Kann ich bei einem Auszug meines Kindes die bisherige Wohnung behalten, wenn diese dann zu teuer ist und ich die Differenz selber trage?

anitas

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Hallo,

ich hätte mal eine frage zum thema kosten für unterkunft und heizung.
ich bekomme alg2 und wohne mit meinem kind (alter18) in einer wohnung.
mein kind macht eine ausbildung und möchte ausziehen.
die zweiraumwohnung wäre dann für mich allein nicht angemessen , allerdings wären die wohnung nur 50 euro über den satz der mir allein zustehen würde.

könnte ich die wohnung trozdem behalten wenn ich die 50 euro selbst dazu zahle?
oder werde ich zum umzug gezwungen?
(was zur folge hätte das ich mein wohnumfeld verlassen muss weil die mieten recht hoch sind mittlerweile.
ich habe noch ein alten mietvertrag , wohne schon fast 20 jahre in der wohnung. bei einem umzug müsste ich warscheinlich an den rand der stadt ziehen.

bin für jede information zur situation dankbar
viele grüße
a.
 

HermineL

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Hallo @anitas

Bitte überlege dir noch eine aussagekräftige Überschrift, am besten verbunden mit einer Frage. Du kannst deinen Beitrag insgesamt eine Stunde lang nach Erstellung bearbeiten.

Ein ganzer Satz mit eine vollständigen Frage und ohne Abkürzungen ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel 11.
"kosten für unterkunft und heizung bei auszug vom kind" ist jedenfalls keine aussagekräftige Überschrift.

Im Editor der Überschrift findest du zudem auch den Hinweis:
Themen-Überschrift, bitte den Themeninhalt (nicht zu) kurz beschreiben
Schau bitte in diesen Link, hier hat unser @Admin2 genau erklärt warum eine aussagekräftige Überschrift so wichtig ist:
 

avrschmitz

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könnte ich die wohnung trozdem behalten wenn ich die 50 euro selbst dazu zahle?
Ja kannst Du.

Es geht aber auch anders.

Du hast erst einmal 6 Monate Zeit die KDU zu senken. Dies kann sein durch eine günstigere Wohnung, Untervermietung oder Vermieter fragen ob die Miete gesenkt wird. Die letzten beiden Punkte dürften abwegig sein. In diesen 6 Monaten muss das JC weiterzahlen.

Du musst Deine Bemühungen um Senkung der KDU nachweisen. Wenn Du das nachweisen kannst und keine günstigere Wohnung gefunden hast, dann müssen die weiterzahlen. Habe ich selbst 2 Jahre durchgezogen. Über die Suchfunktion erhältst Du weitere Infos wie das zu machen ist.

Das JC muss aber auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung machen. Darin fließen alle Kosten wie Umzug, Renovierung usw. ein. Die Kosten für Umzug, Renovierung usw. muss dann das JC übernehmen.
 

abcabc

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könnte ich die wohnung trozdem behalten wenn ich die 50 euro selbst dazu zahle?
Kannst du selbst zahlen.
Aber erstmal muss das JC die Miete komplett übernehmen und dir eine Kostensenkungsaufforderung zuschicken. Dann hast du offiziell 6 Monate Zeit um eine neue Wohnung zu suchen und so lange wird die volle Miete weiter übernommen.
Prinzipiell kannst du auch "simulieren", dass du dich aktiv um Wohnungen bemühst und alle Zusagen wegschmeißen und vergessen und nur die Absagen sammeln und dann ggf. klagen, dass du keine günstigere Wohnung findest. ;)
 
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anitas

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besten dank für die infos,
was wäre denn wenn es nachweißlich günstigere wohnung gibt? nur ebend dann in einer anderen wohngegend.
kann ich dann zu umzug gezwungen werden?
hatte mal gehört das sowas vorgekommen ist.
 

avrschmitz

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kann ich dann zu umzug gezwungen werden
Nein. Aber dann musst Du die Differenz selber aus dem Regelsatz übernehmen. Deshalb würde ich an Deiner Stelle die Bemühungen nachweisen. Deine Bemühungen müssen nicht erfolgreich sein. Sollte Dir tatsächlich eine andere Wohnung angeboten werden, machst Du es wie von @abcabc beschrieben. Solange wie Du aber Deine Bemühungen nachweisen kannst, muss das JC weiter die volle Miete zahlen. So kannst Du mit wenig Aufwand das JC dazu bringen, die volle Miete zu übernehmen.
 

vidar

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Moin @anitas,

Woher weist du, dass die Wohnung jetzt nicht mehr angemessen sein soll?
Hast du diesen Sachverhalt denn schon mittels der aktuellen KDU - Richtlinie deiner Stadt/Gemeinde geprüft?

Örtliche Richtlinien

die zweiraumwohnung wäre dann für mich allein nicht angemessen ...
Eine Zweiraumwohnung (45 - 50 m²) ist übrigens für eine Person ok. Selbst dann, wenn die Größe etwas abweichend sollte, aber die Gesamtmiete sich innerhalb der Richtlinie befinden sollte, ist die Wohnung zu akzeptieren.

Weitere Info hast du ja schon von den Vorschreibern erhalten.
.
 

vidar

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Bis deine Tochter definitiv auszieht hast du bestimmt noch etwas Zeit. Denn schließlich muss auch sie erst einmal mit ihrem Azubi-Gehalt eine finanzierbare Wohnung gefunden haben.

Eine Veränderungsmitteilung (VÄM) würde ich erst nach dem Auszug der Tochter einreichen. Warte danach einfach ab, in welcher Form das JC hierauf reagiert. Vielleicht hast du ja Glück, dass du keinen Hinweis auf die Senkung der Wohnraumkosten erhältst.

Ansonsten haben dir ja bereits @avrschmitz und @abcabc einiges zur Gegenwehr mitgeteilt.
.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63050

Gast
Prinzipiell kannst du auch "simulieren", dass du dich aktiv um Wohnungen bemühst und alle Zusagen wegschmeißen und vergessen und nur die Absagen sammeln und dann ggf. klagen, dass du keine günstigere Wohnung findest. ;)

Damit wäre ich vorsichtig. Die JC sind auch nicht dumm und legen Datenbanken an.

Ist hier zwar schon ein paar Jahre her, aber da wurde dann vor Gericht eine ganze Reihe an Wohnungen aufgezeigt (aus den beiden Portalen, welche der LE auch verwendet hatte) auf die er sich aber nicht beworben hatte, obwohl angemessen und in relativ akzeptablem Umkreis.

Das Argument, dass es nur die "2 angemessen Wohnungen" gegeben habe, er auf diese aber eine Absage bekommen habe, brach dadurch komplett zusammen.
 

Atze Knorke

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An die Forumsrunde, hallo anitas,

ergänzend zu @antares2 verlinke ich, was der Gesetzgeber in der Corona-Virus-Zeit
geregelt hat:


Hier steppt der Bär, wie bereits geschehen, werden Weiterbewilligungen von den JC von sich
aus für 12 Monate ohne Bürokratismusquälerei verlängert (z. B. 07/2020 bis 06/2021).

***
Ansonsten ist der preiswerte Wohnungsmarkt zu gut wie ausgebrannt.

könnte ich die wohnung trozdem behalten wenn ich die 50 euro selbst dazu zahle?
oder werde ich zum umzug gezwungen?
(was zur folge hätte das ich mein wohnumfeld verlassen muss weil die mieten recht hoch sind mittlerweile.
ich habe noch ein alten mietvertrag , wohne schon fast 20 jahre in der wohnung.

Die TEin ist im ALG II-Bezug und wohnt bereits seit 20 Jahren dort.

Auf was bezieht sich die Angabe 50€? Ist es die Höhe der Nettokaltmiete?

Die Frage aller Fragen, wie genau errechnet sich eine angemessene Miete? Keine genauen Zahlen
nennt das SGB II, bundesuneinheitlich geht es zu, besonders mit den "schlüssigen Konzepten".
Es gibt daher nur wenige Gemeinden/Kommunen/Städte, bei denen das schlüssige Konzept nebst
angemessener Mieter aufgeht und verfügbar ist.

Deshalb gibt es entsprechende (JC)-KdU-Richtlinien (siehe hierzu obigen Beitrag #7), diese Werte
bzw. Mietpreise sind jedoch nicht real, um eine neue Wohnung 'angemessen' anzumieten.

Drum heißt es, prüfe, prüfe ...

- Wohnortdauer
- gesundheitliche Einschränkungen
- Wirtschaftlichkeit der Gesamtaufwendungen

Grundlage zur Prüfung der 'Kosten der Unterkunft' nach:
:
Die Angemessenheit der Kosten für die Unterkunft (Bruttokaltmiete, das heißt Nettokaltmiete plus
kalte Betriebskosten) und der Kosten für die Heizung werden getrennt voneinander beurteilt.

Die 50€ über Angemessenheit --> Kostenlücke und/oder Bagatellgrenze --> daher nicht sinnvoll,
sein soziales Umfeld verlassen zu müssen und die Kostenlücke aus dem Regelbedarf zu zahlen.
Das verträgt sich nicht KdU-Anteile aus dem Regelbedarf zu finanzieren - SGB II / Mietrecht / BGB.
Zu Bedenken, dazu kommt die jährl. Nebenkostenabrechnung des Vermieters (Guthaben bzw. Nachzahlung),
die beim JC einzureichen sind.

Zur Beachtung:
In besonders begründeten Einzelfällen sollen die Richtwerte aus sozialen Gründen und in Härtefällen
um bis zu 10 % überschritten werden können.

Nur wenn z. B. TEin (Einzelfallprüfung) ein Umzug wegen seines Alters oder Gesundheitszustandes
unzumutbar ist, zahlen die Ämter auf Dauer höhere Mieten.
 
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*kampfpaar*radikal.A

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Bedacht werden sollte weiterhin, dass im Falle der TE das Jobcenter auf billigere NeuWohnung drängen würde.
Dementsprechend müsste es den Umzug finanzieren.
(Sollte es gegeben sein, dass TE vll gar keinen Führerschein und helfende Freund*innen hat - wer hat die schon ;), käme dann ein UmzugsUnternehmen in's Spiel. ➡ Gestellte HilfsKräfte können ausgebremst werden.)

Dann belaufen sich auch für eine kleine Wohnung im Umzug die Kosten auf ein nettes Sümmchen.

Doch HALT!

Das JC ist angehalten, sparsam zu sein.

Wie läuft das in solch einem Falle?

Sie rechnen die dann zu hohen Ausgaben (50 Lotten) x 12 (Ein Jahr ist immer RechenBezugsGrösse) und kommen somit auf 600 Teuronen.

Ob jedoch ein solides UmzugsUnternehmen für diesen Preis aktiv wird, wage zumind ich (als früherer MiniUmzugsUnternehmer) zu bezweifeln. Es müssen sich ja gerade in solchen Fällen nicht unbedingt die Angebote von irgendwelchen Dumping-UmzugsFreaks eingeholt werden, gelle?

Also 3 Angebote von soliden Firmen könnte ergeben, dass der Umzug zu teuer wird
und JC grummelnd auch die 50MehrLotten mtl weiterhin abdrückt ...
 

anitas

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Hallo,
Vielen danke für die vielen infos und antworten.
mein bewilligungzeitraum geht im moment bis dez.2020 , im juli würde mein kind ausziehen.
da ich jedes jahr ziemlich viel an nebenkosten zurückbekommen , müsste da vieleicht was zu machen sein mit dem vermieter.
habe ja dann eigentlich noch weniger verbrauch als ein zwei personen haushalt. vieleich kekomme ich ja die miete runtergesetzt.
 

Atze Knorke

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Hallo anitas,

es wäre nett, zu beantworten:
Auf was bezieht sich die Angabe 50€?

da ich jedes jahr ziemlich viel an nebenkosten zurückbekommen , müsste da vieleicht was zu machen sein mit dem vermieter.

Dann sollte der Vermieter in seiner jährl. N-Abrechnung über die monatliche Höhe der Nebenkosten-Vorauszahlungen
nachdenken. Die jährl. Nebenkostenabrechnung - hier Guthaben - wurde auch so beim zuständigen JC eingereicht?
Aufgrund der vermutlichen 'Unangemessenheit' sind dann quasi 'Nebenkosten-Nachzahlungen' nicht so gern gesehen.

Grundsätzlich zahlt das zuständige JC die Miete/Kosten der Unterkunft an den Leistungsberechtigten.
Die Leistungsberechtigte (bestimmungsgemäßige Verwendung) zahlt die monatl. Miete/KdU an den Vermieter.
Es besteht keinerlei Rechtsbeziehung zwischen Jobcenter und Vermieter.

Dem Vermieter wegen Kostensenkung im Hinblick auf die Nebenkosten den Sozialstatus preiszugeben,
sei dennoch bedacht.

@grün_fink
Dazu kommt, dass wahrscheinlich die Nebenkosten auf eine Person umgerechnet eventuell verringern könnten (Warmwasser, Müll speziell). Da könnte man den Vermieter fragen.

Ich widerspreche, die jährl. Nebenkosten werden auf die Wohnfläche und einem Umlage-/Verteilerschlüssel
erhoben, die der Vermieter berechnet. Das regelt die Betriebskostenverordnung (BetrKV) - Abrechnungszeitraum,
die Gesamtkosten, den Umlageschlüssel, die Berechnung des Anteils des Mieters und den Abzug der geleisteten Vorauszahlungen.

Wasser, Müll sind kommunale Gebühren, da hat der Mieter keinen Einfluss auf die Markpreise/Verträge, nur auf
sein Nutzungsverhalten.
 
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