Kann ich als Bestandsmieter von der Wohnbau eine vom Amt genehmigte Neubauwhg. fordern? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Rente65

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 Februar 2015
Beiträge
22
Bewertungen
19
Vor einem Gespräch am Montag möchte ich mich etwas sicherer fühlen und bitte um Ratschläge zu meinem Verhalten dort.

Folgende Situation:
2010 bin ich umgezogen. Es war eine Seniorenstiftung. Meine Wohnung hat 48,7 m² und kostet kalt 205 €. Warm 425€. Hier wollte ich meinen Lebensabend in Ruhe verleben.

Seit 1. Februar 2016 bin ich Rentnerin mit Grundsicherung.

Unsere Siedlung wurde 2012 überraschend verkauft. Der neue Besitzer teilte uns mit, dass er alle 6 Häuser abreißen werde und neu gebaut wird. Wir bestehenden Mieter würden auf Kosten der Wohnbau von deren Mitarbeitern in die neuen Häuser umgezogen. Ich habe mich wieder für eine Wohnung von 48,5 m² eintragen lassen.

Nun hat der Neubau begonnen und am Montag wird mir eine Mitarbeiterin der Wohnbau den Grundriss übergeben und den Preis meiner neuen Wohnung mitteilen. Und jetzt beginnt meine Unsicherheit.

Die Dame ist eine sehr resolute, teilweise grob beleidigende Person, der ich verbal unterlegen bin. Ich befürchte, sie will mich wegen der Miete in eine kleinere Wohnung pferchen. Aber das kann und will ich nicht akzeptieren.

Welche Rechte habe ich als bestehender Mieter, von der Wohnbau eine vom Amt genehmigte Neubauwohnung einzufordern? Ich weiß, dass einige Wohnungen öffentlich gefördert sind. Angeblich sind die alle schon vergeben (Nachbarschaftsgerede). Die neuen Wohnungen werden 35 m², 48 m² und 52 m² haben.

Wie kann ich der resoluten Dame klar machen, dass ich auf eine 48 m² große Wohnung für die hier in der Stadt übliche Höchstmiete von 372 € Anspruch habe, da ich sie auch für meinen Lebensabend ursprünglich gemietet habe? Wie soll ich mich verhalten, wenn sie mich wieder überrennen will? Wie kann ich meinen Abgang möglichst ohne Ausraster untermauern? Zeitung? Anwalt?

Haben arme Rentner noch eine andere Plattform, die für ihre eventuelle Rechte eintreten? Welche Rechte habe ich als Mieter überhaupt bei Verkauf?
 
E

ExitUser

Gast
AW: Zwangsweiser Umzug

Wer oder was ist die Wohnbau?
Ist das ein privater Anbieter?

Anwalt, Mieterverein oder eine andere Beratungsstelle ist sicher keine schlechte Idee. Auch würde ich mich bei den anderen Mietern umhören.
Dann musst du natürlich erst mal abwarten, was sie dir anbieten.

Gibt es schon eine vertragliche Regelung bzgl. Umzug?
 

Rente65

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 Februar 2015
Beiträge
22
Bewertungen
19
AW: Zwangsweiser Umzug

Wer oder was ist die Wohnbau?
Ist das ein privater Anbieter?
Nein, das ist eine städtische Gesellschaft, die die Anlage 2012 gekauft hat.

Vertraglich ist hier wegen des Umzugs gar nichts geregelt.

Lediglich, dass wir in die neuen Häuser kostenfrei umgesiedelt werden. Das haben wir mündlich.

Ich befürchte, dass ich bei der Dame ausraste. Deshalb mein Frage nach rechtlichen Möglichkeiten.
 

Wutbuerger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
21 August 2012
Beiträge
4.803
Bewertungen
2.356
AW: Zwangsweiser Umzug

Wird deine Wohnung verkauft übernimmt der neue Eigentümer die Mietverträge.
Der Kündigungsschutz bleibt dir also erhalten . Nun ist der ja maximal 9 Monate und mit dieser Frist könnte man dir ja auch die Wohnung kündigen. Dann müsstest du dir was neues suchen, es sei denn gesundheitliche Gründe machen einen Umzug für dich unzumutbar.
Du musst dich ja nicht einverstanden erklären mit einem Umzug, oder einer zu kleinen Wohnung.
Du könntest dich ja auch um eine Sozialwohnung bemühen , wo noch Mietpreisbindung besteht.
Abreißen kann der Vermieter jedenfalls erst wenn das Gebäude "entmietet" ist.
 
E

ExitUser

Gast
AW: Zwangsweiser Umzug

Die alte Wohnung ist also noch gar nicht gekündigt?

Da du über fünf Jahre dort wohnst, hättest du eine Kündigungsfrist von sech Monaten.

Wenn die Dame ausrastet, ist das ihr Problem nicht deins. Dann beende das Gespräch und warte auf Schriftliches. Wenn dann etwas vorliegt, kannst du beim Amtsgericht Beratungshilfe beantragen und das durch einen Anwalt prüfen lassen. In einigen Städten gibt es auch eine kostenfreie Mieterberatung für Leistungsbezieher.

Solange unterschreibst du nichts.
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
14.523
Bewertungen
9.851
AW: Zwangsweiser Umzug

Natürlich nicht allein hingehen.
 

Rente65

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 Februar 2015
Beiträge
22
Bewertungen
19
AW: Zwangsweiser Umzug

Nein, die Wohnung ist noch nicht gekündigt, weil immer von einer Umsiedlung auf Kosten des neuen Besitzers ausgegangen wird/wurde. Es bleibt ja auf dem selben Grundstück.

Du musst dich ja nicht einverstanden erklären mit einem Umzug, oder einer zu kleinen Wohnung.
Du könntest dich ja auch um eine Sozialwohnung bemühen , wo noch Mietpreisbindung besteht.
Ich meinte eigentlich, dass eine Förderung durch öffentliche Mittel von einem Teil der Wohnungen eine Sozialwohnung mit Mietpreisbindung ist! Stimmt das nicht? Mir wird nur Angst und Bange, weil diese angeblich schon alle vergeben sind bzw. nur für die winzigen 32 m² gilt...

Wenn ich mich weigere, aus meiner günstigen Wohnung auszuziehen (weil nichts adäquates angeboten wurde) wäre das also ein Kündigungsgrund, um auch diese Häuser abreißen zu können? Ich habe mir ja nichts zu Schulden kommen lassen, was eine Kündigung rechtfertigen könnte. Oder?

Leider bin ich morgen alleine und ihrer Willkür komplett schutzlos ausgesetzt. Aber es muß ja nicht so schlimm kommen, wie ich befürchte...:flame:
 
E

ExitUser

Gast
AW: Zwangsweiser Umzug

Leider bin ich morgen alleine und ihrer Willkür komplett schutzlos ausgesetzt. Aber es muß ja nicht so schlimm kommen, wie ich befürchte...:flame:
Bis jetzt ist das ja erstmal ein gutes Angebot, dass du auf Kosten der Wohnungsgesellschaft umziehen kannst.
Willkür kann ich da derzeit nicht sehen. Lass uns morgen mal wissen, was sie dir genau anbieten.

Natürlich müssen sie auch Rücksicht auf deine finanziellen Möglichkeiten nehmen. Ich vermute fast, sie werden einvernehmliche Lösungen suchen, um nicht über Kündigungsfristen streiten zu müssen.
 

RoxyMusic

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
18 Oktober 2016
Beiträge
860
Bewertungen
618
Wenn die Dame bereits als unangenehme und wenig vertrauenswürdige Person bekannt ist, würde ich auch auf keinen Fall morgen was auch immer unterschreiben. Unterlagen mitnehmen mit der Bemerkung, dass du dich rechtlich beraten lässt. Wenn die Dame Druck ausüben will, Gespräch beenden, wie schon geschrieben wurde. Gibt es unter den Nachbarn niemanden, der zur Seite stehen könnte?
 

Rente65

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 Februar 2015
Beiträge
22
Bewertungen
19
AW: Zwangsweiser Umzug

Willkür kann ich da derzeit nicht sehen. Lass uns morgen mal wissen, was sie dir genau anbieten.
Ihre Willkür erstreckt sich auf den respektlosen Umgang mit den Bewohnern. Einige sind schon verzweifelt und in Tränen aufgelöst von dieser *Besprechung* zurück gekommen. Aber ich kenne mich natürlich nicht aus, über welche finanziellen Mittel die anderen Senioren hier auf dem Hof verfügen.

Natürlich müssen sie auch Rücksicht auf deine finanziellen Möglichkeiten nehmen. Ich vermute fast, sie werden einvernehmliche Lösungen suchen, um nicht über Kündigungsfristen streiten zu müssen.
Ich habe diese Wohnung 2010 angemietet, weil sie eben diesen Möglichkeiten entsprach. Dass die Stiftung verkauft wurde und ein Abriss erfolgte, konnte ich ja damals nicht ahnen.

Aber meine Frage
Wenn ich mich weigere, aus meiner günstigen Wohnung auszuziehen (weil nichts adäquates angeboten wurde) wäre das also ein Kündigungsgrund?
steht noch im Raum!
 

Wutbuerger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
21 August 2012
Beiträge
4.803
Bewertungen
2.356
AW: Zwangsweiser Umzug

Mietpreisbindung ist zeitlich befristet und läuft irgendwann aus.
Sie gilt nicht nur für 35 qm. Aber ich meine das hängt einerseits an der Landesbauordnung die dann von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist.Andererseits macht jede Gemeinde ihre Richtlinien.
Ich meine in NRW hätten wir 50 qm für die gilt auch der WBS
 
E

ExitUser

Gast
AW: Zwangsweiser Umzug

Zu genaueren rechtlichen Fragen solltest du einen Anwalt befragen. Der kann dir aber auch nichts sagen, solange du keine schriftliche Kündigung vorliegen hast.

Ob und unter welchen Voraussetzung der geplante Abbruch ein Kündigungsgrund ist, weiß ich nicht. Da kennen wir auch keine Hintergründe.
 

Rente65

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 Februar 2015
Beiträge
22
Bewertungen
19
AW: Zwangsweiser Umzug

Das Gespräch fand zwar unter Hochspannung (meinerseits) statt, verlief dennoch aber recht ruhig.

Mir wurden sowohl die mir angedachte Wohnung als auch der Umzug zugesichert. Das ist zwar die Theorie aber ich bin jetzt zuversichtlich. Allerdings wird der Umzug erst Ende 2017 über die Bühne gehen. Also noch eine lange Zeit, die Versprechen zu brechen...

Ich bin froh, dass ich dieses Gespräch hinter mir habe und danke euch für eure Tipps!
 

Curt The Cat

Redaktion
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
6.876
Bewertungen
3.863
AW: Zwangsweiser Umzug

Moinsen Rente65,

erstmal willkommen hier im Forum.

Aber auch Dir, als Newbie hier, möchte ich die Forenregel #11 ...

11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit Überschriften wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Zwangsweiser Umzug, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
... für die Zukunft wärmstens ans Herz legen!

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 110! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 
Oben Unten