Kann ich als selbstständiger Maler an öffentlichen Vergaben teilnehmen? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

barbobu22

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Hallo!

Ich hatte meinen Job verloren und bin dann ins ALG I gerutscht. Möchte natürlich wieder arbeiten und habe mich sehr oft schon beworben, aber nur absagen erhalten.
Da ich zu arbeiten beginnen möchte, bevor ich in das ALG II rutschte, habe ich mir gedacht, dass ich es doch mit der Selbstständigkeit probieren könnte.
Etwas Eigenkapital habe ich mir in den letzten Jahren zusammensparen können, und weiters gibt es ja noch die Möglichkeit, sog. Zuschüsse für Jungunternehmer zu beantragen.

In dem Malerbetrieb, in dem ich jahrelang bis zu meiner Kündigung tätig war, kam es hin und wieder vor, dass wir Aufträge von Gemeinden bekommen hatten.
Ich erfuhr, dass wir da an so Vergabeverfahren teilnahmen und uns für die Aufträge beworben hatten. Kann ich das als selbstständiger Maler dann auch tun?

Würde mich über Antworten und auch gerne Ratschläge freuen!

Grüße
 

ZynHH

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Ich erfuhr, dass wir da an so Vergabeverfahren teilnahmen und uns für die Aufträge beworben hatten. Kann ich das als selbstständiger Maler dann auch tun?
Bist du Meister?
Die meisten Vergaberichtlinien setzen Meisterbetriebe vorraus. Du solltest dir diese Vergaberichtlinien der ausgebenden Stellen gut durchlesen, auch bzgl. Strafen, wenn du nicht rechtzeitig fertig wirst etc....

Aber grundsätzlich können sich dort Betriebe die den Richtlinien entsprechdn beteiligen.
 

donzon

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Ohje, das hört sich ja nicht so toll an. Solange du noch im ALG I bist, hast ja sowieso noch gute Chancen, wieder Fuß zu fassen.
Aus persönlicher Erfahrung kann ich dir sagen, dass man es aus dem ALG II nur schwer raus schafft. Und wenn, dann nur mit sehr viel Mühe, Fleiß und Durchhaltevermögen.
Habe mir viel bei Bewerbungsgesprächen anhören müssen, wenn es denn überhaupt zu welchen kam.

Wenn du schon die Möglichkeit und die Mittel hast, dich selbstständig zu machen, dann versuche es. Sofern du alles solide geplant hast (Finanzierung,...).
Solche Vergaben wären eine tolle Möglichkeit - wieso denn auch nicht? Wüsste nicht, wieso du das nicht tun könntest. Sofern du Unternehmer bist und ein Gewerbe betreibst...
Versuchen kannst es ja.
 

Lucky Luke

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In dem Malerbetrieb, in dem ich jahrelang bis zu meiner Kündigung tätig war, kam es hin und wieder vor, dass wir Aufträge von Gemeinden bekommen hatten.
Ich erfuhr, dass wir da an so Vergabeverfahren teilnahmen und uns für die Aufträge beworben hatten. Kann ich das als selbstständiger Maler dann auch tun?
Du kannst dich mit einem Malerbetrieb nur selbständig machen, wenn du den Meistertitel Maler hast oder einen Malermeister einstellst. Google doch mal...

Und nur dann kannst du auch bei sog. "öffentlichen Ausschreibungen" teilnehmen.

Ein Gewerbeschein reicht dafür nicht.

LG Lucky Luke
 

ZynHH

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EIGNUNGSKRITERIEN
Der öffentliche Auftraggeber kann im Hinblick auf die wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit der Bewerber oder Bieter Anforderungen stellen, die sicherstellen, dass die Bewerber oder Bieter über die erforderlichen wirtschaftlichen und finanziellen Kapazitäten für die Ausführung des Auftrags verfügen. Zu diesem Zweck kann er insbesondere einen Mindestjahresumsatz, Informationen über Bilanzen und eine Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung verlangen (§ 45 Abs. 1 VgV).
Der öffentliche Auftraggeber kann im Hinblick auf die technische und berufliche Leistungsfähigkeit der Bewerber oder Bieter Anforderungen stellen, die sicherstellen, dass die Bewerber oder Bieter über die erforderlichen personellen und technischen Mittel sowie ausreichende Erfahrungen verfügen, um den Auftrag in angemessener Qualität ausführen zu können (§ 46 Abs. 1 VgV).
Da gehört schon ne Menge dazu, dies sind nur mal so Mindestanforderungen....
 

barbobu22

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Super - vielen Dank schon mal für eure ganzen Antworten! Ihr habt mir schon sehr weitergeholfen.

Ich habe den Meistertitel und würde evt. noch 1 oder 2 Personen dann im Laufe der Zeit einstellen, je nach generiertem Umsatz.
Das muss ja auch alles finanziert werden. Aber auch alleine hätte ich also kein Problem, z. B. bei kleinere Aufträgen, die ich gut alleine schaffen kann.
Würde mich selbst ja nicht bei großen Aufträgen bewerben. Da müsste ich mich ja auch erst einmal hocharbeiten, brauche ja auch Kapazitäten, sowohl personell als auch finanziell.

Und wo kann ich mich über die Aufträge informieren? Gibt es da eine Anlaufstelle? Wo muss ich da hin?
 

Lucky Luke

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Schau mal online im "Staatsanzeiger" für dein Bundesland nach -> unter "Vergabe"....

Ansonsten werden öffentliche Ausschreibungen üblicherweise in der örtlichen Presse bzw. im Gemeindeblatt veröffentlicht.
 

pannenkeeper

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Hi!

Hast ja eigentlich eh schon ziemlich viel Informationen bekommen.
Das mit dem Gemeindeblatt ist so eine Sache... Bei uns wird das z. B. gar nicht mehr so verteilt, da es kaum jemand mehr liest.
Da musst es dir dann immer selbst besorgen irgendwo. Weiß nicht wie es bei euch ist.
Könnte dir da z. B. auch raten, bei einigen Vergabeplattformen nachzusehen. Die eVergabe (elektronische Vergabe) hat sich ja auch schon etabliert in den letzten Jahren.
So einige Auftraggeber veröffentlichen Ausschreibungen auf verschiedenen Plattformen, da lohnt sich die Recherche schon.
Sonst gibt es noch Informationsdienste wie die da, die dir dabei helfen, an Vergaben teilzunehmen und die richtigen Aufträge für die Bewerbung zu finden.

MfG
 

barbobu22

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Oh - super!
Hätte nicht so schnell mit Rückmeldungen gehofft. Toll, dass man hier so schnell Hilfe findet.
Werde mir auf jeden Fall eure Ratschläge notieren.

Beim Staatsanzeiger habe ich mich schon etwas umgesehen, gibt viele Aufträge.
Und nach anderen Plattformen werde ich mich auch noch umschauen.

Danke noch einmal und schöne Grüße
 

Elgaucho

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Also das mit den Ausschreibungen - das mag ja gut klingen - aber was gut klingt muß auch real nicht immer gut sein .Guter Klang und Gutes Geld verdienen sind nach meiner Meinung nach 2 grundverschiedene Dinge. Ich kann Dir nur aus erster Hand von öffentlichen Ausschreibungen im Garten- und Landschaftsbau berichten .Erstmal ist das Ausfüllen so einer größeren Ausschreibung der öffentlichen Hand bzw. deren Beantwortung nichts für Laien - sondern für einen Profi .- und das auch vernünftig hinzubekommen schon eine Sache für sich - wievel Cent bzw. Euro kalkuliere ich für den Meter Heckeschneiden . was nehme ich für das Ausschachten in Handschachtung pro Kubikmeter etc. Du willst ja auch Gewinn machen - keinen Verlust - also ein guter Freund hat damit viel Erfahrung und für eine größere Ausschreibung braucht der schon mal 3 Tage -. um das sauber auszufüllen und dann korrekt ausgefüllt
an die Behörde zu schicken. Oft ist aber hier auch Korruption im Spiel - halt eine normale Antwort auf Ausschreibung
und eine nicht ganz normale mit Geld im Umschlag drin. Davon hat natürlich niemand Kenntnis. Und am Ende gewinnt die Ausschreibung wo Kohle drin war. Und dann sind 3 kostbare Tage fürn *****. Nicht jede Ausschreibung verläuft immer seriös. Und die Konkurrenz schläft nicht - hier werden oft Firmen aus dem Ausland beauftragt bzw. derjenige der die Ausschreibung gewinnt verkauft das Ding nochmal weiter. Erzähle mir hier keiner das wird ja kontrolliert und derjenige wird dann von jeglichen Ausschreibungen ausgeschlossen. Dem ist nicht so und das ganze mit den Ausschreibungen kann gut sein ist es aber sehr oft nicht .
 

Kerstin_K

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Das Problem bei Ausschreibungen ist, dass die Preise unheimlich gedrückt werden.

Ich kann aber auch nicht nachvollziehen, warum man als Malermeister keine Arbeit findet. Bei uns könnenn sich die Maler vor Arbeit nicht retten.
 

Ronald BW

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Das Arbeiten als Selbständiger Unternehmer ist das geringste Problem, auch Aufträge gibt es zuhauf
Um als Maler an Aufträge zu kommen reicht eine kleine Anzeige in der Tageszeitung, am besten Montag
Malermeister übernimmt ..........paar Stichworte, Telefon wichtig Festnetz + Mobil
Kein Name oder Firmenbezeichnung angeben, auch nicht wo du wohnst, Vorwahl Telefon reicht
Also nur wer,was,wo
Auch wichtig nicht beim Arbeiten telefonieren auch nicht wenn Kunden anrufen
Wenn du da einen Einstieg mit 41+MwSt/Std machst sollte das laufen wie geschnitten Brot
Das mit dem Leute einstellen würde ich erst mal vergessen, auch öffentliche Ausschreibungen lass die ersten Jahre oder ganz die Finger davon
Du solltest die Arbeiten machen die anderen zu popelig sind, am besten freihändige Vergabe, einschätzen,annehmen, zeitnah anfangen
Angebote schreiben hält dich nur vom Geld verdienen ab
Was ganz wichtig ist wer macht das Büro, sorgt dafür das alles pünktlich überwiesen wird
Rechnungen wer schreibt die?
Beachte das ein guter Arbeiter nicht zwingend ein guter Unternehmer ist auch mit Meistertitel wird das nicht besser, zumindest nicht viel
Was dir allerdings passieren kann wenn Du neu auf dem Markt bist, alle die nicht zahlen wollen melden sich bei dir.
Also am Anfang nicht mehr als 1000 pro Kunde offen lassen ab da Abschläge,
grundsätzlich am besten ist Rechnungen schnell schreiben und kleine Baustellen machen
Und vergiss nicht AnundAbfahrt als Zeit aber nicht mehr als 1 Stunde pro Tag
 
Zuletzt bearbeitet:

Maximus Decimus

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Oft ist aber hier auch Korruption im Spiel - halt eine normale Antwort auf Ausschreibung
und eine nicht ganz normale mit Geld im Umschlag drin. Davon hat natürlich niemand Kenntnis. Und am Ende gewinnt die Ausschreibung wo Kohle drin war.
Hast du Beweise für deine Aussage? Erzähle doch mal aus deinen Erfahrungen bitte. Bitte mit den Angaben aus der VOL/A und B.
 

Ronald BW

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Nicht jede Ausschreibung verläuft immer seriös
Ich kenne es so das es sogar über-genau gehandhabt wird
Denen kannst du nicht mal einen Kaffee spendieren
Was bei freihändigen oder eingeschränkten Vergaben vorkommt ist das bestimmte unzuverlässige Betriebe nicht erwünscht sind
Da gibt es dann Mittel und Wege der Gestaltung damit die nicht mehr zum Zug kommen
Das mit den Vergaben ist so über-reguliert das ein Betrug so gut wie nicht stattfinden kann, zumindest was die öffentliche Hand betrifft.
Auch bei freihändigen Vergaben ist das kein Freibrief für eine überteuerte Leistung, die wissen ganz genau was so üblich ist.
Klar theoretisch ist das immer möglich mehr abzurechnen, praktisch machst du das 1x, dann bist du raus.
Das einzige was gemacht wird wenn es schwer zum kalkulieren ist, man redet darüber und wenn es freihändig ist setzt man eine Obergrenze
Was auch mal geht Informationen über ähnliches was wann zu welchem Preis gemacht wurde, aber auch da läuft keine Bestechung
weil diese öffentlichen Daten eh von jedem angefragt werden können.
Eine gute Zusammenarbeit mit der Behörde ist noch lange kein Betrug.
 

Georg1975

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Mein alter Meister erzählte immer, dass man an kleinen Aufträgen von Privatkunden prozentual mehr verdiene, als an ausgeschriebenen Projekten der Kommunen.

Suche dir einen potenten Kundenstamm der saubere Arbeit zu schätzen weiß, durch Mundpropaganda wirst du Empfehlungen erhalten. Vorausgesetzt du kannst was.

Bei Internetportalen hast du gegen die Osteuropäer kaum Chancen. Die walzen dir zwar in 2 Stunden eine 4 Zimmerwohnung durch, aber dummerweise ohne vorher die Lichtschalter- und Steckdosenabdeckungen zu entfernen oder abzukleben. :D
 

Ronald BW

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dass man an kleinen Aufträgen von Privatkunden prozentual mehr verdiene
erheblich und das obwohl sogar oft wohlwollend knapp abgerechnet wird, also bei Stundenbasis nicht auf Maximum geritten wird
Was fehlt ist das anbieten bis ins kleinste Detail, das manchmal mehrfache Besichtigen usw., das einhalten von Terminen
Weniger organisatorischer Aufwand bedeutet immer mehr Gewinn auch an Lebensqualität

Es ist auch ein Irrglaube das diese Anbieterei mit dem ganzen rechtlichen Ballast Kosten reduziert, saubere Arbeit und gut ist.
Am meisten ist immer gespart wenn Jemand der öfters Handwerker braucht immer die gleichen bewährten kommen lässt

Meine längsten Beziehungen zu Kunden und Lieferanten gehen inzwischen über 30 Jahre, da wissen dann beide Seiten genau was erwartet werden kann, man kennt sich.
Das spart viel Nerven bei mir und bei den Kunden
Von mir gibt es nur die Rechnung schriftlich alles andere sind zu 99% mündliche Absprachen
Was ich für mich mache ist eine saubere Dokumentation im Terminkalender und zwar auf die Minute, das ist dann die Basis für die Rechnung
und wenn mal eine Verständnis-frage kommt kann ich das klar darlegen
Logisch in großen Betrieben ist der Verwaltungsaufwand erheblich weil es einfach andere Strukturen sind, was es dann auch verteuert und prozentual weniger Gewinn da ist.
 

Heidschnucke

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Ich Denke natürlich kanst Du an öffentliche Ausschreibungen Teil nehmen, Du musst nur die Rahmenbedingungen erfüllen.

Aber mal so ein kleiner Hinweis: die öffentliche Hand ist nicht grade für Ihrer Zahlungsmoral bekannt, von der Geiz ist Geil Mentalität mal ganz abgesehen, und da solche Aufträge meist sehr umfangreich sind, geht man nicht unerheblich in Vorkasse, und bindet viel Arbeitszeit. Also bitte gut Überlegen.

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, man kann Sich mit Kollegen zusammen schließen und einen solchen Auftrag gemeinsam abarbeiten, man muss sich nur einigen, und man verringert sein Unternehmerisches Risiko.
 
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