Kann eine Sperrzeit ruhen?

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rimi

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Hallo Gemeinde!

Ich bin ein wenig verunsichert. Aber erst mal die Fakten:
-Im Juni 2008 habe ich nach langjähriger Beschäftigung einen Aufhebungsvertrag mit guter Abfindung unterschrieben.
-Darauf hin erhielt ich eine Sperrzeit fürs ALG von 3 Monaten vom 01.07. bis Ende September 2008.
-Zum 01. August 08 habe ich eine neue Stelle angetreten
-...die mir jetzt vom Arbeitgeber wegen der schlechten wirtschaftl. Lage der Firma gekündigt wurde

FRAGE: Ist meine Sperrzeit erloschen oder muß ich die zwei Monate (Aug und Sep) in denen ich gearbeite habe eben jetzt nachträglich absitzen???
Und wie lange kann ich noch ALG beziehen. Normalerweise wären es bei mir 12 Monate und ich habe in den letzten 10 Jahren gearbeitet und bin nur eben diesen Juli 08 arbeitslos gewesen.

Danke für Euere Mithilfe!
 
E

ExitUser

Gast
[FONT=&quot]Verkürzung um 1/4
Die Dauer des Alg-Bezugs verkürzt sich gemäß § 128 Abs. 1 Nr. 3 SGB III mindestens um die Dauer der Sperrzeit. Eine zwölfwöchige Sperrzeit wegen des Verlustes des Arbeitsplatzes verkürzt den Alg-Anspruch nicht nur um die Dauer der Sperrzeit, sondern gemäß § 128 Abs. 1 Nr. 4 SGB III um mindestens ein Viertel des Alg-Anspruchs. Bei der höchsten Anwartschaftszeit von 24 Monaten führt daher eine Sperrzeit wegen Arbeitsplatzverlustes nicht nur zum Verlust des Alg-Anspruchs von zwölf Wochen, sondern zur Verkürzung der Alg-Anspruchsdauer um sechs Monate anstelle von zwölf Wochen! Schon bei einer Anspruchsdauer von zwölf Monaten führt die Sperrzeit zu einer Verkürzung um 13 Wochen.

Beispiel
David Zunder wird selbstverschuldet am 1.4. arbeitslos, nachdem er einen Alg-Anspruch von zwölf Monaten (= 52 Wochen) erworben hat. Die AA verhängt eine zwölfwöchige Sperrzeit vom 1.4. bis 23.6. David Zunder erhält nicht nur in dieser Zeit kein Alg. Die Anspruchsdauer verkürzt sich um 13 Wochen, von 52 Wochen auf 39 Wochen.

Die Sperrzeit läuft kalendermäßig ab, d.h., sie verkürzt den Anspruch auf Alg auch dann, wenn Sie während der Sperrzeit wieder eine Arbeit gefunden haben und ein Alg-Anspruch ohnehin nicht besteht. Laufen Sperrzeiten zeitgleich ab, führen sie dennoch beide zur Kürzung des Alg-Anspruchs.

Nach 1 Jahr keine Sperrzeitgefahr
Die Alg-Dauer wird jedoch nicht verkürzt, wenn das Ereignis, das die Sperrzeit begründet hat, bei der Arbeitslosmeldung nach dem Verlust des Arbeitsplatzes oder dem Abbruch einer bzw. Ausschluss aus einer Eingliederungsmaßnahme länger als ein Jahr zurückliegt (§ 128 Abs. 2 Satz 2 SGB III). Die BA hat den Arbeitslosen darauf hinzuweisen, dass er der Kürzung des Alg-Anspruchs entgehen kann, wenn er sich erst nach Ablauf eines Jahres arbeitslos meldet. Tut sie das nicht, ist er im Wege des Herstellungsanspruchs so zu stellen, als ob er den Antrag erst später gestellt hätte. Das gilt allerdings nur, wenn er ein Jahr ohne Alg hätte überbrücken können (BSG, Urteil vom 5.8.1999 - B 7 AL 38/98, SozR 3- 4100 § 110 Nr. 2).

Aus: Geiger, Stascheit, Winkler - Leitfaden für Arbeitslose
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