die Monatskarte wird entsprechend teuer.
Wieviele Minuten/Stunden brauchst du denn von deiner Tür zur Tür der Firma (inklusive Wartezeiten und Fußwegen)?
Sofern du für Hinweg und Rückweg zusammen länger als 2,5h brauchst, kannst du beliebig hohe Forderungen stellen, da dann der Arbeitsweg eh unzumutbar wäre und du den Job offiziell ablehnen könntest. Freiwillig kannst du natürlich trotzdem pendeln. Dann muss die Firma sich entscheiden, ob sie dir dein Wunschgehalt zahlt (vielleicht sogar nur 35h pro Woche verhandeln) oder auf dich verzichtet. Da kannst du ohne Konsequenzen kompromisslos bei deinen Gehaltswünschen bleiben. ;)
 
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FrauStahl

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Man kann immer Gründe finden etwas gar nicht erst zu versuchen und sich lieber in der Arbeitslosigkeit "bereit halten".

Das hat damit nichts zu tun. Jeder Aspekt hat Vor- und Nachteile. Jeder kann sie bewerten und gewichten, wie er will. Aber man sollte auf jeden Fall nennen.(y)(y)(y)

Dass man ein halbes Jahr ausfällt wenn man sich einen neuen Job sucht, ist übrigens Unsinn. Die allermeisten Menschen suchen sich neue Jobs aus bestehenden Jobs und bekommen das auch auf die Reihe.

Job ist nicht gleich Probezeit, hier bitte etwas genauer sein.
Später im Job kann man sich natürlich deutlich flexibler die Zeit für ein Bewerbungsverfahren nehmen. Während der Probezeit ist das aber meistens nicht so "Problemlos" möglich, wie du es sagst.
Und auch später im Job nicht immer. Es gibt Arbeitnehmer die sind im Ausland, auf Montage, im Schichtsystem und müssen die Urlaube auch später noch nehmen, wenn der aktuelle Arbeitgeber es zulässt und nicht, wann es sich der potentiell neue Arbeitgeber wünscht. Bei solchen Themen muss man einfach ein bisschen umsichtig sein und nicht annehmen, dass jeder einen unauffälligen Bürojob hat. ;););)

Und eine totale Urlaubssperre für 6 Monate habe ich bisher auch noch nie erlebt. Es bringt einer Firma nichts, wenn der AN dann den ganzen Urlaub auf einmal nehmen muss oder sie sogar noch Geld draufzahlen müssen, weil die 14 tägige Kündigungsfrist nicht mit noch nicht genommenem Urlaub und eventuellen noch nötigen Arbeiten/Übergaben übereinpasst. Sowas kann sich vielleicht der öffentliche Dienst leisten, die freie Wirtschaft aber nicht.

Warum du aus meinem "urlaub wirdn icht genehmigt oder urlaubssperre" jetzt die "totale Urlaubssperre" machst weiß ich nicht.
Du hast auch Recht, dass man in einem halben Jahr Probezeit sicher mal Urlaub bekommt. Weihnachten, Ostern, etc. werden sicher drin sein. Traditionell werden in der Zeit aber eben auch kaum Vorstellungsgespräche geführt, weder im ÖD, noch in der freien Wirtschaft.
Und ich persönlich hatte bisher in jeder Firma egal welche Größe oder welcher Tarifkreis und zuletzt sogar in einer mir amerikanischen Wurzeln während der Probezeit eine Urlaubssperre über die üblichen Fester und Feiertage hinaus. Mir wäre es da nicht möglich gewesen da flexibel zu neuen Arbeitgebern zu fahren.:unsure::unsure::unsure:
 
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Gelöschtes Mitglied 63050

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@Frau Stahl: und was ist nun deine Konsequenz aus deinen ganzen Ausführungen?

Gegen jeden motivierenden, positiven Punkt den man aufführt kommst du mit einer Latte Bedenken und Befürchtungen, natürlich ohne Optionen und Auswege zu zeigen.
 

Silvia123

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Fakt ist doch dass nur der Betroffene für sich entscheiden kann. Für alles andere fehlt jedem das umfängliche Wissen.

Gehaltsvorstellungen: Mir wurde da mal versucht eins rein zu würgen. Ich stellte mich vor und wurde gefragt was ich zuletzt verdient habe, Das habe ich dann auch gesagt. Bei der Afa wurde mir gesagt es wurde geschrieben ich hätte xxxx gefordert. Das habe ich richtig gestellt und es war gut.

Dann das "besser ein unqualifizierter Job als keiner": Auch nicht richtig. Nach der Erziehungszeit wurde mir ein Kurs für Büroassistentinnen "verordnet". Hab ich gemacht. Die anderen ärgerten sich weil ich das alles schon konnte.... Wenn ich mich damit beworben habe gabs IMMER eine Absage. Einen Job habe ich bekommen mit einer auf genau diese Stelle zugefeilten Bewerbung.

Und Befristung: In der Industrie, im technischen Bereich war die nie üblich, nur wenns wirklich befristet ist. Bei sozialen "Unternehmen" die von Zuschüssen leben ist das gang und gäbe.

Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden womit er leben kann und will und ob das o.k. ist.. Keiner sollte der Sklave seiner Arbeitslosigkeit sein.
 

Matt45

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Zum Thema Gehaltsvorstellung:

Gehört zu dir ein Partner/Partnerin/Kinder(muss das Gehalt für mehrere reichen) und bleibt nach Abzug deiner Fixkosten(Miete/Strom/Fahrtkosten........) noch etwas über?

Auch wenn du dich dort vorstellst kannst du auch eigene Vorstellungen haben!
Ja, du darfst laut Amt nicht übertreiben!
Nein, es braucht sich trotz "Hartz" keiner zu ducken!

Wenn du es vernünftig und sachlich begründest kannst du auch mehr auflisten an Kosten!.......Fahrt mit Bus und Bahn kostet 150,- im Monat(60 KM laut deiner Beschreibung, Preis ist ausgedacht von mir; weiß ja nicht was es kostet), also musst du diesen Betrag zu den Fixkosten addieren.

Muss aber jeder selbst entscheiden wie er argumentiert im VG!

Bei mir im "Kreis" haben die meisten Kinder oder sind verheiratet und deshalb sind Stellen nur mit Mindestlohn grundsätzlich nicht unbedingt zielführend.


Unbefristet ist natürlich meistens besser, aber auch nicht unbedingt sicherer!

Man merkt ja gerade in Corona Zeiten wie die Wirtschaft taumelt, da nützt auch kein unbefristeter Vertrag etwas bei Pleite des Unternehmens.

Wenn einen die "Nase" nicht passt kann man schnell entlassen werden, egal bei welcher Vertragsart.


Das wichtigste im VG:

Alles erdenkliche vernünftig besprechen und anschließend immer die "berühmte" Nacht drüber schlafen.

Immer freundlich bleiben, selbst wenn der AG "Blöde" Fragen stellt oder einen ärgert während des Gesprächs!
 

Thani

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Unbefristet ist natürlich meistens besser, aber auch nicht unbedingt sicherer!

Man merkt ja gerade in Corona Zeiten wie die Wirtschaft taumelt, da nützt auch kein unbefristeter Vertrag etwas bei Pleite des Unternehmens.

Wenn einen die "Nase" nicht passt kann man schnell entlassen werden, egal bei welcher Vertragsart.

Das ist korrekt und viele bedenken das leider oft nicht.
Allerdings ist befristet ja quasi Kündigung mit Ansage. Abgesehen davon gehen viele Arbeitgeber mit befristeten Arbeitnehmern auch anders um. Aussicht auf Schulungen, Zertifizierungen hat man kaum. Auch hat man Privat schwierigkeiten. Ich hatte damals direkt nach der Ausbildung für das erste Jahr einen befristeten Vertrag. Ich wollte mir damals dann ein Auto zulegen und habe natürlichnirgendwo einen Kredit bekommen, weil mein Arbeitsverhältnis befristet war...

Und @Salzwasser hat schon auch Recht, dass bei der Alternative weiter ELO zu sein das alles noch schlechter ist. Allerdings stimmt es schon, dass man sich (leider) bei einigen Jobs auch Gedanken machen muss, ob man sie überhaupt annimmt und wie es danach weitergeht. Denn so einfach weiter bewerben oder in der Probezeit kündigen ist auch nicht. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass eine Firma schnell wieder zu verlassen nicht gern gesehen ist. Ich hatte ja schon angesprochen, dass ich nach der Ausbildung nur einen befristeten Vertrag bekommen habe. Ich habe mich also weiter beworben und bin vor Ende der Probezeit zu einem Konzern gewechselt. Ich kann mich erinnern, dass ich noch öfter in Bewerbungsgesprächen auf diese kurze Zeitspanne angesprochen wurd, die ich dort im Unternehmen war. Ich hatte mir da keine Gedanken gemacht, immerhin war es die Entscheidung meines damaligen Arbeitgebers den Vertrag zu befristen und nochmal eine Probezeit zu veranschlagen. Mein AG wollte Flexibilität, also dachte ich es ist nur fair, wenn ich die auch nutze. Mein AG fand das damals aber nicht so gut und leider auch einige Firmen nicht, bei denen ich Gespräche hatte. Ich wurde damals und auch einige Jahre später noch oft gefragt, warum ich nur ein halbes Jahr noch bei dem Unternehmen war. Ich habe dann gesagt, dass mein AG wieder eine Probezeit wollte und der Vertrag befristet war und ich darum nach einem unbefristeten gesucht habe. Für viele Firmen war das allerdings ein Minuspunkt und galt einfach nur als unloyal.

Übrigens kommen solche Fragen auch gern wenn man ein befristetes Verhältnis zu Ende geführt hat. Eine Freundin von mir war für ein Jahr als Schwangerschaftsvertretung eingesetzt im öffentlichen Dienst. Die Arbeitgeber danach wollten das Thema befristet aber nicht so richtig glauben bzw. haben einfach angenommen, dass die Position doch sicher verlängert worden wäre, wenn sie als Arbeitnehmer gut gewesen wäre, obwohl es auf eine Verlängerung von Anfang an keine Aussicht gab.


Sich "einfach" aus der Stelle raus weiter bewerben hat alsoschon gehörige Tücken....
 

Kerstin_K

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Es gibt allersings auch Firman, die alle Mitarbeiter erstmal nur befristet einstellen, um sozusagen eine verlängerte Probezeit zu haben.

Ichhabe mal bei einer Versicherung gearbeitet, die haben auf jede neu zu besetzende Stelle erstmal 2 Leute befristet eingestellt und danach bekam dann der bessere den unbefristeten Vertrag.
 
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Gelöschtes Mitglied 63050

Gast
Sich "einfach" aus der Stelle raus weiter bewerben hat alsoschon gehörige Tücken....

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man solche Sachen einfach nur gut und plausibel begründen muss. Keiner erwartet heute mehr, dass man sein Leben bei einer Firma verbringt und auch mal nur ein halbes Jahr ist kein Problem, wenn man dafür einen guten Grund hat.
Auch Personaler und Chefs sind da nicht aus der Zeit gefallen.

Natürlich ist es etwas dünn nur zu sagen, dass der Vertrag eben befristet war. Das reicht nicht um den zukünftigen Chef zu überzeugen.

Eine Antwort könnte zum Beispiel sein, dass man das halbe Jahr genutzt hat um sich einen Eindruck von Job und Arbeitgeber zu machen und festgestellt hat das man z.B. Ambitionen in eine bestimmte Richtung hat, welche diese Firma nicht bieten kann, die neue Firma aber schon.
Das unterstützt sowohl die eigene Motivation als auch den Eindruck, dass man sich umfassend über die neue Firma informiert hat.

Auf derartige Fragen muss man sich aber intensiv vorbereiten.
 

Thani

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@Salzwasser
es gibt leider auch heute noch Firmen, die es kritisch sehen wenn man zu häufig den Job wechselt.
Im großen und Ganzen hast du aber natürlich recht, dass die Realität heute einfach so ist, dass heute der Job viel häufiger gewechselt wird, als früher.
Dennoch sind Zeitspannen von einem Jahr oder auch nur einem Halben Jahr auch heute noch sehr kurz.
Das Argument bezüglich "Ambitionen in eine bestimmte Richtung, die das Unternehmen nicht bietet" finde ich persönlich auch sehr nachteilig in dem Szenario, weil es überhaupt nicht zum Zeitrahmen passt.
Das kann über einen längeren Zeitraum 3+ Jahren, wo sich die eigenen Karriere und die eigenen Fähigkeiten entwickeln und das Unternehmen sich auch neu aufstellt plausibel gemacht werden. Innerhalb eines Jahres oder eins halben Jahres sollte eine Stelle im wesentlichen doch immer der Stellenbeschreibung entsprechen. Wenn man in dem Zeitraum also schon weiter sucht heißt das im Klartext
- Bewerber hat sich ungenügend über die Stelle informiert
- Bewerber hat sich ungenügend über sein Unternehmen informiert
- Bewerber hat bestenfalls einfach unrealistische Erwartungen an seine Job-Progression
 

Antihartzer19

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Ich weiß nicht, wenn man hier z.B. sagt das man befristet eine Schwangerschafts-/Elternzeitvertretung gemacht hat dann ist die doch üblicherweise beendet wenn die zu vertretnde Person wieder zurück ist. Wenn das ein anderer Personaler nicht versteht, dann werfen sich da noch ganz andere Fragen auf.
 
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